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Veröffentlicht am 24.09.2019

Hui Buh für die ganz Kleinen

Der kleine Hui Buh Verspukt und zugehext! (Bd. 1)
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Inhalt & Handlung:
Das Gespenst Hui Buh und die kleine Hexe Hedda Hex werden zur Ausbildung zu Lehrmeister Frederik – einer magischen Fledermaus – geschickt, der den beiden alles Nötige beibringen soll. ...

Inhalt & Handlung:
Das Gespenst Hui Buh und die kleine Hexe Hedda Hex werden zur Ausbildung zu Lehrmeister Frederik – einer magischen Fledermaus – geschickt, der den beiden alles Nötige beibringen soll. Die beiden müssen jeden Tag eine Aufgabe bestehen, die ihnen die Fledermaus stellt. Dass es dabei recht turbulent zugeht, liegt auf der Hand, stehen die beiden ja erst am Anfang ihrer Spuk- bzw. Hexenkunst!

Schreibstil:
Ein sehr schöner Schreibstil, allerdings mit einer –für dieses Alter (laut Klappentext ab 5 Jahren!) - doch recht gehobenen Wortwahl, was allerdings für Kinder die regelmäßig vorgelesen bekommen, kein Problem darstellen wird. Für Erstleser wird dieses Buch aber vermutlich trotzdem etwas zu schwierig sein!

Charaktere:
Wer die Geschichten von Hui Buh (für die etwas Älteren) kennt, wird auch hier seine Tollpatschigkeit und seine lustigen Sprüche wiederfinden, und auch seine Art, die einmal mehr beweist, dass er das Herz „am rechten Fleck hat“.
Hedda Hex, die man aus den oben genannten Geschichten jedoch noch nicht kennt, ist ebenfalls eine sehr lustige Figur, die allerdings mit ihrer Eitelkeit – sie ist schwer kurzsichtig, will dies jedoch nicht zugeben – sehr zu kämpfen hat!

Cover:
Ein sehr kindgerecht aufbereitetes Coverbild, auf denen die Kinder und das Gespenst Hui Buh große Kulleraugen haben, was die junge Leserschaft sicherlich lieben wird!

Autorin:
Ulrike Rogler hat Germanistik, Geschichte und Psychologie studiert und arbeitete als Redakteurin für diverse Kinder- und Jugendzeitschriften. Heute lebt sie in Berlin und arbeitet dort als feie Autorin und Journalistin.
Simone Veenstra studierte Literatur; Film, Theater und Geschichte, sie arbeitete als Regieassistentin, Dramaturgin, Nachrichten- und Kulturjournalistin und ist heute freiberufliche Journalistin.

Meinung:
Als jahrelange Fans der Hui Buh Reihe war es für uns fast schon Pflicht, dieses Buch über die Spukanfänge eines Hui Buhs zu lesen. Was mir an diesem Buch als erstes auffiel, ist, dass es für die angegebene Altersstufe doch recht wenige Bilder aber dafür umso mehr Text enthielt. Ich weiß nicht, ob ein durchschnittliches fünfjähriges Kind davon nicht überfordert wäre, zumal die Kapitel doch recht lang sind. Daher würde ich eine Altersstufe von etwa 8 Jahren besser finden!
Ansonsten ist das Buch sehr toll aufgebaut, ein bekanntermaßen chaotisch agierender Hui Buh mit seinen lustigen Kommentaren wird den Kindern bestimmt viel Freude bereiten! Auch die Illustrationen sind sehr liebevoll gestaltet!

Persönliche Kritikpunkte:
Was mich allerdings an diesem Buch wirklich stört, ist, dass es inhaltlich nicht zu der bereits bekannten Hui Buh Reihe passt, da Hui Buh eigentlich ein erwachsener Geist und kein Kind sein müsste, nachdem er als Ritter Balduin das Zeitliche gesegnet hatte. Daher passt die Geschichte über Hui Buh als Kindergespenst nicht zu diesem Konzept. Für mich drängte sich daher die Vermutung auf, dass man am Erfolg der bisherigen Hui-Buh Serien mitnaschen wollte (man verwendete ja auch dasselbe Logo), auch wenn eine Geschichte über Hui Buh im Kindesalter in Bezug auf die bereits bekannten Folgen über den erwachsenen Hui Buh nicht nur irreführend ist, sondern absolut keinen Sinn macht! Daher hätte ich eine Geschichte unter einem anderem Namen als Hui Buh wesentlich besser gefunden!

Fazit:
Ein nettes Kinderbuch, ohne besonderen Bezug zu der bekannten Hui Buh Reihe aus früherer Zeit!

Veröffentlicht am 24.09.2019

Mobbing

R.I.P.
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Inhalt & Handlung:
Die junge Stella jobbt neben der Schule in einem Kino. Hier wird sie eines Abends, kurz bevor sie von ihrem Freund abgeholt werden soll, verschleppt und dabei genötigt, sich vor laufender ...

Inhalt & Handlung:
Die junge Stella jobbt neben der Schule in einem Kino. Hier wird sie eines Abends, kurz bevor sie von ihrem Freund abgeholt werden soll, verschleppt und dabei genötigt, sich vor laufender Kamera zu entschuldigen, was der Täter via Snapchat an Stellas Freundinnen übermittelt. Als wenig später ein weiterer Jugendlicher unter ähnlichen Umständen überfallen wird und auch dieser Überfall per Snapchat getreamt wird, wird klar, dass es sich hier um die Rache eines Mobbingopfers handelt. Gelingt es dem Ermittlungsteam rund um Huldar und Freya, diesem Wahnsinn ein Ende zu bereiten, und den Täter zu stoppen?

Schreibstil:
Yrsa Sigurdardóttir schafft es, die einzelnen Szenen unglaublich düster wirken zu lassen, dazu kommt noch ihr Hang Gewaltszenen überdeutlich hervorzuheben und detailliert zu beschreiben, was für zartbesaitete Leser wahrscheinlich recht gewöhnungsbedürftig ist. Vielleicht liegt gerade daran, dass genau diese Sequenzen besonders spannend und gruslig zu lesen sind. Zudem erfolgt die Erzählung in vielen verschiedenen Handlungssträngen, was das Gesamtwerk recht komplex macht.

Charaktere:
Gleich vorweg muss ich sagen, dass ich mir schwertat, mich in die einzelnen Charaktere hineinzudenken, bzw . deren Motivation zu verstehen. Die Psychologin Freya schnitt diesbezüglich bei mir noch am besten ab, Der Ermittler Huldar hingegen wirkte in seiner ganzen Art zu übertrieben überzeichnet.

Cover:
Das Cover in seiner kühlen Farbgebung gefällt mir außerordentlich gut, die Wahl des Titels kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen, im Original heißt der Titel übrigens soviel wie „Absolution“, was dem Inhalt des Buches ein wenig mehr gerecht wird.

Autorin:
Yrsa Sigurdardóttir wurde 1963 in Island geboren und schloss im Jahre 1988 ihr Bauingenieur-Studium als „Master of Science“ in Montreal ab und arbeitet seither als Ingenieurin am Kárahnjúka-Staudamm im Osten Islands.Sie wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Seltjarnarnes bei Reykjavík.

Meinung:
Das Thema Mobbing zieht sich hier über mehrere Ebenen, zum einen übt ein Mobbingopfer Selbstjustiz aus, zum anderen kommt es auch innerhalb des Ermittlungsteams zu Mobbing, was die Stimmung innerhalb des Teams zunehmend vergiftet, und das gemeinsame Vorankommen bei der Lösung des Falles arg behindert. Was ich an dem Buch jedoch sehr schätzte, waren mehrere zum Teil sehr überraschende Wendungen, die es letztlich doch schafften den Spannungsbogen aufrecht zu halten!

Persönliche Kritikpunkte:
Der ständige Hickhack zwischen Erla und Huldar zermürbt auch den Leser, was den Lesefluss ein hemmt. Auch sonst hat man das Gefühl, das den Befindlichkeiten der einzelnen Teammitglieder mehr Gewicht geschenkt wird, als dem eigentlichen Fall, welcher dadurch ein wenig auf der Strecke bleibt. Dazu kommt auch noch ein recht klischeehaftes Männer- wie Frauenbild, wobei sich der Hauptgedanke eines Mannes darum zu drehen scheint, wie man eine Frau am schnellsten in sein Bett bekommt.

Fazit:
Ein Buch, das durch seine Aktualität besticht, weniger großes Augenmerk auf das Privatleben der Ermittler wäre wünschenswert gewesen!

Veröffentlicht am 07.09.2019

Ein Eberhofer kommt selten allein!

Guglhupfgeschwader
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Inhalt & Handlung:
Voller Angst taucht der Oskar - im Dorf Niederklatenkirchen besser bekannt als Lotto-Otto – beim Dorfgendarmen Franz Eberhofer auf und bittet ihn um Hilfe, da er durch seine Spielsucht ...

Inhalt & Handlung:
Voller Angst taucht der Oskar - im Dorf Niederklatenkirchen besser bekannt als Lotto-Otto – beim Dorfgendarmen Franz Eberhofer auf und bittet ihn um Hilfe, da er durch seine Spielsucht von Gläubigern erpresst und bedroht wird. Als kurz darauf auch noch Oskars Mutter bei einem Anschlag ums Leben kommt und alles darauf hindeutet, dass die Drahtzieher hinter der Erpressung Polizisten sind, muss das geniale Gespann Eberhofer –Birkenberger nun auch in den Reihen der Kollegenschaft verdeckt ermitteln.

Schreibstil:
Ein Provinzkrimi mit bayrischem Lokalkolorit aus der Eberhofer-Reihe, in der nicht an bayrischen Schimpfwörtern und sonstigen lustigen Redewendungen gespart wird. Alles wird aus der Sicht des Dorfgendarmen Eberhofer erzählt, der oft eine recht eigenwillige Sicht auf die Dinge hat.

Charaktere:
Eberhofer ist ein Unikat der Sonderklasse: Ein Bayer, wie er sprichwörtlich im Buche steht, und ein Macho, den im Grunde nur drei Dinge wirklich interessieren: Essen, Saufen und mit seiner Lebensgefährtin Susi „schnackseln“. Ganz nebenbei stolpert er – mit Hilfe seines besten Freundes Rudi – durch seine kriminalistische Karriere und löst mehr oder weniger durch Zufall seine Fälle. Ansonsten ist er ohnehin mit seinem Privatleben vollkommen ausgelastet, denn er lebt mit seiner Susi und dem gemeinsamen Sohn Paul, am Hof seines Papas und seiner Oma.
Sein bester Freund und ehemaliger Kollege Rudi Birkenberger, der mittlerweile vom Dienst suspendiert ist, steht ihm bei jedem seiner Fälle mit Rat und Tat zur Seite. Diese jahrelange Männerfreundschaft hat mittlerweile den Charakter einer jahrelangen Ehe, inklusive Eifersüchteleien, wenn eine Frau es wagt, sich dazwischenzudrängen.
Auch sonst gibt es unzählige Charaktere, die über diese lange Buchreihe gewachsen sind, und jeder seinen eigenen Platz hat.

Cover:
Dieses Cover fügt sich nahtlos in die für die Eberhofer-Reihe so charakteristische Covergestaltung ein. Typisch Bayrisches wird hier mit verschiedenen für den Fall relevanten Details in Szene gesetzt, sodass man einen Band dieser Serie auf Anhieb erkennt!

Autorin:
Gebürtig stammt Rita Falk aus Oberammergau, heute lebt die Mutter dreier erwachsener Kinder mit ihrem Mann, einem Polizisten, in München. Mit diesem Background ausgerüstet, ist es für sie ein Leichtes, ständig mit neue Ideen für ihre Eberhofer-Reihe aufwarten zu können

Sprecher:
Christian Tramitz als Sprecher hat bereits Kultstatus, In seiner unnachahmlichen bayrischen Art, die man bereits aus diversen Bully Herbig Filmen kennt, drückt er jedem einzelnen Charakter in diesem Hörbuch stimmlich seinen eigenen Stempel auf.

Meinung:
Bei der Eberhofer-Serie scheiden sich die Geister – entweder man liebt sie, oder man kann absolut nichts mit ihr anfangen. Als Eberhofer-Fan der ersten Stunde gehöre ich zu ersterer Kategorie! Wenn man hier die knisternde Spannung eines Krimis sucht, ist man an der falschen Adresse, „Eberhofer“ ist weit mehr als das, hier werden die einzelnen Gemeindemitglieder genauestens beleuchtet, allen voran Eberhofers Familie mit all ihren schrulligen Eigenheiten. Jedes Hörbuch ist wie ein Nach-Hause-Kommen zu alten Bekannten im fiktiven Ort Niederkaltenkirchen! Der jeweilige Kriminalfall „passiert“ mehr oder weniger so nebenbei.

Persönliche Kritikpunkte:
Doch trotz aller Euphorie muss ich trotzdem zugeben, dass dieser Jubiläumsband Band der mittlerweile 10 Bände umfassenden Reihe eher zu den schwächeren dieser Serie zählt. Christian Tramitz als Sprecher hilft jedoch mit einer grandiosen Glanzleistung über so manche Längen und inhaltliche Schwächen des Hörbuchs hinweg. Ich bin mir daher nicht sicher, ob ich dieses Buch in Printform auch nur annähernd so witzig gefunden hätte wie in seiner Hörbuchfassung! Dieses Kompliment geht daher in erster Linie an Christian Tramitz denn an das Buch!

Fazit:
Die Art eines Eberhofer-Krimis muss man mögen, um Eberhofer gut zu finden, mit Sicherheit würde ich aber jedem die Hörbuchfassung dieses Buches wärmstens ans Herz legen!

Veröffentlicht am 01.08.2019

Anfängliche Spannung geht durch unzählige Handlungsstränge verloren

10 Stunden tot
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Inhalt:
Die idyllische Stadt Helsingborg an der Küste Schwedens wird plötzlich von einer Reihe extrem brutaler Morde erschüttert, sodass die örtliche Polizei bald sämtliche ihr zur Verfügung stehenden ...

Inhalt:
Die idyllische Stadt Helsingborg an der Küste Schwedens wird plötzlich von einer Reihe extrem brutaler Morde erschüttert, sodass die örtliche Polizei bald sämtliche ihr zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte im Einsatz hat. Selbst auf die Hilfe von Kommissar Sebastian Risk, der aufgrund eines tragischen Ereignisses außer Dienst gestellt ist, muss dabei zurückgegriffen werden. Lange Zeit tappen die Ermittler mehr oder wenig im Dunkeln, sie vermuten als Tatmotiv Fremdenfeindlichkeit. Dass der Täter Auswahl seiner Opfer würfelt, um keinerlei Verbindungen zu ihm als Täter herzustellen, ahnt freilich niemand.

Handlung:
Ein irrer Täter treibt in Helsingborg sein Unwesen, indem er seine Opfer scheinbar wahllos brutal und kaltblütig ermordet. Die Ermittler haben mit den Morden alle Hände voll zu tun, und sind mit ihren personellen Ressourcen völlig ausgelastet. Zudem haben die involvierten Beamten mit diversen persönlichen Problemen zu kämpfen, was ihre Energie für den beruflichen Einsatz schmälert.

Schreibstil:
Stefan Ahnhem schreibt flüssig und versteht es, seine Leser zu fesseln. Er beschreibt den Plot detailgetreu so anschaulich, dass man das Gefühl hat, als Zaungast vor Ort zu sein. Zudem wird dieser Thriller in unzähligen Handlungssträngen erzählt, die teilweise bis zum ersten Teil dieser Buchreihe hineinreichen.

Charaktere:
Jeder der Ermittler hat neben seiner beruflichen Arbeit mit seinen persönlichen Dämonen zu kämpfen: Da ist zum einen Fabian Risk, der derzeit eigentlich vom Dienst freigestellt ist, da sein beruflicher Einsatz in der Vorgeschichte um ein Haar seine eigene Familie ausgelöscht hätte. Mit den Nachwirkungen zu diesem Fall beschäftigen ihn auch während des aktuellen Falles und bringen seine Familie wiederum an ihre Grenzen. Zudem verdächtigt Fabian seinen Kollegen Molander, zahlreiche bis dato ungeklärte Mordfälle verübt zu haben, und ermittelt gegen diesen in seiner Freizeit auf eigene Faust. Seine Kollegin Irene Lilja muss zu ihrem Entsetzen feststellen, dass ihr Lebensgefährte Hampus einen Hang zur Gewaltbereitschaft hat und zudem einer rechtsradikalen Vereinigung angehört.

Cover:
Der blaue Schriftzug des Titels hebt sich fast schon leuchtend vom in düsterem Schwarz-Weiß gehaltenen Landschaftsbild ab. Was es allerdings mit dem Titel „10 Stunden tot“ auf sich hat, klärt sich im Laufe der Geschichte allerdings leider nicht.

Autor:
Stefan Ahnhem stammt gebürtig aus Stockholm, wo er auch heute noch mit seiner Frau und drei seiner vier Kinder lebt und als Schriftsteller und Drehbuchautor arbeitet.

Meinung:
Ahnhem versteht es, seine Leserschaft von Anfang an mit seinem eindrücklichen Stil in den Bann zu ziehen und mitzureißen. Das Buch ist in unzählige sehr kurz gehaltene Kapitel unterteilt, indem er stets von einem Handlungsstrang in den nächsten springt, was zum Teil nicht ganz einfach nachzuvollziehen ist. Was aus dem Klappentext nicht hervorgeht, ist, dass es sich bei diesem Buch um den vierten Band einer Thriller-Serie handelt, bei der die Bände aufeinander aufbauen. Daher wird man im Laufe der Geschichte plötzlich mit Figuren konfrontiert, deren Funktion bis zum Schluss des Buches nicht ganz klar ist, wenn man, so wie ich, die Vorgängerbände nicht kennt. Dies verursacht eine Flut an unterschiedlichen Namen, zu denen man – besonders zu Beginn des Buches keine näheren Informationen hat.

Persönliche Kritikpunkte:
Für meine Begriffe gibt es in diesem Buch zu viele Handlungsstränge, noch dazu reichen diese bis in die Vorgängerbände zurück. Wenn man diese Bücher allerdings nicht gelesen hat, fehlt einem eine beträchtlicher Anteil an Informationen, deren Kenntnis für dieses Buch durchaus förderlich gewesen wäre. Was es etwa mit der Figur einer Dunja Hougaard auf sich hat, lässt sich auf diese Weise nur erahnen, man erfährt hier jedoch kaum etwas über sie, daher ist der Handlungsstrang, der sich hier auf sie bezieht, für den Rest dieses Buches völlig irrelevant und eher störend, wenn man vorerst nur dieses Buch der Serie lesen möchte. Zudem fielen mir während des Lesens einige inhaltliche Fehler in dieser Geschichte auf, die vom Lektorat vermutlich übersehen worden waren. Was mich zudem ein wenig störte, war die zunehmend vulgärere Sprache, die sich der Autor bediente, auch die detaillierte Beschreibung der sexuellen Ausschweifungen und Abartigkeiten (besonders jene, die das Thema Pädophile beinhalteten, fand ich ein wenig Zuviel des Guten.

Auch mit dem Schluss des Buches bin ich nicht ganz glücklich. Es bleiben leider sehr viele Fragen offen, man gewinnt den Eindruck, als hätte der Autor einen dringenden Abgabetermin einzuhalten gehabt und deshalb kein besonderes Augenmerk auf das Ende legen können, was meine anfängliche Begeisterung für dieses Buch drastisch senkte.

Fazit:
Ein Buch, das sicherlich sehr spannend ist, man sollte allerdings nicht den Fehler begehen, in diese Buchreihe quer einzusteigen, sondern mit Band eins beginnen, da einem sonst wichtiges Informationsmaterial entgeht.

Veröffentlicht am 27.05.2019

Ungewöhnlich gewöhnungsbedürftig!

Onkel Stan und Dan und das ungeheuerlich ungewöhnliche Abenteuer
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Inhalt & Handlung:
Der Lamafarmer Onkel Stan gilt als der ungewöhnlichste Mensch der Stadt Pandrumdroochit, was vor allem P’Krall, eigentlich ein gesuchter Verbrecher, der hier als selbsternannter Arzt ...

Inhalt & Handlung:
Der Lamafarmer Onkel Stan gilt als der ungewöhnlichste Mensch der Stadt Pandrumdroochit, was vor allem P’Krall, eigentlich ein gesuchter Verbrecher, der hier als selbsternannter Arzt in Erscheinung tritt, ein Dorn im Auge ist, denn dieser will alles Ungewöhnliche in einer Anstalt „kurieren“ und in besonders schwerwiegenden Fällen zerquetschen. So gerät auch Onkel Stan in seine Fänge. Die Tiere seiner Farm – welche natürlich auch sehr ungewöhnlich sind und sprechen können – vermissen Onkel Stan schrecklich, besonders sein bester Freund der Dachs Dan. Wird es ihnen bzw. Onkel Stan gelingen, den Kampf gegen P’Krall zu gewinnen und wieder Lebensfreude und Ungewöhnlichkeit in die Stadt zu bringen und vor allem: Onkel Stan zu befreien?

Schreibstil:
Das Buch ist stilistisch sehr einfach gehalten, es fallen aber – gerade für Kinder – sehr schwer auszusprechende Eigennamen auf wie etwa Pandrumdroochit, die zwar lustig klingen aber sicherlich für Frust beim Selber-Lesen sorgen können! Die Beschreibungen sind oft sehr, sehr schräg und skurril.

Charaktere:
Onkel Stan ist definitiv anders als ein Durchschnittsmensch: er ist unglaublich positiv und versucht aus jeder Situation das Beste zu machen, seine Fröhlichkeit wirkt auf seine Mitmenschen aufmunternd und ansteckend. Dadurch wird er zum erklärten Feindbild seines Widersachers P‘Krall, welchem Fröhlichkeit oder alles Ungewöhnliche im Allgemeinen richtiggehend körperliche Qualen bereitet. Die sprechenden Tiere auf der Farm – Lamas und allen voran der Dachs Dan – sind genauso skurrile Wesen mit dem Herz am rechten Fleck.

Cover & Illustrationen:
Sowohl das Cover als auch die unzähligen Illustrationen, welche man auf nahezu jeder Seite des Buches findet, tragen die Handschrift Gemma Corrells, welche sich wie die Zeichnungen einer Fünfjährigen anmuten. Sie verleihen dem Buch einen kindlichen Touch, der wahrscheinlich besonders die sehr junge Leserschaft magisch anziehen wird.

Autorin:
Alison Louise Kennedy stammt aus dem schottischen Dundee und verfügt über einen abgeschlossenen Bachelor in Theater und Dramatik an der Universität Warwick. Kennedy zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen Großbritanniens, ihr Werk ist sehr breitbandig und erfasst Science Fiction; Sachbücher bis hin zu Bühnenstücken.

Meinung:
Wie der Titel schon sagt, ist dieses Buch sicherlich eines: ungewöhnlich, sowohl im Erscheinungsbild als auch von der Geschichte her. Das Skurrile muss einem allerdings auch liegen, mir persönlich war das Ganze ein wenig „Zuviel des Guten“, die Figuren wurden in der Geschichte extrem überzeichnet dargestellt, phasenweise wirkte das Ganze zu sehr bemüht und aufgesetzt. Kleine Kinder werden von dieser Art von Geschichte vermutlich mehr angesprochen werden als größere, da der Stil doch sehr einfach gehalten ist. Was mir an der Geschichte jedoch sehr gut gefällt, ist die versteckte Botschaft, dass jeder sein Leben so leben sollte, wie er möchte, und dass jede Form der Ungewöhnlichkeit in dieser Welt willkommen ist und dazu beiträgt, diese fröhlicher und bunter zu gestalten.

Persönliche Kritikpunkte:
Die Buchempfehlung „für Kinder ab 9 Jahren“ erscheint mir eindeutig zu hoch gegriffen, vielmehr wäre, meiner Meinung nach, eine Alterseinstufung von 5-8 Jahren angebracht. da sich ältere Kinder von der Geschichte vermutlich nicht mehr so angesprochen fühlen werden. Des Weiteren muss gesagt werden, dass der extrem überdrehte Erzählstil einem liegen muss! - Für mich war er(besonders am Anfang des Buches), gelinde gesagt, sehr gewöhnungsbedürftig bisweilen sogar recht anstrengend zu lesen. Dazu kam noch, dass sich die Geschichte zum Teil in Nebensächlichkeiten verlief, die ebenfalls wieder überdreht dargestellt wurden, und die Geschichte unnötig in die Länge zog.

Fazit:
Ein gewöhnungsbedürftiges Kinderbuch, das man durchaus lesen kann, aber nicht unbedingt gelesen haben muss!