Eine sehr geradlinige Fortsetzung, die stellenweise zu einseitig ist, aber mit einigen Überraschungen für den Leser aufwartet.
Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit"Tödliche Wahrheit" - einen treffenderen Titel könnte der zweite Band der Reihe "Die Bestimmung" wohl kaum haben. Denn in dieser Fortsetzung geht es vor allem um Wahrheiten, die schmerzlich, erschreckend ...
"Tödliche Wahrheit" - einen treffenderen Titel könnte der zweite Band der Reihe "Die Bestimmung" wohl kaum haben. Denn in dieser Fortsetzung geht es vor allem um Wahrheiten, die schmerzlich, erschreckend und ja, auch tödlich sein können. Es werden einige offene Fragen beantwortet, aber mindestens genau so viele neue ins Spiel gebracht. Einige neue Charaktere werden eingeführt und es wird sehr deutlich, dass nicht jeder der ist, der er zu sein vorgibt. Dass man nicht jedem Menschen blindlings vertrauen sollte. Dass es manchmal eine Wahrheit hinter der Wahrheit gibt.
Die Ereignise des zweiten Teils knüpfen unmittelbar an die Geschehnisse des ersten Bandes an. Nur wenige Tage sind vergangen, seit Tris Schreckliches durchgemacht hat, aber auch selbst eine schreckliche Schuld auf sich genommen hat. Es fällt ihr schwer, das Vergangene zu verarbeiten und sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Auf die Bedrohung, die der plötzlich entfachte Krieg zwischen den Fraktionen darstellt.
Über einige Fraktionen, besonders über die Amite, erfährt der Leser Details. Und auch die Fraktionslosen erhalten ihre ganz besondere Rolle in dem Spiel um Macht und Herrschaft. Denn darum geht es doch in diesem Krieg. Oder?
Es handelt sich bei dieser Reihe um eine Jugendbuch-Trilogie. Gerade deshalb sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es in "Tödliche Wahrheit" oft blutig und brutal zugeht. Dabei beschränkt sich Veronica Roth zwar auf knappe Worte, aber die Fantasie des Lesers tut ihr Übriges. Unschöne Bilder entstehen dabei teilweise vor dem eigenen geistigen Auge. Aber glücklicherweise gelingt der Autorin immer rechtzeitig der Wechsel zu friedvolleren Szenen. Auch in diesem Buch kommt ein feiner Humor zum Tragen, der für Schmunzler sorgt.
Die Handlung ist relativ einseitig. Es geht vor allem darum, wie ein offener Krieg zwischen den Fraktionen verhindert werden soll, wie vorgegangen werden soll, um die Ken an der Umsetzung ihres Plans, die Regierung zu übernehmen, zu hindern. Dabei erwarten den Leser viele Gespräche über taktisches Vorgehen, die stellenweise doch etwas ermüdend sind. Es fehlt diesem Buch ein wenig die Action, die in Teil 1 der Reihe doch vorherrschender war.
Dafür passiert in der Fortsetzung hingegen gerade auf der zwischenmenschlichen Ebene sehr viel. Freundschaften und Beziehungen werden auf eine harte Probe gestellt und nicht immer fällt es leicht, zu erkennen, wer die Wahrheit sagt. Freunde werden zum Feind und andersherum. Auf den Leser warten hier einige Überraschungen.
Mein Fazit:
Eine sehr geradlinige Fortsetzung, die stellenweise zu einseitig ist, aber mit einigen Überraschungen für den Leser aufwartet.