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Veröffentlicht am 09.11.2019

Starker Beginn, aber dann ...

Stilles Kind
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Ich bin etwas zwiegespalten, was das Buch anbelangt. Am Anfang dachte ich an einen klassischen Geisterhauskrimi. Ein Bauernhof im Schnee mit merkwürdigen Vorkommnissen und anscheinend kein Mensch, der ...

Ich bin etwas zwiegespalten, was das Buch anbelangt. Am Anfang dachte ich an einen klassischen Geisterhauskrimi. Ein Bauernhof im Schnee mit merkwürdigen Vorkommnissen und anscheinend kein Mensch, der das verursachen könnte. Das klang spannend, mystisch und zog mich in den Bann. Ich konnte nicht aufhören zu lesen (und dank des angenehmen fesselnden Schreibstil der Autorin war es ein schnelles Vergnügen, fast so, als würde ich den Inhalt in mich einsaugen).
Teil eins blieb spannend bis zum Schluss.
Mit Teil zwei änderte sich die Erzählperspektive und die Hauptperson und leider lies mein Interesse nach. Gut geschrieben war auch dieser Teil, aber das mystische, unerklärliche war verschwunden und die klassische Version einer Opfer/Täter-Beziehung (wie ich sie schon interessanter gelesen habe, wie etwa in Stephen Kings Klassiker MISERY) begann. Auch wenn es zwischen Opfer und Täter eine Besonderheit gab (die ich hier aber nicht verraten möchte, auch wenn der Titel schon einiges verrät), so wurde ich nicht überzeugt.
Teil eins war spannend, Teil zwei war ... ich will nicht sagen langweilig, aber die Geschichte ging mir nicht nahe. In gewisser Weise konnte ich zwar die Denkweise des Täters (ich nenne ihn so, weil ich keine Namen verraten möchte) nachvollziehen, aber die Handlungsweise war mir dann doch etwas an den Haaren herbei gezogen.
Schade eigentlich, denn das Buch begann sehr vielversprechend und unerwartet, da ich zwar mit einem Psychothriller gerechnet hatte, nicht aber mit der eventuellen Existenz von Geistern. Aber genau das war es dann, was den ersten Teil so interessant machte.
Leider lässt danach das Spannungsniveau nach und Teil drei wirkt auf mich eher wie ein Epilog, der schnell erzählt werden muss.

Und dabei hat Stilles Kind so vielversprechend angefangen ...

Veröffentlicht am 05.07.2018

Besser als der Vorgänger

Buba und das blaue Nashorn
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Buba, der kleine „Held“ aus Buba der kleine Elefant, ist älter geworden und das bedeutet auch für ihn: Schule.
Zusammen mit seinen Freunden und anderen Tierkindern muss er die Zooschule besuchen, obwohl ...

Buba, der kleine „Held“ aus Buba der kleine Elefant, ist älter geworden und das bedeutet auch für ihn: Schule.
Zusammen mit seinen Freunden und anderen Tierkindern muss er die Zooschule besuchen, obwohl er viel lieber etwas anderes tun würde. Und eines Tages macht er, zusammen mit seinem besten Freund, dem Nashorn Kibu, blau. Und was macht man, wenn man nicht in die Schule geht? Blödsinn…
Buba und das blaue Nashorn hat mir besser gefallen, als der Vorgänger. Das Titelbild verrät zwar schon, um was es eigentlich geht, aber die Umsetzung und das, was die beiden Tierkinder unternehmen wird sehr liebevoll und witzig in Szene gesetzt.
Ein Buch zum Vorlesen und Anschauen.

Veröffentlicht am 03.09.2025

Teure Geistergeschichte

Die Toten von nebenan
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Olivia Monti kombiniert in DIE TOTEN VON NEBENAN eine interessante Ausgangssituation mit beklemmender Atmosphäre. Die ruhige, fast alltägliche Stimmung eskaliert zunehmend, was einen treffenden Kontrast ...

Olivia Monti kombiniert in DIE TOTEN VON NEBENAN eine interessante Ausgangssituation mit beklemmender Atmosphäre. Die ruhige, fast alltägliche Stimmung eskaliert zunehmend, was einen treffenden Kontrast bildet zwischen dem friedlichen Jenseits und den dunklen Absichten des Antagonisten Herr Tobers. Wenn die Charaktere nicht tot wären, könnte man fast von einer normalen Nachbarschaftgeschichte reden, mit den üblichen Animositäten und Gefühlen wie NEID, HASS und natürlich den einem oder anderen Vorurteil. Olivia Monti zeigt, dass es bei den Toten auch nicht anders ist, und regt durch ihre Ansichten (bzw. die der Protagonisten) zum Nachdenken an. Was kommt nach dem Tod? Gibt es ein Jenseits oder vielleicht doch ein Paradies auf Erden, wie auch immer das dann aussehen wird. Neu ist die Idee nicht, findet aber selten Verendung, jedenfalls ist sie mir nicht oft untergekommen (auch wenn ich mich an Ähnliche Szenarien während meiner lange zurückliegenden Rollenspielzeit denke).
Die Handlung ist nicht reißerisch, teilweise sehr langsam und selbst der große Showdown ist als solcher kaum zu erkennen. Die Idee, wie sich die Protagonisten gegen den Antagonisten wehren, kann man als interessant bezeichnen, passt auch zum restlichen Erzählstil, sorgt aber auch für eine gewisse Langatmigkeit. Ich kann nicht sagen, dass die Geschichte spannend ist, sie lebt (mehr oder weniger) von den Bedürfnissen/Wünschen/Ansichten der handelnden Personen, die (mit Ausnahme von Herrn Tober vielleicht ... in gewissem Grade) nicht unbedingt als Gut oder Böse bezeichnet werden können. Menschen wie du und ich, aus dem Leben gegriffen, nur eben tot.
Die Charaktere erscheinen bewusst distanziert – nur mit Nachnamen, was ihre emotionale Wirkung verstärkt, aber auch ihre Fremdheit in der Geistergemeinschaft betont. Ihre Gedanken, Ängste und Zwiespälte bleiben nachvollziehbar und tragen zur düsteren Gesellschaftskritik bei. Leider entsteht auch beim Leser eine gewisse Distanziertheit, die Geschichte wirkt kalt und gefühllos, da man (oder zumindest ich) keinen Bezug zu den Figuren aufbauen kann. Und das war der größte Schwachpunkt ... trotz aller Gesellschaftskritik berührt mich die Geschichte nicht. Mir fehlt der Zugang zu den Charakteren, sie sind mir egal. Es ist wie das reale Leben, irgendwie, meine Nachbarn interessieren mich auch nicht. Und ob es sich um Frau Löffler aus dem Roman oder Frau Müller von nebenan handelt ... man hört sich die Geschichten an, aber das Interesse ist eher gering. Und so würde ich DIE TOTEN VON NEBENAN Freunden von Geistergeschichten nicht empfehlen. Vielleicht mag der Roman aus gesellschaftskritischer Sicht interessant sein und sich auch schnell lesen. Wenn man sich aber nicht daran machen will den Roman (bzw. die Charaktere und ihre Beweggründe) zu analysieren ... gibt es meiner Meinung nach keinen Grund, das Buch zu lesen. Über den erstaunlich hohen Preis werde ich mich nicht weiter äußern (ebook für 22,10 €, gebundenes Buch mit 296 Seiten für 27,10 €)

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Enttäuschend

Die Kaiserin von Galapagos
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Michi Strausfeld ist Literaturwissenschaftlerin, Verlagslektorin, Herausgeberin und war jahrelang (1974 bis 2008) für das spanisch-lateinamerikanische Verlagsprogramm des Suhrkamp Verlages verantwortlich. ...

Michi Strausfeld ist Literaturwissenschaftlerin, Verlagslektorin, Herausgeberin und war jahrelang (1974 bis 2008) für das spanisch-lateinamerikanische Verlagsprogramm des Suhrkamp Verlages verantwortlich. Kein Wunder, dass sie aus lateinamerikanischen Büchern oder deutschen Reiseberichten zitiert. Daneben (oder vielleicht gerade deswegen) ist der Band aber auch eine akribische Auflistung des geschichtlichen Zeitrahmens und der politischen Entwicklung der einzelnen Länder. Aber ... alles doch sehr oberflächlich. Da hätte ich mir tatsächlich einen seitenstarken Wälzer gewünscht, denn eines hat mir das Buch gezeigt: Wie wenig ich eigentlich über den südamerikanischen Kontinent weiß, sofern es seine Geschichte anbelangt. Von daher muss ich dem Buch ankreiden, dass es zu kurz ist, aber Lust auf mehr macht. Egal ob mit oder ohne Beteiligung deutscher Staatsbürger.

Veröffentlicht am 03.09.2025

Faszinierend ... irgendwie

Die Katze
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Trotz des Alters der Geschichte (sie erschein 1933) merkt man ihr das nicht an. Problemlos lässt sich die Geschichte auch in die heutige Zeit übertragen. Ungewöhnlich hier ist der Erzählstil. Die Handlung ...

Trotz des Alters der Geschichte (sie erschein 1933) merkt man ihr das nicht an. Problemlos lässt sich die Geschichte auch in die heutige Zeit übertragen. Ungewöhnlich hier ist der Erzählstil. Die Handlung besteht hauptsächlich aus der Betrachtung von Gefühlen und Stimmungen. Viele Szenen werden durch Alains Gespräche mit sich selbst oder mit Saha (die natürlich nicht antwortet, jedenfalls nicht mit Worten) prägen etliche Szenen und verleihen der Geschichte etwas künstlerisches. Poetisch und bildhaft wird dieses Geschichte erzählt.
Ein Klassiker der französischen Literatur und ein Buch für jeden Katzenfreund, der sich bestimmt in seinen Ansichten bestätigt fühlt.
Ich muss allerdings sagen, dass mich persönlich die Geschichte nicht berührt hat. Ich fand den Stil faszinierend, teilweise war es auch schwierig der Handlung zu folgen, vor allem am Anfang, als ich noch nicht wusste, worauf ich mich eingelassen habe.

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