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Veröffentlicht am 15.03.2020

Wenn es auf der Klassenfahrt ums Überleben geht

Silberflut (1). Das Geheimnis von Ray's Rock
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Die Schüler der Klasse 7c dürfen bei einer ganz besonderen Klassenfahrt dabei sein. Auf einer kleinen Insel vor der Küste Englands müssen sie mehrere Aufgaben bewältigen, damit sie lernen als Team zusammenzuarbeiten. ...

Die Schüler der Klasse 7c dürfen bei einer ganz besonderen Klassenfahrt dabei sein. Auf einer kleinen Insel vor der Küste Englands müssen sie mehrere Aufgaben bewältigen, damit sie lernen als Team zusammenzuarbeiten. Als am dritten Tag eine dichte silberne Nebelwand über die Insel zieht, flüchten sie in eine Burgkammer. Als sie später rauskommen, scheinen alle verschwunden zu sein – Lehrer, Mitschüler und die wenigen Inselbewohner. Soll das eine besonders schwierige Aufgabe sein, die es zu lösen gilt? Aber als die anderen nicht mehr auftauchen und die Insel immer unheimlicher wird, ist ihnen klar: Hier geht es um das nackte Überleben.

Es sind nur noch sieben Kinder übrig, zwei Mädchen und fünf Jungs. Die Erlebnisse von vier Tagen werden abwechselnd von Eddie und Milla erzählt. Eddie kennt schon viele Survival-Tipps. Das hat ihm alles sein Vater beigebracht. Auch Milla weiß, wie man schwierige Situationen überlebt, aber das hat eher mit ihrem problembeladenen Zuhause zu tun.

An diesen vier Tagen müssen die Kindern vielen Gefahren begegnen und sich um einen sicheren Schlafplatz, um Essen und um Trinken kümmern. Dabei geraten sie sich immer wieder in den Haaren. Die ersehnte Freiheit ohne Lehrer wird schnell uninteressant, und alle außer Milla wollen möglichst schnell nach Hause und in Sicherheit sein. Am Ende scheinen sie ihrem Ziel so nahe gekommen zu sein. Aber als es besonders spannend wird, endet das Buch, denn in einem zweiten Teil wird diese Geschichte ums Überleben weitererzählt. Die letzten Hinweise zeigen, es wird noch spannender.

Die sieben Kinder sind sehr unterschiedlich, und der Leser lernt schnell ihre jeweiligen Stärken und Schwächen kennen. Am Anfang ist es allerdings schwer sich in das Geschehen hineinzuversetzen. Der Leser erhält zunächst zu wenig Hintergrundinformationen, um sich die Kulisse der Geschichte vorzustellen. Auch die Frage, warum deutsche Kinder eine Klassenfahrt auf einer weit entfernten Insel machen, bleibt ungeklärt. Eins der Kinder kommt ja aus schwierigen sozialen Verhältnissen, da fragt man sich beim Lesen, wer diese sicher kostspielige Reise finanziert.

Obwohl das Buch durchaus spannend ist, enthält es vor allem am Anfang zu viele unnötige Cliffhanger. So endet ein Abschnitt oft so, dass ein merkwürdiges Geräusch gehört wird, das alle erschreckt, doch stellt sich bald heraus, dass es nur eins der anderen Kinder ist. Da wurde ein gutes Mittel ein bisschen zu oft eingesetzt.

Besonders schade ist das Sprachniveau. Auch wenn die Ausdrücke und Schimpfwörter vielleicht nähe zur Lebenswelt der Kinder signalisieren sollen, wird dadurch das Niveau dieses Kinderbuchs gesenkt, und es wäre wirklich nicht nötig, um die Geschichte zu erzählen.

Zwischendrin gibt es einige Zeichnungen, aber sie sind recht vage und helfen dem Leser nicht sich die Geschichte besser vorzustellen. Hilfreich ist allerdings die Karte, die jeweils auf den Buchinnenseiten abgedruckt ist.

Die Erlebnisse erinnern ein bisschen an die „Hunger Games“. Die Kinder müssen sich immer wieder Lösungen auf unerwartete Situationen überlegen. Dabei hilft einer dem anderen. Manche Szenen sind vielleicht für jüngere Leser etwas beängstigend. Es ist spannend zu sehen, welche Lösungen den Kindern einfallen, und wie sie sich gegenseitig ergänzen.

Fazit: Ein Buch, in dem sieben Kinder sich gegenseitig unterstützen müssen, um in einer gefährlichen Situation zu überleben. Trotz mancher Ungereimtheiten ist es gut geschrieben und wird sicher begeisterte Leser finden. Am Ende bleibt es spannend, sodass es schwerfällt das Erscheinen des nächsten Bandes abzuwarten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.11.2019

Ob du deine Ziele erreichst, liegt allein an dir

Schmink's dir ab
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Welche Frau würde ein Bild von ihren Schwangerschaftsstreifen öffentlich ins Netz stellen? Und welche Frau würde zugeben, dass sie manchmal in die Hose macht? Es liegt wohl vor allem an Rachel Hollis‘ ...

Welche Frau würde ein Bild von ihren Schwangerschaftsstreifen öffentlich ins Netz stellen? Und welche Frau würde zugeben, dass sie manchmal in die Hose macht? Es liegt wohl vor allem an Rachel Hollis‘ unverblümter Ehrlichkeit, dass sie so erfolgreich und bekannt geworden ist.

Die hübsche Autorin dieses Buchs hat vier Kinder, drei leibliche Söhne und eine Adoptivtochter. Dazu hat sie ein großes Medienunternehmen aufgebaut. Ihre Bücher sind in Amerika auf den Bestsellerlisten zu finden. Es scheint, dass alles, was sie anfasst, zu Gold wird.

In diesem Buch möchte sie ihre Leserinnen ermutigen sich auch für ihre Träume einzusetzen. Ob es um das Abnehmen, den Kampf mit einer Sucht, ein erfülltes Sexleben oder den Aufbau einer großen Firma geht, Rachel Hollis ist überzeugt, Frauen können alles erreichen, was ihnen wichtig ist.

Was Frauen davon abhält erfolgreich ihren Weg zu gehen, sind Lügen, die sie immer wieder hören und oft selbst glauben. Auf zwanzig dieser Lügen geht die Autorin ein. Dabei erzählt sie schonungslos offen aus ihrem eigenen Leben.

Ihr erfolgreiches Leben hat seinen Preis. Sie steht oft vor dem Rest der Familie auf, um alles zu schaffen. Der Stress macht sich bei ihr manchmal auch gesundheitlich bemerkbar. Aber sie baut sich auf, indem sie sich immer wieder ihre Ziele vor Augen hält. Sie möchte erfolgreich und reich sein.

Ein Höhepunkt für sie ist, als sie sich eine sehr teure Designertasche leisten kann. Aber mit den steigenden Einnahmen, wachsen auch ihre Träume. Und ein solches Leben, so rät sie ihre Leser, kann jeder erreichen, der aufhört die Schuld für gescheiterte Träume bei anderen zu suchen. Jede Frau könnte viel mehr erreichen, wenn sie endlich aufhören würde sich von Lügen niederdrücken zu lassen; Lügen wie, „Morgen fange ich an“, „Ich bin nicht gut genug“, „Ich muss mich kleiner machen, als ich bin“, oder „Ich muss so sein wie die anderen“.

Dieses Buch ist schnell gelesen, weil es wirklich gut geschrieben ist. Der Leser leidet bei den vielen Schicksalsschlägen Rachels mit. Jedes Kapitel endet mit einigen guten Ratschlägen, damit neue Ziele schnell verwirklicht werden können. Der Anstoß sein Leben selbst in die Hand zu nehmen kann genau das sein, was eine Leserin braucht. Aber es gibt auch eine Schattenseite.

Beim Lesen stellt man schnell fest, welche Werte für die Autorin Bedeutung haben. Erfolg und Reichtum sind auf jeden Fall ganz vorne dabei. Sie stellt auch immer wieder ihre Leistungen heraus. Das könnte ein Ansporn sein, aber eigentlich macht es schon müde von ihrem rasanten Lebensstil zu lesen. Sie scheint immer gehetzt zu sein, denn jeder Augenblick muss perfekt genutzt werden, um weitere Ziele zu erreichen. Für den christlichen Leser stellt sich die Frage, ob diese Ziele zu der Botschaft von Jesus passen.

Fazit: Gut geschrieben, enthält dieses Buch unterhaltsame Bekenntnisse und motivierende Gedanken. Doch mit einer großen Betonung auf ein Leben auf der Überholspur, ist es fraglich, ob dieser Lebenshilferatgeber die besten Werte vermittelt.

Veröffentlicht am 09.11.2019

Warnung und Aufruf

Die weltweit wachsende Krise
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Der amerikanische Pastor Mike Bickle geht in diesem Buch auf Trends in unserer heutigen Zeit ein, die er als Vorboten der Endzeit ansieht. Er möchte wachrütteln, damit Christen die Zeichen der Zeit erkennen, ...

Der amerikanische Pastor Mike Bickle geht in diesem Buch auf Trends in unserer heutigen Zeit ein, die er als Vorboten der Endzeit ansieht. Er möchte wachrütteln, damit Christen die Zeichen der Zeit erkennen, sich zusammentun, und beten.

Im amerikanischen Raum ist er bekannt für sein Haus des Gebets (IHOP, International House of Prayer). Er ist ein beliebter Redner auf den IHOP-Konferenzen. Seine Themen sind Intimität mit Gott, Gebet und die letzten Tage der Erde.

In diesem Buch beginnt er, indem er verschiedene bedenkliche Entwicklungen in unserer Zeit aufzeigt. Im Zentrum seiner Überlegungen stehen vor allem moralische Themen, wie die Homosexualität oder Abtreibung. Er befürchtet, dass die Herrschenden immer mehr Gesetze durchsetzen werden, die den Christen jegliche Freiheit nehmen moralische Entscheidungen im Sinne Gottes zu treffen.

Er geht ausführlich auf den zweiten Psalm ein, in dem es um die Mächtige dieser Erde geht, die sich von der Herrschaft des Sohn Gottes befreien möchten. Vers für Vers legt er diesen Psalm aus. Die Antwort auf die Krise in Psalm 2 sieht er in einer Ausgießung des Geistes, von der in Joel 2 zu lesen ist, und die ihre Vollendung in der Verwirklichung von Apostelgeschichte 2 zeigt. Nach Aussage des Autors, kann das göttliche Gericht durch gemeinsames Gebet abgewendet werden. Darum ist ihm dieses Anliegen so wichtig, er möchte das Bewusstsein der Christen für die Krise unserer heutigen Zeit wecken, damit sie vermehrt beten, und so Gottes Zorn abwenden.

Auch wenn der Autor vom Zorn Gottes schreibt, möchte er damit nicht ein einseitiges Bild von Gott vermitteln. Er betont auch Gottes Liebe. Es geht ihm um eine ausgewogene Sicht von Liebe und Zorn, denn Gottes Zorn ist ein Ausdruck seiner Liebe, die sich an Ungerechtigkeit stört.

Das Thema dieses Buchs ist wichtig, und der Leser bekommt einige wertvolle Impulse, vor allem wenn es um das Gebet und die Gottesbeziehung geht. Trotzdem sind manche Inhalte bedenklich.

Formal gesehen, ist es stellenweise schwer zu lesen. Einige Sätze sind lang und verworren, und man muss sie mehrmals lesen, bis man den Inhalt erfasst. Teilweise haben sich scheinbar auch kleinere Übersetzungsfehler eingeschlichen, denn der Text wird an manchen Stellen auch bei mehrmaligen Lesen nicht klarer. Die Inhalte könnten außerdem insgesamt kürzer zusammengefasst werden, das Geschriebene wirkt stellenweise wie ein wortreicher Aufruf.

Für den deutschen Leser von Nachteil ist auch, dass dieses Buch, das eine „weltweite Krise“ beschreiben möchte, doch in erster Linie auf amerikanische Entwicklungen eingeht. Erstmals 2016 erschienen, sind außerdem die Beispiele nicht mehr aktuell.

Doch neben diesen formalen Problemen, wiegen die inhaltlichen Bedenken schwerer. Bibelverse werden so gebraucht, wie sie zu den Aussagen des Autors passen. Die Situation und Intention des Verfassers dieser Bibeltexte tritt dahinter zurück. Besonders deutlich wird das bei der Auslegung von Psalm 2. Aus „die Mächtigen“ wird beispielsweise „alle Mächtigen“, denn das passt besser zur Aussage des Autors. Aus einer kurzen Wiederholung einer Aussage Gottes im Psalm, wird eine Lehre entwickelt, nach der wir Gottes Wort nachbeten sollen. Das mag eine gute Praxis sein, aber sie lässt sich nicht mit Psalm 2 begründen.

Inwieweit Christen Gottes Plan für die Endzeit ändern können, ist sicher auch eine Frage, auf die es unterschiedliche Ansichten geben wird. Es zeigt sich außerdem beim Lesen, dass für den Autor prophetische Aussagen und persönliche Offenbarungen in unserer Zeit eine große Rolle spielen. Auf solche Aussagen gründen sich manchmal die teils eigenwillige Theorien des Autors, und nicht auf der Bibel.

Fazit: Dieses Buch vermischt biblische Aussagen mit der persönlichen Theologie des Autors. Auch wenn es einige gute Gedanken enthält, sollten Prophezeiungen und Offenbarungen anhand der Bibel überprüft werden, denn schließlich wollen Christen Jesus selbst nachfolgen, und nicht einer menschlichen Lehre.

Veröffentlicht am 30.09.2019

Schuldig, aber nicht so wirklich

Schuldig.
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Der 1953 geborene Manager Thomas Middelhoff ist als ein erfolgreicher Manager bekannt, der wegen Untreue und Steuerhinterziehung ins Gefängnis musste. Nachdem er seine Strafe abgesessen hat, zieht er nun ...

Der 1953 geborene Manager Thomas Middelhoff ist als ein erfolgreicher Manager bekannt, der wegen Untreue und Steuerhinterziehung ins Gefängnis musste. Nachdem er seine Strafe abgesessen hat, zieht er nun Bilanz. Er sucht nach Ursachen für sein Scheitern. Mit seinen Erkenntnissen möchte er jungen Menschen helfen einen ähnlichen Sturz zu vermeiden.

Schon als Jugendlicher wird er wegen seiner Arroganz von seinem Vater ermahnt. Obwohl er in seiner Studienzeit viele gute Vorsätze hat, fühlt er sich schnell auf der Karriereleiter wohl. Er arbeitet unermüdlich. Er erreicht ein hochgestecktes Ziel nach dem anderen. Immer mehr, immer mehr, so könnte man sein Leben kennzeichnen. Er fühlt sich an der Spitze wohl. Er leistet sich die üblichen Spielzeuge eines erfolgreichen Managers, wie Villa und Jacht. Er lebt ein Leben der Superlative.

Aber der Erfolg hält nicht an. 2014 muss er sich vor Gericht verantworten. Ihm werden Untreue und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Es geht, unter anderem, um Privatflüge und –feste, die als Geschäftskosten abgerechnet wurden. Thomas Middelhoff meldet Insolvenz an und tritt seine Haftstrafe an. Als Freigänger kann er im Rahmen der Haft in der Stiftung Bethel arbeiten, einem Zuhause für behinderte Menschen.

In diesem Buch nennt er verschiedene Gründe für sein Scheitern, die er „Todsünden“ nennt. Dazu zählen z.B. Hochmut, Gier und Maßlosigkeit. Jedes dieser Verfehlungen beschreibt er, teilweise mit Beispielen aus seinem Leben, oft mit Beispielen von anderen Unternehmern.

Danach beschreibt er den Weg vom Scheitern zum Neuanfang. Neben Stufen auf dem Weg, wie Leugnung und Depression, zeigt er vor allem wichtige Werte für ein gelungenes Leben. Beim Entdecken dieser Werte spielt sein christlicher Glaube eine entscheidende Rolle.

Wenn der Autor auch an manchen Stellen in diesem Buch seine Schuld zugibt, betont er immer wieder, er sei moralisch schuldig, ja, aber nicht in juristischer Hinsicht. Er gibt zu getrieben und arrogant gewesen zu sein, aber er ist immer noch überzeugt, dass er zu Unrecht verurteilt wurde.

Er beschreibt wie er seinen einfacheren Lebensstil genießt. Anstatt einem Hubschrauberflug, fährt er nun Fahrrad. Insgesamt ist sein Lebensstil langsamer und bewusster geworden. Er schreibt Bücher, wovon er schon als Jugendlicher träumte, und hält Vorträge über das Scheitern.

Auffallend ist, dass bei seinen Erläuterungen über Scheitern und Versagen meistens andere als Beispiel dienen. Obwohl ihm sein Ruf nicht mehr so wichtig ist, scheint es ihm doch schwerzufallen eigene Fehler zuzugeben.

Wichtige Impulse bekam er in den Behindertenwohnstätten. Er sah die Zufriedenheit dieser bescheidenen Menschen und erkannte dabei, was ihm gefehlt hatte. Leider erfährt der Leser jedoch sehr wenig über diese Zeit seines Lebens. Insgesamt ist das Buch recht unpersönlich. Der Leser erfährt auch kaum etwas über Middelhoffs Frau und Kindern, und den Grund für seine neue Partnerschaft.

Fazit: Wer eine ehrliche Autobiographie erwartet, könnte von diesem Buch enttäuscht sein. Wer bewegende Geschichten mag, über die Veränderung, die Gott bewirken kann, sollte lieber ein anderes Buch lesen, denn hier geht es eher um Thomas Middelhoff und nur am Rande um Gott. Wer sich für bekannte Namen in der Wirtschaft interessiert, oder für grundsätzliche Gedanken über schlechte und gute Werte, könnte an diesem Buch Gefallen finden.

Veröffentlicht am 01.09.2019

Leben nach dem Geld

Letzte Rettung: Paris
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Die 65jährige Frances Price ist schon lange verwitwet. Unerwartet wird sie mit der schrecklichen Nachricht konfrontiert, dass ihr riesiges Vermögen aufgebraucht ist. Sie hatte zwar mit vollen Händen Geld ...

Die 65jährige Frances Price ist schon lange verwitwet. Unerwartet wird sie mit der schrecklichen Nachricht konfrontiert, dass ihr riesiges Vermögen aufgebraucht ist. Sie hatte zwar mit vollen Händen Geld verschwendet, aber eigentlich geplant tot zu sein, bevor ihre Mittel aufgebraucht sind.

Alle Immobilien werden verkauft, um die Schulden zu bezahlen. Ihr bleibt nur ein größerer Geldbetrag, den sie mit nach Paris nimmt. Dort kann sie in dem ungenutzten Apartment einer Freundin unterkommen.

Sie wird von ihrem erwachsenen Sohn und ihrer Katze begleitet. Sohn Malcolm ist teilnahmslos und passiv. Er lässt sein Leben von seiner Mutter leben. Daran scheitert auch die Beziehung zu seiner Verlobten. Er kann sich weder den Wünschen seiner Mutter widersetzen, noch selbst etwas genug wollen, um selbstständig zu handeln.

In der Katze lebt, nach Ansicht von Mutter und Sohn, der Geist des verstorbenen Familienoberhaupts. Dieser rücksichtslose Mann ist nun, als Kater, recht hilflos. Als er in Paris verschwindet, werden viele Bekannte in der Suche eingebunden. Durch alle Turbulenzen hindurch werden Fremde zu Freunden. Nach einer gemeinsamen Party findet Frances‘ großer Plan seine Vollendung.

Diese Geschichte ist gut erzählt. Die skurrilen Charaktere und zufällige Begegnungen erinnern an die Geschichten vom hundertjährigen Mann. Was aber bei dieser Geschichte fehlt, ist ein überzeugender Handlungsstrang.

Die merkwürdige Verbindung zwischen Mutter und Sohn bietet Stoff zum Nachdenken. So ist es für die Mutter, die sich in den ersten Lebensjahren ihres Sohnes gar nicht um ihn gekümmert hat, selbstverständlich, dass sie selbst im selben Haus lebend, abendliche Telefonate mit ihrem Sohn führt. Seine Passivität und Gleichgültigkeit lassen fragen, warum er so geworden ist.

Der Charakter von Frances verändert sich im Laufe der Geschichte, sie wird verständnisvoller und freundlicher. Immer wieder gibt es Rückblenden, die den Leser teilhaben lassen an ihrer und Malcolms Kindheit und Familienjahre.

Die Szenen mit dem Geist der Katze sind äußerst merkwürdig und lassen einige Fragen offen. Ein wiederkehrendes Thema ist der Freitod. Insgesamt ist es ein Buch, das vielleicht für ein paar unterhaltsame Stunden sorgt, aber mit seinem Nihilismus keine Hoffnung bietet.


Fazit: Gute Ansätze, die aber nicht überzeugen. Die Familienkonstellation bietet Stoff zum Nachdenken, der Erzählstil ist interessant, aber die Handlung, und vor allem das Ende, enttäuschen und lassen den Leser unbefriedigt zurück.