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Veröffentlicht am 08.10.2019

Leider enttäuschend – Gefühle habe gefehlt

Dieser eine Augenblick
3

--- Kurzinhalt ---
Charlotte ist 27 und hat einfach kein Glück mit Männern. Alle ihre Ex-Freunde haben in der einen oder anderen Weise einen Knall. Als sie eines Nachts Adam kennenlernt und mit ihm unverhofft ...

--- Kurzinhalt ---


Charlotte ist 27 und hat einfach kein Glück mit Männern. Alle ihre Ex-Freunde haben in der einen oder anderen Weise einen Knall. Als sie eines Nachts Adam kennenlernt und mit ihm unverhofft die Nacht verbringt, denkt sie zunächst, sie hat ihren Seelenverwandten getroffen. Doch am nächsten Morgen verhält er sich plötzlich kalt und abweisend.

--- Lesefluss ---


Der Schreibstil ist sehr schön. Es liest sich sehr angenehm und ich flutschte nur so durch die Seiten. Teilweise war es witzig ausgeschmückt, sodass ich immer wieder lächeln musste. Es ist in der Ich-Form von Charlotte geschrieben und sie wirft immer mal wieder Anekdoten dazwischen. Die sind zum Teil total interessant oder humorvoll, aber manchmal nahmen sie auch kurzzeitig die Spannung aus dem aktuellen Geschehen raus.

--- Meine Meinung ---


Das Cover fand ich richtig schön, uns ich bin ein absoluter Cover-Liebhaber, weshalb das Buch mein Interesse geweckt hat. Auch die ersten Seiten fand ich interessant und meine Neugierde wurde gehalten. Doch dann passierten plötzlich Dinge, die meiner Meinung nach irgendwie den roten Faden verließen und ich habe mich verirrt gefühlt.

Die Protagonistin ist sehr flatterhaft, sexuell oberflächlich, steht noch nicht mit beiden Beinen in der Welt. Das fand ich an sich nicht weiter schlimm, aber ihre Veränderung, die sie am Ende des Buches durchgemacht hat, kam für mich leider nicht glaubhaft rüber. Auch die anderen Charaktere hatten keine Tiefe, sondern wirkten eher wie gekünstelte Marionetten.

Sowieso gab es hier sehr viel, was total gekünstelt wirkte. Es sollte ein Buch sein, das einen zu Herzen geht, tiefgründig ist und Hoffnung verbreitet. Stattdessen kratzte es an der Oberfläche und hinterließ mich mit einer argen Enttäuschung.

--- Mein Fazit ---


Das Buch las sich sehr flüssig, weshalb es angenehm war und die Seiten nur so dahinflogen, aber die Geschichte war leider total unglaubwürdig und war irgendwie... fehl! Sie hat mich leider nicht berührt. Es gab jedoch ein paar witzige Stellen oder Dialoge, die mir gefallen haben, weshalb das Buch von mir 3 Sterne bekommt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Atmosphäre
  • Gefühl
Veröffentlicht am 24.09.2019

Interessante Ansätze, aber zu viel schmalzige Dialoge..

Perlen der Winde
0

--- Kurzinhalt ---
Catherine ist mit ihrer Tochter an einer Ausgrabungsstätte in Griechenland positioniert worden. Doch in einer Höhle trifft sie auf einen Zeitreisenden - Konstantin. Die beiden verlieben ...

--- Kurzinhalt ---


Catherine ist mit ihrer Tochter an einer Ausgrabungsstätte in Griechenland positioniert worden. Doch in einer Höhle trifft sie auf einen Zeitreisenden - Konstantin. Die beiden verlieben sich sofort. Dennoch steht fest, dass Konstantin wieder zurück in die Vergangenheit muss. Dafür sind bestimmte Perlen notwendig. Doch noch jemand anderes ist hinter dieser Perlen her, der es zudem auf Konstantin abgesehen hat.

--- Lesefluss ---


Das Buch liest sich sehr flüssig. Es hat einen leicht poetischen Touch – die Worte sind so federleicht, metaphorisch und schweben quasi im Zauber des Windes (so ähnlich wird sich auch ausgedrückt ☺). Es wird zunächst die Gegenwart in 2011 aufgegriffen, in der bereits einiges angedeutet wird, sodass zunächst Neugierde geweckt wird und dann starten Rückblenden ins Jahr 2005.

--- Meine Meinung ---


Ich finde es immer sehr schön, wenn man merkt, dass der Autor sich viele Mühe gemacht hat, gründlich recherchiert hat und man das Gefühl hat, wow, da kennt sich aber jemand aus. Hier wurde ordentliche Recherchearbeit geleistet, was mich beeindruckt hat.

Die Geschichte hatte zudem einige interessante Ansätze: Zeitreisen, griechische Mythologie und mysteriöse Geschehnisse. Es hat mich ein bisschen an Outlander erinnert, nur dass der Mann aus der Vergangenheit in die Zukunft geschickt wurde. Komischerweise kam er aber wahnsinnig schnell mit dem technischen Fortschritt etc. zurecht, sodass ich die Reaktionen seinerseits unglaubwürdig fand.

Zudem gab es eine Flut an schmalzigen Dialogen. Das Protagonisten-Paar hat sich bereits nach drei Tagen die ewige Liebe geschworen und ich war einfach nur genervt. Ein Jahrhunderte-Orgasmus nach dem anderen war für mich dann einfach nicht mehr glaubhaft, sondern ich musste nur noch mit den Augen rollen. Zwar wurde zum Ende hin wieder ein bisschen Gefahr eingespielt, aber mich hat die Story zu dem Zeitpunkt leider schon gar nicht mehr gepackt. Die Geschichte endet dann auch förmlich inmitten der Gefahr, völlig offen, und es wird für die Fortsetzung im Oktober Werbung gemacht. Ich habe mich so rausgerissen gefühlt und bin von solchen Enden, selbst wenn die Geschichte mehrere Bände hat, leider kein Fan.

--- Mein Fazit ---


Mich konnte die Geschichte aufgrund des hochgradigen Schmalz-Geplappers leider nicht überzeugen. Es gab zwar einige interessante Ansätze, aber dennoch habe ich das Interesse leider nach etwa der Hälfte des Buches verloren. Von mir gibt es nur drei Sterne.

Veröffentlicht am 19.08.2019

Verlorenes Potenzial durch trockene Erzählweise

Die Welt in allen Farben
0

--- Kurzinhalt ---
Nova kann von Geburt an nicht sehen. Eines Tages macht sie eine Augenoperation, nach der sie anschließend sehen kann. Doch in dieser Welt, wo das Sehsinn überdimensional mächtig ist, ...

--- Kurzinhalt ---


Nova kann von Geburt an nicht sehen. Eines Tages macht sie eine Augenoperation, nach der sie anschließend sehen kann. Doch in dieser Welt, wo das Sehsinn überdimensional mächtig ist, kommt sie monatelang nicht zurecht.

Irgendwann lernt sie Kate kennen, die gleich zu Beginn des Buches einen Sturz hat, der eine Gehirnblutung zur Folge hat. Seither gerät sie ständig in Panik, wird ohnmächtig. Die beiden Frauen freunden sich an und es entsteht zwischen ihnen eine Liebesbeziehung. Doch das Schicksal stellt den Frauen so einige Stolpersteine in Weg.

--- Lesefluss ---


Das Buch startete in der Zeitform Präsenz. Der nächste Satz beschreibt die Zukunft. Kurz danach wurde aber zurückgeschwenkt ins Präteritum, weil kurz etwas aufgegriffen wurde, was zuvor passiert war. Dann gelangte man wieder ins Präsenz, dann wieder ins Präteritum... ehrlich gesagt bin ich bei so vielen Zeitsprüngen leider gleich zu Beginn des Romans ein bisschen ins Stocken gekommen. Diese Zeitsprünge gab es im Buch dann noch ein paar weitere (wenige) Male: die ganze Zeit wird in Präsenz geschrieben und dann schwenkte der Autor zurück zu etwas, was vor nur fünf Minuten geschehen war (aber völlig belanglos ist). Wenn schon Rückblenden, dann doch welche, die weiter zurückgehen, und etwas Interessantes aufdecken. Ich fand diese Zeitsprünge völlig fehl am Platz.

Dadurch, dass der Erzähler allwissend ist und ab und zu einen kleinen Einblick in die Zukunft gibt, kamen natürlich auch Fragen auf und Neugierde wurde geweckt. Ebenso interessant war, dass neben Nova eine Frau namens Kate eine wichtige Rolle zu spielen schien. Immer wieder wurde zwischendurch zu ihrer Geschichte gewechselt und ich fragte mich als Leser, auf welchem schicksalhaften Weg sich Nova und Kate begegnen würden.

--- Zwei Frauen – zwei schwierige Päckchen ---


Nova ist von Geburt an blind, dafür aber sehr eigensinnig, intelligent und kann wahnsinnig gut mit Worten. Sie ist 32 und hat in Oxford studiert (ich war fasziniert davon, wie das vonstatten ging, aber es wurde nicht näher drauf eingegangen). Seither ist sie Dolmetscherin und ihre Welt spiegelt sich größtenteils im Klang der Worte, der Musik und der Geräusche ihrer Umgebung ab. Ich habe sie vom ersten Augenblick gemocht, denn sie hat natürlich eine ganz andere „Sichtweise“ auf die Welt. Doch im Laufe des Buches habe ich immer mehr den Bezug zu ihre verloren.

Daneben gestellt haben wir Kate, eine Architektin, die verheiratet ist, und sich mit ihrem Mann nicht mehr wirklich versteht. Sie macht sich selbst etwas vor, bewegt sich in einem gefährlichen Trott und scheint keinerlei Empfinden dafür zu haben, dass das so eigentlich nicht gut ist. Ihr Mann fängt dann irgendwann auch an sie zu schlagen, aber Kate scheint auch schon sehr abgestumpft zu sein. Zu ihr hatte ich lange keinen Bezug, ich konnte nicht richtig etwas mit ihr anfangen. Sie war so unnahbar, nicht greifbar, irgendwie nur eine Hülle.

--- Was hatte großes Potenzial ---


Von Anfang an weckte der Autor eine Neugierde. Er gab so mancherlei Fragen, die sich auftaten und lange unbeantwortet blieben. Der Autor ließ den Leser eine Weile im Dunkeln tappen, sodass ich richtig zum Weiterlesen animiert wurde, weil ich wissen wollte, was da los ist. (Hielt sich nur bis zu einem gewissen Grad - aber bis dahin war es super.)

Als Nova dann sehen konnte, habe ich gestaunt, wie philosophisch sie mit ihren Sehregeln an die Betrachtung der Welt herangegangen ist. Ich fand diese Sehregeln durchaus interessant und ich habe richtig gespürt, dass es nicht selbstverständlich ist, die Welt zu sehen, wie wir sehen. Dass zu begreifen ist eigentlich eine Meisterleistung, wofür jeder einzelne Mensch von uns dankbar sein kann.

Es wurden weiterhin sensible Themen wie etwa häusliche Gewalt und Homosexualität behandelt. Zwei Frauen, die jeder ihr Päckchen tragen und zusammen stark sein können. Das war an sich ein wunderschöner Gedanke, auch wenn mich die Umsetzung leider nicht überzeugen konnte.

Hin und wieder wurde mit dem Schriftsatz etwas Schönes gestaltet: so taucht am Anfang des Kapitels Neun ein Stern auf, was amüsant war.

--- Warum das Potenzial nicht ausgenutzt wurde ---


Die Protagonistinnen sind ja zwei Frauen und der Autor ist ein Mann – und das habe ich stellenweise gespürt. Denn zum Teil wurden die Emotionen, Empfindungen und Ängste der Protagonistinnen sehr trocken, fast schon wissenschaftlich beschrieben, sodass sie nicht wirklich in mein Herz trafen. Zudem habe ich vielerlei Verhalten und Reaktionen der Frauen oft nicht verstanden, was sie für mich unnahbar gemacht hat.

Auch die Begegnung der beiden Frauen hatte keinen Reiz. Es war wie eine Erzählung, eine Abhandlung, ohne Tiefgang und ohne Herz. Das fand ich sehr schade, denn die Geschichte an sich hatte so viel Potenzial.

Zudem gab es Vergleiche, die mit Sicherheit keine Frau ziehen würde, z.B. »Ein Sturmtrupp ist in ihrem Schädel gelandet.« Und dann wurden die Soldaten und Offiziere mit den Sinnen verglichen – ich kann mir beileibe nicht vorstellen, dass Frauen solche Vergleiche ziehen würden (ich würde es zumindest nicht tun), es sei denn, sie waren selbst bei der Armee. Es gab noch weitere, eher „männliche“ Vergleiche, wo ich einfach gespürt habe, dass es ein Mann ist, der da über Frauen schreibt.

Es gab ständig wahnsinnig große Zeitsprünge, die mich jedes Mal auf Neue überrumpelt haben. Gerade haben Kate und Nova sich kennengelernt, prompt springt der Autor mehrere Monate weiter. Gerade haben Kate und Nova sich geküsst, prompt sind wieder sechs Monate vergangen.

--- Mein Fazit ---


Ich hatte hohe Erwartungen an das Buch, da die Thematik wahnsinnig interessant klang. Ich hoffte, dass mich die Geschichte im Herzen berühren würde können und in mir pure Dankbarkeit für mein Augenlicht vermitteln könnte. Dem war leider nicht so, da ich mit der Trockenheit der beschriebenen Emotionen zu kämpfen hatte. Natürlich zeigt das Buch auf, dass die Welt nicht nur schwarz und weiß ist, sondern, dass es Gutes, wie Schlechtes gibt. Das hat der Autor auch geschafft zu vermitteln, aber der Stil hat mir leider nicht so sehr gefallen.

Veröffentlicht am 06.08.2019

Unterhaltungsroman mit vielen einzelnen Geschichten - für mich eher langweilig.

Liebe zwischen den Zeilen
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--- Kurzinhalt ---

Als Julius, der beliebte Buchhändler aus Peasebrook, im Sterben liegt, verspricht seine Tochter Emilia ihm, die Buchhandlung zu übernehmen. Dabei weiß Emilia noch überhaupt gar nicht, ...

--- Kurzinhalt ---



Als Julius, der beliebte Buchhändler aus Peasebrook, im Sterben liegt, verspricht seine Tochter Emilia ihm, die Buchhandlung zu übernehmen. Dabei weiß Emilia noch überhaupt gar nicht, ob das ihr Weg ist, den sie sich für ihr Leben vorgestellt hat.

Nach und nach werden Personen in die Geschichte eingeführt, die auf irgendeine Art und Weise mit dem Buchladen oder Julius oder Emilia in Verbindung stehen. Letztendlich wird dem Leser ein Einblick in die vielen Geschichten gewährt.

--- Lesefluss ---



Es wird in der allwissenden Erzählperspektive geschrieben – zunächst 2015 in der Perspektive von Emilia, die gerade ihren Vater verloren hat, und einmal kurz in den 1980er Jahren in der Perspektive von Julius, wo wir zunächst seine Liebesgeschichte erfahren. Im Laufe der Geschichte wird aber die Perspektive noch häufiger gewechselt – zu vielen verschiedenen Charakteren (Sarah, June, Emilia, Julius, Jackson, Dillon, Thomasina, Alice). Wir lernen jeden einzelnen von ihnen kennen – seine Hintergründe und Gedanken.

--- Eine viel zu kurze Spielzeit für Rebecca ---



Rebecca ist Julius große Liebe und Emilias Mutter, die jedoch frühzeitig gestorben ist. Wir lernen sie nur kurz aus Julius Perspektive als neunzehnjähriges Mädchen in den 1980er kennen. Sie ist eigenwillig, übermütig, durchtrieben, temperamentvoll, träumerisch, spontan, sehr offen und ehrlich, fantasievoll, mutig. Ich habe ihre Art von der ersten Sekunde an geliebt – sie trägt ihr Herz auf der Zunge – wunderbar! Wenn sie eine Idee hat, ist sie dafür Feuer und Flamme und entschlossen, diese umzusetzen. In ihr brennt Leidenschaft. Bereits nach der ersten Nacht, die sie mit Julius verbracht hat, lässt sie alles stehen und liegen, um nach Oxford zu ziehen. Sie gesteht ihm sofort ihre Liebe – welches junge Mädchen würde das heutzutage wagen? Ich fand diese Offenheit sehr erfrischend und hatte davor großen Respekt. Sie war meine absolute Lieblingsperson in der Geschichte, aber leider kam sie nur in einem Kapitel vor.

--- Was mir gefallen hat ---



Ich fand die Vision von diesem kleinen, charmanten Buchladen total romantisch und träumerisch. Da wünschte ich mir fast schon selbst so einen Buchladen zu besitzen.

Außerdem gab es viele schöne Vergleiche, wovon ich an dieser Stelle ein paar zitieren möchte:

»Schließlich war eine Stadt ohne Buchhandlung eine Stadt ohne Herz.«

»Bücher sind wertvoller als Juwelen. [...] Ein Edelstein schillerte eine Sekunde lang, ein Buch dagegen für immer.«

»Es gibt für jeden das richtige Buch, [...] Ein Buch, das unter die Haut geht und die Seele berührt.«

Es ist ein Buch mit Happy End für alle spielenden Charaktere. Herzerwärmend und genau passend für dieses Buch.

--- Was mir weniger gefallen hat ---



Mit jedem Kapitel wurde anfangs eine neue Person eingeführt. Ich mag so etwas in einem Buch leider nicht – da ich lieber mit ein oder zwei Protagonisten mitfiebere. Mich ständig auf neue Personen einzulassen, nimmt mir die Spannung und das Lesevergnügen. Es ist anstrengend und löst bei mir Langeweile aus. Diese Personen und deren Hintergründe und Charaktere wurden dann auch wirklich sehr ausgiebig beschrieben. Irgendwann war die Autorin aber damit durch, alle Charaktere waren vorgestellt und dann wurde einfach immer zwischen den Perspektiven hin- und hergewechselt. Da kam ich wieder besser in den Lesefluss.

Sehr oft wurde auch das Setting sehr ausgiebig beschrieben. Ein trockener Fakt nach dem anderen. Ich persönlich mag das nicht so sehr, weil das auf mich nicht lebendig wirkt und das Gelesene in rasender Geschwindigkeit wieder aus meinem Gedächtnis verschwindet.

Ich bin mit einer Erwartung an das Buch herangegangen, dass wir Emilia dabei verfolgen würden, wie sie den Buchladen retten würde – Stück für Stück mit einigen Hindernissen. Aber das lief eher nebenbei ab und wurde eigentlich nur sehr wenig behandelt. Im Grunde war der Klappentext für mich also irreführend, denn es war eher ein Unterhaltungsroman mit sehr vielen einzelnen Geschichten, die zueinander gefädelt wurden. Einen roten Faden gab es im Grunde nicht.

--- Mein Fazit ---



Ich war leider etwas enttäuscht von dem Buch. Wer einen Roman für zwischendurch sucht, leicht und realitätsnah, ohne großen Schnick Schnack und es mag, in verschiedene Personen einzutauchen, dem sei das Buch empfohlen. Wer jedoch doch ein bisschen Spannung braucht und gerne die Perspektive nur von einer, maximal zwei Personen erleben möchte, um besser in den Protagonisten einfühlen zu können, dem rate ich von dieser Lektüre ab.

Veröffentlicht am 01.08.2019

Durchschnittliche 0815 Liebesgeschichte - sehr vorhersehbar

Maybe this Love - Und plötzlich ist es für immer
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Hinweis: In der Rezension sind Spoiler vorhanden

--- Kurzinhalt ---

Ben Westmore, ein bekannter Eishockey-Star, wird von einer Frau aus seiner Vergangenheit angeklagt: er habe sie an Silvester in Vegas ...

Hinweis: In der Rezension sind Spoiler vorhanden

--- Kurzinhalt ---



Ben Westmore, ein bekannter Eishockey-Star, wird von einer Frau aus seiner Vergangenheit angeklagt: er habe sie an Silvester in Vegas geheiratet und nun fordert diese ihr Recht ein. Auf diese Weise lernt Ben Olivia Davis kennen, denn die ist die Anwältin der Gegenseite. Vom ersten Moment an, da sich Olivia und Ben begegneten, ist eine unglaubliche Anziehungskraft zwischen den beiden zu spüren. Und obwohl sich anfangs beide dagegen wehren, sind sie dennoch ihren Gefühlen machtlos ausgeliefert. Und ach ja – nebenbei versucht Olivia noch in-vitro schwanger zu werden..

--- Lesefluss ---



Wir erleben durch Perspektivenwechsel beide Einblicke: den von Ben und den von Olivia. Wir tauchen in beider Gedankengänge ein und erfahren natürlich sofort, wie anziehend sie sich beide gegenseitig finden. Der Schreibstil ist simpel und sehr flüssig, ich kam so gut wie nie ins Stocken beim Lesen – aber auch relativ „unauffällig“, sprich auch nicht hervorstechend unter anderen Autoren. Die Kapitel sind relativ kurz, was ich persönlich mag.

--- Protagonisten ---



Ben Westmore, 34, ist NHL-Star, gutaussehend, muskulös – ein typischer Frauenheld, der selten mit einer Frau mehr als eine Nacht das Bett teilt. Er hatte bisher nur eine große Liebe gehabt und seither lebt er das typische Playboy-Dasein in vollen Zügen. Doch hinter dieser Fassade schlägt ein gutes Herz. Er unterstützt z.B. Kinderhilfsorganisationen. Als er Olivia trifft, umwirbt er sie bis aufs Äußerste, da sie in ihm Gefühle auslöst, die er nicht mehr für möglich gehalten hatte.

Olivia Davis ist 36 Jahre alt, eine hart arbeitende Anwältin, Single und ziemlich einsam. Sie hat ihre Eltern früh verloren und nie so richtig feste Freundschaften geschlossen. Und so kommt es, dass sie sich an einer Kinderwunschklinik angemeldet hat und nun einen Samenspender für ihren Traum, ein Kind zu haben, auswählen möchte. Sie hat ebenfalls eine harte Schale mit weichem Kern. Aufgrund ihres hartnäckig rationalem Charakterzuges hält sie Ben wahnsinnig lang auf Abstand, obwohl sie schon längst über beiden Ohren in ihn verliebt ist.

--- Was mir gefallen hat ---



Das ganze Buch las sich sehr flüssig, sodass ich es innerhalb weniger Tage durchhatte.

Bei manchen Szenen zwischen Olivia und Ben knisterte und prickelte es ordentlich. Die Anziehung zu spüren, die zwischen zwei Menschen herrscht, ist einfach immer wieder genial.

Die Emotionen – der Schmerz, die Hoffnung, die Verzweiflung und Liebe – konnte ich sehr gut nachempfinden. Ich habe also mit den Protagonisten eine Weile lang mitgelebt und gefiebert.

--- Was mir weniger gefallen hat ---



Ich habe nichts gegen ein paar Klischees, aber hier überhäufte sich das dermaßen. Hier ein paar Beispiele: Die Musik wird urplötzlich langsamer, als Olivia und Ben tanzen wollen. Ben ist der typische Frauenheld und Olivia die eiskalte Anwältin. Nach ihrer ersten Begegnung treffen sie sich natürlich rein zufällig ständig wieder. Ben ist zufällig in der Kinderwunschklinik als Olivia sich befruchten lässt. Und natürlich auch ganz zufällig betritt Olivia das Geschäft von Ben’s Schwester. Rein zufällig begegnet sie anschließend auch nochmal Ben und eine ehemalige Klientin, die auch zufällig die Verlobte von Ben’s Bruder ist und sofort einlädt. Und dann ist Olivia’s Wagen, gerade als sie gehen wollte, natürlich zufällig zugeparkt... Und so zieht sich das das ganze Buch über hindurch. Ja, es gibt sehr sehr viele klischeehafte Zufälle. Insgesamt war die ganze Geschichte komplett vorhersehbar – fast schon 0815.

Mich hat es auch ein bisschen gestört, dass, obwohl irgendwann dann Olivia den Fall abgegeben hat, sie sich dennoch eingeredet hat, dass sie nicht mit Ben zusammen kommen darf. Und ich habe mich nur gefragt – warum? Was steht denn jetzt noch ernsthaft im Wege? Aber es war womöglich die Angst verletzt zu werden. Doch dann trifft sie sich doch mit ihm, und er erzählt ihr prompt, dass er keine Ehefrau und Kinder haben möchte – obwohl sie ihm ja bereits berichtet hat, dass sie schwanger ist. Und dennoch möchte sie sich nun auf einmal mit ihm einlassen?! Ich fand das irgendwie eigenartig – hier hätte ich nun eine Flucht bzw. den Abwehrmechanismus, den sie die ganze Zeit vorher hatte, verstanden.

--- Und hier war richtig verwirrt ---



Am Ende habe ich mich dann nochmal richtig geärgert, denn Olivia hatte einen frühzeitigen Schwangerschaftstest gemacht, der positiv war. Als sie zwei Wochen später in der Klinik war, wurde ihr mitgeteilt, dass das HCG-Hormon, das ja eigentlich das Schwangerschaftshormon ist, hoch ist und somit eine Schwangerschaft auf dem Test angezeigt wurde, aber in Wirklichkeit sie gar nicht schwanger ist. Häh? Als ich schwanger war, hieß es, dass nur negative Ergebnisse fehlerhaft sein können, aber positive nicht, weil das HCG-Hormon ja erst gebildet wird, wenn man schwanger ist! Hier war ich also sehr verwirrt. Ich habe hier auch nochmal recherchiert und nach wie vor bin ich der Ansicht, dass das schlichtweg eine falsche Aussage hier im Buch ist. Falls ich hier falsch liege – so kann man mir das gerne in den Kommentaren mitteilen.

--- Mein Fazit ---



Das Buch plätscherte so vor sich hin. Es gab weder besondere Höhe-, noch Tiefpunkte – Spannung fehlte so gänzlich, da es tatsächlich alles vorhersehbar war. Es las sich zwar relativ flüssig und ich konnte auch teilweise gut mitfühlen, aber alles in allem ist es ein Buch, dass ich wahrscheinlich schon in einer Woche wieder vergessen haben werde. Eine relativ durchschnittliche Liebesgeschichte mit Happy End.