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Veröffentlicht am 13.07.2020

Kraftgeber auf dem Weg zur Berufung

Tochter Gottes, erobere die Welt
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Dieses Buch fällt ins Auge, denn das gelungene Cover ist ungewöhnlich für ein christliches Buch. Wie im ersten Buch der Autorin, ruft dieses Buch Frauen in den Kampf. Während es im Buch „Tochter Gottes, ...

Dieses Buch fällt ins Auge, denn das gelungene Cover ist ungewöhnlich für ein christliches Buch. Wie im ersten Buch der Autorin, ruft dieses Buch Frauen in den Kampf. Während es im Buch „Tochter Gottes, erhebe dich“ darum ging heil zu werden, um für Gottes Sache zu kämpfen, geht es in diesem Buch um den Weg danach; den Weg zur Berufung und das Leben in dieser Berufung.

Das Buch beginnt mit einer bildhaften Szene, in der erschöpfte Frauen kurz vor dem verheißenen Land stehen. Alleine hätten sie weder die Kraft noch den Mut die letzten Schritte zu bewältigen. Doch endlich ist Hilfe da. Ihre Berufung kann gelebt werden, das Abenteuer beginnt.

In den elf Kapiteln geht es um Träume und Sehnsüchte, und wie diese Realität werden können. Dabei erzählt die Autorin sehr viele biblische Geschichten, die als Vorbild dienen sollen. Viele Glaubenshelden mussten zuerst Schwierigkeiten überwinden, doch die schwere Zeiten waren nicht vergebens. Wie das Volk in den vierzig Jahren in der Wüste bereitgemacht wurde für das verheißene Land, so sind auch für uns Wüstenzeiten wertvoll, meint die Autorin.

Einige Grundsätze werden mit persönlichen Erlebnissen der Autorin untermalt, doch im Vergleich zum ersten Band, spielt das in diesem Buch eher eine untergeordnete Rolle. Im Mittelpunkt stehen vielmehr Beispielgeschichten aus der Bibel. Darum ist dieses Buch eher für Menschen geeignet, die erste Schritte im Glauben machen. Für diejenigen, die diese Geschichten kennen und vielleicht auch schon Predigten über sie gehört haben, enthält das Buch nicht so viel Neues.

Störend können auch die Aufrufe wirken. So wird der Leser mehrmals ermutigt loszugehen, sich nicht aufhalten zu lassen. „Bist du bereit?“, heißt es immer wieder. Es ist aber gut möglich, dass manche Leser sich gerade davon angesprochen fühlen.

Ein Plus sind die Interviews am Ende des Buchs, in denen unterschiedliche Frauen von ihrem Weg zur Berufung erzählen. Die Berufungen sind dabei ganz unterschiedlich, teilweise geht es um den Weg zum Traumberuf, teilweise um eine missionarische Aufgabe.

Passend zum Buch ist auch ein Heft für Kleingruppen erschienen, und vermutlich wird das Gelesene viel lebendiger, wenn es mit anderen Frauen besprochen wird.

Fazit: Dieses Buch eignet sich für Frauen, die einen Anstoß suchen, um ihre Berufung zu finden und zu leben. Für Menschen, die die Bibel gut kennen, könnte das Lesen weniger spannend sein, da vieles schon bekannt sein dürfte.

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Veröffentlicht am 07.07.2020

Die beliebte Ferieninsel Sylt in den 70er Jahren

Ozelot und Friesennerz
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Susanne Matthiessen ist eine der wenigen Einheimischen der traumhaften Insel Sylt. Sie beobachtet die Veränderungen, die der Fremdenverkehr mit sich bringt, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. ...

Susanne Matthiessen ist eine der wenigen Einheimischen der traumhaften Insel Sylt. Sie beobachtet die Veränderungen, die der Fremdenverkehr mit sich bringt, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits leben die meisten Inselbewohner von den Fremden, andererseits fühlen sie sich oft übergangen. „Wir als Bevölkerung sind für Investoren nur die üblichen ‚inseltypischen Probleme‘. Können das nur noch absegnen, weil große Projekte auf dem Festland entschieden werden. Wir werden nur noch als folkloristische Kulisse gebraucht …“

In diesem Buch beschreibt sie ihre Kindheit in den 70er Jahren. Ihre Eltern haben ein gutgehendes Pelzgeschäft. Viele Prominente und Reiche gehen bei ihnen ein und aus. Da sind die Kinder oft sich selbst überlassen, vor allem im Hochbetrieb der Sommermonate.

Im Mittelpunkt der Erzählung steht das familiengeführte Pelzgeschäft. So erfährt der Leser viel über verschiedene Pelzsorten, dem Einkauf der Pelze und der Herstellung der Kleidungsstücke. Es fallen oft bekannte Namen, denn die reichen Besucher der windigen Insel kaufen sich gern einen wärmenden Pelz. Das gehört inzwischen natürlich der Vergangenheit an, da Pelze inzwischen verpönt sind.

Der Untertitel dieses Buchs ist etwas irreführend, denn diese Buch ist nicht wirklich ein Roman. Es ist eine Sammlung von verschiedenen Anekdoten rund um die Inselbewohner und ihre Gäste. Die Autorin erlebt viel Ungewöhnliches. Als Kleinkind will ein Ehepaar sie entführen, doch zum Glück kann sie gefunden werden. Als Kind begleitet sie ihren Vater zu einer toten Frau. Der teure blutgetränkte Pelz, den sie trägt, soll gerettet werden. Einmal meldet sich die bekannte Hoheit Soraya an. Sie möchte einen Pelz kaufen.

Die Geschichten sind interessant und lesenswert, doch es fehlt die Spannung. Wer die Insel kennt oder sich für prominente Besucher der Insel interessiert, wird sicher von diesem Buch begeistert sein. Nachdenklich macht auf jeden Fall die Sicht dieser Bewohnerin, die um ihre geliebte Insel trauert, die mit den Fremden mehr und mehr von ihrem ursprünglichen Reiz verliert. Wer jedoch einen spannenden Roman erwartet, wird vermutlich von diesem Buch enttäuscht sein.

Fazit: Ein interessanter Einblick in das Sylt der 70er Jahre. Die Autorin dieses Buchs zeigt, wie sehr sich ihre Heimat mit dem zunehmenden Fremdenverkehr gewandelt hat. Sie trauert der Welt ihrer Kindheit nach und lässt den Leser an ihren nostalgischen Erinnerungen an die vergessene Kunst des Pelzhandwerks teilhaben.

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Veröffentlicht am 15.03.2020

Wenn es auf der Klassenfahrt ums Überleben geht

Silberflut (1). Das Geheimnis von Ray's Rock
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Die Schüler der Klasse 7c dürfen bei einer ganz besonderen Klassenfahrt dabei sein. Auf einer kleinen Insel vor der Küste Englands müssen sie mehrere Aufgaben bewältigen, damit sie lernen als Team zusammenzuarbeiten. ...

Die Schüler der Klasse 7c dürfen bei einer ganz besonderen Klassenfahrt dabei sein. Auf einer kleinen Insel vor der Küste Englands müssen sie mehrere Aufgaben bewältigen, damit sie lernen als Team zusammenzuarbeiten. Als am dritten Tag eine dichte silberne Nebelwand über die Insel zieht, flüchten sie in eine Burgkammer. Als sie später rauskommen, scheinen alle verschwunden zu sein – Lehrer, Mitschüler und die wenigen Inselbewohner. Soll das eine besonders schwierige Aufgabe sein, die es zu lösen gilt? Aber als die anderen nicht mehr auftauchen und die Insel immer unheimlicher wird, ist ihnen klar: Hier geht es um das nackte Überleben.

Es sind nur noch sieben Kinder übrig, zwei Mädchen und fünf Jungs. Die Erlebnisse von vier Tagen werden abwechselnd von Eddie und Milla erzählt. Eddie kennt schon viele Survival-Tipps. Das hat ihm alles sein Vater beigebracht. Auch Milla weiß, wie man schwierige Situationen überlebt, aber das hat eher mit ihrem problembeladenen Zuhause zu tun.

An diesen vier Tagen müssen die Kindern vielen Gefahren begegnen und sich um einen sicheren Schlafplatz, um Essen und um Trinken kümmern. Dabei geraten sie sich immer wieder in den Haaren. Die ersehnte Freiheit ohne Lehrer wird schnell uninteressant, und alle außer Milla wollen möglichst schnell nach Hause und in Sicherheit sein. Am Ende scheinen sie ihrem Ziel so nahe gekommen zu sein. Aber als es besonders spannend wird, endet das Buch, denn in einem zweiten Teil wird diese Geschichte ums Überleben weitererzählt. Die letzten Hinweise zeigen, es wird noch spannender.

Die sieben Kinder sind sehr unterschiedlich, und der Leser lernt schnell ihre jeweiligen Stärken und Schwächen kennen. Am Anfang ist es allerdings schwer sich in das Geschehen hineinzuversetzen. Der Leser erhält zunächst zu wenig Hintergrundinformationen, um sich die Kulisse der Geschichte vorzustellen. Auch die Frage, warum deutsche Kinder eine Klassenfahrt auf einer weit entfernten Insel machen, bleibt ungeklärt. Eins der Kinder kommt ja aus schwierigen sozialen Verhältnissen, da fragt man sich beim Lesen, wer diese sicher kostspielige Reise finanziert.

Obwohl das Buch durchaus spannend ist, enthält es vor allem am Anfang zu viele unnötige Cliffhanger. So endet ein Abschnitt oft so, dass ein merkwürdiges Geräusch gehört wird, das alle erschreckt, doch stellt sich bald heraus, dass es nur eins der anderen Kinder ist. Da wurde ein gutes Mittel ein bisschen zu oft eingesetzt.

Besonders schade ist das Sprachniveau. Auch wenn die Ausdrücke und Schimpfwörter vielleicht nähe zur Lebenswelt der Kinder signalisieren sollen, wird dadurch das Niveau dieses Kinderbuchs gesenkt, und es wäre wirklich nicht nötig, um die Geschichte zu erzählen.

Zwischendrin gibt es einige Zeichnungen, aber sie sind recht vage und helfen dem Leser nicht sich die Geschichte besser vorzustellen. Hilfreich ist allerdings die Karte, die jeweils auf den Buchinnenseiten abgedruckt ist.

Die Erlebnisse erinnern ein bisschen an die „Hunger Games“. Die Kinder müssen sich immer wieder Lösungen auf unerwartete Situationen überlegen. Dabei hilft einer dem anderen. Manche Szenen sind vielleicht für jüngere Leser etwas beängstigend. Es ist spannend zu sehen, welche Lösungen den Kindern einfallen, und wie sie sich gegenseitig ergänzen.

Fazit: Ein Buch, in dem sieben Kinder sich gegenseitig unterstützen müssen, um in einer gefährlichen Situation zu überleben. Trotz mancher Ungereimtheiten ist es gut geschrieben und wird sicher begeisterte Leser finden. Am Ende bleibt es spannend, sodass es schwerfällt das Erscheinen des nächsten Bandes abzuwarten.

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Veröffentlicht am 12.11.2019

Ob du deine Ziele erreichst, liegt allein an dir

Schmink's dir ab
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Welche Frau würde ein Bild von ihren Schwangerschaftsstreifen öffentlich ins Netz stellen? Und welche Frau würde zugeben, dass sie manchmal in die Hose macht? Es liegt wohl vor allem an Rachel Hollis‘ ...

Welche Frau würde ein Bild von ihren Schwangerschaftsstreifen öffentlich ins Netz stellen? Und welche Frau würde zugeben, dass sie manchmal in die Hose macht? Es liegt wohl vor allem an Rachel Hollis‘ unverblümter Ehrlichkeit, dass sie so erfolgreich und bekannt geworden ist.

Die hübsche Autorin dieses Buchs hat vier Kinder, drei leibliche Söhne und eine Adoptivtochter. Dazu hat sie ein großes Medienunternehmen aufgebaut. Ihre Bücher sind in Amerika auf den Bestsellerlisten zu finden. Es scheint, dass alles, was sie anfasst, zu Gold wird.

In diesem Buch möchte sie ihre Leserinnen ermutigen sich auch für ihre Träume einzusetzen. Ob es um das Abnehmen, den Kampf mit einer Sucht, ein erfülltes Sexleben oder den Aufbau einer großen Firma geht, Rachel Hollis ist überzeugt, Frauen können alles erreichen, was ihnen wichtig ist.

Was Frauen davon abhält erfolgreich ihren Weg zu gehen, sind Lügen, die sie immer wieder hören und oft selbst glauben. Auf zwanzig dieser Lügen geht die Autorin ein. Dabei erzählt sie schonungslos offen aus ihrem eigenen Leben.

Ihr erfolgreiches Leben hat seinen Preis. Sie steht oft vor dem Rest der Familie auf, um alles zu schaffen. Der Stress macht sich bei ihr manchmal auch gesundheitlich bemerkbar. Aber sie baut sich auf, indem sie sich immer wieder ihre Ziele vor Augen hält. Sie möchte erfolgreich und reich sein.

Ein Höhepunkt für sie ist, als sie sich eine sehr teure Designertasche leisten kann. Aber mit den steigenden Einnahmen, wachsen auch ihre Träume. Und ein solches Leben, so rät sie ihre Leser, kann jeder erreichen, der aufhört die Schuld für gescheiterte Träume bei anderen zu suchen. Jede Frau könnte viel mehr erreichen, wenn sie endlich aufhören würde sich von Lügen niederdrücken zu lassen; Lügen wie, „Morgen fange ich an“, „Ich bin nicht gut genug“, „Ich muss mich kleiner machen, als ich bin“, oder „Ich muss so sein wie die anderen“.

Dieses Buch ist schnell gelesen, weil es wirklich gut geschrieben ist. Der Leser leidet bei den vielen Schicksalsschlägen Rachels mit. Jedes Kapitel endet mit einigen guten Ratschlägen, damit neue Ziele schnell verwirklicht werden können. Der Anstoß sein Leben selbst in die Hand zu nehmen kann genau das sein, was eine Leserin braucht. Aber es gibt auch eine Schattenseite.

Beim Lesen stellt man schnell fest, welche Werte für die Autorin Bedeutung haben. Erfolg und Reichtum sind auf jeden Fall ganz vorne dabei. Sie stellt auch immer wieder ihre Leistungen heraus. Das könnte ein Ansporn sein, aber eigentlich macht es schon müde von ihrem rasanten Lebensstil zu lesen. Sie scheint immer gehetzt zu sein, denn jeder Augenblick muss perfekt genutzt werden, um weitere Ziele zu erreichen. Für den christlichen Leser stellt sich die Frage, ob diese Ziele zu der Botschaft von Jesus passen.

Fazit: Gut geschrieben, enthält dieses Buch unterhaltsame Bekenntnisse und motivierende Gedanken. Doch mit einer großen Betonung auf ein Leben auf der Überholspur, ist es fraglich, ob dieser Lebenshilferatgeber die besten Werte vermittelt.

Veröffentlicht am 09.11.2019

Warnung und Aufruf

Die weltweit wachsende Krise
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Der amerikanische Pastor Mike Bickle geht in diesem Buch auf Trends in unserer heutigen Zeit ein, die er als Vorboten der Endzeit ansieht. Er möchte wachrütteln, damit Christen die Zeichen der Zeit erkennen, ...

Der amerikanische Pastor Mike Bickle geht in diesem Buch auf Trends in unserer heutigen Zeit ein, die er als Vorboten der Endzeit ansieht. Er möchte wachrütteln, damit Christen die Zeichen der Zeit erkennen, sich zusammentun, und beten.

Im amerikanischen Raum ist er bekannt für sein Haus des Gebets (IHOP, International House of Prayer). Er ist ein beliebter Redner auf den IHOP-Konferenzen. Seine Themen sind Intimität mit Gott, Gebet und die letzten Tage der Erde.

In diesem Buch beginnt er, indem er verschiedene bedenkliche Entwicklungen in unserer Zeit aufzeigt. Im Zentrum seiner Überlegungen stehen vor allem moralische Themen, wie die Homosexualität oder Abtreibung. Er befürchtet, dass die Herrschenden immer mehr Gesetze durchsetzen werden, die den Christen jegliche Freiheit nehmen moralische Entscheidungen im Sinne Gottes zu treffen.

Er geht ausführlich auf den zweiten Psalm ein, in dem es um die Mächtige dieser Erde geht, die sich von der Herrschaft des Sohn Gottes befreien möchten. Vers für Vers legt er diesen Psalm aus. Die Antwort auf die Krise in Psalm 2 sieht er in einer Ausgießung des Geistes, von der in Joel 2 zu lesen ist, und die ihre Vollendung in der Verwirklichung von Apostelgeschichte 2 zeigt. Nach Aussage des Autors, kann das göttliche Gericht durch gemeinsames Gebet abgewendet werden. Darum ist ihm dieses Anliegen so wichtig, er möchte das Bewusstsein der Christen für die Krise unserer heutigen Zeit wecken, damit sie vermehrt beten, und so Gottes Zorn abwenden.

Auch wenn der Autor vom Zorn Gottes schreibt, möchte er damit nicht ein einseitiges Bild von Gott vermitteln. Er betont auch Gottes Liebe. Es geht ihm um eine ausgewogene Sicht von Liebe und Zorn, denn Gottes Zorn ist ein Ausdruck seiner Liebe, die sich an Ungerechtigkeit stört.

Das Thema dieses Buchs ist wichtig, und der Leser bekommt einige wertvolle Impulse, vor allem wenn es um das Gebet und die Gottesbeziehung geht. Trotzdem sind manche Inhalte bedenklich.

Formal gesehen, ist es stellenweise schwer zu lesen. Einige Sätze sind lang und verworren, und man muss sie mehrmals lesen, bis man den Inhalt erfasst. Teilweise haben sich scheinbar auch kleinere Übersetzungsfehler eingeschlichen, denn der Text wird an manchen Stellen auch bei mehrmaligen Lesen nicht klarer. Die Inhalte könnten außerdem insgesamt kürzer zusammengefasst werden, das Geschriebene wirkt stellenweise wie ein wortreicher Aufruf.

Für den deutschen Leser von Nachteil ist auch, dass dieses Buch, das eine „weltweite Krise“ beschreiben möchte, doch in erster Linie auf amerikanische Entwicklungen eingeht. Erstmals 2016 erschienen, sind außerdem die Beispiele nicht mehr aktuell.

Doch neben diesen formalen Problemen, wiegen die inhaltlichen Bedenken schwerer. Bibelverse werden so gebraucht, wie sie zu den Aussagen des Autors passen. Die Situation und Intention des Verfassers dieser Bibeltexte tritt dahinter zurück. Besonders deutlich wird das bei der Auslegung von Psalm 2. Aus „die Mächtigen“ wird beispielsweise „alle Mächtigen“, denn das passt besser zur Aussage des Autors. Aus einer kurzen Wiederholung einer Aussage Gottes im Psalm, wird eine Lehre entwickelt, nach der wir Gottes Wort nachbeten sollen. Das mag eine gute Praxis sein, aber sie lässt sich nicht mit Psalm 2 begründen.

Inwieweit Christen Gottes Plan für die Endzeit ändern können, ist sicher auch eine Frage, auf die es unterschiedliche Ansichten geben wird. Es zeigt sich außerdem beim Lesen, dass für den Autor prophetische Aussagen und persönliche Offenbarungen in unserer Zeit eine große Rolle spielen. Auf solche Aussagen gründen sich manchmal die teils eigenwillige Theorien des Autors, und nicht auf der Bibel.

Fazit: Dieses Buch vermischt biblische Aussagen mit der persönlichen Theologie des Autors. Auch wenn es einige gute Gedanken enthält, sollten Prophezeiungen und Offenbarungen anhand der Bibel überprüft werden, denn schließlich wollen Christen Jesus selbst nachfolgen, und nicht einer menschlichen Lehre.