Profilbild von Forti

Forti

Lesejury Star
online

Forti ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Forti über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.09.2019

Als Stimmungsbild interessant – ansonsten: naja

Dutschki vom Lande
0

Die Aneinanderreihung von episodenhaften Szenen, die jeweils ein Kapitel umfassen, bremste für mich immer wieder die Handlung von "Dutschki" aus. Überhaupt passierte im Buch wenig handfestes – einen Spannungsbogen ...

Die Aneinanderreihung von episodenhaften Szenen, die jeweils ein Kapitel umfassen, bremste für mich immer wieder die Handlung von "Dutschki" aus. Überhaupt passierte im Buch wenig handfestes – einen Spannungsbogen oder eine überraschende Entwicklung gab es nicht. Stattdessen scheint der Autor Michael Bauer einfach seine Erinnerungen an ein Semester an der Uni Mainz zu rekapitulieren, ohne das ganze 'Autobiographie' nennen zu wollen. Das ergibt für mich ein Stimmungsbild aus dem spannenden Jahr 1968, was durchaus interessant ist, auch wenn es manchmal etwas tiefergehender hätte beschrieben werden können.

Als Stimmungsbild interessant – ansonsten weder Roman noch Autobiographie, sondern irgendetwas halbgares dazwischen. Insgesamt so wie man sich die Studentenrevolte in der 'Provinz' vorstellt: eher träge.

Veröffentlicht am 05.07.2019

Kommt nicht an den Vorgänger ran

Die Unvollkommenen
3

"Die Unvollkommenen" ist die Fortsetzung von "Die Optimierer". Man kann das Buch zur Not auch ohne Vorwissen lesen, allerdings würde ich doch empfehlen, "Die Optimierer" zuerst zu lesen. Überhaupt ist ...

"Die Unvollkommenen" ist die Fortsetzung von "Die Optimierer". Man kann das Buch zur Not auch ohne Vorwissen lesen, allerdings würde ich doch empfehlen, "Die Optimierer" zuerst zu lesen. Überhaupt ist der erste Band in meinen Augen der weitaus bessere und spannendere – ein Grund mehr, ihn (zuerst) zu lesen!

"Die Unvollkommenen" ist über weite Strecken zäh, die dystopische Geschichte nimmt nicht an Fahrt oder Spannung auf. Oft driftet es ins philosophische ab, was ich vorher nicht erwartet hätte und was mir hier auch nicht zusagte. Insgesamt war mir das zu langatmig, zu gedankenlastig.

Das ist schade, denn der Ansatz von Theresa Hannig ist überaus interessant: künstliche Intelligenz und die Abhängigkeit der Menschen von Technologie sind aktuelle, spannende Themen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Idee
  • Geschichte
  • Figuren
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 29.12.2018

Mittelmäßig

All die schönen Tage
0

Julia Kaufhold hat als Lektorin Erfahrung mit dem literarischen Geschäft - dennoch ist ihr Debüt "All die schönen Tage" ein eher mittelmäßiger Frauen-Roman geworden. Die Beschreibung des Buches durch den ...

Julia Kaufhold hat als Lektorin Erfahrung mit dem literarischen Geschäft - dennoch ist ihr Debüt "All die schönen Tage" ein eher mittelmäßiger Frauen-Roman geworden. Die Beschreibung des Buches durch den Verlag macht durchaus neugierig, das Cover ist gelungen, der Schöne-Tage-Kasten eine nette Idee. Leider spielt letzter im Roman kaum eine Rolle. Überhaupt ist die Handlung eher zäh und lang gezogen - es passiert nicht allzu viel auf den 425 Seiten, erst recht nichts wirklich überraschendes oder spannendes. So dümpelt die Handlung rund um die farblos bleibende Ärztin Stella vor sich hin, bis es dann erwartbar endet. Am spannensten im ganzen Buch war der Nebenschauplatz des portugiesischen Cafés mit seinen sympathischen Betreibern.
Schade - Potenzial ist bei der Autorin vorhanden, aber die Umsetzung ist noch stark ausbaufähig.

Veröffentlicht am 12.08.2025

Leider nicht meins

Juli, August, September
0

Ich hatte mir bei der Ankündigung von Olga Grjasnowas "Juli, August, September" eine sehr viel abgefahrenere Geschichte erwartet, als das Buch sie mir dann geliefert hat. Um was ging es eigentlich in dem ...

Ich hatte mir bei der Ankündigung von Olga Grjasnowas "Juli, August, September" eine sehr viel abgefahrenere Geschichte erwartet, als das Buch sie mir dann geliefert hat. Um was ging es eigentlich in dem Buch? Es lässt sich zusammenfassen mit: eine mit ihrem Leben und ihrer Ehe unzufriedene Frau fährt mit der Tochter zu einem Familientreffen auf Gran Canaria. Und dann? Dann dümpelt die Geschichte in meinen Augen einfach vor sich hin. Die unterschiedlichen Familienerinnerungen der alten Damen klangen auch vielversprechender als dass sie sich dann tatsächlich lasen. Das ist vermutlich alles sehr realististisch, denn im echten Leben würde so eine Geschichte vermutlich auch eher langweilig und ohne Auflösung ablaufen, aber dramaturgisch hätte ich mir etwas anderes gewünscht.
Leider war das Buch für mich weder abgefahren, noch stellte sich sommerlich-leichte Stimmung ein, noch wuchsen mir die Protagonistinnen ans Herz, noch konnte ich eine tiefere Aussage hinter dem Text erkennen.
Ich konnte nicht viel mit "Juli, August, September" anfangen, aber gut, dass es anderen Leser
innen offenbar anders ging.

Veröffentlicht am 07.03.2023

Nicht überzeugend

Frankie
0

Michael Köhlmeier erzählt die Geschichte des 14-jährigen Franks und seines Großvaters. Der Großvater kommt frisch aus dem Gefängnis, soll wohl geheimnisvoll bis unheimlich sein, was auf mich aber nicht ...

Michael Köhlmeier erzählt die Geschichte des 14-jährigen Franks und seines Großvaters. Der Großvater kommt frisch aus dem Gefängnis, soll wohl geheimnisvoll bis unheimlich sein, was auf mich aber nicht wirklich wirkte. Frank, im besten Teenageralter, benimmt sich erwachsener (schon fast boomermäßig) als die Erwachsenen. Nachdem ich schon Probleme hatte, den Großvater ernst zu nehmen, fiel es mir bei Frank durch dieses Verhalten noch schwerer. Zwei so ungewöhnliche Figuren könnten auch eine tolle Geschichte ergeben - leider haben sie mich aber nur gelangweilt. Schade.
Für mich keine Coming-of-Age- und auch keine Familiengeschichte. Die Handlung ist überschaubar und dadurch, dass das Buch mich auch nicht anderweitig gefesselt hat, zieht es sich insgesamt leider ziemlich. Sprachlich sehr österreichisch, für mich etwas ungewohnt, aber doch gut lesbar.
Insgesamt konnte das Buch mich nicht abholen - ich hoffe andere Leser*innen können mehr aus der Lektüre ziehen, aber ich persönlich würde es nicht weiter empfehlen.