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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2019

Etwas enttäuschend

Die Zeit des Lichts
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"Dieser Roman funkelt auf jeder Seite" steht auf dem Cover. Man sollte sich aber nicht von jedem Funkeln verleiten lassen. Da es schon so viele sehr gute Bewertungen gab, hatte ich eine recht hohe Erwartungshaltung ...

"Dieser Roman funkelt auf jeder Seite" steht auf dem Cover. Man sollte sich aber nicht von jedem Funkeln verleiten lassen. Da es schon so viele sehr gute Bewertungen gab, hatte ich eine recht hohe Erwartungshaltung an das Buch.

Die ersten Seiten waren auch noch sehr gut, doch dann wurde es immer zäher. Ich hatte erwartet, dass man gerade die spannenden und interessanten Jahre von Lee Miller näher betrachtet - die als Kriegsreporterin. Doch leider wurden diese nur mit wenigen Seiten abgehandelt. Als hätte die Autorin von dieser Zeit kein Material gefunden, was ich stark bezweifeln möchte. Dafür wurde sehr ausführlich die Beziehung zu Man Ray auseinander genommen und beschrieben. Mich hatten diese vielen kleinen Minidetails nicht so wirklich einfangen und begeistern können. Es wirkte oberflächlich und man wartete immer wieder auf die spannenden Momente.

Wer ein großer Fan von Man Ray und Lee Miller ist, sowie die Fotografie und die Künstlerwelt liebt, wird an diesem Buch seine Freude haben. Für Leser wie mich, die gehofft haben, dass der zweite Weltkrieg, die Erlebnisse als Kriegsreporterin und deren Auswirkungen einen größeren Part erhalten würden, könnte es etwas zäh werden und zum Teil enttäuschend, da der interessanteste Teil aus Lee Millers Leben kaum Beachtung findet.

Veröffentlicht am 06.10.2019

Gefährliches Volksfest

Geisterfahrt
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Das Thema des Thrillers, der in meinen Augen eher ein Krimi ist, ist sehr aktuell und aufgrund des Themas auch emotionsgeladen. Der Autor schreibt fast schon einen minütlichen Ablauf, wie die Polizei versucht ...

Das Thema des Thrillers, der in meinen Augen eher ein Krimi ist, ist sehr aktuell und aufgrund des Themas auch emotionsgeladen. Der Autor schreibt fast schon einen minütlichen Ablauf, wie die Polizei versucht einen Gefährder und einen damit verbundenen Terrorakt auf einem vollen Volksfest dingfest zu machen. Hinzu kommt noch ein Kind, dass in diesem ganzen Trubel verloren gegangen ist.

Es gibt mehrere Handlungsstränge und der Autor hüpft häufig zwischen diesen Handlungen hin und her. Von einer Teenagerliebe mit Drogen zu einem Obdachlosen, der das kleine Mädchen sehr mag zu den Polizisten, die teilweise hektisch und planlos agieren. Gut fand ich, dass der Autor die Polizisten menschlich dargestellt hat. Es sind keine Übermenschen und Superhelden, wie häufig in den amerikanischen Krimis beschrieben, sondern Männer und Frauen, die ebenfalls Ängste vor dem Unbekannten haben, die Familienprobleme mit sich herumtragen und dadurch auch abgelenkt sind. Die Fehlentscheidungen sind teilweise erschreckend, aber durchaus realistisch. Es steht am Ende immer ein Mensch.

Trotz der Aktualität und des interessanten Themas konnte mich das Buch nur begrenzt einfangen. Für mich waren die Sprünge zwischen den Handlungen (die alle am Ende zusammenführen) nicht gelungen. Phasenweise wirkte es recht abgehackt und langatmig. Auch hat mir der Schreibstil des Autors nicht so gut gefallen, aber das ist Geschmackssache.

Insgesamt ein interessanter und aktueller Krimi, der durchaus einige spannende Elemente hat, aber mich leider nicht ganz überzeugen konnte.

Veröffentlicht am 27.09.2019

Konnte mich leider nicht so ganz überzeugen

Die Welt in allen Farben
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Jetzt nach dem Lesen des Buches muss ich sagen, dass der Klapptext den Inhalt nicht so richtig trifft. Es ist keine leichte Geschichte und das Schöne dieser Welt zeigt sich in diesem Buch nur selten und ...

Jetzt nach dem Lesen des Buches muss ich sagen, dass der Klapptext den Inhalt nicht so richtig trifft. Es ist keine leichte Geschichte und das Schöne dieser Welt zeigt sich in diesem Buch nur selten und verschwindet dann für viele Seiten wieder im Dunkel der Welt. Es ist kein Buch für Menschen, die oft traurig sind und tiefe dunkle Zeiten durchstehen müssen.

Es geht in dieser Geschichte um einen gewalttätigen Ehemann, der seine Frau verängstigt, einschüchtert und verletzt. Es wird beschrieben, was man immer wieder in der Zeitung liest, die Frau schämt sich, erfindet Ausreden und zieht sich zurück. Sie verliert ihre Kontakte und bleibt meist allein zurück. Der Mann, in diesem Fall ein Polizist, geht seinen Weg ohne Konsequenzen weiter.

Der zweite Teil der Geschichte umfasst das Leben von Nova. Sie ist klug und beherrscht so vieles, aber eines kann sie nicht - sehen. Nach einer OP erhält sie die Chance alles zu entdecken und scheitert. Als Sehender kann man es anfangs kaum nachvollziehen, warum sie sich nicht freut und durch die Welt zieht. Doch nach und nach, wenn Nova ihre Eindrücke mitteilt, wird dem Leser bewusst, wie schwer es sein muss. Sie muss alles neu erlernen. Lesen und schreiben, Farben lernen und Gesichtsminik richtig einschätzen und dabei das viele Licht ertragen. Es überfordert Nova und so wird auch sie an ihre Grenzen gebracht.

Die Geschichten verbinden sich recht schnell, aber auch genauso schnell verlieren sie sich wieder. Ich war manchmal über die Zeitsprünge verwundert. Mit einem mal waren acht Monate vorbei ohne das wirklich etwas passiert ist. Dann wird wieder jeder einzelne Tag, jede Stunde genau beschrieben, so dass man das Gefühl bekommt, die Geschichte stagniert.
Die Beziehung zwischen den beiden Frauen fand ich wenig ansprechend und teilweise auch nicht so richtig glaubwürdig. Auch der Umschwung des Mannes auf den letzten Seiten des Buches sowie die Handlung von Kate haben mich nicht überzeugt. Das passte nicht zum zuvor beschriebenen Charakter.

Gut hat mir Novas Schlagfertigkeit, ihre Lebenslust und ihre unfassbare Geduld in Bezug auf Kate gefallen. Leider wurde ihre Geschichte nicht wirklich gut ausgebaut (schade, denn eigentlich hatte ich mich deshalb für das Buch entschieden) und weiterverfolgt. Die Prioriät verschob sich leider auf die Beziehung zwischen Kate und Nova.

Insgesamt ein gut zu lesendes Buch, der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen, aber die Geschichte fesselt nicht. Der Autor hat zuviel eingebaut und dadurch wurde dann doch einiges zu oberflächlich und teilweise unglaubwürdig.

Veröffentlicht am 15.09.2019

Sehr monoton und mit wenig Tempo

Ein Bild von Lydia
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Ich hatte dieses Buch auf meiner Wunschliste und freute mich entsprechend sehr auf das Buch.

Nun nach ein paar sehr langen Stunden des Lesens klappe ich das Buch etwas enttäuscht zu. Es war leider nicht ...

Ich hatte dieses Buch auf meiner Wunschliste und freute mich entsprechend sehr auf das Buch.

Nun nach ein paar sehr langen Stunden des Lesens klappe ich das Buch etwas enttäuscht zu. Es war leider nicht so meine Geschichte. Ich hatte auf eine etwas spannendere und vor allem dynamischere Biografie gehofft, aber die Geschichte kam nicht so richtig in Fahrt und schleppte sich über die Seiten. Immer wieder hoffte ich auf einen Knall und ansteigendes Tempo, aber bis zum Schluss blieb es leider beim zähen Fluss.
Die Charaktere wirkten blass und farblos und für mich wenig greifbar. Die vielen, vielen Details waren zwar gut, aber hemmten die Geschichte. Man trat auf der Stelle und wollte doch nur vorankommen. Ich habe bis zum Schluss Frau Welti-Escher begleitet, aber noch eine Reise mit ihr kann ich mir nicht vorstellen.

Veröffentlicht am 12.09.2019

Nicht bis zum Schluss überzeugend

Neun Fremde
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Was wie eine harmlose Wellness-Story begann, wird am Ende zu einer wirren und weniger überzeugenden Psycho-Show.

Neun Menschen halten sich in einem sehr speziellen Wellnes-Ressort auf und hoffen alle ...

Was wie eine harmlose Wellness-Story begann, wird am Ende zu einer wirren und weniger überzeugenden Psycho-Show.

Neun Menschen halten sich in einem sehr speziellen Wellnes-Ressort auf und hoffen alle auf etwas anders. Carmel will einfach nur abnehmen und sich selber wieder lieben (nachdem ihr Mann mit einer jüngeren Frau zusammengezogen ist und sie mit vier kleinen Kindern sitzengelassen hat). Frances, eine Romtikbuchautorin in der Autorenkrise und in der Menopause sucht etwas, was sie selbst noch nicht so richtig weiß. Die Familie Marconi, die vor dem Schmerz flüchtet und einfach nur vergessen will. Das Lottogewinnerpaar Ben und Jessica, die sich, dank des Geldes, entfremdet haben und noch um ihre Ehe kämpfen.

Sie alle unterliegen den (teilweise recht abstrusen) Regeln von Masha und ihren Angestellten Yao und Delilah. Keine Kommunikation untereinander und nach außen, keine Telefone, keine Bücher und andere Medien, kein Alkohol, keine Schokolade – nur Stille und Yoga und Therapie. Schwer auszuhalten für die Gäste und so beginnt bei jedem Einzelnen das Gedankenkarussell zu drehen. Man erfährt dadurch von jedem einzelnen Teilnehmer, warum er/sie im Ressort ist und mit welchen Zweifeln, Ängsten und Sorgen die Person ausgestattet ist (mal mehr, mal weniger spannend).

Doch nach der Stille kommt der Smoothie und damit die Probleme. Das Experiment gerät aus dem Ruder und die Teilnehmer benehmen sich nicht, wie erwartet. Und auch für mich wurde ab da die Geschichte immer konfuser und unglaubwürdiger. Vieles wurde nur oberflächlich angesprochen, sehr viel auf die emotionale Ebene gehoben, die aber dann nicht richtig ausgearbeitet wurde. Das Ende wurde vorhersehbar und enttäuschte mich erheblich. Obwohl es eine in Australien spielende Geschichte war, war das Ende dann doch wieder sehr amerikanisch. Schade.