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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2020

Ein weiterer Fowl-Coup!

Die Fowl-Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger (Die Fowl-Zwillinge 1)
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Als Kind habe ich begeistert die Reihe um Artemis Fowl verschlungen und als ich entdeckt habe, dass Eoin Colfer ein neues Buch mit Protagonisten aus der selben sagenumwobenen Familie herausgebracht hat, ...

Als Kind habe ich begeistert die Reihe um Artemis Fowl verschlungen und als ich entdeckt habe, dass Eoin Colfer ein neues Buch mit Protagonisten aus der selben sagenumwobenen Familie herausgebracht hat, war ich sofort hin und weg.
Doch dann kamen die Zweifel: Es war schon eine Weile her, dass ich seine anderen Bücher gelesen hatte und zwar wusste ich noch grob, worum es ging, doch die meisten Details waren weg. Kann man dieses Buch da überhaupt lesen? Absolut! Tatsächlich würde ich sogar so weit gehen, zu behaupten, dass der neue Roman von Eoin Colfer kein Vorwissen voraussetzt und, wenn welches vorhanden ist, damit spielt.
In alt bewährter Manier folgt der Leser einem cleveren Jungen und seinem tapferen Begleiter (hier Myles und Beckett, dort Artemis und Butler) auf ihren Abenteuern, wobei die Zwillinge, im Gegensatz zu ihrem großen Bruder, die Herausforderung nicht unbedingt gesucht haben. Trotzdem wissen sie hervorragend mit jeder Situation umzugehen und es macht einfach Spaß, dabei sein zu dürfen.
Der Schreibstil von Colfer ist schnell, gewitzt und sowohl für jüngere als auch ältere Leser angenehm zu lesen. Dabei kommt er auf so ausgefallene Ideen und überraschende Wendungen, dass man manchmal selbst einen Moment braucht, um noch mitzukommen.
Trotz der Ähnlichkeiten der drei Brüder, vor allem zwischen Artemis und Myles, ist dieses Abenteuer doch ganz anders als die Artemis Fowl Reihe. Die Zwillinge sind in erster Linie Kinder und keine Supergenies, die nach der Weltherrschaft streben. (Wobei: Was nicht ist kann ja noch werden.) Infolge dessen ist auch das Buch von Stil und Handlung gefühlt an eine jüngere Altersgruppe gerichtet, als die vorherigen Bücher von Colfer.
Insgesamt macht dieses Buch jedoch einfach nur Spaß und wer auch immer überlegt, dieses Buch zu lesen oder zu kaufen, dem sei es wärmstens ans Herz gelegt!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.10.2019

Hallo Fernweh

Totentracht
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Ein idyllischer Schlosspark im Hochschwarzwald und mitten drin eine Leiche - so ein Fund hätte sicher jeden überrascht und auch in diesem Buch ist es nicht anders. Dass jedoch einer der Finder ausgerechnet ...

Ein idyllischer Schlosspark im Hochschwarzwald und mitten drin eine Leiche - so ein Fund hätte sicher jeden überrascht und auch in diesem Buch ist es nicht anders. Dass jedoch einer der Finder ausgerechnet der Sohn des Hauptermittlers Karl-Heinz Winterhalter ist, macht die Sache umso interessanter. Der hat außerdem gerade eine neue Kollegin, Marie Kaltenbach aus Berlin, vor die Nase gesetzt bekommen und so ist der neue Roman von Alexander Rieckhoff und Stefan Ummenhofer nicht nur spannend, sondern auch spannungsvoll. Während die Ermittlung vor sich hinschleicht überschlagen sich die Privatleben der beiden Hauptcharaktere und lassen den Leser mal amüsiert, mal verzweifelt zurück.

„Totentracht“ ist, in meinen Augen, ein perfektes Beispiel des „cozy crime“. Das fängt bereits bei den sympathischen Hauptcharakteren an, die trotz ihrer Widersprüche (oder gerade deshalb) die Leser für sich gewinnen. Dann ist da auch noch der Humor, der selbst denjenigen, die zum Lachen normalerweise in den Keller gehen, immer wieder ein Schmunzeln oder Kichern entlockt. Und natürlich dürfen auch die Landschaftsbeschreibungen nicht vergessen werden, die im Leser sofort das Fernweh wecken. Das Buch ist perfekt für einen gemütlichen Herbstnachmittag auf dem Sofa mit einer Tasse Tee, aber auch für jede andere Form des Lesenachmittags. Nicht zu empfehlen ist es für kurze Bahnfahrten oder fürs „Zwischendurchlesen“, da es zwischendurch so spannend wird, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Humor
  • Figuren
  • Spannung
Veröffentlicht am 27.07.2019

Ein Inselroman

Cyrus Doyle und der dunkle Tod
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Es gibt Krimis, bei denen weiß man fast von der ersten Seite an, wer der Mörder ist. Manchmal ist das ja auch durchaus beabsichtigt, meistens nimmt der Autor dadurch jedoch vollkommen die Spannung heraus. ...

Es gibt Krimis, bei denen weiß man fast von der ersten Seite an, wer der Mörder ist. Manchmal ist das ja auch durchaus beabsichtigt, meistens nimmt der Autor dadurch jedoch vollkommen die Spannung heraus. All das ist in "Cyrus Doyle und der dunkle Tod" nicht der Fall, denn zumindest ich wusste bis zur Überführung nicht, wer der Mörder sein könnte. Hatte nicht einmal einen blassen Schimmer. Aber zurück zum Anfang.

Chief Inspector Cyrus Doyle ermittelt in einem recht ungewöhnlichen Fall: Victor Hugo wurde ermordet. Oder zumindest sein Double, mitten während einer Filmaufführung in der ersten Reihe. Und keiner hat es bemerkt. Umso schwieriger gestaltet sich die Suche nach dem Mörder, denn die Anhaltspunkte sind rar und als es dann zu einem zweiten Mord kommt passt außer der Tatwaffe nichts zum ersten Fall. Spannung ist also garantiert, zumal sich die Ermittler selbst auf gefährliches Terrain begeben ohne zu wissen, von welcher Seite sie sich schützen müssen. Während sich die Lage zuspitzt wird der Fall immer verworrener und zwischenzeitlich weiß man selbst nicht mehr, was man glauben soll und was nicht.

Doch Jan Lucas Roman ist nicht nur spannend sondern liest sich auch sehr angenehm. Die 349 Seiten vergehen wie im Flug und fühlen sich auch ein bisschen an wie ein Urlaub, denn man "befindet" sich nicht nur auf Guernsey sondern lernt auch viel über seine Geschichte, die Landschaft usw. Langweilig wird einem hier nicht! Auch die vielfältigen Charaktere bereichern die Geschichte - und spätestens nach dem Lesen dieses Buches sieht man Literaturwissenschaftler in einem neuen Licht.

Wie man vielleicht bereits ahnen kann hat mich der Roman voll überzeugt. Sowohl Guernsey-Fans als auch Literaturbegeisterten sowie allen, die gerne einen guten Krimi lesen, kann ich dieses Buch nur empfehlen. Sommers wie Winters dürfte es die perfekte Lektüre sein um mental Urlaub zu machen!

Veröffentlicht am 27.07.2019

Mord im Hinterland

Letzte Spur Algarve
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Portugal und ein Kriminalfall - das klingt gut, habe ich mir gedacht. Tatsächlich bietet dieses Buch jedoch viel mehr als das: eine spannende Geschichten, mehrere Erzählstränge und eine authentische Hauptfigur.

Hobbyermittlerin ...

Portugal und ein Kriminalfall - das klingt gut, habe ich mir gedacht. Tatsächlich bietet dieses Buch jedoch viel mehr als das: eine spannende Geschichten, mehrere Erzählstränge und eine authentische Hauptfigur.

Hobbyermittlerin Anabela Silva ist zwar in Deutschland groß geworden (was den deutschen Lesern einen Anknüpfpunkt bietet), lebt aber inzwischen bei ihren Eltern in Portugal. Doch statt der Stadt-Strand-"Idylle" bewegt sich die Geschichte im Hinterland. Anabela wohnt in einem normalen Dorf, die Haupthandlungsorte sind zum Teil recht verborgen und wenn man als Urlauber dort unterwegs wäre könnte man sich sicher hie und da vorstellen, dass die Geschichte genau dort spielen könnte. So authentisch wie die Orte sind auch die Charaktere. Einige ihrer Hintergründe würde man sicher schon aus dem ersten Band "Mord an der Algarve" kennen (so man ihn denn gelesen hätte), aber auch hier erfährt man viel über sie und lernt sie im Verlauf des Buches besser kennen.

Zu der angenehmen Atmosphäre kommt die spannende Geschichte - die es einem zum Teil unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen. Dabei ist man nicht nur fleißig am Miträtseln sondern lernt nebenbei auch noch eine Menge dazu: Über den Tierschutz, geklaute Kinder und viel mehr. Themen, die in dieser Region relevant sind und zumindest mir z.T. gar nicht so sehr bewusst waren.

Insgesamt kann ich dieses Buch nur weiter empfehlen. Auch wenn es vermutlich besser ist, den ersten Band zuerst zu lesen, geht es auch andersherum und so konnte auch ich problemlos ohne Vorwissen in diesen Roman einsteigen. Für alle, die noch nach dem richtigen Buch für ihren (Portugal-) Urlaub suchen oder vielleicht vor dem grauen Wetter in den Süden entfliehen wollen, dürfte "Letzte Spur Algarve" genau das richtige Buch sein!

Veröffentlicht am 26.07.2019

Eine etwas andere Reise

Mittelmeer-Passagen
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Wenn zwei Theologen zusammen losziehen um ein Buch zusammenzustellen das dann wiederum einer Sprachlehrerin der theologischen Fakultät gewidmet ist unterstützt vom theologischen Institut, dann kann man ...

Wenn zwei Theologen zusammen losziehen um ein Buch zusammenzustellen das dann wiederum einer Sprachlehrerin der theologischen Fakultät gewidmet ist unterstützt vom theologischen Institut, dann kann man fast ahnen, wie die behandelten Themen aussehen werden. Zwar war mir das alles vorher nicht bewusst - ich dachte lediglich, dass es ein nettes Buch mit Texten um Mittelmeer und Antike ist - aber als Theologiestudentin habe ich die vielen christlichen Beiträge des Buches auch nicht als negativ empfunden. Für wen das so ist, dem sei von diesem Buch abzuraten.

Allerdings würde ihm dadurch auch einiges entgehen. Die Herren Clasen und Schneemelcher haben sich große Mühe gegeben, eine große Bandbreite an Themen anzusprechen und bewegen sich dabei im Uhrzeigersinn ums Mittelmeer herum. Schon allein dadurch ist das Buch sehr abwechslungsreich. Auch zeitlich werden Themen aus Antike und Neuzeit gemischt, es gibt wissenschaftliche Beiträge und persönliche Eindrücke, Erzählungen und vieles mehr.

Aber der Untertitel lautet nicht umsonst "Lese- und BILDERbuch" - denn Bilder gibt es tatsächlich viele und die machen den ganz besonderen Reiz dieser Veröffentlichung aus. Zeichnungen, Gemälde und Fotografien in hoher Auflösung mit Informationen und Einbindung um Text bereichern die Leseerfahrung ungemein und so werden die Berichte auf ihre Art lebendig.

Was mir persönlich außerdem gut gefallen hat ist die Länge der einzelnen Beiträge. So kann man auch zwischendurch im Zug einen Eintrag lesen und sich an den Bildern freuen.

Insgesamt kann ich dieses Buch wirklich nur weiterempfehlen, vor allem natürlich an Freunde der Antike, denn die ist wohl der Hauptaugenmerk dieses Buches. Durch Bilder und flüssige Texte, die gleichzeitig Wissen übermitteln, dürfte es auch für jeden etwas bereit halten.