Ein Hoch auf den Geist im blutgetränkten Nachthemd - er rettet das Buch und lässt es nicht zu einem reinen Teenie-Ratgeber verkommen.
Shadow Falls Camp – Erwacht im Morgengrauen"Erwacht im Morgengrauen" sollte man nur lesen, wenn man auch den ersten Band der Reihe "Geboren um Mitternacht" bereits gelesen hat. Auch diese Rezi sollte man daher nur lesen, wenn man Teil 1 bereits ...
"Erwacht im Morgengrauen" sollte man nur lesen, wenn man auch den ersten Band der Reihe "Geboren um Mitternacht" bereits gelesen hat. Auch diese Rezi sollte man daher nur lesen, wenn man Teil 1 bereits kennt, um sich nicht selbst zu spoilern.
Kylie ist immer noch auf der Suche nach ihrer eigenen Identität. Was ist sie? Werwolf? Vampir? Gestaltwandler? Hexe? Oder gar eine Mischung aus verschiedenen Kreaturen? Während sie sich langsam immer mehr im Shadow Falls Camp einlebt und sich dort auch langsam so richtig wohl fühlt, erlebt sie Entwicklungen an sich selbst, die sie dem Ziel ihrer Suche langsam näher bringen. Denn auf einmal gefällt ihr der Geschmack von Blut, auf einmal verändert sich ihr Wahrnehmungssinn, sie hört besser und entwickelt übernatürliche Kräfte. Damit ist zwar immer noch nicht geklärt, WAS sie nun ist, aber immerhin gibt es erste Anzeichen, die auf ihre Identität hindeuten könnten. Kylies Verlangen danach, endlich mehr über sich selbst, aber auch ihren Vater zu erfahren, wird immer stärker. Abschließende Antworten gibt es aber, wie gesagt, in diesem Band noch nicht.
Erneut steht auch der Schulalltag und Kylies Leben mit ihren Freunden und Freundinnen im Camp im Vordergrund. Dieser Handlungsstrang nimmt fast noch mehr Raum ein als der, der sich mit Kylies Identitätssuche beschäftigt. Besonders das Liebesleben der jugendlichen Charaktere wird von der Autorin sehr intensiv beschrieben. Dabei wird nicht nur thematisiert, wie sich Kylies Beziehung zu Derek entwickelt, während sie immer noch an Lucas denkt. Sondern auch Kylies Freundinnen Miranda und Della erliegen dem Liebeschaos und dem männlichen Geschlecht. Es entsteht einiger Wirrwarr, der auf Dauer ziemlich anstrengend wird, da sich auch die Dialoge immer nur um das Eine drehen und dem Buch dadurch zu viel Banalität verleihen. Das Buch entwickelt sich dadurch zu sehr zu einem Teenie-Ratgeber, anstatt sich auf die eigentlich interessante Handlung zu konzentrieren.
Gott sei Dank kommt durch den Geist einer Frau mit langen dunklen Haaren und bekleidet mit einem weißen Nachthemd, das blutgetränkt ist, Spannung auf. Dieser Geist ist es auch, dem das Buch seinen Titel verdankt, denn Kylie erwacht regelmäßig im Morgengrauen, wenn sie wieder von dem Geist geträumt hat, der sie vor irgendetwas zu warnen versucht. Zum Ende des Buches hin wird diese Warnung immer bestimmter und deutlicher und steuert auf den Showdown hin.
Diese Szenen sind es, die an das Lesevergnügen des ersten Bandes erinnern. Der Rest des Buches, der sich mit dem Liebeschaos der weiblichen Personen beschäftigt, ist eher ermüdend und zu banal.
Mein Fazit:
Ein Hoch auf den Geist im blutgetränkten Nachthemd - er rettet das Buch und lässt es nicht zu einem reinen Teenie-Ratgeber verkommen.