Profilbild von tweed

tweed

Lesejury Star
offline

tweed ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tweed über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.12.2019

komplexe Story, bis zum Ende nicht zu durchschauen

Tod und kein Erbarmen
0

An einem Januarmorgen verschwindet die achtjährige Violetta. Akribisch rekonstruiert die Polizei ihren Weg zur Schule und entdeckt Indizien, die auf eine Entführung hindeuten. Doch das Mädchen wird nie ...

An einem Januarmorgen verschwindet die achtjährige Violetta. Akribisch rekonstruiert die Polizei ihren Weg zur Schule und entdeckt Indizien, die auf eine Entführung hindeuten. Doch das Mädchen wird nie gefunden.

Zehn Jahre später verbringt Kriminalhauptkommissar Erik Donner ein paar Tage in dem Ort und will dort eigentlich nur sein privates Unglück im Alkohol ertränken, als er von Violetas Cousine aufgesucht wird. Angeblich gibt es einen neuen Hinweis auf den Verbleib des Mädchens. Doch Donner glaubt nicht an die Aufklärung eines so alten Falls. Im Streit schickt er Violettas Verwandte weg. Ein folgenschwerer Fehler, denn am nächsten Tag steht der Kommissar plötzlich unter Mordverdacht …




"Tod und kein Erbarmen" ist schon der siebte Fall für Erik Donner, für mich war es der erste als Quereinsteiger. Der Schreibstil ist klasse, ich konnte auch ohne Vorwissen sehr gut in die Story einsteigen. Man lernt Donner kennen, erfährt einige Details, wieso er den Urlaub so dringend braucht. Donner ist ein Kämpfertyp, der wie eine Katze, mehrere Leben zu haben scheint. Er ist sehr gut charakterisiert und definitiv kein Ermittler von der Stange. So auch die anderen Ermittler wie Vogel oder Winter. Und das ist genau das, was mir gefällt. Schrullige, schräge Typen, echte Typen die sich in kein Raster pressen lassen. Unverwechselbare Persönlichkeiten eben. Genauso gut wie die Ermittler, sind auch die Einwohner von Pöhla beschreiben, ich hatte die Typen allesamt bildlich vor Augen.

Die Story ist komplex, es gibt jede Menge überraschender Wendungen und falsche Fährten, ich tappte bis ganz zum Schluss im Dunklen. Über weite Strecken hatte ich Kopfkino, die Handlung ist temporeich und spannend bis zum Ende.

Fazit: Ich bin begeistert, ich glaube da ist mir eine wirklich gute Reihe entgangen. Ich werde mir wohl die vorigen Teile zulegen um Donner und die übrigen Ermittler von Anfang an kennenzulernen.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.11.2019

Atmosphärisch dicht und spannend

Seelentot
0

Inhaltsangabe: "Ihr Beruf: Ärztin. Ihre Patienten: Kriminelle. Ihr neuer Fall: Eine Mauer aus Schweigen.

In der JVA München-Wiesheim wird ein Inhaftierter erhängt aufgefunden. Alles deutet auf Selbstmord ...

Inhaltsangabe: "Ihr Beruf: Ärztin. Ihre Patienten: Kriminelle. Ihr neuer Fall: Eine Mauer aus Schweigen.

In der JVA München-Wiesheim wird ein Inhaftierter erhängt aufgefunden. Alles deutet auf Selbstmord hin. Allein Gefängnisärztin Eva, die den Totenschein ausstellen soll, hat Zweifel: Der Mann stand kurz vor der Entlassung, warum sollte er sich gerade jetzt das Leben nehmen? Gemeinsam mit Hauptkommissar Lars Brüggemann beginnt sie zu ermitteln, doch bei den Angestellten der Haftanstalt stößt sie auf Schweigen. Als Eva einen Briefumschlag mit einem Trauerflor in ihrer Post vorfindet und nachts heimlich Dateien von ihrem Computer gelöscht werden, ist klar: Jemand versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Und plötzlich kann Eva sogar Lars nicht mehr trauen ..."

Mit "Seelentot" ist der zweite Fall für die sympathische sowie toughe Gefängnisärztin Eva erschienen, auf den ich schon gespannt war, denn "Verborgen", der erste Teil, hatte mich total begeistert. Im zweiten Teil geht es fast nahtlos weiter, nur wenige Wochen sind vergangen und Eva findet sich mitten in ihrem nächsten Fall. Ein Selbstmord in der JVA ist nicht gerade gut für das Image, ein Mord, wie Eva vermutet, ungleich schlimmer. Eva folgt ihrem Instinkt und stellt sich gegen die Direktorin, die den Fall am liebsten so klein wie möglich und aus der Öffentlichkeit halten möchte. Hauptkommissar Lars Brüggemann, den Eva im ersten Teil kennenlernte, ermittelt zusammen mit seiner Kollegin. Wir treffen auf alte Bekannte, die Psychologin, Staatsanwalt Santana und Temme, der schon in Teil eins eine größere Rolle hatte. Schnell wird klar, dass dieser Fall für Eva ziemlich gefährlich werden könnte.


Der Schreibstil ist wie gewohnt locker, lässt sich flüssig lesen, dafür sorgen auch die lebendigen Dialoge. Ich fand die Story schön dicht und so fesselnd, dass es schwer fiel, das Buch aus der Hand zu legen. Die Spannung steigt kontinuierlich, am Ende wird sie fast unerträglich.

Mit Eva konnte ich richtig gut mitfiebern, hätte sie in manchen Situationen aber am liebsten mal geschüttelt. Eva ist eine absolute Sympathieträgerin, sie ist gekonnt gezeichnet, eine Persönlichkeit, die sich in dem von Männern dominierten Arbeitsumfeld behaupten kann. Aber auch die anderen Figuren sind dreidimensional und wirken lebensecht, Menschen wie aus dem Leben gegriffen. Die Autorin versteht es, die Atmosphäre in der JVA perfekt zu transportieren. Teils düster, teils bedrohlich, besonders interessant fand ich den Einblick in den Alltag der JVA.

Fazit: Ich bin vom zweiten Band genauso begeistert wie vom ersten. Das Setting in der JVA ist einzigartig und faszinierend. Und letztlich punktet die Reihe mit den wunderbar gezeichneten Charakteren und einem dichten Plot. Bitte mehr davon. 5 Sterne für mein persönliches Lesehighlight 2019.

Veröffentlicht am 18.11.2019

düstere Geschichte

Schwarze Förde
0



Schauplatz Flensburg: Durch Zufall werden auf einem Acker die Leichen von sechs Frauen gefunden. Die Todeszeitpunkte liegen weit auseinander, teils sind die Leichen stark verwest, doch es ist auch eine ...



Schauplatz Flensburg: Durch Zufall werden auf einem Acker die Leichen von sechs Frauen gefunden. Die Todeszeitpunkte liegen weit auseinander, teils sind die Leichen stark verwest, doch es ist auch eine ganz frische dabei. Kommissar Christoph Wengler ermittelt mit seinem Team, er bindet auch Hannah Lundgren vom Team OVA ein. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, die Frauen müssen identifiziert werden, doch nicht einmal der Besitzer des Ackers, in dem die Leichen vergraben waren, lässt sich ermitteln. Als die Vermisstenmeldungen durchgegangen werden, stellt sich heraus, dass eine weitere vermisste Frau ins Opferprofil passt. Ist die siebente Frau noch in der Gewalt des Mörders? Die Ermittlungen werden zum Wettlauf gegen die Zeit....


Ich kenne von der Autorin eine andere Krimi-Reihe, die ich sehr schätze, deswegen war ich auf diesen Krimi besonders gespannt. Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Beeke Dierksens Schreibstil ist bildhaft und lässt sich wunderbar flüssig lesen. Sie schafft Atmosphäre, in diesem Fall eine wirklich düstere, die sich durch die gesamte Handlung zieht. Schon das Eingangsszenario auf dem Acker ist beklemmend, als nach und nach weitere Leichen geborgen werden. Mit dieser düsteren Atmsophäre geht es weiter.


Chistoph Wengler kommt als Figur sympathisch rüber, er ist ein Familienmensch mit intakter Familie, aber für seine Arbeit unterbricht er sogar seinen Urlaub. Auch Hannah Lundgren ist sympathisch, sie hat einen Schicksalsschlag erlitten, unter dem sie immer noch leidet. Sie kommt nach einer Auszeit wieder zur Arbeit zurück und ausgerechnet dieser düstere Fall ist der Einstand.

Die beiden Hauptprotagonisten sind detailliert gezeichnet, sie kommen plastisch rüber. Auch die weiteren Figuren sind toll beschrieben, ein jeder hat sein Päckchen zu tragen, hat private Probleme. Und genau die lassen die Protagonisten viel plastischer erscheinen, so dass ich mir ein viel besseres Bild von ihnen machen konnte.

Der Fall ist verzwickt und es dauert, bist die Ermittlungen in Schwung kommen. Die Geschichte kommt zwar ohne blutige Szenen aus, aber auch so schockiert er zutiefst und zeigt menschliche Abgründe auf. Ein Fall zum miträtseln, der bis zum Ende spannend bleibt.


Fazit: Ich bin begeistert, der Krimi ist gut durchdacht, spannend und fesselnd von Beginn an. Ich hoffe auf weitere Fälle mit dem sympathischen Ermittlerteam. 5 Sterne.


Veröffentlicht am 06.11.2019

Solider Thriller

Dunkle Botschaft: Thriller
0

Rechtsmedizinerin Julia Schwarz traut ihren Augen nicht. Eigentlich soll sie eine junge Frau obduzieren, die durch einen Stromschlag in der Badewanne ums Leben kam. Doch sehr schnell erweist sich der vermeintliche ...

Rechtsmedizinerin Julia Schwarz traut ihren Augen nicht. Eigentlich soll sie eine junge Frau obduzieren, die durch einen Stromschlag in der Badewanne ums Leben kam. Doch sehr schnell erweist sich der vermeintliche Unfall als Mord. Schlimmer noch, der Täter hat eine verschlüsselte Botschaft im Körper seines Opfers hinterlassen. Sie enthält eine Aufgabe, die Julia nicht lösen kann und an der auch Kriminalkommissar Florian Kessler verzweifelt. Fest steht nur eines: Wenn sie die Antwort nicht bald finden, wird eine weitere Frau sterben. Fieberhaft versucht Julia, das Rätsel zu entschlüsseln. Aber der Killer spielt ein hinterhältiges Spiel und lockt sie in eine Falle. Er zwingt Julia, über Leben und Tod zu entscheiden."

Ich habe schon einige Thriller aus der Feder von Catherine Shepherd gelesen, mit diesem hat sie wieder einmal bewiesen dass ihre Thriller ein Garant für Hochspannung sind. Im Prolog und einigen anderen Kapiteln lernt man den Täter kennen, ohne zu wissen, wer er ist. Man begleitet ihn von der frühen Kindheit zum Erwachsenen und es wird klar, wieso er sich zu einem Serienkiller entwickeln konnte. Es gibt in seiner Vergangenheit viele schockierende Momente, die sprachlos machen.

In der Gegenwart verfolgt man die spannungsgeladene Suche nach dem Täter, muss mit Julia und Florian die Rätsel des Täters lösen. Ein Wettlauf gegen die Zeit, der über das Leben oder den Tod des nächsten Opfers entscheidet. Julia begibt sich mit ihren Alleingängen in Gefahr, sie kann es einfach nicht lassen. Ihre Assistentin Lenja stellt sich beim lösen der Rätsel sehr geschickt an, zusammen sind die beiden Ladys ein super Team.

Der Schreibstil ist gewohnt fesselnd und lässt sich super lesen, die Spannung ist konstant vorhanden und endet in einem spannenden Showdown. Ich hatte beim lesen Kopfkino und haben mit den Protagonisten mitgefiebert, bis zum Ende ist nicht klar wer der Täter ist.

Fazit: Solider Thriller mit viel Spannung, kann ich nur empfehlen.

Veröffentlicht am 31.10.2019

Trost und der Teufel

Der Tod tanzt in Graz
0

Klappentext: "Der Tod eines bekannten Volksmusikers erschüttert Österreich. Als ein zweiter Künstler stirbt, verfällt das Land in Schockstarre. Die Polizei kommt nicht voran, und Chefermittler Armin Trost ...

Klappentext: "Der Tod eines bekannten Volksmusikers erschüttert Österreich. Als ein zweiter Künstler stirbt, verfällt das Land in Schockstarre. Die Polizei kommt nicht voran, und Chefermittler Armin Trost ist untergetaucht. Dafür treiben nun seltsam finstere Kerle ihr Unwesen. Sogar vom Teufel selbst ist die Rede. Und dabei steht doch das größte Brauchtumsfest im ganzen Land vor der Tür: das »Aufsteirern«."

Schon der sechste Fall für Chefermittler Trost, ich habe bisher alle Teile der Reihe verfolgt. Der Teil kann natürlich als Standalone gelesen werden, ich empfehle aber, die Reihe von Anfang an zu lesen, um die Zusammenhänge besser verstehen zu können und die Ermittler und ihre Entwicklung kennenzulernen.

Ganz Graz bereitet sich auf das Aufsteirern vor, das größte und allseits beliebte Fest bei dem auch musikalisch viel geboten wird. Doch die alten Bräuche wurden inzwischen von Schlagern aufgeweicht, was nicht allen gefällt. Kurz vor dem Fest findet eine Fanwanderung statt, bei der es den ersten Toten gibt. Ein allseits beliebter Musiker wurde erschossen und Trosts Truppe ermittelt in dem Fall. Nur wo ist Trost? Trost ist seit den Ereignissen vom letzten Teil spurlos verschwunden, Anette Lemberg und der Graf sind auf sich allein gestellt. Die Ermittlungen geben nicht viele Ansätze her und viel zu schnell stirbt ein weiterer Musiker. Doch dann tauchen kryptische Hinweise auf, Trost scheint aus dem Hintergrund heraus zu ermitteln.

Robert Preis hat diese teils düstere Stimmung, von alten Legenden und Ängsten vor dem Teufel durchsetzte Story wieder mal perfekt umgesetzt. Selbst bei der Fanwanderung in der schönen Natur der Berge schlägt die Stimmung von festlich ausgelassen zu schrillen Misstönen und einem Mord am Ende um. Über weite Strecken lief die Handlung bei mir wie ein Film ab, ich hatte die Szenerie bildlich vor Augen. Als Leser fragt man sich an manchen Stellen was Realität ist, was Einbildung. Es ist diese düstere Stimmung und die skurrilen Figuren, die für mich den Reiz der Reihe ausmachen und skurrile Figuren gibt es auch hier wieder einige. Ich habe die Handlung atemlos verfolgt, die Spannung steigt kontinuierlich, bis zum Ende tappte ich im Dunkeln. Der Schluss ist stimmig und lässt mich gespannt auf die Fortsetzung warten.

Fazit: Wieder ein spannender Teil der Reihe mit viel Spannung, Atmosphäre, skurrilen Figuren und Lokalkolorit.