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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2019

spannender und mitreißender Thriller, aber nichts für schwache Nerven

Tränenbringer
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Meinung:
Obwohl ich die vorherigen Teile der Reihe nicht kenne, hat mich „Tränenbringer“ sofort angesprochen. Ich wollte schon lange mal ein Buch von Veit Etzold lesen und nun habe ich zugeschlagen.

Und ...

Meinung:
Obwohl ich die vorherigen Teile der Reihe nicht kenne, hat mich „Tränenbringer“ sofort angesprochen. Ich wollte schon lange mal ein Buch von Veit Etzold lesen und nun habe ich zugeschlagen.

Und ich wurde auch wirklich nicht enttäuscht. Man ist sofort mitten in der Geschichte und diese ist wirklich nichts für schwache Nerven. Schon gleich zu Beginn gibt es eine Entführung, Androhung von Folter und Gewalt und grausam zugerichtete Leichen(teile). Dabei fand ich es gut, dass der Autor zwar nicht vor Grausamkeiten zurückschreckt, diese oft aber auch nur andeutet oder das schockierende Ergebnis präsentiert, aber die Einzelheiten der Fantasie des Lesers überlässt.

Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und es gibt auch immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit. So begleitet man nicht nur die Ermittler, sondern bekommt auch Einsicht in die Gedankenwelt des Täters und seine Entwicklung. Dadurch ergibt alles ein stimmiges Ganzes und man ist den Ermittlern oft auch einen Schritt voraus.

Die Kapitel sind ziemlich kurz gehalten und von Beginn an wirklich mit viel Spannung versehen. Anfangs sind mir ein paar Satzwiederholungen negativ aufgefallen, aber mit der Zeit hat sich das gegeben.

Die Handlung ist fesselnd, eklig und doch auch persönlich, also die perfekte Mischung für solch einen Thriller. Dabei gibt es einige Wendungen und auch interessante Einblicke in die Denkweisen von Serienmördern und Erklärungen zu Fachbegriffen, die ich persönlich hilfreich und keinesfalls belehrend fand.

Da ich die vorherigen Teile der Reihe nicht kenne, kann ich nichts zur Charakterentwicklung sagen. Mir persönlich ist nur aufgefallen, dass die Charaktere hier ein bisschen oberflächlich gewirkt haben, was aber bestimmt an dem fehlenden Vorwissen liegt. Vor allem Protagonistin Clara war mir nicht immer sympathisch und ich konnte ihre Verbohrtheit in manchen Dingen auch nicht wirklich nachvollziehen, aber wenn man sowas erlebt und täglich mit solchen Monstern zu tun hat, wird man wohl selbst etwas sonderbar.

In der Handlung selbst hatte ich aber keine Defizite durch das fehlende Vorwissen, da die Fälle alle für sich abgeschlossen sind und der Autor hier auch viele Hinweise zu den vergangenen Fällen gibt.
Das Ende fand ich ein bisschen einfach und es wirkte auf mich etwas konstruiert, aber im Großen und Ganzen ist es schon zufriedenstellend.

Fazit:
„Tränenbringer“ ist ein spannender und mitreißender Thriller und durch die beschriebenen Grausamkeiten nichts für schwache Nerven. Für mich gabs ein paar kleine Kritikpunkte, wie etwas oberflächliche Charaktere, wobei dies wohl am fehlenden Vorwissen liegt und ein etwas konstruiertes Ende. Aber im Großen und Ganzen habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt, weshalb ich gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung vergebe.

Veröffentlicht am 15.10.2019

Eine dunkle und mysteriöse Geschichte mit innovativer Idee

Der Lügenbaum
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Meinung:
Die Kurzbeschreibung ist ja wirklich sehr knapp gehalten und doch hat sie mich zusammen mit dem düsteren Cover sofort angesprochen.

Dass die Geschichte wirklich so dunkel und mysteriös ist, wie ...

Meinung:
Die Kurzbeschreibung ist ja wirklich sehr knapp gehalten und doch hat sie mich zusammen mit dem düsteren Cover sofort angesprochen.

Dass die Geschichte wirklich so dunkel und mysteriös ist, wie das Cover vermuten lässt, merkt man schon auf den ersten Seiten. Die Atmosphäre ist düster, doch leider dauert es recht lange, bis wirklich etwas passiert und bis man in der Geschichte ankommt. Die ersten 100 Seiten werden wir Zeuge, wie die Familie der jungen Faith auf einer kleinen, abgeschiedenen Insel ankommt. Dabei geht es vor allem darum, die Familienverhältnisse darzulegen, die alles andere als rosig sind und auf die vielen Geheimnisse hinzudeuten.

Die Geschichte spielt in einer anderen Zeit. In einer Zeit, in der Frauen noch nichts zu sagen hatten und man der Meinung war, dass sie dümmer sind als Männer. Diese Einstellung bekommt man im Buch auch oft mit und vor allem Faith muss sich oft Aussagen in diese Richtung gefallen lassen, da sie als Mädchen doch am Forschen und der Wissenschaft interessiert ist. Als sie dann ihr Vater stirbt, setzt sie alles daran zu beweisen, dass es Mord war. Dafür schreckt sie auch vor nichts zurück und diese Skrupellosigkeit ist ihr in meinen Augen auch ein bisschen zum Verhängnis geworden.

Obwohl ich es schön finde, dass sich trotz der abwertenden Haltung Frauen gegenüber ihr wahre Rolle und Bedeutung am Ende gezeigt hat, bin ich einfach mit kaum einer der Figuren warm geworden. Sie waren mir alle unsympathisch und ja, einfach ein bisschen zu dunkel. In der ein oder anderen Nebenfigur gab es zwar ein paar Lichtblicke, aber vor allem Faith als Protagonistin ist mir trotz allem Verständnisses für ihre Lage einfach nicht nah gekommen.

Die Handlung selbst ist definitiv innovativ und im Grunde recht spannend. Die Geschichte mit dem Lügenbaum hab ich so noch nicht gelesen und auch wenn ich mir mehr Hintergründe dazu gewünscht hätte, fand ich die Idee an sich eigentlich recht unterhaltsam. Es gab auch wirklich einige unvorhersehbare Wendungen und Spannung, sowie Mystik haben sich im Verlauf immer weiter gesteigert.

Der Schreibstil ist recht kühl, da er eben viel auf diese dunkle und mystische Seite setzt, aber manchmal blicken auch ein paar Emotionen durch und vor allem lässt er sich abgesehen von den ersten 100 Seiten schnell lesen. Das Ende ist ziemlich zufriedenstellend und passt auch zur Art des Buches.

Fazit:
Eine dunkle und mysteriöse Geschichte die durch ihre innovative Idee und die unerwarteten Entwicklungen durchaus unterhalten kann. Leider dauert es etwas lange, bis die Geschichte wirklich in Fahrt kommt und die Figuren blieben mir zu fremd, weshalb ich die Handlung nicht wirklich mitfühlen, sondern nur nachlesen konnte. Da mich das Ende aber doch noch recht zufriedengestellt hat und ich die positiven Aspekte der Geschichte würdigen möchte, runde ich die eigentlichen 3,5 Sterne auf gaaaaanz knappe 4 auf.

Veröffentlicht am 15.10.2019

berührende, einprägsame und unterhaltsame Familiengeschichte

Zeit der Schwalben
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Meinung:
Ich habe nun schon einige Familiengeschichten gelesen und gehört und prinzipiell unterscheidet sich „Zeit der Schwalben“ nicht wirklich von anderen Vertretern dieses Genres. Es gibt zwei Zeitebenen, ...

Meinung:
Ich habe nun schon einige Familiengeschichten gelesen und gehört und prinzipiell unterscheidet sich „Zeit der Schwalben“ nicht wirklich von anderen Vertretern dieses Genres. Es gibt zwei Zeitebenen, in denen die jeweilige Geschichte abwechselnd erzählt wird und in denen nach und nach die Geheimnisse der Familientragödie aufgedeckt werden und so im Lauf der Handlung ein stimmiges Gesamtbild entsteht.

Aber natürlich hat jede dieser Geschichten ihren eigenen Schwerpunkt und ihre eigenen Highlights.

Hier erfährt man schon bald, dass die Addie und Phoebe Zwillinge sind und kann sich auch denken, wie es dazu kam, dass die beiden Schwestern getrennt wurden, aber die Frage nach den genauen Hintergründen birgt Spannung und vor allem viele Emotionen und Geheimnisse.

Vor allem Elizabeths Geschichte in der Vergangenheit, die durch Tagebucheinträge und Briefe erzählt wird, ist sehr berührend, emotional und eine Achterbahnfahrt. Elizabeth ist ein fröhliches und lebenshungriges Mädchen, bis zu dem Zeitpunkt, als ihre Mutter stirbt. Ihr Vater ist kalt und auf Traditionen versessen und ihre erste große Liebe hat leider auch ihre Tücken. Es ist spannend und bewegend ihre Entwicklung und auch ihren Kampf um ihre Kinder mitzuerleben und in das strenge London der 50er Jahre einzutauchen. Dabei ist es dann umso tragischer, wenn auch nachvollziehbar, weshalb Elizabeths Verhältnis zu ihrer Tochter Addie immer eher etwas unterkühlt war.

Generell fand ich die Figuren sehr gelungen. Zum einen natürlich Elizabeth, aber auch die ruhige Addie, die im Verlauf nicht nur mehr über ihre Mutter und die Vergangenheit erfährt, sondern auch zu sich selbst findet, ist eine gute Protagonistin. Ihre Schwester Phoebe ist eher etwas stürmischer, ergänzt die Art von Addie aber gut, sodass man gern mehr von ihnen erfährt.

Die Nebenfiguren runden die Sache gut ab, vor allem Andrew oder Addies Vater haben mir in ihrer Rolle wirklich sehr gut gefallen.

Der Handlungsverlauf ist sehr gelungen. Es ist zu jeder Zeit eine gewisse Grundspannung vorhanden und die Entwicklungen sind zu jeder Zeit glaubhaft, authentisch und unterhaltsam und ab und an gibt es auch doch eine kleine Überraschung.

Die Sprecherinnen Simone Kabst und Eva Gosciejewicz machen einen sehr guten Job. Ihre jeweiligen Stimmen passen perfekt zu den Figuren und sorgen dafür, dass die Geschichte lebendig, einprägsam und bewegend ist.

Fazit:
Eine berührende, einprägsame und unterhaltsame Familiengeschichte. Der Aufbau der Geschichte ist bekannt, aber die Umsetzung und die Highlights sorgen für Spannung und viele emotionale Momente. Die tollen Sprecherinnen sorgen noch zusätzlich für Lebendigkeit und viel Nähe zu den Figuren. Insgesamt vergebe ich solide 4 Sterne und eine Empfehlung für alle, die solche Familiengeschichten mögen.

Veröffentlicht am 15.10.2019

spannende und fesselnde Fortsetzung.....

Niemals
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Meinung
Nachdem mich ja der Vorgänger „Endgültig“ sehr gut unterhalten hat, habe ich mich schon auf diese Fortsetzung gefreut. Und „Niemals“ schließt auch nahtlos an „Endgültig“ an.

Auch dieser zweite ...

Meinung
Nachdem mich ja der Vorgänger „Endgültig“ sehr gut unterhalten hat, habe ich mich schon auf diese Fortsetzung gefreut. Und „Niemals“ schließt auch nahtlos an „Endgültig“ an.

Auch dieser zweite Teil ist von der ersten Minute an spannend und interessant. Es gibt viele Rückblenden in die Vergangenheit und für mich persönlich waren diese anfangs etwas verwirrend, aber mit der Zeit habe ich die Logik dahinter verstanden.

Prinzipiell baut diese Fortsetzung doch mehr auf dem Vorgänger auf, als es bei Thrillern eigentlich üblich ist, weshalb es hier schon von Vorteil wäre, die Reihe komplett zu lesen oder zu hören, damit keine Logikschwierigkeiten aufkommen.

Die Handlung ist sehr spannend und actiongeladen, aber auch Gefühle spielen wieder eine große Rolle. Alles ist sehr detailliert und anschaulich beschrieben und das Setting hat mir sehr gut gefallen. Die Protagonistin reist nämlich um die Welt und besucht verschiedene Orte, die aber alle sehr beschrieben werden.

Die Charaktere haben mich ja beim Vorgänger extrem beeindruckt und nun entwickeln sie sich noch gut weiter. Und neue Figuren passen sich perfekt der Handlung und den Gegebenheiten an.

Ich hatte ja bei Teil 1 schon das Problem, dass ich mit der Sprecherin Nina Kunzendorf nicht warm geworden bin. Und auch dieses Mal hat sich das leider nicht geändert. Da ich für die Arbeit immer wieder neue Hörbücher suche, hab ich trotz dieses Mankos erneut zum Hörbuch gegriffen, aber auch dieses Mal hat mich die Leistung der Sprecherin einfach nicht überzeugt. Ihre Stimme ist und bleibt einfach zu monoton für meinen Geschmack, wodurch die dargestellten Emotionen doch etwas auf der Strecke blieben. Da ist es wirklich gut, dass Andreas Pflüger so eindrucksvoll und fesselnd schreibt, dass ich trotz dieses großen Kritikpunkts meinen Spaß an der Geschichte hatte.

Das Ende ist auch wieder extrem spannend und überzeugend und ich musste zum Schluss richtig aufatmen, als die ganze Spannung von mir abgefallen ist.

Fazit:
Eine spannende und fesselnde Fortsetzung rund um die ungewöhnliche, blinde Polizistin Jenny Aaron. Setting, Charaktere und Handlung sind top, nur mit der Sprecherin werde ich einfach nicht warm. Zum Glück schreibt Andreas Pflüger so eindrucksvoll, dass ich trotzdem meinen Spaß an der Geschichte hatte, weshalb ich solide 4 Sterne vergebe und schon jetzt Lust auf den nächsten Teil habe.

Veröffentlicht am 15.10.2019

Anders als erwartet....

Sag, wer stirbt
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Meinung:
Ich muss ja sagen, dass ich durch den Titel und die Kurzbeschreibung schon eine recht genaue Vorstellung hatte, wie die Grundhandlung aufgebaut sein würde. Ich hatte erwartet, die im Klappentext ...

Meinung:
Ich muss ja sagen, dass ich durch den Titel und die Kurzbeschreibung schon eine recht genaue Vorstellung hatte, wie die Grundhandlung aufgebaut sein würde. Ich hatte erwartet, die im Klappentext angekündigte Tat hautnah mitzuerleben und Zeuge zu werden, wie Maddie diese unmögliche Entscheidung treffen muss und ich war gespannt, was sie sich alles für Argumente einfallen lassen würde. Und ich muss ehrlich sagen, genau auf diesen Thriller hatte ich mich auch gefreut.

Umso enttäuschter war ich erstmal, als man bereits im Prolog erfährt, für welches ihrer beiden Kinder sich Maddie entschieden hat, der 10. Geburtstag bereits vorbei ist und die Geschichte danach Stück für Stück aufgerollt wird. Denn Maddie hat seit dem grauenvollen Tag Erinnerungslücken und versucht krampfhaft herauszufinden, wie es zu ihrer schrecklichen Entscheidung kommen konnte und was genau passiert ist, außer dass sie eines ihrer Kinder hat sterben lassen. Und dabei findet sie schnell Hinweise dafür, dass ziemlich viel im Argen war…

Bei diesem Thriller spielt der Aufbau eine ziemlich bedeutenden Rolle. Es gibt nämlich neben dem Prolog noch 4 größere Teilabschnitte. Und jeder dieser Teile bringt eine spannende Wendung mit sich und dabei ändern sich auch immer ein wenig die zu Grunde liegenden Gegebenheiten.

So fand ich in meiner Enttäuschung über die frühe Enthüllung von Maddies Entscheidung den ersten Teil eher etwas mau. Es geht vor allem um Maddies Leid und ihre Erinnerungen, wie sie ihren Ehemann Dom kennengelernt und ihre Kinder bekommen hat. Bereits da hab ich eine Vermutung anstellen können, wer hinter dem Täter steckt.

Umso erstaunter war ich nach Beginn von Teil 2, denn wie gesagt, bringt dieser eine große und unerwartete Wendung mit sich und dieses Schema zieht sich dann auch die restliche Geschichte durch. Und auch wenn sich meine Vermutung mit dem Täter am Ende bestätigt hat, war der Weg zur Auflösung doch mit ein paar falschen Fährten gespickt, sodass ich zumindest kurzzeitig immer mal wieder unsicher wurde und neu ins Überlegen kam. Dabei hat sich doch auch immer kontinuierlich unterschwellige Spannung aufgebaut, die mir gut gefallen hat, auch wenn ich den Drama-Anteil in der Geschichte schon recht groß fand.

Der Schreibstil hat mir recht gut gefallen, die Geschichte hat sich nämlich zu jeder Zeit sehr schnell und flüssig lesen lassen. Ich konnte Maddies Leid und ihre Verwirrung gut nachvollziehen und war auch immer gespannt, was nun wirklich hinter allem steckt. Die Wendungen haben mich zumeist wirklich überrascht und nochmal einen neuen Spannungskick gebracht.

Fazit:
„Sag, wer stirbt“ ist kein klassischer Thriller, sondern hat auch viel von einem Familiendrama. Und auch die Kurzbeschreibung sorgt eher für falsche Erwartungen. Nachdem man sich aber damit abgefunden hat, dass die Geschichte ganz anderes ist, als erwartet und man den etwas schwierigen ersten Teil hinter sich hat, gibt es wirklich einige interessante Wendungen, deutliche Thriller- und Spannungselemente und eine sehr solide und unterhaltsame Geschichte. Deshalb vergebe ich knappe 4 Sterne und eine Leseempfehlung.