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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.10.2019

fessende und realistische Handlung, perfekt umgesetzt

Wir sehen dich sterben
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Klappentext "Berlin: An einem Dezembersonntag soll MyView der Weltöffentlichkeit präsentiert werden. Bei dem geheimen Projekt wurde eine bahnbrechende Technologie entwickelt: Mithilfe eines Chips im Sehnerv ...

Klappentext "Berlin: An einem Dezembersonntag soll MyView der Weltöffentlichkeit präsentiert werden. Bei dem geheimen Projekt wurde eine bahnbrechende Technologie entwickelt: Mithilfe eines Chips im Sehnerv kann das Blickfeld eines Menschen live auf einen Bildschirm übertragen werden. Einen Tag vor der Präsentation entdeckt die junge Wissenschaftlerin Nina Kreutzer Videostreams, die durch die Augen von sechs ihr unbekannten Menschen blicken lassen. Menschen, die offensichtlich nicht wissen, dass ihnen ein Chip implantiert wurde – und die jetzt einer nach dem anderen ermordet werden. Zusammen mit dem Polizisten Tim Börde beginnt für Nina ein Wettlauf gegen die Zeit …"

Was für ein genialer Thriller, der das Prädikat Thriller auch wirklich verdient hat. Denn er bietet atemlose Spannung, eine fesselnde, logisch durchdachte und unvorhersehbare Handlung und interessante Protagonisten. Einmal angefangen fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Der Schreibstil lässt sich wunderbar flüssig lesen, er ist anspruchsvoll und bietet lebendige Dialoge. So erscheinen auch die Figuren plastisch, Menschen aus dem täglichen Leben mit all ihren Sorgen und Fehlern, deren Handlungen man nachvollziehen kann.


Der Plot ist wirklich innovativ, die neue Technologie MyView, mit der man durch die Augen anderer Menschen sehen kann, ist so vielversprechend. Doch was, wenn diese Technologie zeigt, wie die Probanden einer nach dem anderen ermordet werden? Wenn man deren Tod live miterleben muss? Die Truppe um Tim und Nina sieht sich einem Wettlauf gegen die Zeit gegenüber und der Mörder ist ihnen immer einen Schritt voraus.


Ich bin von diesem Thriller begeistert, das Gesamtpaket ist stimmig und vor allem die Spannung durchweg auf hohem Niveau. Dabei wirkt die Handlung absolut realistisch, wer weiß ob nicht in genau diese Richtung schon geforscht wird? Am Ende gibt es einen gewaltigen Showdown der es in sich hat.


Fazit: Spannung pur, das Buch lässt Thrillerherzen höher schlagen. Zählt zu meinen Highlights in diesem Jahr.

Veröffentlicht am 15.10.2019

ein genialer Pageturner, so geht Krimi

Stille Havel
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Klappentext: Potsdam: Im Park Sanssouci wird ein Kunstsachverständiger erschlagen aufgefunden. Der Tote stellte zuletzt Recherchen zum Filmunternehmen Ufa an und zeigte außerdem auffälliges Interesse an ...

Klappentext: Potsdam: Im Park Sanssouci wird ein Kunstsachverständiger erschlagen aufgefunden. Der Tote stellte zuletzt Recherchen zum Filmunternehmen Ufa an und zeigte außerdem auffälliges Interesse an einem Gemälde im Museum Barberini. Das wertvolle Porträt zeigt eine schwarz gekleidete Frau. Doch sie trägt einen Schleier, der ihr Gesicht verhüllt, und ihre Identität ist unbekannt. Wer ist die Geheimnisvolle? Seine Nachforschungen führen Hauptkommissar Toni Sanftleben zu einer alten Havelvilla, hinter deren Mauern sich ein schreckliches Geheimnis verbirgt.

"Stille Havel" ist schon der vierte Fall für den sympathischen Potsdamer Ermittler Toni Sanftleben, und für mich einer der besten. Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen, einmal die in der Gegenwart, in der Toni mit seinem Team den Mord an dem Kunstsachverständigen aufklären muss. Die andere spielt in der Zeit des zweiten Weltkriegs, beleuchtet die enge Bindung und den Einfluss Goebbels auf die UFA. Beide Stränge sind fesselnd und geschickt miteinander verwoben.

Die Ermittlungen sind nicht leicht, obwohl sich einige Spuren ergeben. Dazu gibt es in Tonis Team auch noch Spannungen, was zusätzlichen Verdruss bringt. Langsam kommt Toni voran und stellt fest, dass sich im aktuellen Mordfall Verbindungen bis in die Nazizeit ergeben.


Tom Pieper versteht es, seine Leser zu fesseln. Sein Schreibstil ist bildhaft und anspruchsvoll, seine Charaktere sind fein gezeichnet, Typen mit Ecken und Kanten. Wenn man die Reihe verfolgt stellt man fest, dass sich die Figuren weiterentwickeln. Im Fokus seht natürlich Toni, der es bisher nicht leicht hatte. Ein aufrechter Typ mit dem Herz auf dem rechten Fleck, der auch mal ein kleines Quäntchen Glück verdient hat.


Ich war von der ersten Seite an gefesselt, die Geschichte entwickelt durch die beiden Zeitebenen ihren eigenen Sog. Die Spannungskurve steigt steil an, um am Ende mit einer sensationellen Überraschung aufzuwarten.


Fazit: So geht Krimi, dieser Fall zählt definitiv zu meinen Lesehighlights 2019. Ich hoffe auf viele weitere spannende Fälle mit Toni.

Veröffentlicht am 09.10.2019

High-Fantasy vom Feinsten

Die Krone der Dunkelheit
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Klappentext: "Freya kennt die Wahrheit. Sie hat herausgefunden, was mit ihrem Bruder im Land der Fae geschehen ist, und nun bleibt für sie nur noch eines zu tun: Sie muss nach Thobria zurückkehren und ...

Klappentext: "Freya kennt die Wahrheit. Sie hat herausgefunden, was mit ihrem Bruder im Land der Fae geschehen ist, und nun bleibt für sie nur noch eines zu tun: Sie muss nach Thobria zurückkehren und sich ihrem Schicksal als zukünftige Königin stellen. Doch der Hof ist ein goldener Käfig voller Regeln und Verbote, dabei will Freya nichts sehnlicher als Magie wirken und Larkin finden, der als gesuchter Verbrecher noch immer auf der Flucht vor dem König ist. Zeitgleich ziehen die geplatzte Krönung und das gescheiterte Attentat auf den jungen Fae-Prinzen Kheeran immer gravierendere Folgen nach sich. Unruhen brechen unter den Unseelie aus und womöglich findet diese Bedrohung schon bald einen Weg in das Reich der Menschen."

Ich habe den zweiten Teil unmittelbar nach dem ersten gelesen, so dass das Leseerlebnis besonders intensiv war. Wir begleiten die schon bekannten Charaktere, jedoch kommen auch einige neue interessante Figuren dazu. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt, so kommen neben Freya, Kheeran, Ceylan und Larkin auch Leigh und Elroy zu Wort. Im Vergleich zu Teil eins kann auch der zweiten Band super mithalten, ich hatte nicht das Gefühl dass er schwächer war, im Gegenteil. Die Charaktere gewinnen an Tiefe, man lernt sie immer besser kennen und die Handlung ist turbulent und bringt so einige Überraschungen und Wendungen, mit denen ich echt nicht gerechnet hätte. Ich konnte ganz tief in diese Geschichte mit all ihrer Magie eintauchen, fand die Spannung gegen Ende unerträglich.

Laura Kneidl schreibt phantastisch, schön locker flockig, so dass die Seiten nur so dahin fliegen. Die Figuren sind sehr schön charakterisiert, meine Lieblinge sind ganz klar Freya und Larkin, aber auch Leigh wurde mir hier immer sympathischer, je mehr man über ihn erfahren hat. Ich habe echt jede Seite genossen, jetzt bleibt nur noch, auf den nächsten Teil zu warten. Und das bei einen wirklich fiesen Cliffhanger. Wie soll ich nur die Wartezeit überstehen?

Fazit: High-Fantasy vom Feinsten, auch der zweite Teil hat mich begeistert.

Veröffentlicht am 07.10.2019

gelungene Fortsetzung

Die Flucht der Meisterbanditin
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Es geht weiter mit Marie, der Meisterbanditin, die ich schon in Teil eins kennenlernen durfte. Auch wenn der Teil für sich gelesen werden kann, empfehle ich, mit dem ersten Teil zu beginnen, weil es viel ...

Es geht weiter mit Marie, der Meisterbanditin, die ich schon in Teil eins kennenlernen durfte. Auch wenn der Teil für sich gelesen werden kann, empfehle ich, mit dem ersten Teil zu beginnen, weil es viel mehr Spaß macht, wenn man die Vorgeschichte und die Beziehungen der Protagonisten kennt.

Wie gewohnt ist der Schreibstil schön flüssig und bildhaft, so dass die Seiten nur so dahin fliegen und ich nach kurzer Zeit in diese längst vergangene Zeit eintauchen konnte. Wir schreiben das Jahr 1721, Marie und Jost führen inzwischen ein beschauliches Leben in Ludwigsburg, das jäh endet, als Jost wegen Mordes festgenommen wird. Marie weiß nur einen Ausweg, sie bittet Wilhelmine von Grävenitz um Hilfe, Hilfe, die ihr jedoch verwehrt wird. Kurzentschlossen befreit Marie Jost aus dem Kerker, die beiden fliehen um ihr Leben.

Maries Geschichte ist von Anfang an so fesselnd, dass ich das Buch in kurzer Zeit ausgelesen hatte. Silvia Stolzenburg hat hier interessante Charaktere erschaffen, die sich weiterentwickeln. Facettenreiche Figuren, die immer für eine Überraschung gut sind. Marie ist für die damalige Zeit tough und clever, neigt aber auch dazu, sich zu überschätzen. So trifft sie Fehlentscheidungen, die sie und Jost bald wieder in Gefahr bringen. Durch die bildhafte Sprache hatte ich Kopfkino, ich hatte sowohl die Personen als auch die Szenerie bildlich vor Augen und konnte tief in die Geschichte eintauchen. Es gibt einige Wendungen, die mich überrascht haben, ich habe mit Marie mitgelitten und gebangt, dass am Ende alles gut ausgeht.

Fazit: Eine gelungene Fortsetzung, die Teil eins in nichts nachsteht. Ich bin auf die Fortsetzung schon gespannt.

Veröffentlicht am 12.09.2019

Der Architekt

Architekt des Bösen
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Im fünften Fall für das Ermittler-Dreamteam Helen und Nicolas Eichborn geht es um perfekte Verbrechen. Geplant vom einem Mann, der "der Architekt" genannt wird. Aus Ermittlerkreisen wird vermutet, dass ...

Im fünften Fall für das Ermittler-Dreamteam Helen und Nicolas Eichborn geht es um perfekte Verbrechen. Geplant vom einem Mann, der "der Architekt" genannt wird. Aus Ermittlerkreisen wird vermutet, dass der Architekt nur ein Mythos ist, allein Hauptkommissar Joshua Lehmann ist sich sicher, dass es sich um eine real existierende Person handelt. Und er hat auch schon einen Ermittlungsansatz. Undercover schleust er sich in eine Gruppe Reichsbürger ein. Bruno Sander, der Kopf der Gruppe, plant ein Verbrechen von unglaublich großem Ausmaß, wofür er den Architekten engagiert hat. Als Helen und Nicolas involviert werden, scheint es schon zu spät zu sein....

Da es sich um den fünften Teil einer Reihe handelt ist es ratsam, die vorigen Teile zu kennen, ansonsten könnte es aufgrund der vielen Protagonisten für Quereinsteiger nicht ganz so einfach sein. Ich habe die Reihe von Anfang an verfolgt, wie schon in der Vorgängern punktet Nicolas mit flapsigen Sprüchen und lockeren Dialogen. Am Anfang eines jeden Kapitels steht ein Zitat, das sich im folgenden Text findet. Eine klasse Idee, die mir genauso gefällt wie die kurzen knackigen Kapitel, die sich super flüssig lesen lassen. Man gerät in Versuchung immer noch ein Kapitel mehr zu lesen.

Die Story ist wieder mal up to date, brisant und fesselnd. Spannend, trotzdem hätte ich mir noch ein klein wenig mehr Spannung gewünscht.

Die Handlung wird aus der Sicht von verschiedenen Protagonisten aufgerollt, so entsteht eine ganz eigene Dynamik. Für meinen Geschmack waren die Figuren sehr gut gezeichnet, sowohl die Guten als auch die Bösen. Zudem gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten, mehr wird hier aber nicht verraten. Nicolas ist mit seinen Sprüchen und seinen unkonventionellen Methoden wirklich einzigartig, dank seiner Selbständigkeit kann er auch mit nicht ganz legalen Mitteln arbeiten.

Fazit: Fesselnder Thriller mit einem sehr brisanten Thema, ich freue mich schon auf den nächsten Fall für Nicolas und Helen.