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Veröffentlicht am 05.11.2019

Sich Zuhause so richtig wohlfühlen

Mein Zuhause zum Aufatmen
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Wie soll mein Zuhause aussehen? Gemütlich, sodass sich jeder Gast sofort bei mir wohlfühlt? Oder eher passend zum Trend der Zeit, minimalistisch, sodass so wenig wie möglich im Wege steht? Die Autorin ...

Wie soll mein Zuhause aussehen? Gemütlich, sodass sich jeder Gast sofort bei mir wohlfühlt? Oder eher passend zum Trend der Zeit, minimalistisch, sodass so wenig wie möglich im Wege steht? Die Autorin dieses Buchs meint, beides ist wichtig.

In diesem Buch nimmt die Autorin den Leser mit auf eine Reise. Es geht los mit dem Kauf eines alten Hauses für ihre Familie. Die Autorin ist sich selbst nicht sicher, ob diese Entscheidung gut ist, denn es steckt viel Arbeit in diesem neuen Zuhause. Bei der Arbeit an ihrem Haus erkennt Myquillyn Smith ihre Fehler. Sie lernt loszulassen und sie findet den optimalen Weg ihr Haus zu verschönern.

Denn Schönheit, so meint die Autorin, tut uns allen gut. Als Ebenbilder Gottes gestalten wir gern, und freuen uns an Schönheit. Es ist auch einfacher Gäste in ein Haus einzuladen, für das man sich nicht schämt.

Zu dem Weg, den die Autorin beschreibt, gehören einige Gegensätze: gemütlich, doch minimalistisch, einfach, doch verschwenderisch, und schön, aber auch nützlich.

Der Weg zum Wohlfühl-Zuhause beginnt mit dem Leerräumen eines Zimmers. Nach einer Zeit des Besinnens, wird eine Sache nach der anderen wieder ins Zimmer geräumt. Dabei gilt es eine bestimmte Reihenfolge zu beachten. Und natürlich wird man dabei feststellen, dass nicht alles gebraucht wird, oder dass etwas anderes besser ins Zimmer passen würde. Die Autorin versteht das Zögern des Lesers und geht verständnisvoll darauf ein. Sie beschreibt auch vieles mit wohltuendem Humor.

Myquillyn Smith gibt ganz praktische und nützliche Ratschläge weiter, ob zur Gestaltung oder zum Möbelkauf. Die vielen Bilder zeigen ihre Inneneinrichtung. Dabei erklärt sie oft, was gut oder weniger gut aussieht. Zum Schluss findet sich eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Gedanken.

Bei diesem Buch geht es ausschließlich um das Verschönern der Inneneinrichtung. Obwohl in einem christlichen Verlag erschienen, gibt es kaum Hinweise auf den Glauben der Autorin. Themen wie Minimalismus und Loslassen werden auch nur am Rande angesprochen. Wer aber gerne sein Zuhause verschönern möchte und dazu Anregungen und Vorschläge sucht, ist bei diesem Buch genau richtig.

Der Anfang zieht sich ein wenig. Myquillyn Smith geht auf ihre Vorstellungen von Gemütlichkeit und Minimalismus ein, dabei drehen sich die Gedanken, wie in einem Kreis, immer wieder um dasselbe. Von Kapitel zu Kapitel wird das Buch jedoch praktischer. Manche wiederkehrenden Gedanken können eine große Hilfe sein beim Loslassen. So sagt die Autorin, dass wir doch nicht „Kram-Manager“ sein wollen, ständig damit beschäftigt unsere Unmengen an Sachen aufzuräumen und aufzuschichten. Und die Stapel ungelesener Zeitschriften im Wohnzimmer? Ob gewollt oder nicht, sie sind Deko! Solche Überlegungen können den Leser aufrütteln und helfen Dinge loszulassen.

Fazit: Ein Buch für Menschen, die unzufrieden sind mit ihrem Zuhause, und die Ideen und Tipps suchen, um es zu verschönern.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Historische Streifzüge, vom Orient zum Westen

Kiffen, Kaffee und Kajal
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Der Autor, Kerim Pamuk, wurde in einem türkischen Dorf geboren. Seine Eltern arbeiteten in Deutschland, und als der Autor neun war, wurden er und seine Schwester nach Deutschland geholt.

Die Umstellung ...

Der Autor, Kerim Pamuk, wurde in einem türkischen Dorf geboren. Seine Eltern arbeiteten in Deutschland, und als der Autor neun war, wurden er und seine Schwester nach Deutschland geholt.

Die Umstellung war für beide sehr hart. Auch jetzt, nach vielen Jahren, begegnet der Autor Vorurteilen gegenüber Türken und anderen Orientalen. Darum möchte er mit diesem Buch zeigen, wie viele liebgewordene Dinge unseres Alltags aus dem Orient stammen.

Das beginnt bei vielen Begriffen, die ihren Ursprung im Arabischen haben. Ob Kiffen, Kaffee, Kajal oder Alkohol, der Autor erklärt die ursprüngliche Bedeutung dieser Wörter. Aber nicht nur unsere Sprache profitiert von den Einflüssen des Orients. Wer hätte gedacht, dass das Schachspiel, Tulpen und Knoblauch aus dem Osten kommen? Ganz zu schweigen vom einst wertvollen Pfeffer.

Kerim Pamuk ist nicht nur Autor, er ist auch Historiker und Komiker. Beides kommt in diesem Buch zum Tragen. So werden viele Jahrhunderte arabische Geschichte zusammengefasst und mit einem Augenzwinkern betrachtet. Eine Menge merkwürdige Gestalten werden kurz vorgestellt, und bei manchen Geschichten fragt sich der Leser, ob das nun Geschichte ist – oder eine Geschichte aus Tausendundeiner Nacht.

Jedes Kapitel geht auf ein anderes Thema ein. Die Ausführungen über das Schachspiel nehmen großen Raum ein, ebenso der geschichtliche Rückblick. Die Zusammenfassung so vieler Ereignisse aus mehreren Jahrhunderten kann beim Lesen ermüdend wirken, vielleicht wären weniger, dafür aber prägnante, Geschichten besser gewesen.

Interessant sind die Rückblicke auf die Kindheit des Autors. So erfährt der Leser, wie es sich anfühlt fremd zu sein, aber auch welche Erfahrungen bei der Integration für ihn positiv waren. Das letzte Kapitel lässt etwas verwirrt zurück: Wie passt das Thema Yoga in dieses Buch?

Fazit: Eine interessante Wanderung durch die orientalische Geschichte, die deutlich macht, welche Einflüsse wir Asien verdanken. Stellenweise etwas langatmig, bekommt der Leser jedoch interessante Wissensbrocken über den eigentlichen Ursprung mancher liebgewordenen Gegenstände und Bräuche.

Veröffentlicht am 26.10.2019

Große Not am Rand Europas

Wo die Welt schreit
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Nach wie vor versuchen viele Flüchtlinge nach Europa zu kommen. Bis sie ihr erstes europäisches Ziel erreichen, haben sie oft einen langen, leidvollen Weg hinter sich. Schwer traumatisiert steigen Menschen ...

Nach wie vor versuchen viele Flüchtlinge nach Europa zu kommen. Bis sie ihr erstes europäisches Ziel erreichen, haben sie oft einen langen, leidvollen Weg hinter sich. Schwer traumatisiert steigen Menschen aller Altersgruppen aus hinfälligen Booten an der Küste der griechischen Insel, Lesbos. Sie kommen in ein überfülltes Lager auf einem ehemaligen militärischen Gelände. Das Lager Moria beherbergt viel mehr Menschen, als dort eigentlich Platz hätten.

Die Autorin dieses Buchs, Andrea Wegener, arbeitet schon seit über zehn Jahren in der Verwaltung einer christlichen Hilfsorganisation, als sie den Eindruck hat, sie soll selbst hingehen, wo Not herrscht. Anstatt weiterhin in einer sicheren Umgebung zu verwalten und organisieren, möchte sie als einfache Helferin dorthin „wo die Welt schreit“.

Ihre Organisation entsendet sie auf die Insel Lesbos, wo sie sich, zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern, um die ankommende Flüchtlinge kümmert. Es ist für alle Seiten frustrierend, dass die Menschen hier so lange bleiben müssen. Auf engem Raum warten sie monatelang auf die Anerkennung ihrer Asylanträge.

Das Leid in Moria ist so groß wie die Anzahl der Menschen. Die sanitären Anlagen reichen bei weitem nicht. Der Wohnraum ist unvorstellbar knapp berechnet. Frauen müssen vor Vergewaltigungen geschützt und kämpfende Männer auseinandergerissen werden. Immer wieder können die vielen Hilfsgüter unter den notleidenden Menschen verteilt werden, doch es ist nie genug.

Die kurzen Kapitel dieses Buchs lesen sich wie Tagebuch- oder Blogeinträge. Von November 2018 bis Mai 2019 berichtet die Autorin über Menschen, Erlebnisse und persönliche Eindrücke. Meistens ist sie im Lager damit beschäftigt die vielen Spenden zu organisieren und zum Verteilen vorzubereiten. Aber es ist ihr ein Anliegen so viel Zeit wie möglich unmittelbar im Lager dabei zu sein.

Nicht jeder Tag ist gleich. Es gibt Lichtblicke, wie gemeinsame Gottesdienste oder liebevolle Begegnungen. Es gibt aber auch regnerische, kalte Tage, in denen die Kanalisation die Wege überflutet, und die Menschen verzweifelt frieren. Der Leser erlebt Hoffnung und Enttäuschung, Freude und Trauer der Autorin mit. Gerüche und Geräusche des Lagers werden lebendig. Beeindruckend ist der Wunsch der Helfer wirklich jedem Menschen mit Respekt zu begegnen.

Besonders wertvoll sind die fünf Zeugnisse, die zwischen den Erlebnissen eingestreut werden. Es sind Geschichten von Menschen, die an irgendeinem Punkt ihrer Reise in diesem Lager gelebt haben. Sie haben Jesus gefunden, manche schon vorher, manche durch Begegnungen mit den christlichen Mitarbeitern. Ihre Geschichten sind sehr berührend. Obwohl sie großes Leid erlebt haben, sind sie dankbar für das Geschenk eines neuen Lebens mit Jesus.

Einige Einträge wurden bereits auf dem Blog der Autorin veröffentlicht. Das ist vielleicht eine Enttäuschung für Menschen, die viel im Internet unterwegs sind. Neu sind jedoch die vielen Bilder, die einen guten Eindruck vom Lager Moria geben.

Dieses Buch ist interessant für jeden, der nicht nur einen Eindruck von den Lebensumständen in einem griechischen Lager bekommen will, sondern dabei miterleben und mitfühlen will wie schwer, aber auch lohnend, der Einsatz unter diesen Menschen sein kann.

Fazit: Traurige und hoffnungsvolle Einblicke in eine Welt, die sich so sehr von unserer deutschen Wirklichkeit unterscheidet. Es ist wichtig zu wissen, was die Flüchtlinge in unserer Umgebung mitgemacht haben. Dieser wertvolle und nachdenklich machende Bericht ist sehr zu empfehlen, vor allem für Menschen, die über den Tellerrand hinausblicken wollen.

Veröffentlicht am 26.10.2019

Wozu soll ein langer Hals gut sein!

Lulatsch, die kleine Giraffe
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Die niedliche Giraffe Lu heißt eigentlich Lulatsch. Eines Morgens wacht die kleine Lu mit großem Kummer auf. Ihr Hals ist verknotet! Sicher kann Mama helfen, doch sie ist nicht zu finden.

Andere Tiere ...

Die niedliche Giraffe Lu heißt eigentlich Lulatsch. Eines Morgens wacht die kleine Lu mit großem Kummer auf. Ihr Hals ist verknotet! Sicher kann Mama helfen, doch sie ist nicht zu finden.

Andere Tiere hingegen haben ihre Vorschläge parat. Sie betrachten eingehend Lus merkwürdig verknoteten Hals. Ein Tier kichert, ein anderes ist erschrocken. Und dann kommen ihre unbrauchbaren Ratschläge. Lu probiert alles aus, jedoch ohne Erfolg.

Endlich. Endlich ist ihre Mutter zurück! Sie hilft Lu gleich, indem sie ihren Hals entknotet. Aber Lu ist noch nicht glücklich. Sie fragt ihre Mutter, warum sie so einen langen Hals hat, wo doch der Hals der anderen Tiere viel kürzer ist. Ihre Mutter erklärt ihr, dass Gott Giraffen so gemacht hat, damit sie die leckeren Blätter an den hohen Bäumen erreichen können.

Dieses Buch, das mit einem Bibelvers aus der Schöpfungsgeschichte beginnt, erklärt, dass Gottes Schöpfung gut ist. Andersartigkeit hat seinen Sinn. Schon kleine Kinder können entdecken, dass die Unterschiedlichkeit ihrer Spielkameraden nichts Schlechtes ist, sondern ein Teil von Gottes gutem Schöpfungsplan.

Das stabile Pappbilderbuch ist schlicht gehalten. Auf weißem Hintergrund richtet sich der Blick gleich auf die Tiere. Landschaften werden nur angedeutet. Das längliche Format passt zu den langen Giraffen. Die Texte sind leicht zu verstehen und für Kinder ab zweieinhalb oder drei Jahren geeignet.

Fazit: Ein liebevoll gestaltetes Kleinkinderbuch mit einer wertvollen Botschaft. Empfehlenswert!

Veröffentlicht am 14.10.2019

Zwei Traumpartner oder nur einen?

Der Preis der Liebe
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Jack ist schon lange in Daisy verliebt, aber seine Traumfrau ahnt nichts von seinen Gefühlen. Sie besitzt einen eigenen Blumenladen in einer heimeligen Kleinstadt im Süden Amerikas. Sie liebt es Blumenarrangements ...

Jack ist schon lange in Daisy verliebt, aber seine Traumfrau ahnt nichts von seinen Gefühlen. Sie besitzt einen eigenen Blumenladen in einer heimeligen Kleinstadt im Süden Amerikas. Sie liebt es Blumenarrangements für ihre Kunden zusammenzustellen und sie setzt sich liebevoll für Benachteiligte in ihrer Kleinstadt ein.

Sie schüttet oft diesem Jack, ihrem Pastor, bei Seelsorgegesprächen ihr Herz aus. Wegen ihrer Lese-Schreibschwäche musste sie eine Klasse wiederholen und sie hat keinen höheren Schulabschluss. Darum hat sie Minderwertigkeitsgefühle. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass sie einige Menschen auf ein Podest stellt. Sie bewundert ihren verstorbenen Vater, aber auch Pastor Jack.

Jack war schon immer in Bezug auf Mädchen schüchtern. Er fürchtet die Freundschaft mit Daisy zu verlieren, wenn er ihr von seinen Gefühlen erzählt. Als Freunde ihm ein Profil auf einer Partnerschaftsseite erstellen und anonym Kontakt mit Daisy aufnehmen ist er entsetzt. Aber er kann der Versuchung nicht widerstehen seiner Traumfrau auf diese Weise näherzukommen. Doch kann das gutgehen? Was ist, wenn Daisy entdeckt wer hinter ihrer neuen Online-Bekanntschaft steckt?

Neben diesem Hauptstrang gibt es weitere Stränge in dieser romantischen Erzählung. Daisy entdeckt ein Geheimnis aus der Vergangenheit ihres Vaters, sie lernt eine unbekannte Verwandte kennen, und sie hilft Geld zu sammeln, um ein zerstörtes Waisenhaus zu reparieren.

Daisy und Jack, ihre Freunde, und Daisys Familie sind alle sehr liebenswert und echt gezeichnet. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Daisy und Jack erzählt. Ihre Gedanken, ihre guten und schlechten Entscheidungen, und ihre Gefühle werden sehr authentisch geschildert.

Wichtige Themen in diesem Buch sind Selbstwert und Vergebung. Es ist ein christliches Buch, aber der Glaube spielt in der Erzählung eher eine untergeordnete Rolle.

Der Erzählstil ist leicht und flüssig. Einmal angefangen, ist es ein Buch, bei dem man immer weiter lesen möchte. Im Großen und Ganzen ist die Geschichte vorhersehbar, aber die Nebenstränge bringen zusätzliche Spannung in die Geschichte.

Nach der großen Krise kommt die Auflösung relativ glatt und schnell. Das mag manchen Lesern besonders gut gefallen, andere könnten es als kitschig empfinden. Dazu gibt es viele Hinweise auf strahlende Augen, männliche Muskeln und ähnliches. Dem einen wird diese Romantik gefallen, andere werden sich an den Klischees stören.

Fazit: Eine schöne, leichte und entspannende Lektüre, für Menschen die romantische Geschichten lieben!