Cover-Bild Erben auf Italienisch
22,90
inkl. MwSt
  • Verlag: Folio
  • Themenbereich: Belletristik
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 300
  • Ersterscheinung: 01.09.2015
  • ISBN: 9783852566696
Piersandro Pallavicini

Erben auf Italienisch

Karin Fleischanderl (Übersetzer)

Alfredo Pampaloni ist ein Relikt aus der Zeit des italienischen Wirtschaftswunders: als Käsefabrikant und Erfinder des rosafarbenen Gorgonzolas in den 1960er-Jahren reich geworden, hat er eine Vorliebe für Alfa Spider und weiße Sakkos nach dem Vorbild seines Freundes Gunter Sachs. Um das Erbe aufzuteilen, ruft er seine Kinder zu sich ins Feriendomizil: den geldgeilen Sohn und Galeristen in London und die ewig benachteiligte Tochter, jetzt Universitätsprofessorin. Die italienische Komödie nimmt ihren Lauf: Im Bergdorf Solària, inmitten von verrosteten Skiliften und verkommenen Grandhotels, treibt der Patriarch in Mokassins die zukünftigen Erben an den Rand des Wahnsinns. Brennende Häuser, ein verschwundener Millionenbetrag und ein Familiengeheimnis tun das Übrige.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.09.2019

Manche Erbschaften sind Käse

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Italienische Familienkomödien im Film sind oft laut, turbulent, übertrieben. So ging es mir auch bei diesem Buch. Alle Personen sind überzeichnet, ob es nun der exzentrische Vater ist, der ...


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Italienische Familienkomödien im Film sind oft laut, turbulent, übertrieben. So ging es mir auch bei diesem Buch. Alle Personen sind überzeichnet, ob es nun der exzentrische Vater ist, der fiese Bruder, die leidensfähige Schwester Carla oder ihre Freundin Paola Ottolina, die außer unter diversen Schimpfnamen, meist nur beim Nachnamen genannt wird.
Alberto Pampaloni ist mit Schmierkäse (!) reich geworden, aus einem einfachen Fabrikarbeiter wird so in wenigen Jahren ein Millionär mit Villa und Hang zu weißen Hosen und Lederslippern, so wie man sich den italienischen Playboy der 70iger vorzustellen hat.
Er versammelt nun seine beiden Kinder im Ferienhaus in den Bergen um über die anstehende Erbschaft zu sprechen. Seine Exzentrik ist ausgeprägt, wie eh und je, seine Streiche sind bösartig bis justiziabel und jeder leidet unter diesem Dinosaurier, der durchaus auch tragische und ehrliche Momente zeigt.
Carla erzählt in der Ichform von diesen Besuch und den Monaten die sich daran anschließen, dazwischen in Rückblenden auch von ihrer Kindheit und dem schwierigen Erwachsenwerden.
Carla ist für mich das Rückgrat dieses Romans, unbeirrbar hält sie an ihrer Rolle fest, für die Familie da zu sein. Sie ist es von klein an gewöhnt, eigene Bedürfnisse zurückzustellen, denn Frauen sind im Weltbild ihres Vaters zweitrangig. Egal wie klug und erfolgreich sie ist, sie wird von Entscheidungen ausgeschlossen und selbst ihr Ehemann und Bruder handeln über ihren Kopf hinweg. Ab und zu darf ihr aufgestauter Frust ausbrechen, dann wehrt sie sich mit Kaufgummi oder ihrem Reisegepäck gegen Machogehabe. Aber meist bricht ihr nur der Schweiß aus, denn sie leidet - und das walzt der Autor viel zu breit und zu oft aus - unter Hitzewallungen und anderen Folgen der Menopause. Fast scheint mir Pallavicini da ein Trauma zu haben, denn ob Carla, Paola oder Erica, alle seine Frauengestalten klammern sich an Remifemin.
Zum Schluss beweist Carla, dass sie doch mal über ihren Schatten springen kann und ihre eigenen Bedürfnisse und Vorteile zu schützen weiß, aber bis dahin hat sie in mir fast Wut ausgelöst.
Da Ende bringt dann noch eine handfeste Überraschung für den Leser und mein Vergleich mit einem italienischen Film passt dann dazu.
Aber auf eine Erklärung des schlittschuhlaufenden Butlers des Covers habe ich vergeblich gewartet.

Mein Fazit: Etwas für Freunde des derberen Humors.


Veröffentlicht am 15.09.2016

Erben auf italienisch

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Alberto Pampaloni hat sich hochgearbeitet und ist nun sehr reich. Er ist ein Lebemann und verhält sich sehr despotisch. Nun ist er sehr krank und beordert die Familie zu sich, um das Erbe aufzuteilen. ...

Alberto Pampaloni hat sich hochgearbeitet und ist nun sehr reich. Er ist ein Lebemann und verhält sich sehr despotisch. Nun ist er sehr krank und beordert die Familie zu sich, um das Erbe aufzuteilen. Familie, das ist sein gieriger Sohn Edo nebst Familie und seine unterwürfige Tochter Carla mit ihrem Sohn.
Diese Geschichte wird aus der Sicht von Carla erzählt. Einerseits berichtet sie, was geschieht, aber durch ihre Erinnerungen lernen wir auch die Vergangenheit kennen. Sie hat ihrem exzentrischen Vater nichts entgegen zu setzen. Statt ihm mal die Meinung zu geigen, lässt sie sich nicht nur alles gefallen, sondern findet immer wieder Entschuldigungen für ihn. In ihrem Mann hat sie auch keine Unterstützung, der lebt sein eigenes Leben und ihr Sohn Massimo ist ein verwöhntes Kerlchen. Sie ist eine intelligente Frau, warum lässt sie sich so behandeln.
Albertos Aktionen sind nicht zu tolerieren. Er ist einfach nur ein Stinkstiefel. Auch Bruder Rogoredo, kurz Edo genannt, ist ein unsympathischer Mensch, der nur hinter dem Geld her ist. Da hilft er gerne auch mal mit einem gefälschten Testament nach.
Beim Lesen habe ich mich über alle geärgert. Carla war mir zu unterwürfig, Edo zu geldgierig und Alberto zu bösartig. Alles ist sehr überspitzt und schrill dargestellt. Diese Art von Humor ist so gar nicht meine Sache. Es mag sein, dass das von anderen nicht so gesehen wird.
Am Ende tritt Alberto dann auch nicht leise ab, nein, er verschwindet ziemlich dramatisch aus dem Leben. Carla sorgt dann das erste Mal dafür, dass ihre eigenen Interessen zum Zuge kommen.
Die Geschichte hat mich nicht wirklich angesprochen, dafür war mir das Schrille einfach zu viel. Dadurch gingen bedenkenswerten Teile einfach unter.
Wer derben Humor mag, wird dieses Buch mögen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Dem Livestile knapp entgangen

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Ein im Sterben liegender italienischer Ex-Käsefabrikant ruft seine Familie zusammen um das Erbe aufzuteilen. Doch es kommt wie es kommen muss, die Familie ist verschroben, sich gegenseitig verhasst und ...

Ein im Sterben liegender italienischer Ex-Käsefabrikant ruft seine Familie zusammen um das Erbe aufzuteilen. Doch es kommt wie es kommen muss, die Familie ist verschroben, sich gegenseitig verhasst und selbst das Dorf, in dem die hypermoderne Villa des Industriellen steht, kann die Familie nicht leiden.



Wir erleben einen Wandel der Tochter, die scheinbar immer zu kurz kam und nun ihrem Bruder mit Lug und eher harmlosem Betrug den Rang abläuft.



Skurril, verwöhnt und mit einem weinenden Auge an die gute alte Zeit mit Gunter Sachs und Brigit Bardot.