Profilbild von rikeslibrary

rikeslibrary

Lesejury Star
offline

rikeslibrary ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit rikeslibrary über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.08.2019

Toller Jugendthriller mit queerer Liebesgeschichte

Keiner sagt die Wahrheit
0

„Keiner sagt die Wahrheit“ ist der 2. Jugendthriller von Caleb Roehrig, der im cbt-Verlag erschienen ist. Dabei hat es mir sehr gut gefallen, dass die Cover der beiden Bücher sehr ähnlich gestaltet wurden. ...

„Keiner sagt die Wahrheit“ ist der 2. Jugendthriller von Caleb Roehrig, der im cbt-Verlag erschienen ist. Dabei hat es mir sehr gut gefallen, dass die Cover der beiden Bücher sehr ähnlich gestaltet wurden.
.
Das Buch beginnt damit, dass Rufus nach Wochen zum ersten Mal seinen Exfreund Sebastian wiedersieht, das Gespräch jedoch, durch einen verzweifelten Anruf von seiner Halbschwester April unterbrochen wird, die ihn um Hilfe anfleht. Gemeinsam mit Sebastian versucht Rufus nun den Mord aufzuklären und herauszufinden inwiefern seine Halbschwester darin involviert ist. Somit beginnt das Buch ohne große Vorgeschichte direkt mit dem Verbrechen und es entsteht sofort Spannung. Anschließend ebbte diese leider zunächst wieder ab, da Rufus und Sebastian viele Befragungen durchführen, bevor die Handlung nach der Hälfte des Buches wieder an Fahrt aufgenommen und mich gepackt hat.

Der Schreibstil des Thrillers hat gut gepasst. Es gab keine großen Ausschmückungen, die Handlung ging zügig voran und es war nicht übermäßig brutal, sodass es gut zu einem Jugendthriller gepasst hat.

Durch viele Rückblenden, erfährt der Leser mit der Zeit auch mehr über die Vergangenheit von Rufus und Sebastian. Da diese immer nur als kurze Absätze eingebaut wurden störten sie meinen Lesefluss nicht nennenswert, ich denke aber, dass es mir trotzdem besser gefallen hätte, wenn man zu Anfang alles über die Vergangenheit erfahren hätte und dann nicht immer wieder beim Lesen unterbrochen wird.

Rufus kommt aus einem schwierigen Familienumfeld, sein Vater will nichts mit ihm zu tun haben, seine Mutter hat Geldprobleme und auch mit seinen Halbgeschwistern kommt er nicht besonders gut klar. Zudem leidet er unter Aggressionsproblemen und hatte lange Schwierigkeiten sich mit seinem unfreiwilligem Outing abzufinden. Sebastian hingegen ist beliebt, aus gutem Hause und hat bisher eigentlich ein Mädchen gedatet. Er hat große Angst davor, dass seine Freunde und Familie ihn nicht mehr unterstützen werden, wenn seine Beziehung zu Rufus bekannt wird und es war ihm daher immer wichtig diese geheim zu halten.

Die Protagonisten wirkten alle sehr authentisch, wodurch man sich gut in sie hineinversetzen konnte. Auch die Liebesgeschichte wurde gut mit in die Handlung eingebunden und wurde nicht zu sehr in den Vordergrund gerückt, was ich sehr angenehm fand.

Während des Lesens habe ich die ganze Zeit mitgerätselt und obwohl der Kreis der Verdächtigen eher klein war bin ich lange auf der falschen Spur gewesen, sodass mich das Ende nochmal richtig überraschen konnte. Insgesamt hat mir leider der Gruselfaktor ein wenig gefehlt, aber ich lese sonst auch eher Thriller für Erwachsene, die deutlich brutaler und gruseliger sind.

Trotzdem ist es ein toller Jugendthriller, mit authentischen Charakteren und einer queeren Liebesgeschichte, der mir beim Lesen viel Spaß bereitet hat, weshalb ich dem Buch 4.5 Sterne gebe.
Ich empfehle das Buch insbesondere den Leuten, die gerne mal einen Thriller lesen möchten, sich aber vielleicht noch nicht an die Erwachsenenthriller herantrauen und ein weniger brutales und gruseliges Buch für den Einstieg suchen, aber auch allen Fans von „One of us is Lying“ und den Jugendthrillern von Ursula Poznanski.

Veröffentlicht am 29.07.2019

Emotionales und tiefgründiges Jugendbuch, dass auch für Erwachsene eine tolle Lektüre ist!

Nachtschwärmer
0

Nachtschwärmer ist der 2. Jugendroman von Moira Frank und im cbj-Verlag erschienen.

Das Buch beginnt bereits sehr traurig. Helena, die ihren Halbbruder Lukas erst vor wenigen Wochen durch Facebook kennengelernt ...

Nachtschwärmer ist der 2. Jugendroman von Moira Frank und im cbj-Verlag erschienen.

Das Buch beginnt bereits sehr traurig. Helena, die ihren Halbbruder Lukas erst vor wenigen Wochen durch Facebook kennengelernt hat erfährt, dass dieser bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Und nicht nur das. Sein Vater verbietet ihr jemals Kontakt zu der Familie aufzunehmen. Für Helena bricht dadurch eine Welt zusammen. Zwar kannte sie ihren Bruder nur einige Wochen, doch durch die langen Telefonate und vielen Nachrichten, hatte sie bereits eine große Bindung zu ihm aufgebaut und wollte ihn eigentlich im Sommer besuchen kommen.

Helena versucht immer möglichst unauffällig und „normal“ zu sein. Sie will nichts Besonderes sein, nur weil ihre Mutter sie verlassen hat und sie durch einen Gendefekt nur neun Finger hat. Als ihre Ärztin ihr nach einem Ohnmachtsanfall zu Erholung rät, entscheidet sie, mit ihrem Freund Ole in der Uckermark campen zu gehen. Dieser weiß jedoch nichts von Lukas und dementsprechend auch nichts davon, dass der Campingplatz in dessen Heimat liegt. In der Uckermark angekommen, lernt sie schnell die Freunde von Lukas kennen, beginnt aber auch an ihrer Beziehung zu Ole zu zweifeln.

Der Schreibstil des Buches war total flüssig, auch wenn die Geschichte nur langsam und leicht vor sich hinplätscherte. Ich konnte mich dabei aber wirklich gut in die beschriebene Atmosphäre der Uckermark hineinversetzen und jeder Charakter stach auf irgendeine Art und Weise hervor. Das Buch hat mich vom Lesegefühl stark an Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ erinnert. Die trostlose Atmosphäre, die leicht seltsamen Charaktere mit ihren speziellen Persönlichkeiten und auch das Gefühl von Freiheit und Reise waren auch hier vorhanden. In einigen Szenen hat mich die Art und Weise, wie die Jugendlichen reden etwas gestört, trotzdem hat der Sprachstil gut gepasst und die Personen wirkten authentisch umgesetzt.

Insbesondere der LGBTQ+-Aspekt an diesem Buch hat mir total gut gefallen, darüber möchte ich aber in der Rezension nicht allzu viel verraten, außer, dass mir die Herangehensweise an die Liebe besonders gut gefallen hat. Während sich die Protagonisten in vielen Geschichten auf den ersten Blick verlieben, handelte es sich hier um ein sehr langsames Herantasten an den anderen, bei dem sich die Gefühle Schritt für Schritt entwickelt haben. Dadurch wirkte die Liebesgeschichte wirklich glaubhaft und war auch in Hinblick auf die Trauer, die die Protagonisten zu verarbeiten haben angemessen.

Das Buch behandelt Themen, wie Freundschaft, Familie, Verlust, Trauer, Liebe, Selbstfindung und das Erwachsenwerden. Beim Lesen habe ich eine richtige emotionale Achterbahn erlebt, habe mit Helena mitgelitten und konnte das Buch gar nicht mehr zur Seite legen.

„Nachtschwärmer“ ist ein wundervolles, tiefgründiges Jugendbuch, dass definitiv auch für Erwachsene geeignet ist und mich wohl noch einige Zeit in meinen Gedanken verfolgen wird. Es bekommt von mir 4.5 Sterne, denn am Ende hätte ich mir noch einen kleinen Epilog gewünscht. Ich kann es aber trotzdem einfach nur weiterempfehlen!

Veröffentlicht am 08.04.2026

Interaktives Sachwissen!

Erforsche die Planeten
0

Wurde bei euch zuhause durch die Artemis-Mondmission das Weltraumfieber geweckt oder war vorher schon vorhanden? Dann könnte dieses Planeten-Leporello genau das richtige für euch sein!

Es lässt sich ...

Wurde bei euch zuhause durch die Artemis-Mondmission das Weltraumfieber geweckt oder war vorher schon vorhanden? Dann könnte dieses Planeten-Leporello genau das richtige für euch sein!

Es lässt sich knapp 2 Meter weit aufklappen und zeigt die Planeten unseres Sonnensystems. Durch die Möglichkeit das Sonnensystem so interaktiv darzustellen ist es ein Spaß für die ganze Familie! Durch Klappen erfahren wir noch einige Bonusinformationen und auch Asteroidengürtel und Kuipergürtel (mit seinen Zwergplaneten) wurden hier berücksichtigt.

Auf der Rückseite erfahren wir dann ausführlicher alles darüber, was den jeweiligen Planeten ausmacht. Ein kleiner Steckbrief gibt uns die wichtigsten Fakten, im Fließtext erfahren wir dann mehr über Aussehen, Ringe, Monde und besondere Naturerscheinungen.

Durch das Format ist die Fülle an Informationen, die wir hier zu den verschiedenen Planeten erhalten natürlich begrenzt, das Leporello bietet aber einen soliden und spielerischen Überblick über ihre Position im Sonnensystem und die wichtigsten Eigenschaften, die sie ausmachen, sodass ich es als schöne Ergänzung fürs Regal empfinde, auch wenn ich die Handhabung aus Erwachsenensicht etwas anstrengend finde.

Dieses Leporello hier bietet ein interaktives Erlebnis für kleine Weltraumfans und solche, die es noch werden möchten!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2026

Ambivalente Gefühle

The strength of the few
0

Vorsicht - Diese Rezension kann Mini Spoiler zu Band 1 enthalten!

Band 1 war für mich nach langer Zeit mal wieder ein echtes Highlight! Ein Buch was mich mitgerissen, überrascht und gefesselt hat. Für ...

Vorsicht - Diese Rezension kann Mini Spoiler zu Band 1 enthalten!

Band 1 war für mich nach langer Zeit mal wieder ein echtes Highlight! Ein Buch was mich mitgerissen, überrascht und gefesselt hat. Für Band zwei waren meine Erwartungen dementsprechend hoch und wurden nur zu teilen erfüllt. Bereits der erste Band war unheimlich komplex, vieles wurde erst später oder gar nicht erklärt und das Buch hat mich mit tausend offenen Fragen und Theorien zurückgelassen, zu denen ich mir in Band 2 natürlich Klärung erhofft hatte. Stattdessen gehe ich nun noch verwirrter aus diesem Band heraus als aus dem ersten.

Das Buch ist in drei verschiedene Erzählstränge unterteilt, drei Erzählstränge, in denen neue Freundschaften geknüpft, Abenteuer erlebt und Orte entdeckt werden. War Band 1 inhaltlich schon viel ist Band 2 nun bis zum Rand voll mit neuen Beschreibungen. An sich toll, aber während es sich an einigen Stellen gezogen hat, gab es an anderen Stellen Zeitsprünge, die dazu geführt haben, das ich mich mit genau diesen neuen Figuren und Orten nicht identifizieren konnte und auch nur schwer in diese neuen Welten hineingefunden habe. Am Ende habe ich immer darauf gewartet, dass es wieder zurück zu Vis' Ausgangsperspektive nach Res geht.

Irgendwie hätte das Buch gleichzeitig 200 Seiten mehr und 200 Seiten weniger gebraucht, es bleibt wie Band 1 schon genial, beinhaltet viele Intrigen, überraschende Wendungen und ein unglaublich umfangreiches Worldbuilding, aber Charakterbildung und Pacing sind für mich irgendwie nicht ganz stimmig.

Für den Folgeband erhoffe ich mir aber so richtig viel und hoffe, dass die Reihe am Ende trotzdem zu meinen absoluten Lieblingsreihen zählen wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2026

Ein gelungenes Buch für kleine Naturentdecker*innen

Mein erstes Natur-Entdeckerbuch. Da! Eine Kuh
0

Kennt ihr schon die „Mein erstes Natur-Entdeckerbuch“-Reihe aus dem DK-Verlag? Die Reihe wird ab 1 1/2 Jahren empfohlen und stellt verschiedene Tiere vor.

„Da! Eine Kuh“ beschäftigt sich mit den bekanntesten ...

Kennt ihr schon die „Mein erstes Natur-Entdeckerbuch“-Reihe aus dem DK-Verlag? Die Reihe wird ab 1 1/2 Jahren empfohlen und stellt verschiedene Tiere vor.

„Da! Eine Kuh“ beschäftigt sich mit den bekanntesten Bauernhoftieren Kuh, Huhn, Schaf, Schwein und Pferd. Jedem Tier ist eine Doppelseite gewidmet, auf der das Tier anhand von Fragen und Suchaufträgen vorgestellt wird. So sollen die Kinder die Tiere suchen und können hinter verschiedenen Klappen noch mehr Exemplare entdecken. Auf den Klappen steht jeweils eine Frage dazu, welche Geräusche das Tier macht, wo es lebt und wie die Babys des Tieres heißen.

Inhaltlich empfinde ich das Buch als wirklich gut geeignet für Kinder ab einem Jahr. Durch den Fokus auf ein Tier pro Doppelseite ist das Buch nicht überladen, dafür werden viele ähnliche Tiere gezeigt, zum Beispiel Pferde mit verschiedenen Fellfarben -Mustern oder Größen, sodass Kinder lernen, das Tiere einer Art ganz unterschiedlich aussehen können, gleichzeitig aber viele Gemeinsamkeiten haben.

Die Klappen fördern die Feinmotorik und machen kleinen Leserinnen einfach besonders viel Spaß, für sehr kleine Kinder empfinde ich sie aber als etwas zu empfindlich, mein Sohn hat die erste Klappe innerhalb der ersten drei Sekunden zerstört, hier würde ich mir für Bücher für die Zielgruppe ab ca. einem Jahr etwas robustere Klappen wünschen, daher auch der Abzug eines Sternes.

Durch die einfachen, aber farbenfrohen Illustrationen, kleine Details (Regenwurm, Marienkäfer) auf jeder Seite und die einfachen Texte ist es ein wunderbares Buch für kleine Naturentdecker
innen, dass durch das gemeinsame Nachahmen der Tierlaute viel Spaß macht und gleichzeitig erstes Tierwissen vermittelt ohne überladen zu sein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere