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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2020

Bewährtes Schema

Glanz der Ferne
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Vicky ist das schwarze Schaf der Familie - ihr Vater gibt ihr die Schuld am Tod der Mutter und verwehrt ihr jegliche Liebe. Sie rächt sich durch Aufsässigkeiten. Ihre Großmutter erkennt aber das potential, ...

Vicky ist das schwarze Schaf der Familie - ihr Vater gibt ihr die Schuld am Tod der Mutter und verwehrt ihr jegliche Liebe. Sie rächt sich durch Aufsässigkeiten. Ihre Großmutter erkennt aber das potential, das in dem jungen Mädchen steckt und will sich ihrer annehmen. Und letztendlich soll sie auch eine Schlüsselrolle im Kampf gegen einen perfiden Feind spielen, der alles daran setzt die Familie in den Ruin zu treiben..

Bücher von Iny Lorentz sind sich alle recht ähnlich - kennst du eines, kennst du alle. Man hat das Gefühl, durch ein festgesetztes Schema geführt zu werden, viele Szenen kommen dem Leser bekannt vor, wenn sie auch in eine andere, geschichtliche Epoche verlegt wurden und damit im neuen Kleid erscheinen. Große Überraschungen bleiben daher aus, es entwickelt sich alles genau so, wie man es erwartet. Schlecht muss das aber nicht unbedingt sein. Ja, die Spannung bleibt etwas auf der Strecke, daher auch das eine Sternchen Abzug, dafür kann man sich aber wohlig zwischen die Seiten kuscheln und sich von der Geschichte einfach mitnehmen lassen.

Und das funktioniert hier wieder ganz großartig - ich mag es, dass bei Iny Lorentz starke Frauen immer eine Schlüsselrolle spielen. Das passiert meiner Meinung nach in der historischen Literatur viel zu selten. Und speziell bei der Berlin Trilogie sind die weiblichen Figuren alle wahnsinnig sympathisch und gefällig für den Leser. Mir hat es vor allen Dingen Resa angetan, vielleicht auch, weil man sie schon am längsten Begleitet.

Die Stimmung der Zeit ist perfekt eingefangen, auch wenn manche Fakten vielleicht ein bisschen zu frei interpretiert wurden, um in die Geschichte zu passen. Da kann man aber ruhig ein Auge zudrücken.

Wenn man nicht unbedingt eine Geschichtsstunde und atemlose Spannung erwartet sondern sich vielmehr ein Familienepos mit sympathischen Protagonisten wünscht ist man hier genau richtig. Iny Lorentz macht einfach Spaß, die Bücher sind perfekt für lange Abendstunden. Nicht sehr fordernd, aber atmosphärisch und angenehm zu lesen.

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Veröffentlicht am 10.11.2019

Wir sind unseres eigenen Glückes Schmied!

Fünf Wörter für Glück
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Heidis Leben ist vorbei. Zumindest fühl es sich für sie so an. Bei einem Unfall, einem simplen Sturz, hat sie ein Bein verloren. Vorbei die Träume von der großen Schauspielkarriere. Sie muss sich zurück ...

Heidis Leben ist vorbei. Zumindest fühl es sich für sie so an. Bei einem Unfall, einem simplen Sturz, hat sie ein Bein verloren. Vorbei die Träume von der großen Schauspielkarriere. Sie muss sich zurück ins Leben kämpfen - und das erscheint ihr wie ein aussichtsloses Unterfangen. Bis sie in der Rehaklinik die alte, lebensfrohe Maud und ihren Enkel trifft..



Man merkt, dass Ella Dove in dem Roman ihre eigene Geschichte verarbeitet hat. Heidi ist als Protagonistin wahnsinnig authentisch, ihr Leidensweg und ihre Stärke glaubhaft und schön zu lesen. Ihre Entwicklung ist stimmig, mit all den riesigen Schritten nach vorne und alle den großen Stolpersteinen, die ihr das Leben und sie sich selbst in den Weg legt. Das Buch macht Mut - und dafür muss man kein Bein verloren haben. Es zeigt eindrücklich, dass man sein Leben selbst in der Hand hat, dass äußere Umstände zwar vieles schwerer, aber niemals unmöglich machen. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Maud hingegen kam mir deutlich zu kurz - die alte Dame hat sich (wie wahrscheinlich auch so geplant) schnell zu meiner Lieblingsfigur entwickelt. Sie nimmt aber leider lange nicht so viel Raum in der Geschichte ein, wie man nach dem Klappentext vermuten könnte. Auch ansonsten sind mir manche Handlungsstränge einfach nicht gut genug ausgearbeitet. Die Probleme von Heidis Vater, ihre Freundschaft zu der nicht ganz leichten, jungen Patienten Skye - all das wird irgendwie angeschnitten, aber nicht weiter vertieft. So bleibt für mich die emotionale Komponente (trotz des berührenden Themas) phasenweise ein bisschen für mich auf der Strecke und ich konnte nicht ganz so gut in die Geschichte eintauchen, wie ich es gerne gewollt hätte.

Trotzdem ist "Fünf Wörter für Glück" ein schöner, hoffnungmachender Roman. Auch wenn das Thema eigentlich ein schweres ist lässt er sich leicht lesen und macht Spaß!

Veröffentlicht am 19.05.2020

Der trügerische Schein heiler Familien..

Papa hat dich lieb
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Angelika macht sich große Sorgen um ihre Freundin Eva. Die 18 Jährige hat sich in letzter Zeit verändert, ist sehr verschlossen geworden - und jetzt ist sie auch noch spurlos verschwunden. Die Polizei ...

Angelika macht sich große Sorgen um ihre Freundin Eva. Die 18 Jährige hat sich in letzter Zeit verändert, ist sehr verschlossen geworden - und jetzt ist sie auch noch spurlos verschwunden. Die Polizei nimmt ihre Sorgen nicht ernst, Eva ist volljährig und zunächst gibt es keinen Hinweis darauf, dass sie sich in Gefahr befindet. Angelika ermittelt auf eigene Gefahr und verschwindet schließlich selbst. Maike, Angelikas Mutter, und die Kripo setzen nun endlich alle Hebel in Bewegung, um Angelika und Eva wieder zu finden..

Das Mutter - Tochter - Gespann in diesem Krimi hat mich sofort angesprochen. Die Gespräche, Konflikte und auch die harmonischen Momente zwischen den beiden wirken authentisch und echt, auch einzeln sind beide Protagonisten gut gelungen. Beide haben ihren eigenen Kopf und manchmal ein loses Mundwerk, so bleibt auch bei diesem sehr ernsten Thema das Schmunzeln an manchen Stellen nicht aus. Auch wenn Maikes Freund CC eigentlich nur eine Randfigur ist, hat er in meiner Rezension eine Erwähnung verdient, denn auch dieser Charakter ist Gerd J. Merz außerordentlich gut gelungen.

Das heikle Thema der Kindesmisshandlung hat der Autor gut umgesetzt. Man kann den Schrecken, den die Opfer solcher Taten fühlen - und das oft lebenslang - gut nachvollziehen. Gerd J. Merz verschweigt nichts und geht dennoch auf eine sehr sensible Art und Weise mit der schwierigen Thematik um.

Das Buch lässt sich flüssig lesen, dennoch hatte ich auch den ersten Seiten meine Probleme, mich in die Geschichte einzufinden. Der Autor konnte mich nicht mitreißen und Spannung baute sich erst im zweiten Drittel auf. Dafür gibt es von mir das erste Sternchen Abzug.

Den zweiten Abzug gibt es für die Vorhersehbarkeit der Geschichte. Ab etwa der Hälfte des Buches wusste ich einigermaßen, was genau gespielt wird. Sicher, die Hintergründe waren noch schleierhaft, dennoch hat sich mir das Grundgerüst sehr schnell erschlossen. Der Spannung tat das zwar keinen Abbruch, aber ein Krimi muss mich etwas länger bei der Stange halten und im Dunkeln tappen lassen, um mich wirklich zu begeistern.

Alles in allem ein gelungener Krimi mit leichten Schwachstellen um ein wichtiges Thema, das leider viel zu selten offen behandelt wird.

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Veröffentlicht am 13.04.2020

Es geht um so viel mehr..

Abaton (Band 3)
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Edda und Simon landen nach ihrer Flucht bei hochspezialisierten Rebellen mitten in der Nordsee, wo sie mit ihnen den letzten Schlag gegen Gene-Sys und die Macht des Geldes planen. Linus bleibt verschwunden, ...

Edda und Simon landen nach ihrer Flucht bei hochspezialisierten Rebellen mitten in der Nordsee, wo sie mit ihnen den letzten Schlag gegen Gene-Sys und die Macht des Geldes planen. Linus bleibt verschwunden, die beiden Freunde können keine Verbindung zu ihm aufnehmen. Bei der Befreiung von Eddas Großmutter wurden die Freunde getrennt. Als die Rebellen von ihren Widersachern vernichtet werden, bleibt nur noch eine Chance: Edda und Simon müssen Linus finden um das Abaton zu erwecken und zu verhindern, dass die gesamte Menschheit zu willenlosen Marionetten gemacht wird.


Ich habe diesen Roman ohne jegliches Vorwissen gelesen, die beiden Vorgänger kenne ich nicht. Deshalb fiel es mir zugegebenermaßen nicht leicht, mich in die Geschichte einzufinden, gewissen Zusammenhänge sind mir auch jetzt, nach beenden der Lektüre, noch nicht ganz klar. Ohne die beiden anderen Bände zu kennen, würde ich dieses Buch also nicht empfehlen. Zu oft hatte ich ein leicht unbefriedigtes Gefühl beim Lesen, weil ich einiges nicht einordnen konnte. Dafür auch die beiden Sternchen Abzug.

Nichts desto weniger hatte ich Freude beim Lesen. Abaton - Im Bann der Freiheit hat mich in die verschiedensten emotionalen Gemütslagen gebracht. Einmal war ich sehr bedrückt, im nächsten Moment musste ich grinsen und später war ich dann zutiefst berührt. Ohne näher auf den Inhalt einzugehen bleibt hier anzumerken, dass dieses Buch ein wundervolles, berührendes Ende hat.
Auch kommt man nicht umhin, über sein eigenes Leben nach zu denken. Brauche ich wirklich alles, was ich habe? Ist da vielleicht noch mehr als Arbeit, Familie und Technik? Sollte man sich vielleicht öfter auf sich selbst besinnen?

Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet - Perfekte Romanhelden sucht man hier vergebens, man findet sich eher ein bisschen selbst wieder, mit all den Fehlern und Macken, die ein Mensch nun einmal so hat. Besonders zwei Nebencharaktere, Sudden und Olsen, haben es mir angetan. Mehr noch als die Protagonisten.

Alles in allem, Daumen hoch für dieses Buch - wenn man die beiden Vorgänger kennt.

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Veröffentlicht am 03.05.2020

Weihnachtsphobie - wer hat denn sowas?

Schneekind
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Weihnachtsphobie - wer hat denn sowas? Hebamme Anne leidet tatsächlich unter dieser seltsamen Art von Phobie, sie fürchtet sich vor allem, was mit Weihnachten zu tun hat, kann bestimmte Lieder nicht hören, ...

Weihnachtsphobie - wer hat denn sowas? Hebamme Anne leidet tatsächlich unter dieser seltsamen Art von Phobie, sie fürchtet sich vor allem, was mit Weihnachten zu tun hat, kann bestimmte Lieder nicht hören, bestimmt Gerüche nicht riechen und Farben nicht aushalten, ohne eine Panikattacke zu bekommen. Ihr Psychiater rät ihr schon seit längerem, diese Sache endlich mal in Angriff zu nehmen und so fährt Anne mit ihrem Verlobten Alex zu dessen Eltern, um ihr erstes Weihnachtsfest seit langem zu feiern. Doch leider ist nichts mit besinnlich - der plötzliche Erstickungstod seines Vaters wirft dunkle Schatten über das Fest. Unfall? Mord? Was in dieser Familie gespielt wird, bleibt lange im Dunkeln..

Was mir sofort positiv ausfiel war Silke Nowaks angenehm zu lesender Schreibstil. Ich hatte keinerlei Probleme, mich in die Geschichte einzufinden, die Sätze hatten die richtige Länge und ich konnte problemlos auch mal nebenher lesen, ohne den Faden zu verlieren.

Auch hat es die Autorin spielerisch geschafft, den Leser im Dunkeln tappen zu lassen. Was wirklich in Alex Familie vorgeht, was die Gründe für Annes Weihnachtsphobie sind und wer Alex Vater auf dem Gewissen hat, weiß der Leser sehr lange nicht. Dafür gibt es von mir als Hobby - Sherlock Holmes einen riesen Pluspunkt. Ich habe viel gerätselt und kombiniert, auf die richtige Spur bin ich dennoch nicht gekommen. Die Auflösung hat mich überrascht und der Geschichte eine unerwartete Wendung gegeben.

Ein Sternchen Abzug gibt es für die Länge des Romans - einige Seiten mehr hätten nicht geschadet, dann hätte man eventuell etwas näher auf die Polizeiliche Ermittlungsarbeit eingehen können. Hier findet alles nebenher statt, nur selten bekommt man die Polizei als Leser zu Gesicht und wie diese zu ihren Erkenntnissen kommt, bleibt auch im Nachhinein ein wenig unklar.

Das zweite Sternchen gibt es für einige kleine Logikfehler, die sich mir auch nach der Lektüre nicht ganz erschlossen haben. Anne kann bestimmte Farben nicht ertragen, trägt sie aber selbst am Körper? Ich mag pedantisch wirken, aber sowas trübt mein Lesevergnügen doch erheblich.

Alles in allem ein gelungener Kurzkrimi, der mir trotz kleiner Defizite einige vergnügliche Stunden bereitet hat. Das wird definitiv nicht mein letztes Buch von Silke Nowak sein, denn ich bin der Meinung, dass die Autorin eine Menge Potential hat. Da ist noch Luft nach oben!

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