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Veröffentlicht am 08.11.2019

Leider für mich zu deprimierend und zu oberflächlich

Alles, was wir sind
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Das Cover ist wirklich schön gestaltet. Das Buch kommt mit einer Papierbanderole umwickelt. Löst man sie, sieht man das Buch. Der Schutzumschlag ist aus bedrucktem Plastik. Nimmt man ihn ab ist das Buch ...

Das Cover ist wirklich schön gestaltet. Das Buch kommt mit einer Papierbanderole umwickelt. Löst man sie, sieht man das Buch. Der Schutzumschlag ist aus bedrucktem Plastik. Nimmt man ihn ab ist das Buch darunter nur mit den Menschen im Zentrum bedruckt und den Kreisen drum herum, die aussehen, wie ein Guckloch. Kein Text, weder auf dem Cover, noch auf der Rückseite oder dem Buchrücken. Die Menschen finden sich auch auf der Innenseite wieder.
Die Kapitelüberschriften wiederholen sich immer wieder und bezeichnen die Rolle, die ein Charakter gerade spielt. Sie werden durchgestrichen und darunter steht dann die aktuelle Rolle. Das ist interessant gemacht und mal etwas ganz anderes.
Das Buch ist nicht glatt, sondern fühlt sich irgendwie grobporig an. Das lässt sich schlecht beschreiben. Die Kreise sind in verschiedenen Ebenen fühlbar gestaltet. Das macht das Buch rein optisch und haptisch zu etwas besonderem.


Ost gegen West. Die einen wollen um jeden Preis das Erscheinen eines Romans verhindern, der ihrer Meinung nach gegen das System gerichtet ist. Die anderen wollen, dass er auf jeden Fall erscheint, vor allem weil die anderen davor Angst zu haben scheinen. Es herrscht der Kalte Krieg, die Gegner sind die Sowjet Union und die USA und der Roman, um den es geht, heißt Doktor Schiwago.

Doch geht es wirklich um einen Roman? In diesem Buch nur als verbindendes Element. Es geht um einen Autor, der an einem Roman arbeitet, über den man aber nichts erfährt, außer seinem Titel. Die schwangere Geliebte des Autors wird vom Staat mitgenommen, wochenlang verhört und verliert schließlich durch Schläge ihr Kind. Dennoch wird sie nicht freigelassen. Erfundene Anklagen werden durch unter Folter erzwungenen Geständnissen gegen sie verwendet und sie landet in einem Arbeitslager, alles, um den Autor unter Druck zu setzen.
Es geht um eine Gruppe junger Frauen, die als Sekretärinnen bei der „Agency“ arbeiten, die nie beim Namen genannt wird, aber bei der es sich ganz klar um die CIA handelt. Innerhalb dieser Gruppe gibt es Frauen, die nicht nur Sekretärin sind. Sie sollen helfen das Buch zu veröffentlichen. Aber für die Agency zählen sie als Menschen nichts, sie sind austauschbar und werden im Bedarfsfall angeschafft und wieder fallen gelassen.


Ich fand den Schreibstil an sich genial. Man erfährt fast nichts über einzelne Personen, man weiß nicht, wer gerade erzählt, manchmal auch lange nicht, ob es ein Mann ist oder eine Frau. Man wird in deren Leben geworfen und wie sie von den Ereignissen überrollt.
Was aber schade ist, ist, dass das Buch oberflächlich bleibt. Ab und an, wenn einem Charakter etwas schlimmes zustößt geht es in die Tiefe, aber sonst bleibt man ein „Mitläufer“ und beobachtet.

Ich hatte erwartet, dass es bei dem Buch um das Buch „Doktor Schiwago“ geht, dass man erklärt bekommt, warum das Buch „antisowjetisch“ sein soll, warum die Regierung verhindern will, dass es erscheint und zu so drastischen Mitteln greift. Ich dachte, man erfährt mehr darüber, warum die USA unbedingt wollten, dass es erscheint. Aber man bekommt in der Hinsicht nur eine Kindergarten-Antwort „weil die wollen, dass es nicht erscheint“.

Ich finde es so schade, dass dieses Buch so oberflächlich bleibt! Eine Katastrophe nach der anderen bricht über die Erzähler herein und es wird immer deprimierender. Aber es fehlt lange der Bezug zum Buch. Man erfährt einfach nicht, warum all das geschieht. Es gibt allerhöchstens Andeutungen, aber niemand spricht Klartext.


Fazit: Leider war das Buch so gar nicht meins. Ich fand den Erzählstil am Anfang richtig gut, aber irgendwann wurde es dann zu viel mit diesem betont wage bleiben und bloß nicht bestimmte Dinge beim Namen nennen. Das Buch eiert da einfach drum rum und man hat als Leser das Gefühl, nicht wirklich zum Kern des Ganzen vorstoßen zu können.
Darüber hinaus war es mir persönlich einfach viel zu deprimierend. Auch wenn das in Teilen der Wahrheit entspricht, mir war es zu extrem. Zudem kam ich an die Charaktere nicht wirklich heran. Immer wieder wurde auf einen ein Schlaglicht geworfen, wenn dem etwas zustieß, aber ansonsten ging es nicht um dessen Emotionen und Gefühle. Dadurch taten sie mir zwar leid, aber ich musste aufpassen, nicht mit den Namen durcheinander zu kommen, weil sie diese Art der Darstellung austauschbar gemacht hat.
Das Buch war leider nicht meins. Es bekommt von mir 2 Sterne, wegen der interessanten Thematik, die aber für mich nicht interessant genug umgesetzt wurde.

Veröffentlicht am 28.10.2019

Ich habe eine andere Art Buch erwartet - leider konnte es mich nicht begeistern

Alabasterball
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Vorab ein paar Worte zur Gestaltung des Buches. Das Buch hat keinen Schutzumschlag. Das Cover ist ein absoluter Traum. Viele Elemente sind erhaben gestaltet, also fühlbar, zudem reflektieren einige das ...

Vorab ein paar Worte zur Gestaltung des Buches. Das Buch hat keinen Schutzumschlag. Das Cover ist ein absoluter Traum. Viele Elemente sind erhaben gestaltet, also fühlbar, zudem reflektieren einige das Licht. Der Titel glitzert und rundet somit das Ganze wunderschön ab. Das Cover gehört für mich zu den schönsten, die ich bislang gesehen habe.
Die Innengestaltung ist ebenfalls mit sehr viel Liebe zum Detail geschehen. Es findet sich einige Seiten vor Romanbeginn eine Karte in schwarz/weiß. Die einzelnen Teile sind durch in Graustufen gehaltene Seiten getrennt und die Kapitelanfänge ebenfalls noch einmal besonders gestaltet. Man merkt bei diesem Buch, wie viel Mühe sich die Beteiligten gegeben haben. Es ist wirklich wunderschön!


Amy erhält vor einem Jahr eine Einladung zum Alabasterball, von dem sie zuvor noch nie etwas gehört hatte. Mit der Einladung erhielt sie auch ein wunderschönes Kleid. Ihre kleine egoistische, ein Jahr jüngere Schwester stiehlt Kleid und Einladung und nimmt an Amys Stelle am Ball Teil. Danach ist sie verschwunden. Zwar erhielt ihre Familie Postkarten aus allen Teilen der Welt, aber kein Anruf, kein Treffen, nichts, das beweisen würde, dass die Karten wirklich von Sunny stammen. Also macht sich Amy auf ihre Schwester zu finden.
Sie tritt anstelle einer anderen jungen Frau an und merkt bald, dass dieser Ball nicht einfach nur ein Wettbewerb ist, sondern tödlicher Ernst.


Ich habe ehrlich gesagt nach dem Klappentext eine andere Art Buch erwartet. Ich dachte an eine dystopische Gesellschaft mit dem Alabasterball als eine Art Hungerspiele in Ballroben. Mein erster Gedanke war: oh cool, eine Mischung aus „Selection“ und „Panem“! Doch es handelt sich hierbei keinesfalls um eine Dystopie. Amy lebt ganz normal im Deutschland und es ist auch nicht irgendwann in der Zukunft, sondern heute.
Das Buch hat mit den beiden genannten absolut gar nichts gemein.

Die Handlung springt immer wieder durch die Zeit zwischen Gegenwart und Vergangenheit, aber wirklich immer wieder kreuz und quer. An sich noch kein k.o. Kriterium, aber leider war für mich die Handlung sehr unglaubwürdig. Amy glaubt nicht, dass ihre Schwester die Postkarten geschrieben hat und wartet 1 Jahr bis zum nächsten Ball? Hätte sie nicht irgendwie die Behörden überzeugen können die Insel zu durchsuchen?
Auch, dass Amy nichts über den Alabasterball weiß, wenn er doch so exklusiv und so bedeutend ist und im Internet fast gar nichts darüber steht fand ich etwas weit hergeholt. Ich würde mir denken, wenn es so etwas wirklich gäbe, dann gäbe es doch Foren darüber oder irgendetwas, gerade heute mit Social Media und dergleichen macht das für mich leider keinen Sinn.

Amy fand ich durchaus sympathisch, aber auch sie hat es nicht geschafft mich zu fesseln. Sie konnte mich, genauso wie die Handlung nicht durchgehend überzeugen. Ihre Schwester fand ich extrem nervig und überzogen dargestellt.
Das große Geheimnis / die Enthüllung darüber, was es mit dem Ball auf sich hat, konnte mich ebenfalls nicht abholen. Ich fand die Idee nicht schlecht, aber für mich hatte das alles zu viele Lücken.


Fazit: Leider war das Buch nicht mein Fall. Die Handlung war für mich nicht glaubhaft und hatte zu viele Lücken in der Logik. Die Charaktere konnten mich auch nicht ans Buch fesseln, obwohl ich die Protagonistin durchaus sympathisch fand. Irgendwie konnte mich das Buch nicht packen. Ich hatte eine andere Art Buch erwartet. Der Klappentext ließ mich eine Mischung aus „Selection“ und „Panem“ erwarten, aber mit keinem der beiden Bücher hat dieses etwas gemein.
Für mich war das schönste an diesem Buch seine Gestaltung. Nur deswegen bekommt es von mir 2 Sterne, ansonsten wäre es nur einer geworden.

Veröffentlicht am 27.10.2019

Die turbulente Lebensgeschichte einer faszinierenden Frau

Die Zeit des Lichts
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Lee Miller ist Fotografin und Kriegsreporterin. 1929 lernte sie in Paris den berühmten Fotografen und Künstler Man Ray kennen und lieben. Er lehrte sie die Fotografie, sie wurde seine Muse. Doch Lee will ...

Lee Miller ist Fotografin und Kriegsreporterin. 1929 lernte sie in Paris den berühmten Fotografen und Künstler Man Ray kennen und lieben. Er lehrte sie die Fotografie, sie wurde seine Muse. Doch Lee will nicht im Schatten eines anderen stehen, sie will selbst etwas sein und ernstgenommen werden. 

Im Zweiten Weltkrieg ist Lee als Kriegsreporterin tätig, schießt Fotos in von Bomben zerstörten Städten, im besiegten Deutschland und den befreiten Konzentrationslagern. Sie wird berühmt, doch zu einem hohen Preis.

  

Das Buch ist mit viel Liebe zum Detail verfasst. Es nimmt sich viel Zeit und geht auch immer wieder am Rande auf die Kunst der Fotografie in den 1930er Jahren ein, als man noch ein Experte für Chemikalien sein musste, damit die Fotos etwas wurden. Die Handlung springt allerdings ständig hin und her zwischen der „Gegenwart“ einer gealterten Lee, die ihrem Ruhm nicht mehr gerecht werden kann, dem Höhepunkt ihrer Karriere während des Zweiten Weltkrieges und ihrer teilweise schrecklichen Erfahrungen zu dieser Zeit und ihren Jahren mit Man Ray, als sie die Liebe zur Fotografie entdeckte.

 

Es ist eine faszinierende Zeit, Paris in den 1930er Jahren und gerade auch die Künstlerszene. Aber leider hat es das Buch nicht geschafft mich emotional zu packen. Immer wieder dachte ich mir, „oh das muss aber heftig gewesen sein“, aber von Lee kommen keine Emotionen bei mir an. Ich weiß nicht, ob das Absicht ist, um zu zeigen, welchen Tribut das Leben, dass sie führt von ihr fordert, oder ob es keine Absicht ist und vielleicht auch an mir liegt, aber Fakt ist nun mal, dass mich das Buch nicht hat packen können. Stellenweise empfand ich es als deprimierend, langatmig und sogar langweilig. Es gab auch immer wieder interessante Passagen, besonders die Kriegserlebnisse, aber die Handlung dazwischen zog und zog sich. Manchmal habe ich ernsthaft überlegt, nur noch die Kriegskapitel zu lesen und den Rest auszulassen. Ich habe mich durchgebissen, aber mein Fall war das Buch leider nicht.

 

Die Charaktere konnten mich alle nicht emotional erreichen. Der Hauptfokus lag auf der durchwachsenen Beziehung zu Man Ray, aber auch hier konnte mich die „Liebesgeschichte“ einfach nicht packen. Vor allem diese Passagen zogen sich oft wie Kaugummi. Mir waren letztlich weder Lee noch Man Ray wirklich sympathisch.

 

Am spannendsten sind die Kriegskapitel, so schrecklich diese Erlebnisse teilweise auch sind. Aber hier merkt man die Fotografin, hier merkt man, wie gut Lee wirklich ist und was sie kann. Sie lässt die Gräuel des Krieges durch ihre Bilder lebendig werden. Aber leider erfährt man als Leser über diese Zeit nicht viel. Die Kapitel sind immer sehr kurz und auch hier spürte ich kaum Emotionen. Ich hätte mir den Fokus mehr auf dieser Zeit gewünscht.

  

Fazit: Leider wird das Buch für mich seinem Potential nicht gerecht. Lee Miller wird in der „Gegenwart“ als verzweifelte, verbitterte und deprimierte Frau dargestellt, nichts ist mehr von der Frau übrig, scheint es, die im Krieg ihr Leben riskierte. Das entspricht zwar den historischen Tatsachen, doch man erfährt nicht, wie es dazu kam. Man erfährt nicht, warum sie jetzt so ist. Der Hauptfokus liegt auf der Liebesgeschichte mit Man Ray, die bei mir nicht übergesprungen ist. Ich habe mich leider oft gelangweilt. Ich hatte einfach gehofft, man erführe mehr über die berühmte Kriegsjournalistin Lee Miller, deren Werke bis heute bekannt sind, doch ich habe nicht das Gefühl, nach der Lektüre des Buches bedeutend mehr über sie zu wissen, als das, was allgemein bekannt ist und das ist einfach schade.

Von mir bekommt das Buch ganz knappe 2 Sterne, mehr war leider nicht drin.

Veröffentlicht am 18.10.2019

Der Hass im Netz und das Ausleben in der realen Welt

Berlin Prepper
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Walter, der Protagonist des Romans, dessen Name lange nicht genannt wird, ist ein Prepper. Er bereitet sich auf den Katastrophenfall vor. Er trainiert jeden Tag, bunkert Vorräte und weiß genau, irgendwann ...

Walter, der Protagonist des Romans, dessen Name lange nicht genannt wird, ist ein Prepper. Er bereitet sich auf den Katastrophenfall vor. Er trainiert jeden Tag, bunkert Vorräte und weiß genau, irgendwann wird der Fall eintreten und fast niemand ist vorbereitet. 

Von Beruf ist er Content Moderator, wie er so schön sagt, der Klomann der Internetseite eines Konzerns. Er liest und bewertet jeden Tag Kommentare und löscht die unangemessenen, Morddrohungen zum Beispiel, Hasskommentare etc. 

Doch dann nimmt sein Leben eine dramatische Wende, als er nach einer Schicht zusammengeschlagen wird. Er bleibt nicht das einzige Opfer und bald geht es um Leben und Tod.

 

Mir waren die Charaktere nicht sympathisch. Irgendwie konnten sie mich nicht packen. Ich fand es gut, wie andauernd die Hasskommentare eingebunden wurden und sich wie ein roter Faden durch die Handlung ziehen. Aber das war für mich auch das positivste an dem Buch, das und die Aufmerksamkeit, die auf diesen Hass gelenkt wird.

 

Ich stelle mir Walters Job wirklich schlimm vor. Gut, ich mache ihn bestimmt nicht einfacher, ich gehöre zu denen, die sich über Hasskommentare im Internet beschweren, nur leider bringt das immer nichts. Ich finde es echt schrecklich, was die Leute alles schreiben, da werden im Roman viele Beispiele genannt, die mir Übelkeit bereiten.

 

Ich empfand das Buch als deprimierend. Bei mir kam keine Spannung auf, ich habe es gelesen und fühlte nichts, außer bei den Kommentaren, die wirklich schrecklich waren. Genauso schlimm, wie die Drohungen und die Tatsache, dass man dagegen einfach nichts tun kann.

  

Fazit: Mich konnte das Buch leider emotional nicht erreichen. Die Charaktere waren mir nicht sympathisch und die Handlung empfand ich nicht als spannend. Ich fand es aber gut, dass der Fokus auf die Hasskommentare und Drohungen im Netz, sowie die dort verbreitete Propaganda gelegt wurde. Das Thema ist top aktuell und wird noch immer viel zu wenig beachtet. Immer wieder gibt es Berichte über die Hetze im Netz, aber nichts passiert. Es wird einfach nichts unternommen und dieses Buch zeigt diese Ohnmacht. 

 

Das Buch bekommt von mir 2 Sterne.

Veröffentlicht am 17.10.2019

Leider zu viele Kritikpunkte - schade!

From Here to You
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Darby ist auf der Flucht. Am Tag ihrer geplanten Hochzeit hat sie erfahren, dass sie schwanger ist. Ihr ist sofort klar, dass sie ihren Verlobten, der sie regelmäßig brutal verprügelt, verlassen muss, ...

Darby ist auf der Flucht. Am Tag ihrer geplanten Hochzeit hat sie erfahren, dass sie schwanger ist. Ihr ist sofort klar, dass sie ihren Verlobten, der sie regelmäßig brutal verprügelt, verlassen muss, dem Kind zuliebe. Also nimmt sie reiß aus, mit Hilfe ihrer Freundin, deren Mann Shawns vorgesetzter Offizier ist, kauft sich ein Ticket für den Grayhound Bus und reist nach Colorado. Ihr ist klar, dass Shawn nach ihr suchen wird, nicht weil er sie auf seine verquere Art liebt, sondern weil er nicht verlieren kann und will.

Trex ist ehemaliger Elitesoldat und arbeitet nun als Zivilist weiterhin an streng geheimen Projekten. Er begegnet Darby in dem Hotel, in dem sie gerade angefangen hat zu arbeiten und ist sofort hin und weg. Ihm ist auf den ersten Blick klar, dass sie die eine ist. Beinahe genauso schnell wird ihm klar, dass sie vor etwas oder jemandem Angst hat und er will sie um jeden Preis beschützen.


An sich fand ich das Buch nicht schlecht, aber ich habe vier Kritikpunkte:
1.) Fand ich es unglaubwürdig, was Darby alles passiert sein soll in ihrem Leben. Ich meine da wird absolut nichts ausgelassen und das alles soll einer jungen Frau in den 20ern passiert sein? Mir war das zu viel, um glaubwürdig zu sein.
2.) Mir war es zu viel „Gott“: „Gott wird mich beschützen“, „ich höre die Stimme Gottes, sie wird mich leiten“, etc. Geflucht werden darf natürlich auch nicht, wenn „Gott“ oder „Jesus“ im Spiel sind. Ja, ich weiß, es gibt in den USA viele sehr gläubige Menschen, es gibt aber auch mindestens genauso viele, wenn nicht mehr, bigotte Menschen, die so tun als ob, nur um gut dazustehen, weil man eben gläubig zu sein hat. Mir kommt es in diesem Buch so vor, als würde diesen Menschen nach dem Mund geredet bzw. geschrieben. Mir ging es irgendwann einfach nur noch auf die Nerven, weil es so oft vorkam.
3.) Die Verwicklung um Trex Arbeit fand ich auch ziemlich unglaubwürdig. Vom ersten Moment an ist klar, dass da etwas nicht stimmt, was auch allen klar ist, aber es wird trotzdem nichts unternommen, sondern nur immer wieder durch Worte und Vorfälle betont, dass da etwas nicht stimmt. Trex hat schon so viele wichtige Jobs in Militär und Bundesbehörden gehabt und da fällt ihm nicht ein, das alles mal überprüfen zu lassen?
4.) Darbys Umgang mit Lügen. Sie lügt die ganze Zeit, um sich vor Shawn zu verstecken, aber selbst eine Notlüge, die ein anderer vorschlägt, lehnt sie kategorisch ab „man soll doch nicht lügen!“. Wenn jemand anderes ihr nicht die volle Wahrheit erzählt, regt sie sich darüber auf angelogen worden zu sein, aber ihre Lügen sind ok. Sowas nervt mich. Ich kann verstehen, warum sie lügt, es geht um ihre Sicherheit, aber trotzdem, dann soll sie wenigstens dazu stehen!

Darby war mir durchaus sympathisch, abgesehen von der „Gott“-Sache. Allerdings fand ich es auch hier etwas unglaubwürdig, dass sie quasi bei jeder sich bietender Gelegenheit ihr Essen von sich gibt, oder aussieht, wie ein Zombie, wegen der Morgenübelkeit und keiner kommt auf die Idee, sie könnte schwanger sein.

Trex war mir sympathischer. Ich fand es süß, dass er fest davon überzeugt ist, dass irgendwo da draußen die eine für ihn wartet. Er ist sich sicher, dass Darby diese eine ist und versucht sie irgendwie für sich zu gewinnen.


Fazit: ich fand das Buch stellenweise sehr gut, aber meine Kritikpunkte haben mich leider sehr gestört. Die Wendung war zwar spannend, aber auch sehr vorhersehbar. Mich konnte das Buch nicht wirklich überraschen, aber schlecht war es auch nicht.

Von mir bekommt das Buch 2 Sterne.