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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2019

Das doppelte Lottchen trifft auf Magie!

Magie hoch zwei – Die fiesen Omas
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Eine vielversprechende Buchreihe, die das Motiv des doppelten Lottchens mit dem Thema der Magie verbindet und somit für Spannung & Spaß sorgt.

Wer den ersten Teil der Reihe noch nicht kennt, der sollte ...

Eine vielversprechende Buchreihe, die das Motiv des doppelten Lottchens mit dem Thema der Magie verbindet und somit für Spannung & Spaß sorgt.

Wer den ersten Teil der Reihe noch nicht kennt, der sollte diesen Absatz vielleicht überspringen, da eine Inhaltsangabe zwangsläufig ein paar Geheimnisse des ersten Bandes lüftet. Als Achtung Spoiler:
Elli und Idi haben das Geheimnis um ihre magischen Kräfte gelüftet. Sie sind Zwillinge und in den Sommerferien ziehen Idi und ihr Vater tatsächlich nach Berlin. Während all des Trubels tauchen auch noch die Großmutter und ihre Zwillingsschwester auf, die wie Elli und Idi sowie Matea und Eva auch Hexen sind. Doch diese beiden nutzen ihre magischen Kräfte ungeniert zu ihrem Vorteil, was zwischen Elli und Idi zu einigen Missverständnissen führt.

Der zweite Band der Reihe war nicht ganz so mitreißend, wie der erste. Diesmal liegt der Fokus auf den Gefühlen von Elli. So wird das Innenleben des jungen Mädchens mit all ihren Sorgen und Bedenken beleuchtet. Gegen Ende nimmt die Geschichte aber wieder ordentlich Fahrt auf und macht nun richtig neugierig auf den dritten Band, den wir uns definitiv nicht entgehen lassen werden.

Veröffentlicht am 04.08.2019

Eine Auszeit, die das Leben verändert.

Show me the stars
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In letzter Zeit entdecke ich Hörbücher ganz neu für mich. Früher habe ich immer eher lesen wollen, jetzt als Mutter zweier Kinder merke ich, dass sich ein Hörbuch doch ganz gut in den turbulenten Alltag ...

In letzter Zeit entdecke ich Hörbücher ganz neu für mich. Früher habe ich immer eher lesen wollen, jetzt als Mutter zweier Kinder merke ich, dass sich ein Hörbuch doch ganz gut in den turbulenten Alltag integrieren lässt. "Show me the stars" von Kira Mohn bietet unterhaltsame Stunden mit einer ans Herz gehenden Geschichte über den Ausstieg aus dem Alltag.

Die Autorin:
Kira Mohn hat vielseitige Talente. Sie gründete eine Musikfachzeitschrift, veröffentlichte Bücher unter dem Namen Kira Minttu vier Bücher (Me without words werde ich euch kommende Woche vorstellen) in dem Verlag ink rebels, deren Mitbegründerin sie ist. Inwzischen lebt sie mit ihrer Familie in München.

Inhalt:
Die 22-jährige Liv nimmt sich eine Auszeit von ihrem Alltag, nachdem in ihrem Job als Journalistin ein wichtiges Interview geplatzt ist und sie sich fragt, wieso sie eigentlich nicht längst mehr Erfolg verbuchen konnte. Sie zieht für ein halbes Jahr auf eine einsame, irische Insel und hütet den Leuchtturm „Matthew“. Dort versorgt sie der unnahbare Ire Keir mit Lebensmitteln und hilft ihr aus der ein oder anderen Patsche. Schnell entwickelt sie Gefühle für ihn, doch er hat seine eigene schwere Vergangenheit zu bewältigen.

Kritik und Fazit:
Eigentlich stehen Titel und Coverbild in totalem Kontrast zueinander. Da sieht man das tobende Wasser bzw. Meer auf dem Cover, und der Titel handelt von den Sternen. Aber das machte das Ganze erst richtig interessant für mich. Nun, nachdem ich das Buch gelesen habe, passt das Cover an sich sehr gut, denn es beschreibt nicht nur die wilde Natur um den Leuchtturm herum, sondern auch die stürmischen Gefühle der Protagonisten.
Der Titel an sich, passt meiner Meinung nach nur im weitesten Sinne zur Geschichte. Es gibt eine kurze Passage, die den Titel rechtfertigt, aber die Sterne kommen ansonsten eigentlich kein einziges Mal mehr so richtig vor. Da hätte ich mir einen passenderen Titel gewünscht.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir recht leicht. Ich konnte Liv sehr gut verstehen und finde es unheimlich mutig, dass sie in ihrem jungen Alter tatsächlich diesen einsamen Weg einschlägt.
Die Erzählstimme ist mir persönlich zu Beginn noch etwas zu seicht gewesen. Sie hätte etwas spritziger sein können, um die Emotionen, die in Liv vor sich gehen, besser zu transportieren. Das entwickelte sich aber im Laufe der Erzählung etwas. Ansonsten ist Marie-Isabel Walkes Stimme sehr angenehm, und ich konnte ihr gut folgen.

Kira Mohn gelingt es vor allem, das Setting durch Livs Sicht der Dinge atemberaubend zu beschreiben. Es ist als wäre man selbst auf der Insel und stünde in dem tobenden Sturm oder an der Klippe und schaut den schäumenden Wassermassen zu. Die Natur beschreibst sie durch Livs Augen schon fast poetisch und Livs innere Konflikte sind witzig und authentisch. Das ist mir ganz besonders im Gedächtnis geblieben.

Die Protagonisten haben mir alle sehr gut gefallen. Liv war mir sofort sympathisch. Keir bleibt zunächst noch etwas blass, entwickelt sich im Lauf der Geschichte aber zu einem sehr interessanten Mann, der schon einiges in seinem Leben verarbeiten musste. Er ist unheimlich aufmerksam und hilfsbereit und ist Liv eine große Stütze auf ihrem kleinen Abenteuer als Haussitterin.
Die Geschichten von Liv, Keir und dem Leuchtturmbesitzer haben mich mehrfach zu Tränen gerührt.
Die Auflösung der Probleme zwischen Liv und Keir zum Ende der Geschichte war sehr ergreifend, obwohl sie ohne viele Worte ablief. Das hat mir wirklich gut gefallen, denn alles andere hätte der Authentizität des Buches geschadet.

Mir hat "Show me the stars" gut gefallen. Ich wollte einfach nicht aufhören, der Geschichte zu lauschen.
Nun bin ich gespannt, wie es in den nächsten beiden Teilen der Reihe mit den bisherigen Nebencharakteren weiter gehen wird.

Veröffentlicht am 17.07.2019

Keine Angst vor Fremden!

Der Wald der außergewöhnlichen Tiere
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Ich hatte das Buch bereits auf der Leiptziger Buchmesse in den Fingern gehabt und dann Glück bei der Verlosung auf Lovely Books. Die Bewohner des Waldmeister-Forstes treffen auf eine Gruppe exotischer ...

Ich hatte das Buch bereits auf der Leiptziger Buchmesse in den Fingern gehabt und dann Glück bei der Verlosung auf Lovely Books. Die Bewohner des Waldmeister-Forstes treffen auf eine Gruppe exotischer Tiere. Sie haben gegenseitige Vorbehalte und so sind die ersten Konflikte vorprogrammiert. Doch muss man den Wald nun wirklich aufteilen, oder kann man einfach in Eintracht miteinander Leben? "Der Wald der außergewöhnlichen Tiere" ist ein tolles Kinderbuch über Akzeptanz, Miteinander und Zusammenhalt.

Die Autorinnen:
Hinter dem Pseudonym Ally Bennett stecken zwei Bestseller-Autorinnen. Antje Szillat und Barbara Rose wurden mehrfach ausgezeichnet. "Der Wald der außergewöhnlichen Tiere" ist ihr erstes gemeinsam veröffentlichtes Buch.

Inhalt:
Brrrrrumms … mit einem lauten Krachen bleibt der 12-Uhr Zug plötzlich auf freier Strecke stehen. Die Waldtiere, die das beobachten, kommen aus dem Staunen nicht heraus. Denn aus dem Zug springen ein Zebra, ein Büffel und ein Känguru! Eilig rasen sie davon, geradewegs Richtung Wald. Aber da sind sich die Waldbewohner einig: ein arrogantes Streifenpony, eine Kuh mit riesigen Hörnern und ein hüpfendes Red, die ihnen die besten Blätter wegfuttern, brauchen sie hier nicht. Doch dann gerät ein Junges in Gefahr und den heimischen und exotischen Tieren wird klar, dass sie es nur retten können, wenn alle an einem Strang ziehen…“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Das Cover sprach mich ja bereits auf der Leipziger Buchmesse an. Ich mag besonders die kräftigen und natürlichen Farben sowie die realistische Darstellung der Tiere, gepaart mit den tollen Gesichtsausdrücken eines jeden einzelnen.

Die Illustrationen sind sehr gut gelungen. Bereits im Vorsatz des Buches werden alle Tiere gezeichnet vorgestellt und man kann so immer schnell mal nachschlagen, wenn man sich nicht sicher ist, wer gerade agiert. Auf den Seiten tauchen immer wieder verschiedenen Fußabdrücke auf, das ist eine tolle und lehrreiche Idee.
Die Tiere sind naturgetreu dargestellt, die Gesichter geben dabei die Emotionen sehr genau wieder. Der heitere Charakter der Geschichte wird auch durch die Illustrationen wunderbar vermittelt.

Die Vielfalt der Charaktere hat mich begeistert und spricht somit auch die aktuelle Thematik der Flüchtlinge an. Nicht nur die Tiere im Wald haben Vorurteile oder Vorbehalte den Fremden gegenüber, leider trifft das auch auf unsere Menschenwelt zu. Diese Geschichte kommt da gerade recht, denn sie zeigt auf, welche Gemeinsamkeiten auch völlig Fremde haben und dass es sich lohnt, auf Unbekannte einzugehen, sie kennen zu lernen. Denn sie stellen eine Bereicherung dar und keine Einschränkung. Ohne belehrend zu sein, zeigt dieses Buch wie schön es ist, multikulturell zu leben.

"Der Wald der außergewöhnlichen Tiere" spricht ein ganz aktuelles und wichtiges Thema an und zeigt Kindern dass Fremde, gar nicht so anders sind, wie wir selbst.

Veröffentlicht am 25.06.2019

Vom Engel verlassen...

Der Klang der Farben
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Jimmy Liao (geboren 1958) veröffentlichte im Alter von 40 Jahren seine ersten Werke. Zu diesem Zeitpunkt war er an Leukämie erkrankt und sein erstes Bilderbuch sollte eigentlich ein Abschiedsgeschenk für ...

Jimmy Liao (geboren 1958) veröffentlichte im Alter von 40 Jahren seine ersten Werke. Zu diesem Zeitpunkt war er an Leukämie erkrankt und sein erstes Bilderbuch sollte eigentlich ein Abschiedsgeschenk für seine Familie sein. Die schwere Krankheit hat er inzwischen bekämpft und so widmet er sich weiter seinen Bilderbüchern, die primär für Erwachsene vorgesehen sind. Seine Themen sind ernster Natur; Einsamkeit, Isolation, Abschied, Glück und Unglück bestimmen seine Werke.

Ein junges Mädchen wird des Augenlichts beraubt und wandert fortan in völliger Dunkelheit durch die U-Bahn Gänge ihrer Heimat. Doch ihre Phantasie strotzt nur so vor Farbe und Lebenslust und bringt ihr wundervolle Bilder, die nur sie allein sehen kann. So läuft sie durch ihr Leben und erlebt wundersame und farbenprächtige Abenteuer.

Auch wenn einen das Augenlicht verlässt, so bleibt die Kraft der Phantasie. Die U-Bahn verleiht der jungen Frau die verschiedensten Möglichkeiten, die Welt zu erkunden. Ein kleines Detail, welches mir gut gefiel ist der kleine weiße Hund, der sie immer begleitet, ohne dass es ihr bewusst ist. Sie ist also nicht alleine. Zu Beginn der Handlung ist davon die Rede, dass ein Engel von dem 15-jährigen Mädchen Abschied nimmt. Dennoch scheint ein Schutzengel weiter auf das Mädchen aufzupassen.
Jimmy Liao beweist auch hier wieder seine Kreativität und Phantasie und entwirft witzige Welten, wie die Unterwasserwelt oder ein Loch in einer Hecke, welches neue Möglichkeiten eröffnet.
Das Surreale trifft in den Bilder auf die Realität und biete der Protagonistin Freiheit, wo sie sonst durch ihre Blindheit eigentlich eingeschränkt sein müsste. Die Geschichte steckt voller Phantasie und Melancholie, und berührte mich als Leser ein wenig mehr, als "Der blaue Stein", aber nicht ganz so sehr, wie "Die Sternennacht".

Veröffentlicht am 27.05.2019

Geschichte lernen auf die unterhaltsame Art

Chinas Geschichte im Comic - China durch seine Geschichte verstehen - Band 1
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Nachdem ich vor einer Weile die Reihe "Der freie Vogel fliegt" von Jidi & Ageng kennengelernt habe, fand ich es sehr spannend mal ein Comic zum Thema Geschichte entdecken zu dürfen. Durch Lovelybooks hatte ...

Nachdem ich vor einer Weile die Reihe "Der freie Vogel fliegt" von Jidi & Ageng kennengelernt habe, fand ich es sehr spannend mal ein Comic zum Thema Geschichte entdecken zu dürfen. Durch Lovelybooks hatte ich die Gelegenheit, mir die ersten beiden Bände der Reihe "Chinas Geschichte im Comic – China durch seine Geschichte verstehen" näher ansehen zu können.

Der Autor:
Jing Liu ist Autor und Zeichner. Er stammt aus Peking und studierte Industriedesign und Ingenieurwesen, bevor er sich auf das Zeichnen seiner Comics verlegte. Seine Reihe "Chinas Geschichte im Comic – China durch seine Geschichte verstehen" umfasst 4 Bände, die den Zeitraum 2697 v. Chr. bis 1912 umfasst. Die wechselnden Herrschaftsverhältnisse der verschiedenen Dynastien werden szenisch dargestellt, aber auch Erfindungen wie der Buchdruck oder die Papierwährung werden aufgegriffen und näher erläutert.

Inhalt:
Der erste Band der Reihe beschäftigt sich mit der Gründung Chinas, ihren religiösen Vorstellungen und der Entwicklung einer chinesischen Kultur. Der Konfuziuanismus oder der Daoismus werden erklärt, die Dynastien der Qin- und Han vorgestellt, sowie der Prozess der Reichseinigung Chinas beschrieben.

Kritik und Fazit:
Die Kapitel sind teilweise recht knapp bemessen und können die Geschehnisse jener Zeit nicht im Detail behandeln. Spannend ist es, dass Ideologen mit Musik, Zeremonien und Etiketten einher gehen.
Viele Schaubilder verdeutlichen die Statistiken und somit auch die Entwicklung Chinas. Besonders spannend fand ich die Schriftzeichen der Orakelknochenschrift.
Die schwarz-weiß Illustrationen sind mit vielen Details versehen und müssen unheimlich zeitaufwändig sein.
Hin und wieder gab es Verständnisprobleme, die aber nicht stark ins Gewicht fallen. Etwas schade fand ich die vielen Fehler, die sich in diesen Band eingeschlichen haben.
Das Buch umfasst 320 Seiten, auf der ersten Hälfte befindet sich die deutsche Übersetzung des Comic, auf die zweite Hälfte befindet sich das Original mit den chinesischen Schriftzeichen.

Ich selbst hatte bisher noch wenig Wissen über die Geschichte Chinas ansammeln können, da es in der Schule praktisch nicht gelehrt wurde und ich darüber hinaus nicht viel damit in Kontakt gekommen bin. So war die Lektüre des ersten Teils sehr informativ und hat mir viel über die Entwicklung Chinas, sowie die chinesischen Traditionen vermitteln können.

Die Reihe "Chinas Geschichte im Comic – China durch seine Geschichte verstehen" bietet einen umfassenden Überblick über die chinesische Geschichte, ohne dabei übermäßig ins Detail zu gehen. Wer sich grob über die Entwicklung Chinas informieren möchte, dabei aber keine Lust auf langweilige und trockene Geschichtsbücher hat, dem sei diese Reihe empfohlen.
Hier und da gibt es vielleicht sprachlich ein paar Schwächen, diese werden aber durch die detailreichen Illustrationen, sowie die Darstellungen der Statistiken zum besseren Verständnis der Geschehnisse wieder wett gemacht.