Actionreiche Story mit Längen
Die FestungIn "Die Festung" entwirft der Autor ein grausames Szenario, in dem Menschen am Ende um ihr Leben kämpfen müssen. Was für die Teilnehmer als gewinnträchtiges Escape-Spiel begann, endet mit der Enttarnung ...
In "Die Festung" entwirft der Autor ein grausames Szenario, in dem Menschen am Ende um ihr Leben kämpfen müssen. Was für die Teilnehmer als gewinnträchtiges Escape-Spiel begann, endet mit der Enttarnung eines extrem psychisch gestörten Menschen. Die Teilnehmer geraten ilim Verlauf in eine Notsituation und die Gruppe teilt sich in zwei Lager. Hier wird der psychologische Aspekt in einer Extremsituation deutlich, die Manipulation durch den Spielführer gelingt.
Immer wieder erfährt man im Laufe der Story in einem Podcast im Rückblick den Verlauf des Spiels und auf Social media die intensiver werdende Hetze der "Zuschauer". Es ist so erschreckend, wie real der Twitter-Feed wirkt.
Er hält dem Menschen den Spiegel vor, denn hier kann man sehen, wie Social media ein Eigenleben entwickelt. Hier wird gehetzt, verurteilt, beschimpft, gedroht, was das Zeug hält. Ohne jemanden zu kennen und dessen Leben und Geschichte bildet sich jeder sein Urteil und gibt das ungefiltert weiter. Die Menschen gucken einfach nicht mehr bei sich selber. Abstoßend und verachtungswürdig.
Ich empfinde die steigende psychologische Entwicklung im Laufe der Story als sehr ausgefeilt, das hat mir sehr gut gefallen und überwiegt einige Längen im Fortlauf der Geschichte. Spannung ist durchaus gegeben, die Spiele ausgeklügelt erdacht. Dennoch habe ich zum Ende hin eine "Teilung" empfunden, ich hätte mir gewünscht, dass die Erklärungen zum Schluss mehr im Verlauf eingeflossen wären und man noch mehr über die Hinter- und Beweggründe des Täters erfahren hätte. Dennoch ein spannendes Buch, das vielen Lesern in der Leserunde actionreiche Lesefreude bereitet hat.