Profilbild von gaensebluemche

gaensebluemche

Lesejury Star
offline

gaensebluemche ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit gaensebluemche über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.11.2019

Stellenweise keine leichte Kost

Der Tag, an dem Marilyn starb
0

Der Tag, an dem Marylin starb, war ein trauriger Tag. Doch Ethie, ihre zwei Brüder und ihr Vater trauern nicht um die berühmte Schauspielerin, sondern um Lucy Coulter, die ihnen eine wunderbare Frau und ...

Der Tag, an dem Marylin starb, war ein trauriger Tag. Doch Ethie, ihre zwei Brüder und ihr Vater trauern nicht um die berühmte Schauspielerin, sondern um Lucy Coulter, die ihnen eine wunderbare Frau und Mutter war und plötzlich und viel zu früh starb.

Schon die ersten Worte der sympathischen Ich-Erzählerin Ethie nehmen mich gefangen. So etwas Schreckliches, wie den Tod der eigenen Mutter mitzuerleben, kann nicht so leicht verkraftet werden. Deshalb liest sich das Buch auch wie ein Tagebucheintrag. Ethie verarbeitet auf diese Weise das Geschehene.

Doch nicht nur Ethie hat diese schmerzliche Erfahrung zu verarbeiten. Auch ihre Brüder trifft der Tod schwer. Frankie, der schon mit beiden Beinen fest im Leben steht, weiß, wie er mit dem Tod eines Menschen umzugehen hat. Kipper, der am Down-Syndrom leidet, hat seine ganz eigene Art den Tod der Mutter zu verkraften. Er akzeptiert, dass sie sich nun im Himmel befindet, und sucht verstärkt die Nähe und den Trost von Ethie.

Schnell wird außerdem klar, dass den Vater etwas Rätselhaftes umgibt. Wieso verschwindet er urplötzlich für einige Tage und wieso sitzt er von Zeit zu Zeit verloren am Tisch, in einer anderen Welt gefangen, nicht aufnahmefähig für das, was um ihn herum geschieht. Sind es wirklich nur die Erfahrungen des Krieges, die ihn verändert haben?

Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie Ethels Mutter zu Tode kam. War es Mord? Selbstmord? Selbst im Tod gibt Lucy viele Rätsel auf. Und eine Frage stellt sich vor allen anderen: Was soll nun werden aus Ethel, ihren Geschwistern, ihrem Vater?

In die Schilderungen von Ethie sind Kapitel eingestreut, in denen aus der Vergangenheit des Vaters berichtet wird. Der Leser erfährt hier nicht nur, wie sich Howard und Lucy kennen gelernt haben, sondern auch die schrecklichen Erfahrungen, die Howard als Soldat im zweiten Weltkrieg sammeln musste, werden verdeutlicht.

Der Stil der Autorin ist sehr lebendig und einfühlsam. Ich als Leser habe ich mich als ein Teil der Familie Coulter gefühlt. Die Szenen um Lucys Beerdigung sind so eindringlich beschrieben, dass die Trauer über ihren Tod richtig greifbar wurde.

Die grausamen Kriegsszenen waren stellenweise nur schwer zu verdauen. Nichtsdestotzortz gehören sie zu Howards Vergangenheit und sind somit sehr relevant für das Buch und die Entwicklung der Charaktere und Geschehnisse.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Typischer Jugendroman

Das Buch der Zeit (2). Die sieben Münzen
0

Nachdem "Die steinerne Pforte", der erste Teil der Reihe um das magische Buch der Zeit, sehr spannend geendet hat, beginnt der zweite Teil der Reihe ebenfalls sehr fesselnd und nimmt den Leser sofort gefangen.

Die ...

Nachdem "Die steinerne Pforte", der erste Teil der Reihe um das magische Buch der Zeit, sehr spannend geendet hat, beginnt der zweite Teil der Reihe ebenfalls sehr fesselnd und nimmt den Leser sofort gefangen.

Die Handlung schließt nur kurze Zeit nach Ende des ersten Bandes direkt an diesen an. Leser, die den ersten Teil der Reihe noch nicht gelesen haben, bekommen nach den ersten Seiten dieses Buches eine kleine Zusammenfassung der Ereignisse geliefert. Allerdings wäre es doch ratsam, die Reihe in der vorgegebenen Reihenfolge zu lesen, da der Rückblick auf Teil Eins nur kurz ist und dem Leser doch vieles entgehen würde, wenn er die Personen aus Band 1 noch nicht kennengelernt hat und auch von den Geschehnissen des ersten Teils nicht umfassend informiert ist.

Auch in diesem Band spielen Reisen durch die Zeit eine große Rolle. So finden sich Lili und Sam zum Beispiel im antiken Griechenland oder in Pompeji wieder. Für junge Leser ist das Buch dadurch bestimmt auch sehr lehrreich. Zwar wird manchen Epochen, in denen Sam mittels des magischen Buches landet, nur wenig Zeit gewidmet, doch der Leser bekommt trotzdem einen Einblick in vergangene Zeitalter. So ist das Buch sicherlich spannender als so manche Geschichtsstunde in der Schule.

Die Charaktere sind auch in diesem Band der Reihe sehr authentisch und greifbar gezeichnet. Mir als Leser sind sie sehr sympathisch und ich fiebere gerne mit ihnen mit.

Der Stil des Autors ist dem Alter seiner Leser und dem Alter der Protagonisten des Buches angepasst: Er ist kurzweilig und spannend, von Zeit zu Zeit frech, dazu leicht zu lesen. Er bietet gute Unterhaltung und großes Lesevergnügen.

Mein Fazit:

Das Buch ist zwar ein typischer Jugendroman, doch habe ich als Erwachsene es auch sehr gern gelesen und empfehle es daher gerne weiter.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Ein kleines philosophisches Buch über die Menschheit, das aus der Sicht eines liebenswerten und unschuldigen Charakters geschrieben ist: einem Teddy.

Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown
0

Obwohl das Buch aus der Sicht eines Teddybären geschrieben ist, ist es doch kein Buch für Kinder. Denn es ist ein ernstes Buch, ein bewegendes und berührendes Buch, ein trauriges Buch und ein sentimental ...

Obwohl das Buch aus der Sicht eines Teddybären geschrieben ist, ist es doch kein Buch für Kinder. Denn es ist ein ernstes Buch, ein bewegendes und berührendes Buch, ein trauriges Buch und ein sentimental stimmendes Buch, das mir besonders auf den letzten Seiten einige schwermütige Seufzer entlockt hat.

Mit der Geschichte, wie Henry zu seinem Namen kam, hat er mich direkt für sich gewonnen und er ist mir schnell ans Herz gewachsen. So schnell, wie es nur Teddybären können.

Henry erzählt dem Leser zunächst von der Stunde seiner Geburt und seiner ersten Besitzerin. Doch dann wird Henry auf einem Bahnsteig in London verloren, findet so eine neue Familie. Aber auch hier soll er nicht lange bleiben. Er wird vergessen, verschenkt, verloren, und findet so immer wieder neue Besitzer und lernt die Welt kennen.

Henry erzählt sehr ehrlich und direkt von seinen Erlebnissen. Ein feiner trockener Humor schwingt immer mit. Und letztlich erkennt der Leser, dass Henry die Welt versteht, ohne dass sie ihm jemand erklärt hätte. Sehr weise und philosphisch analysiert er die Menschen. Alles stellt er in Frage, und auf alles findet er letztlich eine Antwort. Doch was Henry am besten versteht, sind die Geheimnisse der Liebe, denn davon trägt er fast zu viel in sich.

Henry ist ein liebenswerter Charakter und ich habe ihn sehr gerne auf seiner Reise begleitet. Nicht jedes seiner Erlebnisse war schön, aber es war wichtig, dass Henry die Welt auf diese Weise kennenlernt und so auch lernt, sie zu verstehen. Denn das Leben der Menschen wird nicht nur von schönen Momenten geprägt.

Mein Fazit:

Ein kleines philosophisches Buch über die Menschheit, das aus der Sicht eines liebenswerten und unschuldigen Charakters geschrieben ist: einem Teddy.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Hat mich überzeugt

Ivy - Steinerne Wächter
0

Hauptfiguren des Buches kennen, allen voran natürlich Lily. Dieses freundliche, junge Mädchen schafft es mit Leichtigkeit, die Sympathie des Lesers zu gewinnen. Sie hat eine erfrischend lockere Art, die ...

Hauptfiguren des Buches kennen, allen voran natürlich Lily. Dieses freundliche, junge Mädchen schafft es mit Leichtigkeit, die Sympathie des Lesers zu gewinnen. Sie hat eine erfrischend lockere Art, die Dinge zu betrachten, und überzeugt mit ihrem feinen Humor und ihrer Lebendigkeit. Doch es gibt auch Entwicklungen in Lilys Leben, die es ihr nicht besonders leicht machen. Besonders die Erkrankung ihrer Mutter macht Lily von Zeit zu Zeit zu schaffen. Denn Rose leidet im wahrsten Sinne des Wortes an „Hirnhicksern“ - Erinnerungslücken und einem von Zeit zu Zeit übertrieben fröhlichen oder traurigen Verhalten. Doch Lily kümmert sich sehr liebevoll und voller Hingabe um ihre Mutter.

Rose ist zwar ein ziemlich gewöhnungsbedürftiger Charakter, aber gleichzeitig total liebenswert und auch sie wächst dem Leser schnell ans Herz. Das gelingt überhaupt den meisten der Figuren mit Leichtigkeit, da jeder Charakter durch die Autorin sehr lebendig und greifbar gezeichnet wird. So kann man als Leser schnell eine Beziehung zu ihnen aufbauen und fühlt sich ihnen schnell verbunden.

Eine entscheidende Wendung nimmt Lilys Leben, als sie von ihrem Großvater in die berühmte Universität in Princeton eingeladen wird. Eigentlich nur, um ihn auf ein Ehemaligen-Treffen zu begleiten. Doch dann stellt sich heraus, dass Lily die einmalige Gelegenheit hat, an einem ganz besonderen Aufnahmetest teilzunehmen, der es ihr ermöglichen kann, ebenfalls als Studentin nach Princeton zu gehen. Lily erklärt sich bereit, diesen Test zu absolvieren und stürzt dadurch in ein großes Abenteuer.

Die Handlung wird nun sehr fantastisch, Lily und dem Leser begegnen Feen, Drachen, Trolle und jede Menge andere mystische und zauberhafte Wesen. Auch an Spannung nimmt das Buch nun enorm zu. Doch zum Glück ist Lily nicht allein. Sie hat mehrere Wegbegleiter, unter anderem auch männliche. Doch wem kann sie trauen? Wem kann sie glauben? Wer versucht, sie in die Irre zu führen und versucht dabei es ihr zu erschweren, den Test zu bestehen? Teilweise mutet die Handlung doch etwas zu abenteuerlich an, aber insgesamt ist sie doch gut durchdacht und logisch.

Mit ihrem bildhaften und anschaulichen Schreibstil schafft es die Autorin, den Leser in eine fantastische Welt zu entführen. Das Buch liest sich insgesamt leicht und flüssig, lockere und witzige Dialoge lockern zudem den Lesefluss auf.

„Ivy. Steinerne Wächter“ hat übrigens nichts mit dem Buch „Ice. Hüter des Nordens“ der Autorin zu tun. Weder hängen die Handlungen zusammen noch tauchen die selben Figuren auf.

Mein Fazit:

Liebevolle Charaktere und eine fantastische Handlung, dazu ein bildhafter und angenehmer Schreibstil - „Ivy. Steinerne Wächter“ überzeugt mit Leichtigkeit.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Ein stellenweise etwas zu politischer Roman, der vor allem durch seine sympathische Protagonistin besticht.

Der Feuerstein
0

Der Klappentext verrät es schon: Elisa ist keine gewöhnliche Helding. Sie ist dick. Und zudem auch noch die Zweitgeborene. Und dennoch wurde sie von Gott auserwählt, den Feuerstein zu tragen. Bei ihrer ...

Der Klappentext verrät es schon: Elisa ist keine gewöhnliche Helding. Sie ist dick. Und zudem auch noch die Zweitgeborene. Und dennoch wurde sie von Gott auserwählt, den Feuerstein zu tragen. Bei ihrer Taufe wurde ihr dieser durch einen wärmenden Lichtstrahl in den Bauchnabel gesetzt. Seitdem trägt sie ihn mit sich herum und weiß nicht so recht, ob es ein Segen oder ein Fluch ist. Denn jeder Träger des Feuersteins hat eine besondere Aufgabe zu erfüllen. So sagen es die Legenden. Doch was sie nicht verraten, ist, worin diese Aufgabe besteht. Sicher ist nur, dass die meisten Träger des Feuersteins bei der Erfüllung ihrer Aufgabe ums Leben kommen.

Elisa ist ein Charakter, den man einfach mögen muss. Sie ist nicht nur sehr natürlich und freundlich, sondern dazu auch noch unheimlich klug. Sie macht im Verlauf des Buches eine Entwicklung durch, die einfach nur toll und bewundernswert ist. Während sie auf den ersten Seiten noch sehr schüchtern und unsicher ist, muss sie innerhalb kürzester Zeit lernen, sich im Leben zurecht zu finden, Meinungen zu äußern, Entscheidungen zu treffen. Die längste Zeit stand sie im Schatten ihrer schönen und redegewandten Schwester. Nun muss sie selbst vor Leuten sprechen und Ansagen erteilen. Elisa wächst dem Leser schnell ans Herz und wird zu einer guten Freundin.

Die Handlung des Buches ist nicht nur fantastisch, sondern auch sehr politisch. Von Beginn an drehen sich Elisas Leben und ihr Schicksal um Krieg, politische Intrigen und Machtspielchen. Denn jeder möchte den Träger des Feuersteins an seiner Seite wissen, um den drohenden Krieg des Landes gegen die Invasoren zu gewinnen. Dabei ist Elisa von Menschen umgeben, von denen sich schlecht sagen lässt, ob sie Freund oder Feind sind. Und nicht jeder von ihnen spielt ein ehrliches Spiel. Stellenweise betont die Autorin politische Diskussionen oder Strategiebesprechungen zu sehr - hier lässt der Spannungsbogen ziemlich nach. Aber insgesamt ist die Handlung doch sehr ausgewogen. Es gibt viele spannende Szenen, die durch unvorhergesehene Entwicklungen entstehen. Aber es gibt zwischendurch auch immer wieder ruhigere Momente. Durch diesen Wechsel hat der Leser Zeit, sich an neue Situationen zu gewöhnen und wird nicht mit zu schnellen Entwicklungen überfordert. Gleichzeitig hat die Autorin dadurch die Möglichkeit, sich mehr Zeit für ihre Figuren und auch die Beschreibung der Handlungsumgebung zu nehmen.

Das Buch wird von einer Vielzahl an Charakteren bevölkert, die alle sehr anschaulich und bildhaft beschrieben sind. Manche von ihnen sind greifbarer als andere, abhängig davon, welche Rolle sie spielen. Aber insgesamt ist jeder Charakter doch mit seinen besonderen Eigenheiten versehen und gibt dem Buch dadurch das gewisse Etwas. Denn es lebt gerade von seinen Charakteren und der Entwicklung der zwischenmenschlichen Beziehungen.

Dadurch, dass das Buch in der Gegenwartsform und zusätzlich aus der Ich-Perspektive Elisas geschrieben ist, fühlt man sich als Leser direkt in die Handlung einbezogen. Dafür sorgt aber auch der sehr lebendige Schreibstil der Autorin, der vor dem geistigen Auge des Lesers einen Film ablaufen lässt.

Das Ende des Buches schließt den Roman in sich ab. Einige Fragen bleiben aber noch offen, sodass der zweite Teil dennoch mit Spannung zu erwarten bleibt.

Mein Fazit:

Ein stellenweise etwas zu politischer Roman, der vor allem durch seine sympathische Protagonistin besticht.