Profilbild von tigerbea

tigerbea

Lesejury Star
offline

tigerbea ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tigerbea über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2019

Urkomisch

Kein Mord ist auch keine Lösung
0

Alwine hat im Verlag einen neuen Chef bekommen. Sebastian Voigt - arrogant, krempelt das Verlagsprogramm um und erpresst Alwine, Silvie und Özlem. Auf normalem Weg können sich die drei deshalb nicht gegen ...

Alwine hat im Verlag einen neuen Chef bekommen. Sebastian Voigt - arrogant, krempelt das Verlagsprogramm um und erpresst Alwine, Silvie und Özlem. Auf normalem Weg können sich die drei deshalb nicht gegen seine Schikanen wehren. Sie sehen nur noch einen Ausweg: Sebastian muß sterben. Als ihre Mordversuche mißlingen, muß ein Profikiller her.....



Cathrin Moeller hat hier mit ihrem Buch "Kein Mord ist auch keine Lösung" einen humorvollen Krimi geschaffen. Die Situationskomik ist einfach herrlich. Schon allein die Ideen, die Alwine, Silvie und Özlem entwickeln, um ihren Chef zu ermorden, sind einfach herrlich. Ebenso witzig sind die Abwandlungen bekannter Autorennamen und der Handhabung eines gewissen Buchportales durch Verlage, um an Rezensionen am Erscheinungstag zu kommen. Die Charaktere der drei Freundinnen sind sehr sympathisch und ich konnte ihre Gefühle verstehen, ja, auch ihre Rachegelüste. Neben dem Humor bekommt man hier aber auch Spannung - vor allem am Ende, als Alwine ihre persönliche Hölle erlebt. Diese ist zwar etwas übertrieben, aber paßt perfekt.



Dieses Buch hat richtig Spaß gemacht und wer ein Freund von nicht ernst gemeinten Krimis ist, wird hier voll auf seine Kosten kommen!

Veröffentlicht am 29.10.2019

Streckenweise langatmig

Der Verein der Linkshänder
0

Kommissar van Veeteren, längst im Ruhestand und kurz vor seinem 75. Geburtstag, wird bei einem alten Fall um Hilfe gebeten. Ein Mann wurde tot aufgefunden, der vor Jahren als Mörder von vier Menschen ermittelt ...

Kommissar van Veeteren, längst im Ruhestand und kurz vor seinem 75. Geburtstag, wird bei einem alten Fall um Hilfe gebeten. Ein Mann wurde tot aufgefunden, der vor Jahren als Mörder von vier Menschen ermittelt wurde. Doch damals wurde er offenbar ebenfalls getötet. Van Veeteren und sein Team haben damals versagt, dies will er nun berichtigen. Gemeinsam mit Partnerin Ulrike und seinem früheren Kollegen Münster schließt er sich mit den Kommissaren Barbarotti und Backman zusammen, um diesen Fall nun zu lösen.

Als großer van Veeteren-Fan hatte ich mich riesig auf dieses Buch gefreut. Doch es reicht leider nicht an die alten Fälle heran. Van Veeteren verrennt sich hier zu oft in seine abgehobenen Gedanken und zerstört damit leider immer wieder die Spannung. Dies war in den alten Büchern nicht so! Trotzdem war es schön zu wissen, daß es ihm in der Zwischenzeit gut ergangen ist. Barbarotti war für mich ein komplett neuer Charakter, so daß ich nicht sagen kann, ob er hier anders ist, als in den restlichen Büchern. Hier jedenfalls hat mir der Charakter gefallen. Die Idee, Kommissare aus verschiedenen Serien in einem Buch zusammen ermitteln zu lassen, ist zwar nicht neu, hat aber seinen Reiz und gefällt mir immer wieder. So auch hier. Hakan Nesser legt gekonnt Spuren, die in die Irre führen, so daß der Leser ebenso lange rätselt wie die Kommissare. Aus diesem Grund liest man trotz der immer wieder aufkommenden Längen gespannt weiter.

Insgesamt betrachtet ein Buch, daß dich lohnt zu lesen - man braucht nur etwas Geduld oder überspringt manche Stellen einfach.

Veröffentlicht am 11.10.2019

Fischbrötchen und Gaspipeline

Haifische am Strelasund
0

Privatermittler Tom Brauer und seine Frau Clara wollen eine ruhige Woche an Bord ihres Schiffes in Stralsund verbringen. Doch der ehemalige Schulfreund von Carla, Rocco, braucht ihre Hilfe. Er hat Probleme ...

Privatermittler Tom Brauer und seine Frau Clara wollen eine ruhige Woche an Bord ihres Schiffes in Stralsund verbringen. Doch der ehemalige Schulfreund von Carla, Rocco, braucht ihre Hilfe. Er hat Probleme mit seiner Fischbude und vermutet, daß er vom Ordnungsamt benachteiligt wird. Als nach einem privaten Treffen mit einem Mitarbeiter des Amtes dessen erschlagene Leiche gefunden wird, ist der Verdacht schnell auf Rocco gefallen. Doch damit nicht genug für Tom: Er kommt einer politischen Auseinandersetzung auf die Spur, bei der es um den Bau einer Gaspipeline vom Greifswalder Boden bis nach Russland geht...

"Haifische am Strelasund" ist bereits der dritte Fall für Tom Brauer. Man kann ihn aber sehr gut einzeln lesen, Burkhard Wetekam führt den Leser ganz gekonnt in die Geschichte ein und man erfährt im Laufe der Zeit alles Wissenswerte über die Charaktere. Tom Brauer und Clara sind durchweg sympathisch, wenn ich auch sagen muß, daß ich Clara manchmal nicht verstehe. Ihre Handlungen sind streckenweise für mich nicht nachvollziehbar, sie bringt sich mit ihren Falschaussagen selbst in Verdacht. Gefallen hat mir hier der Lokalkolorit - man kann sich Stralsund sehr gut vorstellen. Alles spielt an real existierenden Schauplätzen, die vom Autor richtig gut beschrieben werden. Seine Schreibweise ist sehr bildlich. Er schafft eine tolle Atmosphäre und schafft es Spannung mit ein wenig Humor zu verpacken.

Veröffentlicht am 08.10.2019

Familiengeschichte mit viel Hintergrund

Space Girls
0

Martha Richter lebt in Köln, zerstritten mit ihren Eltern während des Zweiten Weltkrieges. Am Tag nach der Geburt von Tochter Juni macht sie sich auf den Weg zu ihren Eltern. Doch sie trifft sie nicht ...

Martha Richter lebt in Köln, zerstritten mit ihren Eltern während des Zweiten Weltkrieges. Am Tag nach der Geburt von Tochter Juni macht sie sich auf den Weg zu ihren Eltern. Doch sie trifft sie nicht an. Sie erfährt, daß ihre Eltern, die Mutter Französin, der Vater Deutscher, aber Regimegegner, nach Frankreich geflohen seien. Auch Martha muß fliehen. Gemeinsam mit Juni macht sie sich auf den Weg nach Frankreich, ihre Eltern findet sie jedoch nicht. Ein paar Jahre später endet ihre Flucht in New Orleans, jedoch darf niemand wissen, daß Martha und Juni Deutsche sind. Juni ist seit ihrer Kindheit in Frankreich beseelt von dem Gedanken zu fliegen. Als Amerika die Mondlandung plant, werden auch Frauen getestet - unter ihnen Juni...

Maiken Nielsen hat sich mit ihrem Buch "Space Girls" an ein großes Projekt gewagt. Anhand einer Familiengeschichte wird hier die Kriegszeit und die Anfänge der Raumfahrt beleuchtet. Die Geschichte berührt, denn Maiken Niesen stellt hier zwei Personen in den Vordergrund, deren Leben von Höhen und Tiefen geprägt sind. Man leidet mit ihnen, freut sich mit ihnen und ist erschüttert, wie hart das Schicksal zuschlägt. Sehr lehrreich empfand ich das geschichtliche Drumherum. Zunächst die Kriegszeit mit ihren Schwierigkeiten und Nöten, die Probleme und Gefahren der Flucht und vor allem die Tatsache, daß niemand die wahre Herkunft von Martha und Juni erfahren durfte - noch nicht einmal Juni selbst kannte sie. Dies ist einfach bewegend und unvorstellbar. Als weitere Handlung bekommt man hier die Geschichte der Raumfahrt von den Planungen bis zur Mondlandung näher gebracht. Immer wieder bekommt man einzelne Episoden aus der Apollo 11 zu lesen, die einen faszinierenden Einblick in die Mondlandung geben. Die Person des Wernher von Braun wird hier auf zwiespältige Weise dargestellt. Einerseits im Dienste der Nazis, andererseits amerikanischer Raumfahrtheld. Hier betritt Maiken Nielsen einen schmalen Grat der Geschichte. Bewundernswert war der Mut der Pilotinnen, sich als Frauen dem Test zum Astronauten zu stellen. Faszinierend und mutig - zumal dies auf Tatsachen beruht.
Insgesamt ein sehr lohnendes Buch. Ich persönlich hätte mir allerdings mehr über die Raumfahrt und weniger Familiengeschichte gewünscht.

Veröffentlicht am 26.09.2019

Zauberhaftes Buch vom Zauberland

Bratapfel am Meer (Neuauflage)
0

Caro, Krankenschwester auf der Intensivstation, steht nach der Trennung von ihrem Mann zusammen mit Hund Einstein endlich wieder fest auf eigenen Füßen, als Jörn wieder hin- und hergerissen ist zwischen ...

Caro, Krankenschwester auf der Intensivstation, steht nach der Trennung von ihrem Mann zusammen mit Hund Einstein endlich wieder fest auf eigenen Füßen, als Jörn wieder hin- und hergerissen ist zwischen Caro und seiner neuen Freundin. Da kommt ihr die Bitte einer ihrer Patientinnen sehr gelegen. Elfriede bittet sie, eine Perlenkette zurück nach Juist zu bringen, zu ihrer großen Liebe. Als Elfriede kurz darauf stirbt, beschließt Caro diese Bitte zwischen Weihnachten und Silvester zu erfüllen. Wie wird sich diese eine Woche auf Caro auswirken? Und wird die Kette ihre Bestimmung finden?


Anne Barns hat mit "Bratapfel am Meer" einen Roman voller Gefühle geschaffen. Caro ist ein herzensguter Charakter, der niemandem böse sein kann. Noch nicht einmal ihrem untreuen Ehemann. Ich hätte sie in dieser Beziehung gern mal wachgerüttelt - aber dafür hatte sie ja zum Glück ihre beste Freundin. Die Charaktere sind einmalig schön beschrieben, man hat das Gefühl, sie schon immer zu kennen. Und so mancher macht hier eine interessante Entwicklung mit! Aber auch Juist erlebt man hautnah und erkennt es durch diesen herrlich bildhaften Stil der Autorin. Man hört das Klappern der Pferdehufe und das Knirschen der Eisschollen auf der Nordsee, als wenn man selbst dabei wäre. Anne Barns beschreibt das Töwerland so wie es wirklich ist - ruhig, beschaulich, richtig entspannend. So wie das Buch selbst auch ist. Am Ende des Buches befinden sich noch wunderschöne Weihnachtsrezepte des Gebäcks, welches im Buch erwähnt wird.
Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen, denn:
Töwerland - Zauberland -zauberhaftes Buch!