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Veröffentlicht am 02.11.2019

Ein durchaus lesenswerter, aber leider eher unspektakulärer zweiter Band.

Maddie - Der Widerstand geht weiter
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Ohne den Vorgänger „Die Rebellion der Maddie Freeman“ zu kennen, sollte man diese Fortsetzung nicht lesen. Die Ereignisse der beiden Teile knüpfen nahtlos aneinander an und es gibt zwar einige Rückblicke ...

Ohne den Vorgänger „Die Rebellion der Maddie Freeman“ zu kennen, sollte man diese Fortsetzung nicht lesen. Die Ereignisse der beiden Teile knüpfen nahtlos aneinander an und es gibt zwar einige Rückblicke in die Geschehnisse aus dem ersten Band der Reihe, aber diese erfolgen ohne Erklärungen zu den damaligen Ereignissen oder den Zusammenhängen zu Teil 2.

„Maddie - Der Widerstand geht weiter“ ist sicherlich ein interessantes und auch spannendes Buch, in dem einiges passiert - wenn auch teilweise vor allem auf zwischenmenschlicher Ebene. Die Beziehung zwischen Maddie und Justin wird thematisiert und entwickelt sich weiter. Wobei hier sehr deutlich wird, was es heißt, jahrelang Beziehungen zu anderen Menschen nur auf virtueller Ebene geführt zu haben, denn ganz unproblematisch ist es nicht, was zwischen Maddie und Justin steht. Und auch Maddies Beziehungen zu ihren Freunden sind nicht immer ganz einfach und entwickeln sich in diesem zweiten Band ebenfalls fort. Und natürlich sorgt Maddies monatelanger Aufenthalt in dem Umerziehungscenter für Spannung und Dramatik.

Aber trotzdem: Dem Buch fehlt einfach etwas. Es ist zu unspektakulär. Als Leser ist man natürlich interessiert an der Handlung und ihrer Entwicklung. Aber es kommt einfach keine richtige Begeisterung auf, man fiebert einfach nicht mit den Charakteren mit. Dabei bieten vor allem die Szenen im Umerziehungscenter einiges an Potential. Und teilweise nutzt die Autorin dieses auch aus, wenn sie zum Beispiel berichtet, welches Ziel hinter dem Umerziehungscenter steckt und wie dessen Betreiber vorgehen, um es zu erreichen. Und wie Maddie und ihre Freunde versuchen, diese Pläne zu vereiteln. Aber dabei bleibt die Handlung einfach zu oberflächlich.

Oder liegt es an dem nüchternen Schreibstil der Autorin? Dieser sorgt nicht unbedingt dafür, dass beim Leser große Begeisterung aufkommt. Die Beschreibungen von Katie Kacvinsky sind einfach zu sachlich, zu distanziert. Ihnen fehlt es an Emotionen, die den Leser mitreißen und ihn so richtig an das Buch fesseln.

Viel passiert in diesem zweiten Teil auch nicht gerade. Die Handlung ließe sich mit wenigen Sätzen zusammenfassen. Das Ende ist dazu ziemlich unspektakulär, auch wenn einige Fragen aufgeworfen werden, die hoffentlich in Teil 3 eine Antwort finden. Vor allem die Rolle von Maddies Vater macht neugierig.

Im Ergebnis ist „Maddie - Der Widerstand geht weiter“ trotzdem ein durchaus lesenswertes Buch für alle, die der erste Band der Reihe begeistern konnte. Ihm fehlt bloß irgendwie das gewisse Etwas.

Mein Fazit:

Ein durchaus lesenswerter, aber leider eher unspektakulärer zweiter Band.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Ein unglaubliches Buch - es sei denn, man glaubt an die Existenz von Geistern.

In dieser ganz besonderen Nacht
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In ihrem Nachwort erwähnt Nicole C. Vosseler, dass sie einige Zeit in San Francisco verbracht hat, seit sie die Idee zu diesem Buch hatte. Und das merkt man ihm auch an. Die Beschreibungen der Stadt sind ...

In ihrem Nachwort erwähnt Nicole C. Vosseler, dass sie einige Zeit in San Francisco verbracht hat, seit sie die Idee zu diesem Buch hatte. Und das merkt man ihm auch an. Die Beschreibungen der Stadt sind so lebendig und eindringlich, ihre vielen Facetten wurden anschaulich herausgearbeitet, die Faszination SanFrans auf ihre Bewohner und Touristen wird mehr als deutlich. Als Leser fühlt man sich direkt in die US-Metropole versetzt und erlebt an der Seite von Amber eine unglaubliche Geschichte.

Denn das ist die Geschichte nun mal - unglaublich. Es sei denn, man glaubt an die Existenz von Geistern. Dann ist die Geschichte gar nicht so ungewöhnlich. Von einem Mädchen, das in eine fremde Stadt zieht, auf eine fremde Schule kommt und von einem Moment auf den anderen von fremden Menschen umgeben ist, hat der ein oder andere sicher schon das ein oder andere Buch gelesen. Auch „In dieser ganz besonderen Nacht“ handelt davon - und ist doch ganz anders als die meisten dieser bereits bekannten Werke. Denn Nicole C. Vosseler hat ein magisches und mystisches Element eingebaut, das das Buch einzigartig und besonders macht.

Auch die Charaktere sind ganz speziell. Amber ist das nette Mädchen von nebenan, mit dem man sich als Leser sofort anfreundet und das von der ersten Seite an interessant und sympathisch ist. Dazu kommen ihr Vater und ihre Freunde, die sie im Laufe des Buches gewinnt - jeder von ihnen ist wichtig und besonders und trägt seinen Teil zum Verlauf des Romans bei.

Schon die wenigen Seiten des Prologs machen deutlich, dass den Leser ein stimmungsvolles Buch erwartet. Und das ändert sich auch nicht auf den folgenden mehr als 500 Seiten. Die Autorin versteht es, die Gefühle und Gedanken der Protagonisten anschaulich darzustellen und den Leser so ganz direkt an der Geschichte teilhaben zu lassen. Dabei fängt sie nicht nur die Stimmung der Stadt San Francisco ein, sondern nimmt vor allem die Schwingungen der vielen zwischenmenschlichen Beziehungen auf und baut diese aus. So erzählt das Buch nicht nur von einer schwierigen Vater-Tochter-Beziehung, sondern auch von Freundschaften und der ein oder anderen zarten Liebe.

„In dieser ganz besonderen Nacht“ ist ein gefühlvolles Buch mit emotionalen Charakteren. Besonders der zweite Ich-Erzähler, über den an dieser Stelle nicht zu viel verraten werden soll, hat einen bewegenden und ergreifenden Erzählstil. Leider fehlt es teilweise genau dann an mitreißenden Emotionen, wenn es um die Beziehung der beiden Hauptfiguren geht. Man merkt zwar, dass sie im Laufe des Buches Gefühle füreinander entwickeln, aber die Szenen, die sich mit ihrer Beziehung beschäftigen, hätten durchaus noch etwas romantischer, ja gerne auch kitschiger sein können. Sie können nicht hundertprozentig mitreißen, der Funke springt leider nicht vollständig über.

Mein Fazit:

Ein unglaubliches Buch - es sei denn, man glaubt an die Existenz von Geistern.

Veröffentlicht am 31.10.2019

Gruselalarm!

Geisterfjord
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Die ersten 50 Seiten waren noch relativ ruhig, aber den Schreibstil der Autorin empfand ich sofort als angenehm und sie hat eine tolle Atmosphäre geschaffen, in die ich mich direkt hineinversetzt gefühlt ...

Die ersten 50 Seiten waren noch relativ ruhig, aber den Schreibstil der Autorin empfand ich sofort als angenehm und sie hat eine tolle Atmosphäre geschaffen, in die ich mich direkt hineinversetzt gefühlt habe. Und dann ging es los. Der Gruselfaktor nahm extrem zu und hat mich voll gepackt. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, bei dem ich mich so gegruselt habe. Eigentlich mache ich um solche Bücher auch eher einen großen Bogen, weil ich genau weiß, was für ein Angsthase ich bin. Aber bei den guten Rezensionen zu diesem Buch konnte ich dann doch einfach nicht widerstehen. Es ist wirklich ein sehr subtiler Horror - Strandläuferin hat das in ihrer Rezi ja schon sehr gut beschrieben - aber er verfehlt seine Wirkung nicht. Und er ist mir auch viel lieber als Monster und spritzendes Blut.

Ich muss aber auch sagen, dass so circa 100 Seiten vor Schluss meine Faszination nachgelassen hat, weil es doch irgendwie immer wieder dasselbe war, was dem Leser geboten wurde und der Reiz an der Geschichte und der Grusel einfach auch nachgelassen haben. Und ein wenig hat es mich dann auch genervt, dass jedes Kapitel mit einem total fiesen Cliffhanger endet, die Autorin im nächsten Kapitel dann aber nicht immer darauf eingeht, wie es nach diesem Cliffhanger weiterging. Irgendwie ist dann doch plötzlich alles wieder "gut" und auf das, was in dem Kapitel vorher so viel Grusel verbreitet hat, wird nicht mehr eingegangen. Da hat es sich die Autorin stellenweise doch etwas zu einfach gemacht.

Die ganze Zeit habe ich mich gefragt, wie die beiden Handlungsstränge zusammenhängen könnten und die Auflösung fand ich gut durchdacht, logisch und auch sehr passend. Ich bin wirklich erleichtert, dass es nicht für jedes Gruselelement eine rationale Erklärung gibt, denn vermutlich hätte ich die der Autorin nicht abgekauft bzw. hätte sie zu konstruiert auf mich gewirkt. So bleibt die mystische und unheimliche Stimmung auch nach dem Lesen noch erhalten.

Veröffentlicht am 31.10.2019

Die Reihe werde ich weiter verfolgen

Die Feuerreiter Seiner Majestät 01
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Ich hätte nicht erwartet, dass dieses Buch so anspruchsvoll geschrieben ist, aber der Schreibstil passt wunderbar zur Geschichte und zu der Zeit, in der die Handlung spielt. :thumleft: Ich muss aber auch ...

Ich hätte nicht erwartet, dass dieses Buch so anspruchsvoll geschrieben ist, aber der Schreibstil passt wunderbar zur Geschichte und zu der Zeit, in der die Handlung spielt. :thumleft: Ich muss aber auch sagen, dass mir das Buch ab dem letzten Drittel nicht mehr so gut gefallen hat. Gerade die Kampfszenen haben mich eher gelangweilt. Mit solchen Szenen kann ich aber grundsätzlich nicht viel anfangen, das ging mir noch bei jedem Buch so.

Wirklich sehr mochte ich aber dagegen den Humor und die Charakterzeichnungen. Man hat in diesem Buch schnell seine Lieblinge gefunden. Und eben auch die Figuren, die man nicht so gut leiden kann. Hiermit hat die Autorin schon von den ersten Seiten an mein Interesse geweckt und diese Reihe werde ich definitiv weiter verfolgen.

Veröffentlicht am 31.10.2019

Hat mich sehr überrascht

Über ein Mädchen
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Zunächst einmal muss ich sagen, wie bezaubernd ich den Schutzumschlag finde. Das Cover ist so schlicht und passt doch so wunderbar zum Inhalt des Buches. Es ist auch überhaupt nicht kitschig, finde ich, ...

Zunächst einmal muss ich sagen, wie bezaubernd ich den Schutzumschlag finde. Das Cover ist so schlicht und passt doch so wunderbar zum Inhalt des Buches. Es ist auch überhaupt nicht kitschig, finde ich, sondern einfach nur schön. Und als besonderes Highlight erwartet den Leser auf dem Einband des Buches selbst der Abdruck, den die auf dem Cover abgebildete Teekanne hinterlassen hat: zwei Ringe braunen Tees auf der Vorderseite und ein Fleck auf der Rückseite. Da hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht und ich finde diese Idee einfach nur klasse.

Als nächstes muss ich sagen, dass mich der Klappentext total in die Irre geleitet hat. Ich bin mir nicht sicher, ob ich euch verraten soll, warum. Oder ob ich euch das selbst herausfinden lasse, denn euch wird es bestimmt auch so gehen. Auf der anderen Seite aber lässt sich schwer über das Buch erzählen, ohne euch den Grund dafür zu nennen...

Also gut: Der Klappentext hat mich deshalb total verwirrt, weil Flynn ein Mädchen ist. Damit hatte ich nun überhaupt nicht gerechnet. Der Name Flynn klang für mich zwar außergewöhnlich, aber eben auch außergewöhnlich männlich. Schon nach ein paar Seiten kam daher die große Überraschung für mich und ich musste erst mal ein paar Minuten eine Pause einlegen. Nicht, dass ich ein Problem damit hätte, über die Liebe zweier Mädchen zu lesen. Ich war einfach nur so überrascht.

Der erste Teil des Buches erzählt davon, wie Anna und Flynn sich kennenlernen, wie sie sich sofort sympathisch sind und sich schnell eine Freundschaft zwischen ihnen entwickelt. Obwohl für Anna von Anfang an mehr dahintersteckt, denn sie hat sich auf den ersten Blick in Flynn verliebt. Und das so richtig. Aber sie weiß nicht, ob Flynn auch auf Mädchen steht. Sie weiß nicht, ob sie sie darauf ansprechen soll. Sie weiß nicht, ob sie mit Flynn glücklich werden könnte. Und dann gibt es noch etwas, das in Annas Vergangenheit passiert ist und ihr immer noch schwer zu schaffen macht. Sie hat Angst, dass diese Sache zwischen ihr und Flynn stehen könnte.

In diesem ersten Teil geht alles sehr schnell. Klar, es gibt diese Momente, in denen man einen Menschen kennenlernt und sofort merkt, dass man mit ihm auf einer Wellenlänge liegt. Und so ist das eben auch bei Anna und Flynn. Und doch hätte ich mir hier mehr Zeit gewünscht, um die beiden Charaktere kennenzulernen. Und ich hätte auch den beiden Charakteren mehr Zeit gewünscht, sich gegenseitig kennenzulernen. So wirkt dagegen alles ein wenig überstürzt.

Aber vielleicht war das auch so gewollt, denn am Ende dieses ersten Teils gibt es einen Bruch, der Anna tieftraurig zurücklässt. Zusammen mit ihr begibt sich der Leser anschließend im zweiten Teil des Buches auf eine Reise in die Vergangenheit. Hier bekommt man nun die Möglichkeit, Anna besser kennenzulernen. Man erfährt viel über ihre Kindheit, über ihr Familienleben, über ihre Freundschaft zu einem ganz besonderen Jungen. Und man erfährt, warum Anna so vorsichtig geworden ist, warum sie sich manchmal lieber verkriecht und allein ist. Warum sie manchmal mit sich und ihrem Schicksal hadert. Nachdem ich den ersten Teil des Buches nicht so ansprechend fand, hat mich das Buch mit diesem zweiten Teil völlig gepackt. Ich habe Anna richtig in mein Herz geschlossen.

Und schließlich kommt der dritte Teil des Buches, über den ich an dieser Stelle aber gar nicht so viel verraten möchte. Ich sage nur, dass sich der Kreis, der mit dem ersten Satz des Buches begonnen hat, nun wieder schließt. Und dass der zweite und dritte Teil den etwas holprigen ersten Teil fast vergessen lassen.

Flynn war mir durchweg nie so sympathisch wie Anna. Das mag an der Erzählperspektive liegen oder auch daran, dass die beiden Mädchen trotz ihrer Gemeinsamkeiten doch sehr unterschiedlich sind. Und Anna hat mich einfach mehr an sich heran gelassen. Flynn blieb für mich immer etwas distanziert, unnahbar und fremd.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr emotional, sehr intensiv, fast schon poetisch. Er hinterlässt Eindruck, denn Joanne Horniman schafft es, viel zu sagen, ohne viel Worte zu verwenden. Ganz zart und liebevoll lässt sie ihre Ich-Erzählerin den Leser an die Hand nehmen und ihn durch das Buch führen. Annas Emotionen übertragen sich auf den Leser und zusammen mit ihr erlebt man eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Nach Beenden des Buches würde ich sagen, dass es nicht die Liebesgeschichte ist, die im Vordergrund des Buches steht, sondern Annas Geschichte. Annas Geschichte, Annas Gefühle, Annas Gedanken. Klar, das Buch ist ja auch aus ihrer Sicht geschrieben. Aber Anna ist zugleich ein sehr interessanter und angenehmer Charakter, über den es viel zu erzählen gibt und dem man gerne zuhört.

Mein Fazit:

Ein Buch, das mich nicht nur aufgrund des irreführenden Klappentextes, sondern auch aufgrund der tiefgründigen Ich-Erzählerin mit ihrem emotionalen Erzählstil sehr überrascht hat.