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Veröffentlicht am 08.11.2019

Romeo und Julia in der Neuzeit

Tod oder Liebe
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Ich muss zugeben, dass ich mit sehr geringen Erwartungen an das Buch herangegangen bin. Ich hätte es wohl nicht so bald gelesen, wenn ich nicht an der NotizBuch-Aktion von Sandra teilgenommen hätte. Vom ...

Ich muss zugeben, dass ich mit sehr geringen Erwartungen an das Buch herangegangen bin. Ich hätte es wohl nicht so bald gelesen, wenn ich nicht an der NotizBuch-Aktion von Sandra teilgenommen hätte. Vom Klappentext her hat es mich einfach nicht sofort umgehauen. Nach dem Lesen muss ich nun aber sagen, dass ich sehr froh bin, das Buch gelesen zu haben. Denn es war total schön!

Das Buch beginnt mit einem der Briefe, die Bianca regelmäßig an Daniele schreibt. In diesen Briefen berichtet sie von ihren Erlebnissen, aber hauptsächlich von ihren Gefühlen. Die Briefe sind sehr emotional, bewegend und sehr oft sehr traurig. Ihnen ist eine gewisse Sehnsucht anzumerken, manchmal auch Angst, sehr oft Unsicherheit. Im Laufe des Buches wird klar, wer Daniele ist und warum Bianca ihm Briefe schreibt. Dahinter steckt eine sehr bewegende Geschichte, die sehr prägend ist für die Charaktereigenschaften von Bianca und ihren Eltern. Die Briefe sind sehr persönlich und es gibt ungefähr zehn Stück von ihnen, die in unregelmäßigen Abständen zwischen den Kapiteln auftauchen. Sie sind im Gegensatz zum Rest des Buches aus der Ich-Perspektive von Bianca geschrieben und in diesen Briefen lernt man sie sehr gut kennen.

Ein Schwerpunkt des Buches liegt eindeutig auf den zwischenmenschlichen Beziehungen. Biancas Eltern haben sich getrennt und nicht nur deren Beziehung untereinander wird thematisiert, sondern vor allem auch Biancas Beziehung sowohl zu ihrem Vater als auch zu ihrer Mutter. Beide Beziehungen sind sehr schwierig, würde ich mal sagen. Ihre Eltern sind sehr speziell und eigen und Bianca kann damit nur schwer umgehen, reagiert oft aufbrausend. Teilweise konnte ich das nachvollziehen, teilweise fand ich es aber auch etwas übertrieben. Na gut, Bianca hat auch einiges durchgemacht und steckt in einer schwierigen Phase, da kann man schon mal überreagieren.

Im Vordergrund steht aber natürlich Biancas Beziehung zu Manuel. Manuel ist ein Charakter mit mehreren Gesichtern. Er ist einerseits sehr zuvorkommend und liebenswürdig, sehr nett und hilfsbereit. Auf der anderen Seite ist er aber auch sehr gefährlich und angsteinflößend. Bianca und der Leser lernen schnell beide Seiten von ihm kennen und das ist wirklich sehr interessant. Ich habe Manuel meistens mehr gemocht als Bianca, weil sie mich mit ihrer aufbrausenden Art stellenweise etwas genervt hat. Manuel hat mich dagegen durchweg überzeugt und ich hatte an ihm nichts zu kritisieren. Dass Bianca sich Hals über Kopf in ihn verliebt, war für mich absolut nachvollziehbar. Er ist echt ein toller Typ. Nach einigen Startschwierigkeiten entwickelt sich zunächst eine Freundschaft, schnell aber eine tiefe Liebe zwischen den beiden. Mir ging es da stellenweise etwas zu schnell. Die beiden kennen sich noch nicht wirklich lange und vor allem nicht wirklich gut, da tauschen sie auf einmal schon Zärtlichkeiten aus und werden auch sehr schnell intim miteinander. Das hat mich sehr überrascht, aber gut. Die beiden sind eben temperamentvolle Italiener. Die entsprechende Szenen sind von der Autorin sehr liebevoll und romantisch beschrieben und haben mein Herz höher schlagen lassen.

Doch es gibt nicht nur schöne Szenen zwischen Manuel und Bianca. Im Gegenteil! Das Buch spielt in Italien und die Mafia hat einen großen Anteil an der Handlung. Der Klappentext verrät ja bereits, dass Manuel zu einem Mafia-Clan gehört, der Straftaten begeht und die Hüter des Gesetzes in Bewegung versetzt. Biancas Vater ist Richter und mit den Ermittlungen über Manuels Clan betraut. Das sorgt natürlich für enorme Spannungen und die beiden müssen ihre Liebesbeziehungen geheim halten. Dazu kommen Schwierigkeiten und Probleme innerhalb des Clans, die Manuel das Leben schwer machen. Mehr möchte ich an dieser Stelle aber gar nicht verraten – das lest ihr am besten schön selbst. Ich kann aber so viel sagen: Die Autorin hat sich viele spannende und überraschende Momente einfallen lassen, um den Lesefluss konstant aufrecht zu erhalten. Es gibt eigentlich kaum Längen in diesem Buch.

Der Schreibstil der Autorin ist recht schnörkellos, aber doch fesselnd und überzeugend. Die Ausdrucksweise ist für ein Jugendbuch angemessen, das Buch liest sich leicht und schnell. An vielen Stellen, vor allem innerhalb der Dialoge, kommt ein feiner Humor zum Tragen, der für zusätzliches Lesevergnügen sorgt.

Ein Wort muss ich noch zum Ende des Buches verlieren: Ich habe mich das ganze Buch hindurch gefragt, wie es wohl ausgehen würde. Die Situation von Manuel und Bianca ist ausweglos, die beiden können einfach keine gemeinsame Zukunft haben. Meiner Meinung nach hat es sich die Autorin dann mit den letzten Seiten aber doch etwas zu einfach gemacht. Aber das ist sicherlich Geschmackssache...

Mein Fazit:

Ein überzeugender Jugendroman, der ein wenig an „Romeo und Julia“ in der Neuzeit erinnert, mit überraschenden Wendungen aufwartet und für ein angenehmes Lesevergnügen sorgt.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Hau-drauf-Action

Gegen alle Feinde
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Max Moore heißt die neue Hauptfigur der Thriller-Welt von Tom Clancy. Nach Jack Ryan, einem aufsteigenden CIA-Analysten, der sich durch den Kalten Krieg kämpft, ist der Autor mit Max Moore nun im 21. Jahrhundert ...

Max Moore heißt die neue Hauptfigur der Thriller-Welt von Tom Clancy. Nach Jack Ryan, einem aufsteigenden CIA-Analysten, der sich durch den Kalten Krieg kämpft, ist der Autor mit Max Moore nun im 21. Jahrhundert angekommen. Auch Max ist bei der CIA gelandet, nachdem er als ursprünglicher Navy-Seal – also als Elite-Soldat der U.S. Navy - nach dem schmerzhaften Verlust eines Kameraden aus der Einheit ausgeschieden ist und von der CIA angeworben wurde. Mit seinen eigenen Dämonen hat er aber immer noch, geplagt von Alpträumen, zu kämpfen.

Max Moore bietet jede Menge Heldenmaterial: Er ist sympathisch, clever, stark, anpassungsfähig und erfinderisch. Er kämpft mutig bis zur Selbstaufopferung, verfügt über herausragende Kenntnisse in Politik, Terrorismus und Militär. Über Schwächen verfügt er kaum, dennoch wirkt er authentisch und greifbar. Man nimmt ihm seine Art einfach ab, er ist eben einfach fast perfekt. Und seine persönliche Seite, die die Schwierigkeiten zeigt, mit der eigenen Vergangenheit umzugehen, macht ihn nur sympathischer.

Die Handlung spielt an verschiedenen Schauplätzen und beschäftigt sich zum größten Teil mit dem Kampf der USA gegen Verbrechen und Terrorismus. In einem Under-Cover-Einsatz ist es die Aufgabe von Max Moore, zusammen mit einer Task-Force aus den unterschiedlichsten US-amerikanischen Diensten, das größte und verbrecherischste Drogenkartell Mexikos zu zerschlagen, während afghanische Terroristen die Beziehungen zu den Drogenbaronen und deren Infrastruktur ausnutzen, um Anschläge in den USA zu verüben. Dazu kommen einige Nebenhandlungsstränge, die sich unter anderem auch mit der Vereitelung von Terroranschlägen durch couragierte Zivilisten beschäftigen oder der Liebesbeziehung einer CIA-Agentin zu dem Sohn des Drogenkartell-Chefs. Überraschende Wendungen innerhalb der Handlung gibt es nur wenige, zum größten Teil ist diese doch vorhersehbar. Lediglich einige Charaktere überraschen mit ihren zwei Gesichtern und wechselnden Loyalitäten.

Die Handlung wechselt oftmals abrupt zu einem anderen Schauplatz, was jedoch durch Ortsangaben bei Kapiteleingang wettgemacht wird. Zudem machen viele unterschiedliche Personen auf beiden Seiten die Zuordnung zwischen Gut und Böse manchmal schwierig, zumal sich Zugehörigkeiten innerhalb des Geschehens auch ändern können.

Trotz der vielen Toten, die das Buch zu verzeichnen hat, ist die Handlung recht unblutig. Mit Beschreibungen von Kampfszenen wird der Leser stellenweise überfordert, da der Schreibstil von Tom Clancy sehr militärisch ist. Er baut viele technische Fachbegriffe zu Waffen und Militärtechnik ein, die die Handlung aber auch sehr anschaulich machen. Gleichzeitig zeugt dieser detaillierte Schreibstil von guter Recherche-Arbeit sowie den eigenen Erfahrungen des Autors.

Insgesamt schafft es Tom Clancy, dem Leser einen guten Eindruck von der Welt des internationalen Terrorismus zu verschaffen.

Mein Fazit:

„Gegen alle Feinde“ ist ein abwechslungsreicher und unterhaltsamer Roman, der stellenweise etwas zu viel Hau-drauf-Action und Patriotismus bietet.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Kleine Kritikpunkte

Das Wörterbuch der Liebenden
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Dieses Buch ist aufgrund seines Aufbaus wirklich ganz besonders. Aber insgesamt hatte ich mir doch mehr davon erwartet. Die Kapitel sind alle so kurz, dass sich das Buch innerhalb von kürzester Zeit lesen ...

Dieses Buch ist aufgrund seines Aufbaus wirklich ganz besonders. Aber insgesamt hatte ich mir doch mehr davon erwartet. Die Kapitel sind alle so kurz, dass sich das Buch innerhalb von kürzester Zeit lesen lässt. Es hat schon nur knapp 200 Seiten und die sind dann größtenteils auch noch nur zur Hälfte bedruckt...

Dazu kommt, dass das Buch kaum Handlung hat. Zwar beschreibt der Autor die Chronik einer Liebe, aber das total sprunghaft und unzusammenhängend. Es gab zwar einige sehr schöne Zitate, die mir aufgefallen sind, aber ich habe weder Zugang zu den Charakteren gefunden noch fand ich die Geschichte sonderlich berührend. Es gab eigentlich auch gar keine richtige Geschichte, sondern einfach eine Aneinanderreihung von Anekdoten, die sich dann stellenweise auch noch wiederholt haben. Manchmal hatte ich den Eindruck, das Buch verläuft chronologisch, aber insgesamt war das doch nicht der Fall.

Was den Ich-Erzähler betrifft, hatte ich den Eindruck, dass der stellenweise zwischen Männlein und Weiblein gewechselt hat. Zum Beispiel gab es eine Episode, in der auf die offen gelassene Zahnpasta-Tube hingewiesen wird. Das musste doch eindeutig von einer weiblichen Erzählerin geschrieben worden sein, oder?

Gut gefallen hat mir der stellenweise sehr poetische Stil von Levithan. Wie gesagt, aus dem Buch lassen sich einige sehr schöne Zitate rausschreiben. Gleichzeitig regt der Autor mit seinen kleinen Weisheiten zum Nachdenken an.

Das klingt jetzt wahrscheinlich kritischer als ich das Buch am Ende bewertet habe. Es gibt von mir vier Sterne.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Hat mir gut gefallen

Shadow Falls Camp - Geboren um Mitternacht
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Man muss schon sagen, dass es auf dem Buchmarkt in letzter Zeit nur so von Neuerscheinungen im Bereich der Jugendbücher wimmelt, die von außergewöhnlichen Kreaturen wie Vampiren oder Werwölfen erzählen. ...

Man muss schon sagen, dass es auf dem Buchmarkt in letzter Zeit nur so von Neuerscheinungen im Bereich der Jugendbücher wimmelt, die von außergewöhnlichen Kreaturen wie Vampiren oder Werwölfen erzählen. Und viele dieser Bücher spielen zudem an einer Schule oder in einem Internat. In diese Liste reiht sich auch „Shadow Falls Camp 01. Geboren um Mitternacht“ ein. Aber: Das Buch hebt sich positiv aus der Masse hervor und während ich andere Bücher dieses Genres eher mittelmäßig fand (ohne an dieser Stelle irgendwelche Namen bzw. Titel nennen zu wollen :wink: ), hat mich dieses Buch doch enorm begeistert.

Zum Einen liegt das an dem überaus angenehmen Schreibstil der Autorin. C. C. Hunter versteht es, ihre Leser zu fesseln. Schon von der ersten Seite an war ich völlig in der Geschichte gefangen. Trotz seines Umfangs liest sich das Buch innerhalb kürzester Zeit, da der Stil der Autorin so leicht und flüssig ist, dass sich der Roman wie von selbst liest und man gar nicht merkt, wie die Seiten dahinfliegen. Ein leichter ironischer Unterton und ein feiner Humor lockern das Lesen auf, viele Dialoge erleichtern dazu den Lesefluss. Die Beschreibungen sowohl der Figuren als auch der Handlungsumgebung sind verständlich und nachvollziehbar und ergeben vor dem geistigen Auge des Lesers ein farbenfrohes Bild, sodass man sich im Camp schnell zurechtfindet.

Zum Anderen hat mich das Buch aber vor allem aufgrund seiner sympathischen Charaktere überzeugt. Mit Kylie habe ich mich auf Anhieb verstanden. Sie war mir von der ersten Seite an sympathisch und im Verlauf des Buches hat sich diese Sympathie noch weiter gesteigert. Sie ist einfach ein nettes Mädchen von nebenan, ein echter Kumpeltyp. Sie verhält sich wie ein waschechter Teenager und ich mochte ihre Art einfach sehr. Kylie ist sehr anschaulich und bildhaft gezeichnet und es ist mir total leicht gefallen, einen Zugang zu ihr zu finden und sie kennenzulernen.

Kylie, und somit auch der Leser, trifft natürlich noch auf jede Menge andere Teenager und auch diese sind allesamt ausführlich und greifbar gezeichnet. Kylie findet im Verlauf des Buches einige Freundinnen und Freunde, obwohl sie am Anfang sehr skeptisch ist, was dieses merkwürdige Camp angeht, und am liebsten sofort wieder nach Hause möchte. Für mich war es ein wahres Vergnügen, zu beobachten, wie sie sich aber immer mehr mit der Tatsache, dass es Wesen mit übernatürlichen Kräften gibt, anfreundet. Und letztlich auch mit dem Fakt, dass sie selbst über solche außernatürlichen Kräfte verfügt. Dadurch beginnt sie, sich im Camp wohlzufühlen, sich anderen Teenagern zu öffnen. Zusammen mit Derek, Miranda, Perry oder Della verbringt sie eine aufregende Zeit und lernt in diesen jungen Leuten neue Freunde kennen.

„Geboren um Mitternacht“ ist als erster Teil einer Reihe im Wesentlichen ein Buch, das sich vor allem mit den Charakteren beschäftigt. Die Handlung umfasst kaum mehr als den Alltag im Camp, die Beschreibung der verschiedenen Wesen und ihrer Eigenheiten. Eine wirklich spannende und fesselnde Handlung hat das Buch gar nicht. Zwar gibt es einige Kleinigkeiten, die Fragen aufwerfen, wie zum Beispiel ein Wasserfall, um den sich beängstigende und mysteriöse Geschichten ranken, oder ein Geist in Soldatenuniform, den Kylie immer wieder sieht. Aber im Großen und Ganzen konzentriert sich das Buch doch auf die Charakterentwicklung. Aber wie schon gesagt: Allein die sympathischen Figuren reichen völlig aus, um für großes Lesevergnügen zu sorgen. Dazu fehlt es natürlich nicht an Szenen typischer Teenagerprobleme: Ärger mit den Eltern, Probleme mit der besten Freundin oder dem Ex-Freund, Liebe, Eifersucht. Aber die Autorin beschäftigt sich mit diesen Themen auf einem gewissen Niveau, sodass sich das Buch nicht zu einem Beziehungsratgeber oder einer schon so oft dagewesenen Schnulze entwickelt. Es ist einfach interessant, zu beobachten, wie die jungen Leute miteinander umgehen, wie sie gemeinsam lachen oder weinen oder zusammen ihre Identität und Individualität entdecken. Vor allem die Freundschaft zwischen den weiblichen Charakteren hat mich begeistert. Diese sorgt für viele Lacher und ich konnte sehr gut verstehen, dass sich Kylie mit Miranda und Della angefreundet hat.

Die Eigenheiten der verschiedenen Kreaturen wie Vampire und Gestaltwandler hat die Autorin sehr gut heraus gearbeitet, wobei sie dabei auch ein wenig mit Klischees gespielt und aufgeräumt hat. Ein wenig hilflos zwischen all den Kreaturen steht Kylie, da sie zwar nach und nach realisiert, dass sie auch über spezielle Fähigkeiten verfügt. Aber diese lassen sich keiner konkreten Gattung zuordnen. So stellt sie sich eigentlich das ganze Buch hindurch die Frage, wer sie ist bzw. wo sie hingehört und die Antworten darauf nehmen einen Großteil der Handlung ein.

Allein der letzte Teil des Buches sorgt für einige Dramatik. Da er aber in einem so krassen Unterschied zum Rest der Handlung steht, die einfach viel ruhiger ist, hat er mir auch nicht so gut gefallen. Hier überschlagen sich die Ereignisse dann zu sehr und das Ende kommt etwas plötzlich. Dafür muss ich dann am Ende in meiner Bewertung auch leider einen Stern abziehen.

Ansonsten habe ich mich im Shadow Falls Camp aber sehr wohl gefühlt und freue mich schon sehr auf den zweiten Band!

Mein Fazit:

Ein größtenteils eher ruhiger erster Band, der aber aufgrund seiner sympathischen Charaktere problemlos zu überzeugen vermag.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Stellenweise sehr düster

Wolfszeit
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Wölfe faszinieren mich schon seit längerem – sowohl in ihrer natürlichen Gestalt als Rudeltier als auch in ihrer übernatürlichen Gestalt als Werwolf. Daher hat mich der Klappentext von „Wolfszeit“ sofort ...

Wölfe faszinieren mich schon seit längerem – sowohl in ihrer natürlichen Gestalt als Rudeltier als auch in ihrer übernatürlichen Gestalt als Werwolf. Daher hat mich der Klappentext von „Wolfszeit“ sofort angesprochen. In diesem Buch bekommt es der Leser mit der natürlichen Gestalt des Wolfes zu tun, weshalb es sich hierbei auch nicht unbedingt um einen Fantasy-Roman handelt. Es sind zwar durchaus einige fantastische Elemente enthalten, diese haben aber nicht unbedingt etwas mit der Bestie zu tun, die ihr Unwesen treibt und die Bevölkerung von Frankreich in Angst und Schrecken versetzt.

Das Buch spielt im 18. Jahrhundert und der Autorin ist es gelungen, den Leser in diese Zeit zurückzuversetzen und ihren Stil der damaligen Zeit anzupassen. Nichtsdestotrotz liest sich das Buch leicht und flüssig und ist auch für jugendliche Leser leicht verständlich. Ihr solltet eben nur darauf gefasst sein, auf Kutschen und Pferde zu treffen sowie auf eine Mätresse des Königs, diverse Grafen oder einen Schüler der königlichen Zeichenakademie.

„Wolfszeit“ umfasst mehrere Handlungsstränge, die teilweise parallel verlaufen, sich dann berühren oder vermischen. Zunächst wird man als Leser noch sehr stark im Dunkeln darüber gelassen, wie die einzelnen Stränge in das Gesamtbild passen – spätestens am Ende des Buches wird aber alles verständlich und ergibt ein einheitliches Bild. Dazu ist die Handlung sehr abwechslungsreich und bleibt dadurch durchweg spannend. Im Vordergrund steht natürlich die Suche nach der Bestie, aber auch zwischenmenschliche Beziehungen kommen nicht zu kurz. Dazu kommen Intrigen, Verrat und jede Menge Geheimnisse. Und keine Angst: Es gibt zwar einige wenige Tote in diesem Buch, aber trotzdem bleibt es relativ unblutig. Natürlich beschreibt die Autorin schon mal das Aussehen einer Wunde oder erwähnt rasiermesserscharfe Szenen, aber das wirklich nur mit ein oder zwei Sätzen und dann ist auch schon wieder gut. Also Alpträume habe ich von dem Buch nicht bekommen.

Obwohl Nina Blazon doch stellenweise eine sehr unheimliche und auch gruselige Stimmung heraufbeschwört. Das Buch ist zu einem gewissen Teil wirklich sehr düster und undurchsichtig und das waren auch meist die Szenen, die mir sehr, sehr gut gefallen haben. Die Autorin versteht es, ihre Leser gerade in solchen Momenten an das Buch zu fesseln, sie gefangen zu nehmen und nicht wieder loszulassen.

Der Großteil der Figuren ist sehr lebendig und greifbar gezeichnet. Vor allem die Hauptcharaktere werden lebendig, werden die zahlreichen Nebendarsteller eher blass bleiben. Es tauchen wirklich einige Figuren in diesem Buch auf – damit man den Überblick behält, findet sich am Anfang des Buches übrigens ein sehr hilfreiches Personenverzeichnis. Ich bin vor allem mit Thomas und Isabelle, die beide auch im Klappentext erwähnt werden, schnell warm geworden. Und es gab einige Figuren, denen ich manchmal am liebsten den Hals umgedreht hätte...

Ich muss sagen, dass ich mit der Auflösung des Buches überhaupt nicht gerechnet hatte. Das liegt aber auch daran, dass sie meiner Meinung nach etwas weit hergeholt ist bzw. im Buch zu wenige Andeutungen darauf verstreut werden. Die Auflösung ist zwar nachvollziehbar, aber ich hätte mir gewünscht, dass sie im ganzen Verlauf des Buches umfangreicher aufgebaut wird. So bleibt sie zwar logisch, aber die Erklärungen blieben mir zu knapp.

Mein Fazit:

Ein sehr abwechslungsreicher und stellenweise düsterer Roman, der sich mit einer faszinierenden Tierart beschäftigt und für enorme Spannung sorgt.