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Veröffentlicht am 24.11.2019

Fünf Engel auf Erden

Lauras Weihnachtsengel
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Fünf Engel auf Erden

„Manchmal müssen wir unsere Träume loslassen, damit Gott sie zu uns zurückbringen kann – auf seine Weise und zu seiner Zeit.“

Laura Wentworth, Belinda Michaels, Grace Westland, Louisa ...

Fünf Engel auf Erden

„Manchmal müssen wir unsere Träume loslassen, damit Gott sie zu uns zurückbringen kann – auf seine Weise und zu seiner Zeit.“

Laura Wentworth, Belinda Michaels, Grace Westland, Louisa Van Horn und die junge Tierärztin Cassidy sind nicht nur langjährige Mitglieder eines exklusiven Buchclubs, sondern zugleich auch gute Freundinnen. Als Laura, die Gründerin und Leiterin der Gruppe an einem Aneurysma stirbt, herrscht Fassungslosigkeit und tiefe Trauer vor. Denn die optimistische, warmherzige und empathische junge Frau war stets selbstlos für andere da, berührte die Menschen und bewirkte viel Gutes in ihrem viel zu kurzen Leben. Als Clayton Wentworth den Freundinnen vier Päckchen überreicht, die Laura für das bevorstehende Weihnachtsfest vorbereitet hatte, arrangieren Belinda, Grace, Louisa und Cassidy ein Treffen. Die Freundinnen brauchen einander nun mehr als je zuvor – und berührt durch Lauras überaus persönliches Geschenk beschließen sie, für andere Menschen zu Engeln zu werden. Die Treffen des ehemaligen Buchclubs werden zu „Engel-Treffen“, in denen sich die vier Frauen bei der Vorbereitung ihrer Projekte gegenseitig näherkommen.

Melody Carlsons Geschichte beginnt mit dem tragischen Tod einer lebensfrohen und optimistischen Frau, die als „Engel auf Erden“ das Leben ihrer Mitmenschen positiv beeinflusste. In einnehmendem Schreibstil beschreibt die Autorin die Emotionen der vier Protagonistinnen, für die Laura stets Halt und Trost bot. Die atemberaubende Schönheit und selbstbewusste Single-Frau Belinda war Lauras beste Freundin, sie führt einen Secondhandladen und fühlt sich trotz ihrer Unabhängigkeit einsam. Die Tierärztin Cassidy fand nach einer unglücklichen Kindheit Trost und Halt bei Laura, die wie eine Mutter für sie war. Nachdem ein Mann ihr das Herz gebrochen hatte, sind zwei kapriziöse Katzen die einzigen Mitbewohner der alleinstehenden jungen Frau. Als erfolgreiche Innenarchitektin arbeitet die perfektionistisch veranlagte Grace zu viel, sie hat in ihrem Leben falsche Prioritäten gesetzt und stellt ihre Ehe, ihren Umgang mit den Kindern, aber auch ihre Karriere in Frage. Als deren älteste Freundin und Mentorin ist Louisa von Lauras Tod ganz besonders erschüttert, sie hat nach dem kürzlichen Verlust ihres Ehemannes und der Auswanderung ihres einzigen Sohnes nun auch noch den letzten Halt im Leben verloren.

Die Autorin beschreibt Lauras plötzliches Ableben und den positiven Einfluss dieser lebensfrohen Frau auf andere über ihren Tod hinaus. Die Geschichte lebt von bewegten Momenten und tiefen Emotionen, die Auswirkungen von Lauras Vermächtnis wurden berührend dargestellt. Die Charakterzeichnung der handelnden Figuren hat mir ausnehmend gut gefallen, das Augenmerk liegt in erster Linie auf den vier Protagonistinnen dieses Buches. Einige wenige Nebenfiguren werden in die Handlung eingebracht, sie sind maßgeblich an der positiven Entwicklung der Hauptfiguren beteiligt. Nächstenliebe, menschliche Zuwendung und der Einsatz für seine Mitmenschen sind zentrale Themen dieser bezaubernden, aber auch nachdenklich stimmenden Geschichte.

Fazit: „Lauras Weihnachtsengel“ ist ein wunderschöner Weihnachtsroman, der das Herz der Leser berührt und sie dazu animiert, ihrerseits zu „Engeln des Alltags“ zu werden.

Fünf Bewertungssterne für dieses emotionale Buch und eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 20.11.2019

Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens

Der wundersame Adventskalender
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Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens

„Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens – Glaube, Hoffnung und Liebe – gehen verloren, weil wir uns von ihnen entfernen – Schritt für Schritt, ganz langsam, unmerklich.“

Martin ...

Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens

„Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens – Glaube, Hoffnung und Liebe – gehen verloren, weil wir uns von ihnen entfernen – Schritt für Schritt, ganz langsam, unmerklich.“

Martin Harnack arbeitet seit Jahren an einem Buch, der Stress bei seinem Forschungsprojekt ist nur einer der Auslöser für seine familiäre Krise. Als er am Heiligen Abend immer noch keine Weihnachtsgeschenke für seine Ehefrau und seine drei Kinder gekauft hat, betritt er in seiner Verzweiflung einen heruntergekommenen Antiquitätenladen. Der bärtige alte Inhaber überreicht ihm als Lösung für all seine Probleme einen eigenartigen blechernen Kasten. Nachdem der gestresste Familienvater die Kurbel dieses mechanischen Adventkalenders betätigt, erfüllen sich seine Wünsche – jedoch auf völlig andere Art und Weise als erwartet. Martin erlebt einen Perspektivenwechsel und nach und nach reift in ihm die Erkenntnis, dass er in seinem Leben in letzter Zeit auf falsche Prioritäten gesetzt hat.

Thomas Franke hält in diesem wunderschönen Weihnachtsroman seinem Protagonisten Martin Harnack einen Spiegel vor. Durch den wundersamen Adventkalender wird er behutsam mit seinen Versäumnissen und Fehlern konfrontiert und bekommt die einmalige Gelegenheit, Dinge zum Besseren zu verändern. Er macht heilsame Erfahrung und erkennt, dass „Das Wunderbare an Wundern ist, dass sie sich weder herbeiwünschen, noch wiederholen lassen. Sie geschehen an den seltensten Orten, in den unwahrscheinlichsten Augenblicken und lassen jene, die am wenigsten damit gerechnet haben, wundersam verändert zurück.“

Der Autor konzentriert sich in diesem Buch in erster Linie auf seinen Protagonisten Martin und dessen Familie. Martins Ehefrau Swenja, seine Söhnen Anton und Ben, sowie seine Tochter Leonie stehen im Zentrum des Geschehens. Der Alltag der Familie Harnack, familiäre und berufliche Spannungsfelder sowie Martins wachsende Einsichten werden in einfühlsamen Worten, an mancher Stelle auch überaus humorvoll, beschrieben. Die lebendige Charakterzeichnung der handelnden Figuren und die heilsamen Erkenntnisse des Protagonisten haben mir ausnehmend gut gefallen. Tiefsinnige Zitate bereichern diese zauberhafte Geschichte, die eine wundervolle Einstimmung auf die bevorstehende Adventzeit darstellt:

„Es gibt Momente, da hat man das Gefühl, die Stimme Gottes zu hören. Erstaunlicherweise ist sie ganz leise und unaufdringlich, kaum mehr als ein Flüstern. Und nicht selten ist es so, dass sie uns an etwas erinnert, was wir eigentlich schon wissen. Mir ist klar geworden, dass ich tief in mir drin längst wusste, dass ich auf der falschen Spur war. Ich wusste, dass meine Prioritäten nicht die richtigen waren.“

„Die tiefste Gotteserfahrung machen wir nicht in den außergewöhnlichen Momenten unseres Lebens, sondern im Gewusel unseres Alltags, wenn wir an uns, unseren Mitmenschen und den Umständen zu verzweifeln drohen – und wenn Gott ganz leise, fast unhörbar in uns flüstert: ich bin da. Ich bin mit dir in diesem ganzen Chaos. Hab keine Furcht, vertraue mir.“

Der durch die außergewöhnlichen Aktivitäten des mechanischen Adventkalenders aufkommende kleine Spannungsbogen bleibt bis zuletzt aufrecht. Obgleich man als Leser relativ rasch den Ausgang der Geschichte ahnt, bangt und hofft man mit Martin Harnack, der versucht, die Liebe, den Zusammenhalt und die Harmonie in seiner Familie zu retten. Ich fühlte mich durch diesen wunderschönen Roman ausgezeichnet unterhalten, einzig die Tatsache, dass sich in diesem Weihnachtsbuch aus einem Christlichen Verlag der Vulgärsprache bedient wurde, fand ich unangebracht und enttäuschend.

Fazit: Mit „Der wundersame Adventskalender“ präsentiert Thomas Franke eine tiefgründige Weihnachtsgeschichte, die auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben hinweist und Prioritäten neu erkennen lässt. Der Autor regt dazu an, Wertschätzung zu zeigen und für glückliche familiäre Beziehungen und liebevolle Menschen an seiner Seite dankbar zu sein.

Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter.

Veröffentlicht am 17.11.2019

Eine Liebe, die nicht sein darf, und ein verbotenes Weihnachtsfest

Tanz mit mir, Aurelia
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Eine Liebe, die nicht sein darf, und ein verbotenes Weihnachtsfest

John Annesley wurde nach dem Tod seines trunksüchtigen Vaters von seinem puritanischen Onkel Nehemia aufgezogen. Das Leben der überzeugten ...

Eine Liebe, die nicht sein darf, und ein verbotenes Weihnachtsfest

John Annesley wurde nach dem Tod seines trunksüchtigen Vaters von seinem puritanischen Onkel Nehemia aufgezogen. Das Leben der überzeugten Puritaner war geprägt vom protestantischen Glauben, von Ernsthaftigkeit, Nüchternheit und Enthaltsamkeit, der Einfluss der Puritaner auf das Alltagsleben in England war unglaublich stark. Als John durch seinen Beruf als Wasserträger einer wunderschönen und ungezähmten Tochter aus gutem Hause namens Aurelia begegnet, treffen zwei völlig konträre Welten aufeinander. Aurelia sprüht vor Lebensfreude und liebt das Leben. Sie vermisst ihre geliebten Theaterbesuche, aber auch das wunderschöne Fest der Geburt Jesu – Dinge, die von den Puritanern streng verboten wurden. Aurelia möchte aus ihrem vorbestimmten Leben ausbrechen. „Mein Leben ist wie ein Theaterstück. Ich soll die Rolle der braven Bürgerstochter spielen, die Bühne betreten, mein Verslein aufsagen, heiraten und der Familie keine Schande bereiten. Aber das war die falsche Rolle für sie. Der Autor musste das Stück verändern, Aurelias Passagen mussten neu geschrieben werden.“

Titus Müller veranschaulicht in dieser Erzählung die Einschränkungen durch die Vorherrschaft der Puritaner in England und deren Reformation der Kirche nach calvinistischen Grundsätzen. Die beiden Protagonisten entstammen unterschiedlicher Herkunft und haben auch eine konträre Einstellung zum Glauben. Während John sich bemüht, den strengen Anforderungen seines puritanischen Onkels gerecht zu werden, möchte Aurelia das Leben vor all diesen Verboten zurückhaben. In Form von Begegnungen und Dialogen zwischen den handelnden Figuren gewährt der Autor Einblicke in die radikalen Ansichten und Vorgehensweisen des Puritanismus. John hinterfragt zum ersten Mal den Glauben seiner Zieheltern, ermöglicht es Aurelia zugleich aber, seine Sichtweise kennenzulernen. Der Hartnäckigkeit der jungen hübschen Frau ist es letztendlich geschuldet, dass John sich dazu bereit erklärt, das Weihnachtsfest mit Aurelia vorzubereiten und zu feiern.

Der Autor beschränkt sich in dieser Erzählung auf eine überschaubare Anzahl handelnder Figuren. Das größte Augenmerk liegt auf den beiden Protagonisten, während Aurelias und Johns Angehörigen lediglich eine Nebenrolle zuteilwird. Titus Müller verwob eine zarte Liebesgeschichte mit sehr gut recherchierten historischen Fakten über den Puritanismus im sechzehnten Jahrhundert. Er thematisiert eine verbotene Liebe, die durch die Gesellschaft, den Erwartungen der Eltern und den religiösen Unterschieden bereits vorab zum Scheitern verurteilt ist. Der Autor präsentiert seine Geschichte in zwei Erzählperspektiven, er besitzt einen flüssigen Schreibstil, seine Ausführungen werden durch interessante historische Fakten bereichert. Ich möchte besonders die authentische Charakterzeichnung der handelnden Figuren und das interessante Thema hervorheben, das diese im Grunde ernste und nachdenklich stimmende Erzählung zu einem ganz besonderen Leseerlebnis machte.

Fazit: „Tanz mit mir, Aurelia“ trägt speziell in der Vorweihnachtszeit dazu bei, den Ursprung dieses Festes zu hinterfragen. Vielleicht dient es sogar als Motivation, die Feier von Christi Geburt besinnlicher zu begehen und die Traditionen um Weihnachten mit anderen Augen zu betrachten.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen - gerne gebe ich hier fünf Sterne und eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 14.11.2019

Tu es le soleil de ma vie - du bist die Sonne meines Lebens!

Die Liebesbriefe von Montmartre
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Tu es le soleil de ma vie - du bist die Sonne meines Lebens!

„Der alte Friedhof von Montmartre - hier, zwischen verwitterten Statuen, eingesunkenen Grabsteinen, über die sich die Patina des Vergessens ...

Tu es le soleil de ma vie - du bist die Sonne meines Lebens!

„Der alte Friedhof von Montmartre - hier, zwischen verwitterten Statuen, eingesunkenen Grabsteinen, über die sich die Patina des Vergessens gelegt hatte, und frischen Blumen, die einem entgegenleuchten und die auch welken und am Ende ihre Farbe verlieren würden, spielte die Zeit keine Rolle mehr und die Erde war zum Stillstand gekommen."

Für den Schriftsteller Julien Azoulay bricht eine Welt zusammen, als seine geliebte Ehefrau Hélène im Alter von dreiunddreißig Jahren einem Krebsleiden erliegt. Er zieht sich zurück, schwelgt in Selbstmitleid und hält sich für den unglücklichsten Menschen auf der ganzen Welt. Einzig seinem vierjährigen Sohn Arthur zuliebe steht Julien jeden Morgen auf und erfüllt seine Vaterpflichten. Eine Schreibblockade verhindert zudem, dass er sein Versprechen Hélène gegenüber einlöst, deren letzter Wunsch es war, für jedes Jahr ihres kurzen Lebens posthum einen Brief von Julien zu erhalten. Der Lebensmittelpunkt des jungen Witwers befindet sich fortan auf einem kleinen, sehr alten Friedhof in Montmartre im Norden von Paris, wo er einst die Liebe seines Lebens kennenlernte, und nur wenige Jahre später zu Grabe tragen musste. Sowohl die Bemühungen seiner fürsorglichen Mutter Clémence, noch die Versuche seines besten Freundes Alexandre, ihn aus seiner Lethargie zu holen, scheitern. Hélènes beste Freundin Cathérine Balland teilt Juliens Trauer und ist zu jeder Zeit sowohl als Freundin, als auch als Wohnungsnachbarin unaufdringlich und warmherzig für ihn und seinen kleinen Sohn da. Und plötzlich taucht während eines Besuches an Hélènes Grab ein burschikoses elfenhaftes Wesen auf, das mit ihrem silberhellen Lachen und ihrer herzlichen Zugewandtheit dem verzweifelten Witwer den Kopf zurechtrückt. Als seine Briefe im Geheimfach beim Grab verschwinden und an ihrer Stelle symbolische Antworten zurückgelassen werden, steht Julien vor einem großen Rätsel. Denn niemand weiß von diesem Versteck und dem Versprechen, das seine verstorbene Frau ihm auf dem Sterbelager abgenommen hat…

Als Garant für romantische und zu Herzen gehende Unterhaltung hat Nicolas Barreau mich mit diesem Buch auch diesmal nicht enttäuscht. Das tragische Schicksal von Hélène und das emotionale Trauma, dass ihr Tod bei ihrem Ehemann auslöst, werden vom Autor eindrucksvoll beschrieben. Der einnehmende Schreibstil und die starken Gefühle des Protagonisten, die authentisch und berührend zum Ausdruck gebracht werden, haben mich als Leser unverzüglich in diese Geschichte einbezogen. Der Fokus liegt auf dem Protagonisten Julien, der die schwerste Zeit seines bisherigen Lebens durchmacht und nicht mehr daran glaubt, jemals wieder Nähe, Liebe und Glück in seinem Leben zu erfahren. Juliens Familie, sein bester Freund Alexandre, Hélènes Freundin Cathérine, eine aufmerksame und warmherzige Steinbildhauerin namens Sophié, Juliens Verleger Jean-Pierre Favre und der kleine Arthur stellen die Nebenfiguren dieses Buches dar. Der Autor widmet sich liebevoll der Charakterzeichnung seiner handelnden Figuren, die Interaktionen zwischen den Akteuren wurden überzeugend dargestellt. Durch das unerklärliche Verschwinden von Juliens Briefen und die rätselhaften Botschaften an Hélènes Grab wird ein gewisser Spannungsbogen in die Geschichte eingebracht, der bis zur Auflösung dieses Rätsels aufrecht erhalten bleibt.

"Ich wette, wenn du den letzten Brief geschrieben hast, wird dein Leben eine Wendung zum Guten genommen haben." Dieser letzte Wunsch von Juliens Ehefrau wurde im Verlauf des Buches auch zu meinem – und die Art und Weise, wie der Autor seinen Protagonisten wieder Schritt für Schritt ins Leben zurückführt, hat mich tief beeindruckt. Ich finde es lediglich schade, dass der Klappentext beinahe den gesamten Inhalt dieses Buches verrät – bis auf den Namen jener Person, die für die kleinen Zeichen auf dem Friedhof verantwortlich ist und die sich in den Protagonisten dieses Buches verliebt hat.

Ich habe dennoch jede einzelne Seite dieses Buches genossen und möchte für dieses wunderschöne und berührende Buch, das mir ausgezeichnet gefallen hat, eine klare Leseempfehlung aussprechen.

Veröffentlicht am 10.11.2019

Eine schicksalhafte Begegnung auf Carnton

Weihnachten auf Carnton
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Eine schicksalhafte Begegnung auf Carnton

„Der Herr wird Ihnen im richtigen Moment geben, was Sie brauchen, Mrs. Prescott. Das macht er immer. Sie müssen nur die Augen offenhalten, damit Sie es sehen.“ ...

Eine schicksalhafte Begegnung auf Carnton

„Der Herr wird Ihnen im richtigen Moment geben, was Sie brauchen, Mrs. Prescott. Das macht er immer. Sie müssen nur die Augen offenhalten, damit Sie es sehen.“ („Tempy“)

Carrie, die Ehefrau von Oberst John McGavock und Hausherrin auf Carnton, plant eine Spendenaktion zugunsten der Konföderation. Zum Schutz der an dieser Aktion beteiligten Frauen wird ein verletzter Scharfschütze der Konföderierten Armee nach Carnton beordert, eine Aufgabe, der er sich zu seinem allergrößten Bedauern nicht entziehen kann. Denn der attraktive Jake Winston hält recht wenig von diesem Vorhaben.

Aletta Prescotts Ehemann Warren fiel vor einigen Wochen im Krieg, die hochschwangere junge Witwe verliert darüber hinaus auch noch ihre Stelle als Näherin in einer Textilfabrik und ihr Zuhause. Durch eine glückliche Fügung findet sie eine befristete Anstellung bei den McGavocks, die für das diesjährige Weihnachtsfest in Carnton eine Köchin suchen. Die Begegnung der zwei leidgeprüften jungen Menschen in Carnton verändert ihr beider Leben für immer.

Tamera Alexander sorgt mit ihrer aktuellen Neuerscheinung „Weihnachten auf Carnton“ für ein wundervolles Wiedersehen mit lieb gewonnenen Figuren aus ihrem Roman „Ich gab ihm mein Wort“. Auf der Carnton-Plantage werden Oberst John McGavock, seine Ehefrau Carrie sowie deren Kinder Winder und Hattie von der warmherzigen und mitfühlenden Chefköchin Cecilia, die stets nur „Tempy“ genannt wird, umsorgt. Auch die Hauslehrerin und Gouvernante Elizabeth Clouston, die im Vorgängerroman als Protagonistin auftrat, erhielt in diesem Buch eine kleine Nebenrolle. Mit Aletta Prescott und Jake Winston schuf die Autorin zwei liebenswerte, schicksalsgeprüfte Hauptfiguren. Während Jake sich nicht mit seiner Beeinträchtigung als Folge seiner Kriegsverletzung abfinden kann, muss Aletta den Verlust ihres geliebten Ehemannes, ihres einzigen Einkommens und ihres Zuhauses bewältigen. Alettas sechsjährigem Sohn Andrew wird in diesem Roman ebenfalls eine gewichtige Rolle zuteil. Als Nebenfiguren agieren Alettas Freundin Mary Nell Goodall sowie die hochnäsige Konditormeisterin Katharina Boudreaux, mit dem Präsidenten der Franklin-Bank Herbert Cornwall betritt ein unsympathischer und unangenehmer Zeitgenosse den Schauplatz. Die zierliche schwarze Köchin Tempy avancierte zu meiner liebsten Nebenfigur, ich schloss die alte Frau nicht zuletzt wegen ihres freundlichen Wesens und ihrer herzlichen Wärme sofort in mein Herz. Anhand des Klappentextes ist dem Leser bereits vorab klar, was ihn in diesem „Kleine-Auszeit-Roman“ erwartet, die Umsetzung dieser berührenden Geschichte ist der Autorin trotz der relativ geringen Seitenanzahl dieses Buches hervorragend gelungen.

Der wunderschöne Schreibstil Tamera Alexanders, überzeugende handelnde Figuren, der Glaube als wichtiger Bestandteil dieses Buches und große Emotionen sorgen dafür, dass man diese Lektüre nicht mehr aus der Hand legen möchte. Ich fand die Charakterzeichnung von Aletta Prescott und Jake Winston hervorragend, ihre Gefühls- und Gedankenwelt wurde überzeugend zum Ausdruck gebracht. Mit „Weihnachten auf Carnton“ hat die christliche Romanautorin Tamera Alexander sich erneut in mein Herz geschrieben und mir allergrößtes Lesevergnügen bereitet.

Völlig begeisterte fünf Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung!