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Veröffentlicht am 24.10.2019

Typisches Fantasyszenario und doch eine geniale Geschichte

Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant
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Catherine, die Prinzessin von Brigant, soll Prinz Tzsayn von Pitoria heiraten, um die beiden eher feindlich gesinnten Königreiche zu einen. Zumindest glaubt Catherine, dass genau das der Plan ist, den ...

Catherine, die Prinzessin von Brigant, soll Prinz Tzsayn von Pitoria heiraten, um die beiden eher feindlich gesinnten Königreiche zu einen. Zumindest glaubt Catherine, dass genau das der Plan ist, den ihr Vater, König Aloysius, schmiedet. In Brigant herrscht ein strenges Männerregime und Catherine hat es alles andere als leicht. Wie schön sind da die Ausritte gemeinsam mit ihrem Leibwächter Ambrose, zumal ihr Herz auch ein wenig schneller schlägt, wenn sie ihn nur sieht. Doch all das sind nur Träume, die nicht nur ihr Vater, sondern auch ihr Bruder Boris mit allen Mitteln vereiteln wollen. Catherine bleibt nichts anderes übrig, als sich dem Willen zu beugen und plötzlich beginnen sich die Ereignisse rund um Catherine zu überschlagen.
Meine Meinung
Das Cover ist ein absoluter Eyecatcher, das mich auf den ersten Blick neugierig auf das Buch gemacht hat.
Schon beim Einstieg konnte mich die Autorin fesseln und mitreißen und auch wenn es da schon ein wenig brutaler wurde, so fand ich, dass genau das auch die Zeit, in der die Geschichte spielen soll, lebendig und glaubhaft wird. Sally Green erzählt leicht und flüssig die Geschichte von Brigant und Pitoria und deren Bewohner. Zwar braucht man vor allem zu Beginn noch ein wenig Aufmerksamkeit, um die Personen zuordnen zu können, doch auch das gibt sich, je mehr man in der Geschichte abtaucht.
Ja, ich gebe zu, dass der Grundstein der Geschichte ein geradezu typisches Szenario der derzeitigen High Fantasy wiedergibt, doch trotzdem konnte mich die Geschichte begeistern und für sich gewinnen. Weite Teile der Geschichte lesen sich aber einfach nur spannend und nur ab und an gab es kleinere Längen. Die ein oder andere Szene konnte ich dann auch vorausahnen, wodurch dann auch einfach diese Längen entstanden. Doch das ich einen Roman von über 500 Seiten an zwei Abende verschlungen habe, spricht dann wieder absolut für dieses Buch.
Das Worldbuilding mutet mittelalterlich an, wobei sich die Welten von Brigant und Pitoria völlig voneinander unterscheiden. Herrschen in Brigant noch die Männer mit strenger Hand, sieht man das alles in Pitoria gelassener. Im großen und ganzen trifft man hier wenig auf Fabelwesen, doch es gibt Dämonen und diese haben eine Eigenschaft, die besonders im Mittelpunkt steht. Mehr möchte ich da allerdings an dieser Stelle nicht verraten.
Sally Green erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und man lernt dabei die unterschiedlichsten Charaktere kennen. Das sorgt nicht nur für einen guten Überblick sondern auch für das Gefühl einer gewissen Verbundenheit mit den einzelnen Protagonisten.
Da wäre Prinzessin Catherine, in deren Rolle ich mich von der ersten Seite an einfühlen konnte und ihre Handlungen, Gefühle und Auftreten absolut nachvollziehen konnte. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, die gerade in brenzligen Situationen ganz besondere Stärke findet. Ich mochte sie und habe absolut mit ihr mitgefühlt und gezittert.
Doch neben Catherine stehen auch noch viele, absolut spannende Personen mit im Mittelpunkt, sei es Edyon aus Pitoria, der uneheliche Sohn eines Königs und ein Dieb oder die kleine Dämonenjägerin Tash, die mich mit ihrer Art begeistern konnte. Alles in allem sorgten die Charaktere für das nötige Mitfühlen und brachten viel Spannung und Abwechslung in die Geschichte. Mir hat die Charakterzeichnung wirklich unheimlich gut gefallen und jeder von ihnen wurde in meiner Vorstellung lebendig.
Mein Fazit
Auch wenn es ein recht typisches Grundgerüst in dieser Geschichte gibt, das mich die ein oder andere Handlung vorausahnen ließ, brachte mir der erste Band der Kingdoms of Smoke Reihe wirklich gute Unterhaltung. Gerade die unterschiedlichen Charaktere, die man mal mehr, mal weniger mochte, gaben ein lebendiges und authentisches Bild. Durch das offene Ende fieber ich dem zweiten Teil, der im März des nächsten Jahres erscheinen wird, absolut entgegen. Gelunge Fantasy, die ich gerne weiter empfehle.

Veröffentlicht am 20.10.2019

Konnte mich überraschen

Die Liebe des Schwarzmagiers
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Schon länger sind Diana und der Magier John ein Paar. Mit seinen Zaubershows fasziniert John sein Publikum und niemand ahnt, wie seine Tricks wirklich funktionieren, denn John ist in Wahrheit ein echter ...

Schon länger sind Diana und der Magier John ein Paar. Mit seinen Zaubershows fasziniert John sein Publikum und niemand ahnt, wie seine Tricks wirklich funktionieren, denn John ist in Wahrheit ein echter Magier, genauer sogar ein Schwarzmagier. Er stammt aus einer längst vergangenen Zeit, in der er mehr als gefürchtet ist und unsere Welt kann er nur durch ein Portal betreten. Alles scheint in bester Ordnung, bis John eines Tages Daniel bei Diana trifft. Dieser ist ein alter Freund Dianas, doch John sieht rot und tötet ihn. Diana ist schockiert und will nichts mehr von John wissen, so dass er zurück in seine Welt kehrt. Doch dann geschieht etwas, mit dem auch Diana nicht gerechnet hat und auch sie reist zurück ins Mittelalter und plötzlich sind die Bedrohungen, die sie erwarten, von ganz anderer Art.
Meine Meinung
Ich muss ja sagen, dass mich hier zunächst der Titel etwas abschreckte, doch wer eine Liebesgeschichte dahinter erwartet, der liegt definitiv falsch, auch wenn Johns Liebe zu Diana eine zentrale Rolle spielt, erzählt Beatrice Regen hier noch so viel mehr. Das düstere Cover passt da schon richtig gut zum Inhalt der Geschichte und machte mich dann doch neugierig.
Der Einstieg zog sich für mich ein wenig in die Länge, da mir die ein oder andere Situation zu ausführlich erzählt wurde. Doch je weiter die Geschichte fortging, desto mehr Schwung nahm sie auf. Beatrice Regen erzählt flüssig und mit klaren Worten und entführt den Leser in düstere, brutalere Zeiten. Was mir hier richtig gut gefallen hat, ist, dass die Autorin hier nichts beschönigt, nichts romantisiert. Die Zeiten waren grausam und hart und gewisse Foltermethoden werden hier sehr deutlich geschildert. Wer da zarter besaitet ist, sollte sich darauf auf jeden Fall einstellen.
Die Handlungsschauplätze wechseln ab zwischen unserer Welt und die Welt des Schwarzmagiers. Diese Welt, die der des Mittelalters gleicht, wurde sehr lebendig und intensiv geschildert. Ich fühlte mich hier direkt gemeinsam mit Diana in Johns Welt versetzt, denn die Bilder, die man erhält, bewirken ein detailreiches Kopfkino.
Die Geschichte beginnt noch recht ruhig, wir erleben John und Diana in unserer Welt und erfahren mehr darüber, wie es sein muss, mit einem Magier zusammenzuleben. Doch die Spannung steigert sich immer mehr und wir dürfen hier mit manch einer überraschenden Wengung rechnen.
Erzählt wird hier aus verschiedenen Perspektiven, bei denen zunächst Diana im Mittelpunkt steht. Später wechseln die Ansichten zwischen John und Diana und der Leser bleibt dadurch sehr dicht am Geschehen.
Diana machte es mir nicht immer leicht, sie wirklich zu mögen. Sie war mal anstrengend, mal zickig und doch hatte sie auch ihre hilfsbereiten Seiten. Gut fand ich, dass sie nicht das zarte und naive Pflänzchen ist, trotzdem ist sie eine Figur, zu der ich Abstand wahren konnte. Auch John war kein leichter Charakter und doch mochte ich ihn auf seine Weise. Seine Liebe zu Diana ist schon etwas besonderes und auch wenn er alles andere als harmlos ist, fand ich ihn einfach besonders. Diese Gegensätzlichkeit der Charaktere fand ich richtig gut ausgearbeitet und zeigen deutlich, dass niemand nur schwarz oder weiß ist, sondern voller Facetten steckt. Neben den beiden Protagonisten spielen noch einige weitere Charaktere wichtige Rollen. Auch hier fand ich die Ausarbeitung der Personen gelungen, denn niemand ist wirklich vorhersehbar und so manch einer sorgte für Überraschungen.
Mein Fazit
Ein spannendes Debüt, bei dem ich in eine düstere und brutale Vergangenheit entführt wurde und die dadurch nur umso lebendiger und realistischer wirkte. Beschönigt wird hier nichts und auch wenn ich keine Probleme mit blutigen Szenen habe, musste ich doch so manches Mal schlucken. Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig, nur hin und wieder gab es Szenen, die mir ein wenig zu ausschweifend wurden. Liebe Beatrice, dein Debüt ist wirklich gelungen und ich bin gespannt, in welche Welten du uns Leser noch entführen wirst.

Veröffentlicht am 17.10.2019

Konnte mich überraschen 

Mein Herz und deine Krone
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Der Einstieg der Geschichte beginnt eigentlich mit dem Ende, denn Bex steht gleich zu Beginn kurz vor ihrer Hochzeit mit Nick und während sie auf ihre Hochzeit wartet, geht sie in Gedanken noch einmal ...

Der Einstieg der Geschichte beginnt eigentlich mit dem Ende, denn Bex steht gleich zu Beginn kurz vor ihrer Hochzeit mit Nick und während sie auf ihre Hochzeit wartet, geht sie in Gedanken noch einmal ihre gemeinsame Zeit mit Nick durch. Ich muss gleich zu Beginn sagen, dass ich anhand des Klappentextes gar nicht ahnte, dass es hier Parallelen zu den wirklichen Royales gibt, bzw. das diese Geschichte auf die wahre Geschichte der Royales basiert. So stellte ich das dann erst beim Lesen fest, dass es so einige Gemeinsamkeiten zwischen den fiktiven Charakteren und der wirklichen Charaktere gibt. Allerdings bin ich jetzt niemand, der viel über das wahre Leben des englischen Königshauses weiß und somit brachten mich bestimmte Parallelen durchaus zum Schmunzeln, wenn es sich z. B. um Bekanntes wie das Verhalten des jüngeren Prinzen handelt. Alles andere kann und möchte ich hier gar nicht beurteilen, da ich darüber einfach nichts weiß.

Die Geschichte wird mit einem flüssigen und leichten Schreibstil erzählt, wobei es hier auch die ein oder andere Länge gab. So verfolgte man als Leser einmal zu oft gemeinsame Filmabende oder es wurde einfach zu detailliert beschrieben, trotzdem lässt sich das Buch sehr schnell weglesen, da es einfach sehr einfach und nicht gestelzt erzählt wird. Da ich hier auch keinerlei Erwartungen hatte, konnte mich das Buch durchaus gut unterhalten.

Ich weiß nicht, ob es dem Buch mehr Spannung gegeben hätte, wenn der Prolog nicht wäre, aber da es ja nun auch die Parallelen zu den wahren Royals gibt, ist es für mich so durchaus vertretbar, da man ja hier den Eindruck hat, das Bex ihr gemeinsames Leben mit Nick reflektiert und wie es im wahren Leben endete, weiß dann auch jemand, der das Leben des britischen Königshauses nicht verfolgt. Die Geschichte beinhaltet dann auch einfach alle Höhen und Tiefen des Paares, Zeiten von Freude und Spaß, aber auch Zeiten voller Verlust und Trauer. Das alles war für mich durchaus nachvollziehbar und gelungen dargestellt.

Die ganze Geschichte wird aus der Sicht Rebeccas, in der Ich-Form, geschildert und so erlebt der Leser gleich aus erster Hand die komplette Gefühlswelt der jungen Frau. Auf mich wirkte es alles authentisch und nachvollziehbar und ich konnte mich doch zum großen Teil in die Protagonistin hineinversetzen. Tatsächlich bewundere ich auch ein wenig den Mut, wie Bex hier zu ihrer großen Liebe steht, denn ich weiß nicht, ob ich persönlich diese Kraft, die man aufbringen muss, wenn man ständig im Rampenlicht der Presse und somit der Öffentlichkeit steht, hätte. 

Bex als Protagonistin war mir durchaus sympathisch, ein bodenständiger junger Mensch, der hier in eine Welt geworfen wird, die ein normal Sterblicher wohl nie zu Gesicht bekommt. Sie muss so manch eine Kritik der Öffentlichkeit aushalten und auch den Druck der königlichen Familie und diese ist sehr hart. Nick ist hier ein wenig der Spielball der Königlichen, aber es ist schon recht realistisch dargestellt und nicht eine rosarot gefärbte Märchenwelt, man merkt recht gut, in welchem Zwiespalt er steckt. Die Nebencharaktere bekommen hier ihre Rollen und konnten mich durchaus überzeugen.

Veröffentlicht am 17.10.2019

Kera und die starken Männer 

Call of Crows - Entfesselt
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Gleich vorneweg, muss ich hier betonen, dass ich noch keine
anderen Bücher der Autorin gelesen habe und somit auch keinerlei
Vergleiche zu anderen Reihen aus ihrer Feder ziehen kann. Der
Beginn des Buches ...

Gleich vorneweg, muss ich hier betonen, dass ich noch keine
anderen Bücher der Autorin gelesen habe und somit auch keinerlei
Vergleiche zu anderen Reihen aus ihrer Feder ziehen kann. Der
Beginn des Buches hat mir sehr gut gefallen, da der Schreibstil
einfach extrem locker und flüssig ist und dann noch so humorvoll,
dass ich mehr als einmal schmunzeln musste. Ich habe den Eindruck,
die Autorin schreibt frei Schnauze, denn man hat einfach das
Gefühl, hier etwas zu lesen, dass man rein sprachlich, so häufiger
im Alltag hört, also kein gehobener oder abgehobener Sprachstil,
sondern eher ein wenig derb, aber trotzdem mitreißend. Wobei ich
mir denke, dass dieser Stil nicht jedermanns Geschmack ist, mir
aber hat es gefallen.
Man beginnt das Buch sozusagen genau wie die Protagonistin,
mittendrin und ohne Vorkenntnisse. Denn genau wie Kera habe ich
keinerlei Ahnung von den nordischen Göttersagen und war dann auch
ab und an mal überfordert von den vielen unterschiedlichen Clans
und deren Charakteren. Ich denke, dass es auch gerade beim Einstieg
in eine Reihe mit so aussergewöhnlichen Figuren jedoch den Rahmen
sprengen würde, auf jeden Einzelnen einzugehen, trotzdem hätte ich
mir hier und da ein wenig mehr Hintergrundwissen gewünscht. So
musste ich das ein oder andere Mal Googel befragen, um was es denn
da gerade geht, da ich hier keinerlei Vorwissen besitze.
Kera, die Protagonistin, fand ich zu Anfang etwas
gewöhnungsbedürftig, wobei ich durchaus Verständnis für sie hatte.
Wie muss es sein, wenn man es gewohnt ist, dass alles in geregelten
Bahnen läuft und dann soll man plötzlich ein ganz anderes Leben
führen? Je mehr ich aber über sie erfuhr, desto sympathischer wurde
sie mir, sie hat ihre Ecken und Kanten und genau das macht sie mir
liebenswerter. Vig, ihr männliches Pendant, mochte ich sehr, der
riesengroße, starke, äußerlich knallharte Kerl mit dem weichen
Kern. Zwar überaus klischeehaft, aber trotzdem zum Schmelzen. Am
meisten musste ich lachen, als ich erfuhr, was Kera zu Anfang über
ihn dachte.
Die vielen Nebencharaktere haben mich anfangs überfordert und ich
hatte so meine Schwierigkeiten, sie einzuordnen. Das wurde zwar
immer besser, je weiter das Buch fortschritt, war aber für mich
soweit der größte Kritikpunkt. Trotzdem gilt auch hier, ein paar
mehr Erläuterungen wären einerseits vielleicht angebracht gewesen,
andererseits hätte es den Rahmen gesprengt. Ich bin mir auf jeden
Fall sicher, dass man alle Personen noch näher kennenlernt. Die
Charaktere sind auf jeden Fall lebendig und mit genügend Eigenarten
ausgestattet, dass es sie durchaus genau so geben könnte. Ich
könnte jetzt keinen nennen, den ich nicht mochte und ich bin schon
neugierig, wie es bei den Clans der nordischen Mythologie noch zu
entdecken gibt.

Veröffentlicht am 17.10.2019

Mit viel Gefühl

Das Glück wohnt in der Ivy Lane
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Gleich von Beginn an steigen wir ins Geschehen und somit in Sarahs Leben im blauen Haus ein, nämlich mit der Hochzeit von Helena und Leo. Man spürt die doch sehr bedrückende Stimmung, vor allem Sarahs ...

Gleich von Beginn an steigen wir ins Geschehen und somit in Sarahs Leben im blauen Haus ein, nämlich mit der Hochzeit von Helena und Leo. Man spürt die doch sehr bedrückende Stimmung, vor allem Sarahs Niedergeschlagenheit und man fühlt sich schnell mit der jungen Frau verbunden. Der Schreibstil der Autorin hat mir, wie auch in ihren anderen Büchern, sehr gut gefallen. Sie schreibt sehr gefühlvoll und fließend und man hat das Gefühl, dieses Buch ist voller wunderschöner Zitate an und über das Leben. Die einzelnen Kapitel beginnen dann auch jedes Mal mit einem zu dem folgenden Kapitel passenden Zitat, die aus einem Kalender vom Takeaway um die Ecke stammen. Doch diese Sprüche sind richtig toll und ich hätte mir am liebsten jedes Einzelne davon notiert, um mal eines zu nennen: “Den Charakter eines Menschen erkennt man daran, wie er die behandelt, die ihm nichts nützen”, (Kapitel 8, Seite 136).

Auch das Geschehen fesselte ans Buch und man hat schnell den Eindruck, sich gemeinsam mit Sarah im blauen Haus aufzuhalten. Man spürt, dass einzelne Personen Geheimnisse haben, dass nicht alles so ist, wie es scheint und so wird dieses Buch sehr schnell zu einem Pageturner. Es passiert immer wieder etwas Neues und mit so manch einer Begebenheit konnte die Autorin völlig überraschen, zwar waren auch Kleinigkeiten vorhersehbar, doch diese störten in keinster Weise die Atmosphäre, die dieses Buch ausstrahlt. 

Das Geschehen verfolgen wir durch einen Erzähler in der dritten Person, der alles aus Sarahs Perspektive wiedergibt. Doch auch wenn Sarah hier die Protagonistin ist, sind auch die weiteren Charakter mit viel Tiefgang und Lebendigkeit ausgestatt und jedes Detail der Geschichte wirkt durchdacht.

Sarah, die Protagonistin, ist eine sehr liebenswerte Frau, die mir teilweise sehr naiv und vertrauensselig scheint. Doch sie lebt ganz nach dem Motto, in jedem Menschen etwas Schönes zu finden. So handelt sie zwar häufig sehr blauäugig und selbstlos, ist dabei aber auch äußerst authentisch, einfach jemand, den man gerne haben muss. 

Neben Sarah gibt es noch einige weitere Nebencharaktere, die der Geschichte Leben einhauchen und auch das Leben im blauen Haus sehr lebendig werden läßt. Sei es die ewig mürrische und schlecht gelaunte Mavis, die dank Sarah langsam aufzutauen scheint, oder das kleine Mädchen Una, das auch eine große Parallele zu Sarahs eigener Kindheit darstellt. Jeder einzelne wirkt auf das Geschehen ein und dient der Entwicklung der Protagonistin.