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Annafrieda

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.06.2025

Actionreiche Story mit Längen

Die Festung
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In "Die Festung" entwirft der Autor ein grausames Szenario, in dem Menschen am Ende um ihr Leben kämpfen müssen. Was für die Teilnehmer als gewinnträchtiges Escape-Spiel begann, endet mit der Enttarnung ...

In "Die Festung" entwirft der Autor ein grausames Szenario, in dem Menschen am Ende um ihr Leben kämpfen müssen. Was für die Teilnehmer als gewinnträchtiges Escape-Spiel begann, endet mit der Enttarnung eines extrem psychisch gestörten Menschen. Die Teilnehmer geraten ilim Verlauf in eine Notsituation und die Gruppe teilt sich in zwei Lager. Hier wird der psychologische Aspekt in einer Extremsituation deutlich, die Manipulation durch den Spielführer gelingt. 

Immer wieder erfährt man im Laufe der Story in einem Podcast im Rückblick den Verlauf des Spiels und auf Social media die intensiver werdende Hetze der "Zuschauer". Es ist so erschreckend, wie real der Twitter-Feed wirkt. 

Er hält dem Menschen den Spiegel vor, denn hier kann man sehen, wie Social media ein Eigenleben entwickelt. Hier wird gehetzt, verurteilt, beschimpft, gedroht, was das Zeug hält. Ohne jemanden zu kennen und dessen Leben und Geschichte bildet sich jeder sein Urteil und gibt das ungefiltert weiter. Die Menschen gucken einfach nicht mehr bei sich selber. Abstoßend und verachtungswürdig. 

Ich empfinde die steigende psychologische Entwicklung im Laufe der Story als sehr ausgefeilt, das hat mir sehr gut gefallen und überwiegt einige Längen im Fortlauf der Geschichte. Spannung ist durchaus gegeben, die Spiele ausgeklügelt erdacht. Dennoch habe ich zum Ende hin eine "Teilung" empfunden, ich hätte mir gewünscht, dass die Erklärungen zum Schluss mehr im Verlauf eingeflossen wären und man noch mehr über die Hinter- und Beweggründe des Täters erfahren hätte. Dennoch ein spannendes Buch, das vielen Lesern in der Leserunde actionreiche Lesefreude bereitet hat. 



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Veröffentlicht am 19.09.2020

Realer Mörder oder Spuk?

Das Haus
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Der Bewohner eines Hauses mit vielen Mietparteien lädt seine Mitbewohner einmal monatlich zum Umtrunk und Kennenlernen in sein Apartment ein. Am Tage nach solch einer Zusammenkunft wird ein Medizinstudent ...

Der Bewohner eines Hauses mit vielen Mietparteien lädt seine Mitbewohner einmal monatlich zum Umtrunk und Kennenlernen in sein Apartment ein. Am Tage nach solch einer Zusammenkunft wird ein Medizinstudent tot vor dem Haus aufgefunden. Und auch im weiteren Verlauf gibt es Tote oder es verschwinden Menschen.

Unter den Bewohnern stellt so manch einer eigene Theorien der Geschehnisse auf. Besonderes Augenmerk legt man auf Nadja, die mit ihren parapsyhologischen Wissenschaften die Ursache eher in diesem Bereich vermutet.

Ich fand das Buch ziemich spannend, der Bogen war gut espannt. Auch die unterschiedlichen Charaktere mit ihrem gesellschaftlichen Hintergrund fand ich gut beschrieben. Den parapsychologischen Ansatz in einem Krimi einzuweben fand ich spannend und außergewöhnlich, das hat mir gut gefallen. Einzig der Schluss hat mich nicht so ganz überzeugt, irgendwie erschien er mir ein wenig zu "überladen". Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten und der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen. Also gebe ich hier gerne eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 02.01.2020

Nichts ist wie es scheint

Blutblume
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Sara zieht nach dem mysterösen Tod ihres Vaters von der Provinz nach Stockholm. Die ungeklärten Umstände desTodes machen es der Familie nicht leicht, zur Ruhe zu kommen. Doch auch in Stockholm mehren sich ...

Sara zieht nach dem mysterösen Tod ihres Vaters von der Provinz nach Stockholm. Die ungeklärten Umstände desTodes machen es der Familie nicht leicht, zur Ruhe zu kommen. Doch auch in Stockholm mehren sich die merkwürdigen Zufälle und Sara beginnt an ihrem Verstand zu zweifeln. Auch ihr gut bezahlter Job in einer PR-Agentur und ihre neue Freundin Bella geben ihr keinenzuverlässigen Halt.

Psychothriller hätte hier gut gepasst. Der Thrill besteht für mich darin, dass man sich bis zum Schluss nicht sicher ist, wer hinter den mysteriösen Begebenheiten steckt und man rätselt immer, was wahr ist und was nicht. Nichts ist wie es scheint, das ausgeklügelte Puzzle macht Spaß. Die Autorin lässt ihre Protagonistin glaubhaft durch die Hölle gehen, ich war immer nah am Geschehen. Die Zügel werden im Laufe der Geschichte immer straffer gezogen, ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

Die originalen Zeitungsausschnitte waren sicher wichtig für die Story, denn sie ist um das Geschehen in frühren Zeiten gewebt und greifen den unaufgeklärten Mord an Olof Palme auf. Dennoch waren sie mir auf Dauer zu ausführlich, um nicht zusagen, dass ich sie irgendwann nicht mehr wichtig für den Verlauf der Story empfand. Sie waren in kurze Abschnitte gefasst, jedoch in großer Zahl und es kamen so viele Leute darin vor, dass ich letztendlich den Überblick verloren habe. Allerdings fand ich es schon enorm, wie akribisch Louise Boije af Gennäs für ihre Story recherchiert hat und wie brisant das Thema um Machtmissbrauch, Vertuschung, Menschenhandel und Korruption auch heute noch ist.

Einige Fragen werden am Ende beantwortet, einige Fäden bleiben lose hängen. Aber das finde ich schon in Ordnung, denn man weiß, dass es sich um eine Triologie handelt. Und so bin ich gespannt auf den zweiten Teil, auf den man sich wohl oder übel noch etwas gedulden muss.

Der Schreibstil ist flüssig und macht Spaß. Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen, auch äußerlich ist es ein Eyecatcher mit dem roten Schnitt!

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Veröffentlicht am 12.10.2019

Die Tragödie einer Familie

Böse Tränen
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Bei Bauarbeiten werden die Überreste einer Kinderleiche gefunden. Bei ihr findet man ein rosa Halstuch mit dem Namen Julie darauf. Das ruft die Psychiaterin Olivia Hofmann auf den Plan, deren Tochter Julie ...

Bei Bauarbeiten werden die Überreste einer Kinderleiche gefunden. Bei ihr findet man ein rosa Halstuch mit dem Namen Julie darauf. Das ruft die Psychiaterin Olivia Hofmann auf den Plan, deren Tochter Julie mit ihrem Mann vor 5 Jahren spurlos verschwand. Zusammen mit Ex-Kommisar Levi Kant begibt sie sich auf Spurensuche.

Das Autoren-Duo B. C. Schiller entwirft hier im 2. Teil des Ermittler-Duos das verstörende und düstere Bild einer Familie, die durch den partriarchalen Vater tyrannisiert wurde und auch nach dessen Tod nicht aus seinen Fängen entkommt. Das Verschwinden der kleinen Rosa wurde nie aufgeklärt. Die neuen Ermittlungen von Levi und Hofmann führen sogar in höhere gesellschaftliche Kreise. Mit Mut und Durchahltevermögen gelingt es den beiden, trotz einiger Widerstände, den Fall aufzuklären.

Der Thriller gewinnt schnell an Fahrt und hält den Spannungsbogen bis zum Schluss. Ein außergewöhnlicher Plot macht Freude. Das Bild der Familie, das hier gezeichnet wurde, erschreckt und hat mein Kopfkino entfacht. Die Charaktere sind unterschiedlich und passend. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir etwas aus dem 1. Teil fehlen würde. Das Buch endet mit einem Cliffhänger, bereit für den 3. Teil. Leider ist das am Ende eines Buches so eine Sache; Ich finde das recht unbefriedigend. Zumindest, wenn ein wichtiger Teil des Plots sich dadurch für mich nicht erklärt und ich warten muss, bis das weitere Buch erscheint. Vielleicht könnte man das auch anders lösen.
Ich finde den Schreibstil gradlinig und schnörkellos, sehr passend für einen Thriller, der das Tempo immer steigert.

Ich gebe Leseempfehlung für diesen spannenden Thriller.

Veröffentlicht am 03.06.2026

Zwei Schwestern - zwei Wege

Sister, Sister
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Sigrid schreibt Abschiedsbriefe, in denen sie berichtet, wie ihr Leben bisher verlief und wie es (Triggerwarnung) dazu kam, sich suizidieren zu wollen. Wir lernen ihre schwierige Familiengeschichte kennen, ...

Sigrid schreibt Abschiedsbriefe, in denen sie berichtet, wie ihr Leben bisher verlief und wie es (Triggerwarnung) dazu kam, sich suizidieren zu wollen. Wir lernen ihre schwierige Familiengeschichte kennen, ihren erfolglosen Werdegang und die soziale Ausgrenzung ihr gegenüber. Wir lernen im Laufe der Geschichte auch ihre Schwester Margit kennen, deren Leben eine andere Richtung nahm. Beide haben sich aus den Augen verloren und erst dieser Schlag lässt sie umdenken.

Ich hatte nicht unbedingt Erwartungen an dieses Buch, wollte die Story offen angehen. Dennoch denke ich, dass der Klappentext eher in eine andere Richtung deutete, als erwartet. Ich habe einige Zeit gebraucht, um reinzukommen. Doch von Seite zu Seite wurde mein Interesse größer und Sigrids Briefe entwickelten einen gewissen Reiz.

Auf der einen Seite klingen die Ausführungen der Protagonistin alltäglich, fast lapidar. Auf der anderen Seite erkennt man hinter ihren Worten die verletzte Seele, die Ablehnung erfahren hat, weil sie den Erwartungen der anderen nicht gerecht wurde. Die beschlossen hat, die Verantwortung dafür auf sich zu nehmen. Andererseits hat Sigrid auch viele detaillierte Erinnerungen an schöne Erlebnisse. Es wird deutlich, wie unterschiedlich die Schwestern mit den Erfahrungen ihrer Kindheit umgegangen sind. Wie jeder mit der Unsicherheit in ihrem Zuhause, dem Zwiespalt, der Angst umgegangen ist, die ihre weiteren Leben bestimmten.

Zum Ende hin wurden mir die Wiederholungen in den Briefen einfach zu viel und brachte keinen Mehrwert. Klar, sie hatte mit Sicherheit kein schönes, sicheres Leben, aber die absolute Verzweiflung, die letztendlich zu ihrer Tat führte, kam bei mir nicht rüber. Irgendetwas fehlte mir.

Auch hatte ich erwartet, dass der Konflikt der Schwestern mehr im Vordergrund steht. Wäre das nicht auf dem Klappentext angekündigt worden, hätte ich die Geschichte eher für Sigrids Rückblick, wie es zu dem Suizid kam, gehalten. Das Buch flachte zum Ende hin deutlich ab. Der Schreibstil war allerdings gut und hat mir sehr gefallen.

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