Profilbild von GrueneRonja

GrueneRonja

Lesejury Star
offline

GrueneRonja ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit GrueneRonja über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2020

der perfekte Mord

(m)achtlos
0

Wie sieht der perfekte Mord aus? Wenn die Leiche keine Kampfspuren aufweist und in der Umgebung keine Fingerabdrücke oder sonstige verräterische DNA-Spuren zu finden sind. In einem Reinraum eines Arzneimittellabors ...

Wie sieht der perfekte Mord aus? Wenn die Leiche keine Kampfspuren aufweist und in der Umgebung keine Fingerabdrücke oder sonstige verräterische DNA-Spuren zu finden sind. In einem Reinraum eines Arzneimittellabors gibt es keine menschlichen Spuren, da alle Personen, die dieses Labor betreten, Ganzkörperanzüge, Masken, Haarnetze und Handschuhe tragen. So steht Kommissar Lohen mit seiner Kollegin Falke vor einem fast unlösbaren Rätsel.

Die Autorin schafft es, die Spannung durchweg zu halten. Es werden immer wieder kleine Szenen ohne scheinbaren Zusammenhang in die Geschichte eingeflochten, die die Vermutungen, wer der Mörder sein könnte, in eine bestimme Bahn lenken. Doch im Verlauf der Ermittlungen treten neue Beweise auf, die diese Vermutungen gegenstandslos werden lassen. Jeder Verdächtige, jeder Mitarbeiter, jede außenstehende Person findet in den Ermittlungen ihren Platz und im Epilog wird der gesamte Fall befriedigend aufgeklärt. Es bleiben keine offenen Fragen, jeder Zusammenhang wird erklärt und der Täter entlarvt. Doch die Auflösung ist nicht, was man erwartet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.03.2020

bezaubernd, magisch, ein Traum

Das Nebelmädchen von Mirrors End
0


„Sie mochte keine Räume ohne Bücher. Sie fand, das machte Räume traurig.“ (S. 15)

Die letzte Seite dieser Novelle ließ mich sprachlos zurück. Das Nebelmädchen von Mirror Ends hat mich in den Bann gezogen ...


„Sie mochte keine Räume ohne Bücher. Sie fand, das machte Räume traurig.“ (S. 15)

Die letzte Seite dieser Novelle ließ mich sprachlos zurück. Das Nebelmädchen von Mirror Ends hat mich in den Bann gezogen und nicht mehr los gelassen. Doch bereits der Prolog ist düster und voller Bilder. Alles dazwischen wirkt wie ein Traum, aus dem man aufwachen und doch verweilen möchte.
Die Autorin schafft eine Welt, die bildgewaltiger kaum sein kann. Das Haus Mirror Ends hat nicht nur eine Geschichte, sondern auch ein eigenes Leben, einen Herzschlag und ein Lied.

Eliza Willows scheint entrückt. Sie nimmt die Realität anders wahr, weswegen sie das Nebelmädchen sehen kann. Dieses weint die Sterne vom Himmel, ist schwermütig und hoffnungslos. Eliza ist ihre einzige Hoffnung. Zusammen bemühen sie sich, die verlorenen Träume zu finden und das Nebelmädchen von ihrem Fluch zu befreien, bevor die Nacht komplett „finsterdunkel“ (S. 9) wird.

Das Nebelmädchen von Mirror Ends liest sich wie ein Traum, voller bunter Bilder und dunkler Lieder. Die Geschichte ist verzaubert, bezaubernd, magisch. Sie führt den Leser auf den Friedhof der Spiegel und den Trödelmarkt der Träume. Man lernt das Weiblein aus Papier kennen und den Preis von Träumen und Versprechen. Mit diesem Buch zahlt man diesen gerne. Es ist ein Traum, düster und voller Hoffnung.

„Aber das war vor dem Speicher gewesen, vor dem Trödelmarkt der Träume und den verlorenen Erinnerungen; vor dem Wissen um den Schmied, der Träume fing und in kleine Käfige aus Stahl, Magie und Glas sperrte und vor all den anderen Dingen – wie dem alten Weiblein aus Paier, an deren Existenz sie nie zuvor geglaubt hätte. Vor allem aber vor dem Nebelmädchen mit den goldgrünen und silberblauen Augen aus Meeresleuchten und Himmelssehnsucht.“ (S. 9)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2020

Phantastisch

KRYONIUM
0

Es ist schwer die Begeisterung in Worte zu fassen, ohne das Gesamtwerk zu verraten. Denn die Komplexität dieses Buches wird mit jeder gelesenen Seite deutlicher. Die Zusammenhänge des Erlebten, zwischen ...

Es ist schwer die Begeisterung in Worte zu fassen, ohne das Gesamtwerk zu verraten. Denn die Komplexität dieses Buches wird mit jeder gelesenen Seite deutlicher. Die Zusammenhänge des Erlebten, zwischen Schein und Sein, sind überraschend.

„Es war der heimliche Gedanke an eine Flucht, über den ich immerwährend nachdachte; die Flucht von diesem mir unbekannten Ort.“ (S. 9, erster Satz)

Das Buch ist in drei Teile untergliedert. In „Amnesie“ erforscht der Ich-Erzähler das Märchenschloss und seine Grenzen. Er hat keine Erinnerungen, wirkt alters- und geschlechtslos und hat nur einen Gedanken: Flucht. Nicht nur das Ungeheuer im See vereitelt jede Flucht, auch der anschließende Wald mit seinen magischen Geschöpfen, der Hexe und ihrem Drachen, ist gefährlich.
In „Monotonie“ entpuppt sich das Märchenschloss als eine Psychiatrie. Der Erzähler kann seine Erfahrungen im Märchenschloss mit Vorfällen in der Psychiatrie verknüpfen, doch der Fluchtgedanke bleibt.
Der dritte Teil heißt „1, 10, 11, 100, 101, 110, 111, 1000, 1001“, dessen Bedeutung sich im Laufe des Buches erschließt. Der Ich-Erzähler ist mathematisch sehr begabt, sodass es immer wieder Anspielungen auf Formeln und mathematische Zusammenhänge gibt.

„Gewidmet ist dieses Buch Archimedes von Syrakus. Der Roman ist von seiner Formel zur Berechnung eines Kugelvolumens (4/3 ·π·r²) inspiriert, welche die Erzählstränge dieser Geschichte zusammenhält.“ (Widmung des Buches)

Es gibt viele Situationen, in denen die jeweilige Welt weniger real wirkt. Ein Hinweis ist die Zeitangaben, sowohl im Schloss, als auch in der Psychiatrie. Die Zeit wird durchweg mit gleichen Ziffern angegeben: der Wecker klingelt um 08:08 Uhr, abgeholt wird der Erzähler um 10:10 und bleibt bis 14:14 in der Licht-/Bastelwerkstatt. Von 17:17 bis 18:18 darf der Ich-Erzähler im Park der Psychiatrie spazieren gehen.
Worauf dieses Buch hinaus will und wie der Ich-Erzähler an sein Ziel gelangt, ist phantastisch. Viele Anspielungen und Begebenheiten werden aufgeklärt, die Gesamtsituation wird erklärt und die Identität des Ich-Erzählers offenbart. Es gibt einige Gegebenheiten, die der Gesellschaft den Spiegel vorhält, ohne den mahnenden Finger zu erheben. Das Schicksal der Wegbegleiter bleibt nicht ungewiss, es gibt am Ende keine offenen Fragen und keine ungeklärten Situationen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.09.2019

Fantastische Reihe, jedem zu empfehlen

Die Gaben der Quelle Teil 5
0

„Sie [die Quelle] hatte sich für Salis entschieden, den treuesten und ehrlichsten Menschen, den Jean kannte. Er hatte miterlebt, wie aus einem unsicheren Assistenten des Kanzlers ein souveräner Oberbefehlshaber ...

„Sie [die Quelle] hatte sich für Salis entschieden, den treuesten und ehrlichsten Menschen, den Jean kannte. Er hatte miterlebt, wie aus einem unsicheren Assistenten des Kanzlers ein souveräner Oberbefehlshaber der Armee wurde. Jetzt musste Salis nur noch begreifen, dass er als König den strengen Regeln des Protokolls unterlag. Ab dem heutigen Tag war er unberührbar.“ (S.15)

Salis wurde von der Quelle zum König gewählt. Aila und Jean haben damit gerechnet, doch für Altkönig Darius war es ein Schock. Er ist unschlüssig, was er mit seiner neuen Freiheit anfangen soll und findet sich in einer Kneipe in einer heruntergekommenen Gegend wieder. Dort lernt er ein bemerkenswertes Mädchen kennen, die um ihr Überleben in Kandarall kämpft.
Für Salis ist die ganze Situation ebenfalls gewöhnungsbedürftig. Doch dankt der Hilfe seiner Freunde und Familie findet er sich schnell in der Rolle des Königs zurecht.

„Sie nennen Euch den Gerechten, […]. Und Salis, der Retter habe ich jetzt auch schon ein paarmal gehört.“ (S.45)

Die Kretarianer wagen einen ersten Vorstoß und greifen mit einem Virus an. Dieser Virus vermehrt sich rasend schnell im Trinkwasser und zerstört die DNA der Menschen. Salis ruft die besten Wissenschaftler zusammen, die sich nur um die Erforschung eines Gegenmittels kümmern.

„Die Bunsa wurde aufgelöst. Es gibt keinen Maulkorb mehr für die Wissenschaft. Ich muss mir keine dummen Erklärungen ausdenken, um die Behörde zufieden zu stellen, und mich weiterhin in ihrem beschränkten Weltbild aufhlaten. […] Die haben uns unterdrückt und jede vernünftige wissenschaftliche Arbeit im Keim erstickt, nur um ihr künstliches Weltbild aufrechtzuerhalten.“ (S.52)

Jean und Aileiya sind seit der Krönung von Salis wieder ein Paar, doch ihre Streitereien gehen weiter. Aila redet Jean ins Gewissen, Aileiya die ganze Wahrheit zu erzählen. Sie hofft, dass die beiden dadurch endlich wieder zueinander finden. Doch Jean kann schwer über seinen eigenen Schatten springen und der Frau, die er liebt, seine wahre Identität preis geben.

Mit jedem Tag kommen die Kretarianer näher und mit jedem Tag verbreitet sich das Virus mehr. Salis bemüht sich, alle Soldaten aus den Hallen der Lebenden zu wecken, sucht aber auch im gesamten Quadranten nach Verbündeten. Wie es weiter geht und ob die Quelle alles in ihrer Macht stehende getan hat, um diesen Krieg zu gewinnen, wird der letzte Teil der Gaben der Quelle zeigen.

Kaum hat sich Salis an seine Rolle als Dragor gewöhnt, steht er dem nächsten Problem gegenüber. Zum Glück kennt er das Protokoll schon seit Band 2 der Gaben der Quelle in- und auswendig, sodass er genau weiß, wann er es außer Kraft setzen kann und wann nicht. Als König kann er sich nicht mehr nur um die Soldaten kümmern, sondern muss sich auch mit der Politik und seinem Onkel, dem Kanzler, auseinander setzten. Doch durch seine langjährigen Erfahrungen aus dem Kanzleramt und mit der Unterstützung von Jean, Aila und Aileiya, meistert er auch diese Hürde und findet Verbündete im ganzen Quadranten.
Auffallend an diesem Buch ist, wie umgänglich Altkönig Darius geworden ist. Ist er in Band 4 noch „der Grausame“, bemüht er sich in diesem Teil hilfreich zu sein und Salis zu unterstützen. Er wirkt fast schon menschlich.
Jetzt fehlen nur noch die Kretarianer, denn die Drei Planeten sind gerüstet für alles, was kommt. Hoffentlich.

Veröffentlicht am 10.09.2019

Das musst du gelesen haben

Die Gaben der Quelle Teil 4
0

„Schickte die Quelle eine Murta, dann stand auch ein gigantischer Kampf bevor – ein Krieg, der viele von ihnen in den Tod reißen würde. Eine Murta war Hoffnung und Warnung zugleich – eine Mahnung, dass ...

„Schickte die Quelle eine Murta, dann stand auch ein gigantischer Kampf bevor – ein Krieg, der viele von ihnen in den Tod reißen würde. Eine Murta war Hoffnung und Warnung zugleich – eine Mahnung, dass alles auf dem Spiel stand, für das sie je gekämpft hatten.“ (S. 263)

Die Quelle ist geöffnet und die Machtspielchen zwischen Kanzler Brackal und der Königin erreichen ihren Höhepunkt. Der geheimnisvolle Turmwächter, der über die Königin und den Kanzler einen Gedankenbann gelegt hat, möchte unter allen Umständen verhindern, dass die Hallen der Lebenden, in denen urzeitliche Soldaten auf ihre Erweckung warten, geöffnet werden. So setzt Kanzler Brackal die Königin unter Hausarrest, doch sie weiß sich zu wehren.

„Sie macht nicht, was ich befürchte?“ fragte Salis den Höchsten der Erhabenen über eine planetenweite Entfernung. […]
„Doch, genau das hat sie vor“, antwortete Jean ohne Verzögerung.
„Hier und jetzt?“ […]
„Ich fürchte ja“, antwortete Jean. „Wenn ich nicht schon über beide Ohren in sie verknallt wäre, spätestens jetzt wäre es um mich geschehen! Was für ein Auftritt!“
„Ich bin nicht darauf vorbereitet.“
„Ich habe dich seit Jahren darauf vorbereitet!“ (S. 179)

Königin Aileiya stürmt das Hauptquartier in Kandarall und erklärt den Kriegszustand auf den Drei Planeten. Somit übergibt sie dem Dragor die Befehlsgewalt und nimmt Kanzler Brackal das letzte Fünkchen Macht, das er noch meinte besessen zu haben.

„Der von der Quelle erwählte Dragor ist kein unbedarfter Laie, sondern ein Mitglied Ihres Stabes hier in Kandarall.“ (S.181)

Für Salis beginnt eine schwere Zeit als Dragor. Zum einen muss er dem Hauptquartier deutlich machen, dass die Gefahr aus dem All real ist, andererseits möchte er die Hallen der Lebenden so schnell es möglich ist öffnen, damit die Drei Planeten für den Krieg gerüstet sind. Er wird dabei von seinen Freunden aus dem Kanzleramt und seiner Familie unterstützt, sodass die Halle unter dem Hochschloss schnell geöffnet werden kann. Leider liegt in dieser Halle auch der letzte von der Quelle erwählte König, Darius der Grausame. Da dieser auf sein Königsrecht besteht, werden Neuwahlen angesetzt und alle befürchten, dass die Quelle Darius wieder zum König wählen wird. Vor allem Jean hegt einen Groll gegen Darius und hofft sehr, dass die Quelle jemand anderen wählt.

Die erweckten Soldaten kennen Jean: da er fast 5000 Jahre alt ist, hat er mit ihnen an der Seite in einigen Kriegen gekämpft. So bleibt sein Familienname kein Geheimnis mehr.

„Der Usdahle war der härteste und brutalste Kämpfer, den ich je erlebt habe. […] Dieser Mann bewies in vielen Kriegen mehr Mut als Verstand.“ (S.244)

Prinzessin Aila, Königin Aileiyas kleine Schwester und Salis Partnerin, ist eine starke Murta. Sie entwickelt immer mehr Fähigkeiten, die den Erhabenen Aghi und Jean in Staunen und Angst versetzen. Auch Salis machen sie Angst, denn die Murtas der Vergangenheit haben selten ihren Verstand behalten und er liebt seine Kleine so sehr, dass er den Gedanken, sie zu verlieren, nicht ertragen kann.

Der Krieg rückt immer näher. Mit der Öffnung der Hallen der Lebenden wird die Gefahr aus dem All auch für die Bevölkerung der Drei Planeten greifbar. Es wird für den Krieg gerüstet. Die Bedeutung der Königswahl rückt in den Hintergrund, ist aber unausweichlich. Wen wird die Quelle wählen?

In diesem Teil der Reihe ist Salis zum ersten Mal der Dragor. Er muss sich nicht nur im Hauptquartier als würdiger Führer des Militärs beweisen, sondern auch vor den Soldaten aus den Hallen der Lebenden bestehen. Dabei ist faszinierend, wie leicht ihm alles fällt. Wenn man sich an den Assistenen des Kanzlers aus Band 1 erinnert, erkennt man Salis kaum wieder. Es ist schön seine Entwicklung mitzuerleben und zu sehen, dass er trotzdem noch der Salis mit all seinen Zweifeln vom Anfang ist. Er ist ein bewundernswerter Charakter, weil er immer sein bestes gibt und an sich selbst die höchsten Ansprüche hat. Neben Salis rückt Jean gewaltig in den Schatten, was als Turmwächter unmöglich scheint.