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Veröffentlicht am 09.11.2019

Er ist wirklich gekommen… sogar zu mir!

Zwei kleine Mäuse auf der Suche nach dem großen König
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Er ist wirklich gekommen… sogar zu mir!

„Wer hätte das gedacht?“ rief Nick staunend. „Für diesen König ist niemand zu klein oder zu unwichtig!“ Über Minis Gesicht rollte eine Freudenträne. Sie jubelte: ...

Er ist wirklich gekommen… sogar zu mir!

„Wer hätte das gedacht?“ rief Nick staunend. „Für diesen König ist niemand zu klein oder zu unwichtig!“ Über Minis Gesicht rollte eine Freudenträne. Sie jubelte: „Er ist wirklich gekommen… sogar zu mir!“

Die zwei kleinen Mäusegeschwister Nick und Mini bemerken eine große Aufregung in Betlehem. Gemeinsam unternehmen sie einen Ausflug in die Stadt und beobachten die vielen Menschen, die anlässlich der Volkszählung angereist sind. Dabei treffen sie auf einen Esel, der einen ganz besonderen König sehen möchte. Die Kunde von diesem König macht in der Tierwelt die Runde, doch niemand kann so recht glauben, dass ein großer und mächtiger Herrscher ein paar kleinen Tiere seine Aufmerksamkeit schenken wird. Dennoch suchen sie ihn in allen Winkeln und Ecken der Stadt – und finden ihn letztendlich in einem Stall in Betlehem, weich gebettet in eine Futterkrippe.

In diesem hochwertigen Bildband erzählt Max Lucado die Geschichte von Jesu Geburt aus der Sicht der Tiere. Seine beiden Protagonisten sind ein niedliches kleines Mäuse-Geschwisterpaar, die der kindlichen Zielgruppe dieses Buches vermittelt, dass jeder Mensch und jedes noch so kleine Lebewesen auf dieser Erde wertvoll und von Gott geliebt ist: „Jesus ist zu euch allen gekommen. Zu jedem Einzelnen von euch“.

Die Geschichte ist zum Vorlesen gedacht, die kindgerechte Erzählung ist darüber hinaus durch ausdrucksvolle und farbenprächtige Illustrationen von Bruno Merz auch optisch ein wahrer Blickfang.

Zuletzt möchte ich noch auf die erste Buchseite hinweisen, in der die beiden kleinen Mäuse-Protagonisten ein großes weißes Feld für eine handschriftliche Widmung präsentieren – ein liebevolles Detail, welches zeitlebens auf den Schenker hinweist und das ich bereits als Kind in meinen ersten Büchern über alle Maßen geschätzt habe.

Fazit: „Zwei kleine Mäuse auf der Suche nach dem großen König“ ist ein wunderschöner Bildband in höchst ansprechender und hochwertiger Aufmachung, der Kindern in altersgemäßer Sprache und entzückenden Bildern die Weihnachtsgeschichte nahebringt.

Begeisterte fünf Sterne und eine ganz klare Kaufempfehlung!

Veröffentlicht am 27.10.2019

Alles ist möglich dem, der glaubt!

Der weiße Löwe von Thabur
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Alles ist möglich dem, der glaubt!

„Vergiss nie, wessen Blut durch deine Adern fließt, Leandro. Ihr habt den Mut eines Löwen. Aber habt Ihr auch das Herz eines Löwen? Seid Ihr bereit, den Preis zu bezahlen, ...

Alles ist möglich dem, der glaubt!

„Vergiss nie, wessen Blut durch deine Adern fließt, Leandro. Ihr habt den Mut eines Löwen. Aber habt Ihr auch das Herz eines Löwen? Seid Ihr bereit, den Preis zu bezahlen, den Eure Berufung von Euch fordert?“

Als ein dem Okkulten zugewandter Haustechnikplaner aus Richterswil während einer Löwenjagd in Afrika plötzlich in die Enge getrieben wird, durchschreitet er ein Tor zwischen zwei Welten und gerät in das Abenteuer seines Lebens. Leandro begegnet einem weißen Löwen namens Arkyn, der einer uralten Prophezeiung gemäß gemeinsam mit seinem Schwertträger ins Königreich Thabur kommen und das Volk der Maripós aus ihrer Knechtschaft befreien soll. Leandro findet sich in einer ihm völlig fremden Gegend wieder, macht die Bekanntschaft eines Priesters des Lebendigen, der sich zugleich als Hüter des Juwels des Königs entpuppt. Das junge Waldmädchen Tajana beeindruckt ihn nicht nur mit ihren wunderschönen smaragdgrünen Augen, sondern vielmehr durch ihren Mut und Kampfesgeist. Gemeinsam mit dem einbeinigen Kunstschmied Jahron aus dem südlichen Erlenwald und dem völlig unmusikalischen Barden Björg schmieden die beiden einen waghalsigen Plan, um den tyrannischen Herrscher Rhakan zu stürzen und den Menschen ihre lange ersehnte Freiheit und Frieden zu bringen.

In meinem ersten Buch von Damaris Kofmehl entführte die Autorin mich in ein faszinierendes, aufregendes und vor allen Dingen atemberaubendes Abenteuer. Die beiden sympathischen und hervorragend charakterisierten Protagonisten müssen sich auf die Mission ihres Lebens begeben. Sie werden hierbei nicht nur mit den grausamen Schattenkriegern Rhakans, sondern auch mit finsteren und scheinbar unbesiegbaren furchterregenden Kreaturen konfrontiert. Die zentrale Figur dieses Buches ist der weiße Löwe Arkyn – ein majestätisches Wesen mit edlem Charakter, einer geheimnisvollen und kraftvollen Ausstrahlung. Die Geschichte erinnert an die Chroniken von Narnia – denn Arkyn ist der Gesandte des Lebendigen und das Leben selbst. Er bezwang die Schatten und lehrt Leandro bedingungslose Liebe. Durch einen schmählichen Verrat gerät der Löwe jedoch in Lebensgefahr – und Leandro scheint der Einzige zu sein, der zur sehnsüchtig erwarteten Erfüllung der alten Prophezeiung beitragen kann. Das Buch beinhaltet viele geistliche Wahrheiten und verbindet biblische Inhalte mit einer komplexen Fantasy-Geschichte und hochgradiger Spannung.

Die Autorin hat mich auch mit der Charakterzeichnung ihrer Figuren beeindruckt. Die Emotionen und Sehnsüchte der beiden Protagonisten, aber auch deren inneren Kämpfe und Ängste wurden authentisch dargestellt. Durch den Kampf des Lichts gegen die Schatten kommt bereits sehr früh ein hoher Spannungsbogen ins Spiel, der bis zum fulminanten Finale konstant aufrechterhalten wird. Der mitreißende Schreibstil, die bildhaften Beschreibungen von Konfrontationen mit den finsteren Kreaturen aus dem Schwarzen Berg und die adrenalingeladenen Szenen fesselten mich regelrecht an dieses Buch – ich konnte es kaum noch aus der Hand legen und fieberte an Leandros Seite dem Ausgang dieser Geschichte entgegen.

FAZIT: Obgleich ich Fantasy nicht zu meinen favorisierten Genres zähle hat Damaris Kofmehl mich mit ihrer Löwenblut-Saga voll und ganz überzeugt. Ich habe jede Seite dieses Buches genossen, durfte die vier tapferen Gefährten bis zur alles entscheidenden Schlacht um Thabur begleiten und genoss die tiefen Einblicke in biblische Wahrheiten.

Völlig begeisterte fünf Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung für dieses grandiose Buch!

Veröffentlicht am 13.10.2019

Der „Katharina-Code“ und vierzehn rote Rosen

Wisting und der fensterlose Raum
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Der „Katharina-Code“ und vierzehn rote Rosen

Der mysteriöse „Katharina-Code“, der nie entschlüsselt werden konnte, und vierzehn rote Rosen beschäftigen den erfahrenen Ermittler William Wisting auch noch ...

Der „Katharina-Code“ und vierzehn rote Rosen

Der mysteriöse „Katharina-Code“, der nie entschlüsselt werden konnte, und vierzehn rote Rosen beschäftigen den erfahrenen Ermittler William Wisting auch noch vierundzwanzig Jahre nach dem Verschwinden von Katharina Haugen aus Kleivervei. Der professionell agierende Abteilungsleiter befasst sich seit damals mit diesem ungeklärten Fall, ein jährlicher Besuch bei dem Ehemann Martin Haugen führte im Laufe der Zeit zu einer eigenartig anmutenden Freundschaft zwischen dem damals Tatverdächtigen und dem Ermittler. Wisting hatte nie wirklich an Martin Haugens Unschuld geglaubt, doch sein Alibi war und blieb hieb- und stichfest. Als ein Ermittler der neu gegründeten Cold-Case-Unit in Oslo seinen ersten Fall in Angriff nimmt, stößt er bei der Wiederaufnahme des Entführungsfalles um die Unternehmerstochter Nadia Krogh auf Parallelen zum Verschwinden von Katharina Haugen. Der zielstrebige Kripo-Beamte Adrian Stiller rollt gemeinsam mit William Wisting beide Fälle neu auf und Wistings Erfahrung, sein Feingefühl und diplomatisches Geschick sind gefordert, um die Wahrheit endlich ans Licht zu bringen.

Jørn Lier Horst liefert mit seiner aktuellen Neuerscheinung einen grandiosen Einstieg in eine neue Buchreihe. Seinem liebenswerten Protagonisten William Wisting stellt er einen korrekten, ergebnisorientierten und sympathischen jungen Ermittler zur Seite, der alle Hebel in Bewegung setzt, um seinen ersten Fall erfolgreich abzuschließen. Polizeijuristin Christine Thiis sowie Wistings Kollege und Stellvertreter Nils Hammer spielen hierbei jeweils nur eine untergeordnete Rolle.

Die sprachlich-stilistische Gestaltung dieses Kriminalromans hat mir ausgezeichnet gefallen. Der ruhige, bedächtige Erzählstil, seine akribischen Beschreibungen von Personen und Handlung sowie seine interessant gestrickten Fälle haben mich bereits bei meiner ersten Lektüre des Autors Jørn Lier Horst vollends überzeugt. Auch im vorliegenden Krimi blieb er seinem Schreibstil treu und sorgte erneut für Lesevergnügen vom Feinsten. Altvertraute Fakten werden dem Leser zur Kenntnis gebracht, verschiedene Aspekte dieser komplexen Fälle neu beleuchtet, längst erkaltete Spuren dank neuer technischer Errungenschaften nachverfolgt. Neben der Ermittlungsarbeit der Polizei wird auch dem Privatleben des Protagonisten große Aufmerksamkeit zuteil. Williams Tochter Line ist als engagierte Journalistin beruflich in die beiden Fälle involviert, Lines Tochter Amalie und Wistings Sohn Thomas bereichern jene Handlungsstränge, die Wistings Privatleben thematisieren. Darüber hinaus richtet sich der Fokus zeitweilig auf einige Zeugen und Verdächtige von damals. Sind Martin Haugens manipulative und rachsüchtige Ex-Ehefrau, sein wortkarger und vorbestrafter Nachbar und der Ex-Freund des zweiten Opfers tatsächlich von jedem Verdacht erhaben? Oder sticht Wisting durch seine erneuten Befragungen in ein Wespennest und provoziert damit unbedachte Äußerungen und Handlungen?

Der Spannungsbogen wurde die gesamte Handlung über konstant aufrecht gehalten. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und wurde durch das ungewisse Schicksal der beiden verschwundenen Frauen, Sprache und Handlung vollständig in den Bann dieser Geschichte gezogen. Ein hochwertiges Cover und eine lesefreundliche Schriftgröße runden meinen positiven Gesamteindruck ab.

FAZIT: Dieser Roman aus der Feder meines favorisierten nordischen Krimiautors hat meinem Lesegeschmack in jeder Hinsicht entsprochen. Die komplexe Handlung, die Konzentration auf die Ermittlungsarbeit, das bedächtige und ruhige Erzähltempo und die hervorragend ausgearbeiteten Charaktere machen den Reiz dieses beschaulichen Krimis aus. „Wisting und der Tag der Vermissten“ bescherte mir ein unterhaltsames und interessantes Lesevergnügen und ich genoss es, an Kommissar Wistings Seite dem Rätsel um das Verschwinden der beiden Frauen auf die Spur zu kommen. Dem nächsten Band dieser Reihe sehe ich bereits jetzt mit großer Erwartungshaltung und Freude entgegen.

Völlig begeisterte fünf Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 08.10.2019

Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst des Kommunismus.

Revolution im Herzen
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Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst des Kommunismus.

„Es gibt Menschen, deren Präsenz man sogar dann spüren kann, wenn sie in einem Nebenzimmer sitzen. Karl war so ein Mensch.“

Die ersten Szenen ...

Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst des Kommunismus.

„Es gibt Menschen, deren Präsenz man sogar dann spüren kann, wenn sie in einem Nebenzimmer sitzen. Karl war so ein Mensch.“

Die ersten Szenen dieses Buches berichten von einem jungen Mädchen namens Helena Demuth, das „Zitterhand“ gehänselt wird und auf einem Hof in Sankt Wendel unter ärmsten Verhältnissen mit sechs Geschwistern aufwuchs. Lenchen kämpft umsonst darum, geliebt zu werden - ihre Mutter ist eine verhärmte und harte Frau, einzig ihr verstorbener Vater liebte seine Tochter über alles. „Pabbi“ war es auch, der seinem klugen und lerneifrigen Lenchen das Spiel der Könige beibrachte und dadurch ihr Leben prägte. „Ein Schachspiel ist voller Ereignisse und überraschender Wendungen. Oft kann man durch viel Nachdenken einen Ausweg aus den schwierigsten Situationen finden.“

Lenchens Lebensweg führt sie als Dienstmädchen zur Familie von Westphalen, nach der Verehelichung der Tochter des Hauses mit Karl Marx bleibt sie fortan in deren Diensten. Die Marxens werden wie eine Familie für sie – und im Laufe der Jahre verliert Lenchen auch ihre Angst vor dem „düsteren Karl“, der sie mit seinen unbarmherzigen und abschätzigen Blicken und seiner aufbrausenden lauten Art stets eingeschüchtert hatte. Das „schwarze Ungetüm aus Trier“ mit dem Spitznamen „Mohr“ entdeckt Lenchens Leidenschaft für das Schachspiel – und es kommt zu einer Annäherung mit ungeahnten Folgen.

Claudia und Nadja Beinert haben sich mit diesem prachtvollen Roman pfeilgerade in mein Herz geschrieben. Das Autorenduo schaffte es, mein Interesse für den stürmischen und mitreißenden Revolutionär zu wecken, dessen großes ökonomisches Standardwerk unter dem Titel „Das Kapital“ Weltruhm erlangte. In überaus einnehmendem Schreibstil und mit hervorragend charakterisierten handelnden Figuren erzählen sie die Geschichte eines Philosophen, Gesellschafts- und Wirtschaftstheoretikers, der sich gemeinsam mit dem befreundeten Fabrikantensohn Friedrich „Fritze“ Engels der Revolution und dem Sturz der preußischen Monarchie verschrieb. Wundervoll recherchierte historische Hintergründe wurden mit der Geschichte von Helena Demuth verwoben, der Kampf um soziale Gerechtigkeit für alle, die Revolution des Bürgertums und der Arbeiter, aber auch die Lebensumstände und die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Arm und Reich wurden eindrucksvoll dargestellt. Mit der Ich-Erzählerin „Lenchen“ Demuth begleitet man Karl und Jenny Marx von Jugend an, erlebt mit ihnen private Höhen und Tiefen, darf deren Bemühungen um den Kommunismus aus nächster Nähe mitverfolgen. Claudia und Nadja Beinert gelang es auf faszinierende Art und Weise, Geschichte lebendig zu machen. Liebevoll ausgearbeitete Charaktere an der Seite der Protagonisten Lenchen, Karl und Jenny Marx bereichern die Handlung darüber hinaus. Die Autorinnen verwoben gekonnt fiktive Ereignisse mit historisch belegten Tatsachen, in einem ausführlichen Nachwort gehen sie auf diese historischen Fakten detailliert ein. Das Glossar am Ende dieses Buches stellt eine willkommene und hilfreiche Ergänzung dar.

Abschließend möchte ich die hochwertige optische Aufmachung dieses Buches hervorheben, das zudem mit einem bezaubernden Cover punktet. Die Gestalt eines sitzenden Mädchens in Dienstbotenkleidung und einem Bündel handgeschriebener Briefe in Händen weist bereits im Vorfeld auf einen Briefwechsel der Protagonistin hin, der erhobene Buchtitel in blutroter Schrift zieht unweigerlich die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich. Den Beginn des Buches ziert eine alte Landkarte von London um 1850, während sich auf den beiden letzten Seiten ein auf Pergamentpapier abgedrucktes Lied von Carl Theodor Müller befindet.

Fazit: „Revolution im Herzen“ ist eine Lektüre, die mich begeistert hat. Hervorragend recherchierte historische Fakten, authentische Charaktere und das faszinierende Eintauchen in das Leben und Umfeld des Karl Marx sorgten für allergrößten Lesegenuss. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen und ich kann es jedem Leser empfehlen, der tief in diese Zeit eintauchen und Geschichte hautnah erleben möchte.

Fünf Bewertungssterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung für dieses fantastische Buch!

Veröffentlicht am 01.10.2019

Ein neuer Fall für Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn

Sterbekammer
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Ein neuer Fall für Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn

„Ich habe die Gesichter meiner Lieben vergessen. Und wie ihre Stimmen klangen. Es fühlt sich an, als hätte ich da draußen nie existiert. Als hätte ...

Ein neuer Fall für Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn

„Ich habe die Gesichter meiner Lieben vergessen. Und wie ihre Stimmen klangen. Es fühlt sich an, als hätte ich da draußen nie existiert. Als hätte ich immer hier gelebt, in diesem Bunker, in dem ich nicht leben und nicht sterben kann.“

Nachdem der streitsüchtige und aggressive Sonderling Josef Hader tot aufgefunden wurde, entdecken die Ermittler unter der Küche der alten Deichmühle eine versteckte schalldichte Kammer. Und obgleich das Team der Kripo Itzehoe aufgrund eines Mordes in einer Tankstelle alle Hände voll zu tun hat, richtet sich das Augenmerk der Polizeibeamten immer mehr auf einen ungeklärten alten Entführungsfall. Die eigensinnige und zielstrebige Polizistin Frida Paulsen und ihr Kollege Bjarne Haverkorn werden mit der Untersuchung der Deichmühle betraut und müssen sich erneut mit dem spurlosen Verschwinden von Anneke Jung vor zehn Jahren befassen.

Auch im vorliegenden dritten Band der Elbmarsch-Krimireihe von Romy Fölck stehen die beiden Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn im Mittelpunkt. Die taffe Frida wohnt seit kurzem auf dem Hof ihrer Eltern, ihr ehemaliger Vorgesetzter wurde durch einen selbstbewussten und perfektionistisch veranlagten Karrieristen ersetzt. Fridas berufliches und privates Leben werden in diesem Band gehörig durcheinandergebracht. Bjarne Haverkorn hingegen erholt sich von einer schweren Rauchvergiftung. Der erfahrene Kriminalist steht kurz vor dem Eintritt in seinen wohlverdienten Ruhestand, seine Ehe ist zerrüttet und besteht nur noch auf dem Papier. Bjarne ist emotional tief in Annekes Fall involviert, in seinem häuslichen Umfeld kommt es obendrein zu gravierenden Veränderungen. Mit Frida und Bjarne präsentiert Romy Fölck ein eingespieltes Ermittlerteam, das mir auf Anhieb sympathisch war. Die Charakterzeichnung dieser beiden Protagonisten empfand ich als äußerst gelungen und ich fand mich auch als Quereinsteiger in diese Buchreihe rasch zurecht. Prägnante vergangene Ereignisse werden kurz erwähnt, die Figuren hervorragend dargestellt. Die Autorin wartet auch mit interessanten Nebenfiguren auf. Sowohl das Team der Mordkommission, als auch Familienmitglieder und Freunde der Protagonisten stellen interessante und zum Teil durchaus vielschichtige Akteure dar. Darüber hinaus werden einige Personen unter die Lupe genommen, die irgendwann einmal Kontakt zu dem alten Einzelgänger in der Deichmühle und dessen Familie hatten. Zu guter Letzt sorgen auf dem elterlichen Hof der Frida Paulsen ein alter ungarischer Hirtenhund namens Arthur, ein Hengst mit dem klingenden Namen Cobain sowie der Esel Hetfield für Amüsement.

Fazit: „Sterbekammer“ war meine erste Lektüre aus der Feder von Romy Fölck und hat mir durch einen sehr gut konstruierten Kriminalfall, überzeugende Charaktere und dem einnehmenden Schreibstil großes Lesevergnügen bereitet. Der Spannungsbogen wird durch die in eigenen Kapiteln festgehaltenen Gedanken des Entführungsopfers hoch gehalten und man hofft bis zur letzten Seite, dass die Ermittler bei ihrer Suche nicht auf sterbliche Überreste, sondern auf eine Überlebende stoßen. Große Spannung, toller Schreibstil und ein überraschendes Ende sorgen für hervorragende Unterhaltung - gerne vergebe ich für diesen Krimi fünf Sterne und eine Leseempfehlung!