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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2019

Ein leicht spirituell angehauchtes Hörbuch

Wer im Himmel auf dich wartet
1

Annies Leben ist gezeichnet von Schicksalsschlägen. Durch Zufall trifft sie ihre Jugendliebe Paul wieder und ist nun angekommen. Die beiden heiraten und der Himmel hängt voller Geigen. Paul und Annie beschließen, ...

Annies Leben ist gezeichnet von Schicksalsschlägen. Durch Zufall trifft sie ihre Jugendliebe Paul wieder und ist nun angekommen. Die beiden heiraten und der Himmel hängt voller Geigen. Paul und Annie beschließen, sich einen romantischen Ballonflug zu gönnen. Die beiden waren mir auf Anhieb sympathisch und deswegen habe ich mich gefreut, dass sie ihr Glück gefunden haben. Nur währte das nicht lange, denn der Ballon stürzt ab. In ihrer Kindheit ist Annie dem Tod von der Schippe gesprungen, doch was ist nun passiert?
Annie erwacht im Himmel – ohne Paul und der Unkenntnis über dessen Verbleib und dessen Schicksal. Annie trifft im Himmel auf Menschen und ihre Geschichten und erfährt, warum diese Personen in ihrem Leben wichtig waren, ohne dass sie sich dessen bewusst war.
Für mich war das die erste Geschichte von Mitch Albom. Der Einstieg ist mir nicht ganz leicht gefallen, da die Story doch immer wieder zwischen dem Früher, dem Jetzt und dem Himmel hin- und herspringt.
Der Schreibstil selber ist flüssig und locker, bewegend und auch einen Hauch spirituell. Durch den ständigen Wechsel hat es etwas gedauert, bis ich in das Hörbuch fand.
Das wurde ab der Mitte besser und ab da hat mich die Story dann auch gepackt. Annie erfährt viel, warum etwas geschehen ist und dass viele Dinge nicht immer so sind, wie es manchmal scheint.
„Wer im Himmel auf dich wartet“ ist ein besonderer Roman, der durchaus zum Nachdenken anregt. Und zwar zum Nachdenken über das Verhalten und die Beweggründe unserer Mitmenschen. Es sollte mehr Verständnis und mehr Rücksichtnahme geben, vor allem im Umgang miteinander.
Die Geschichte liest sich so dahin, man denkt vermeintlich, sie ist vorhersehbar. Doch dann kommt der Autor mit einer Wendung um die Ecke, die so nicht vorhersehbar ist.
Ich habe mir das Buch als Hörbuch angehört, welches sehr passend von Steffen Groth gelesen wird.
Fazit:
Von mir gibt’s eine Hörempfehlung

Veröffentlicht am 19.11.2019

Draussen - ein spannendes Hörbuch

DRAUSSEN
1

„Draussen“ ist ein Thriller, der mit dem Epilog gleich spannend beginnt, als Cayenne im Wald von einem Mann angegriffen wird. Ihr jahrelanges Überlebenstraining macht sich zwar bezahlt, aber trotzdem hat ...

„Draussen“ ist ein Thriller, der mit dem Epilog gleich spannend beginnt, als Cayenne im Wald von einem Mann angegriffen wird. Ihr jahrelanges Überlebenstraining macht sich zwar bezahlt, aber trotzdem hat sie den Kräften dieses Mannes wenig entgegen zu setzen.

Der Schreibstil der beiden Autoren ist locker und flüssig, sodass man bereits nach wenigen Hörminuten in die Geschichte eintauchen kann.

Der Thriller ist in drei Handlungsstränge unterteilt. Zum einen erleben wir das Zusammenleben von Stephan mit den Geschwistern Cayenne und Joshua, die größtenteils draußen im Wald leben und immer auf der Flucht sind. Doch wovor oder vor wem, das weiß nur Stephan und trotz mehrmaliger Versuche, es zu erfahren, gibt er keine Informationen heraus. Dabei würde Cayenne doch so gerne ein ganz normales Teenagerleben führen. Statt Schule werden sie von Stephan im Überlebenstraining und Selbstverteidigung geschult.
Auf der anderen Seite erleben wir Jürgen Wagner, der in der Politik seine Finger im Spiel hat, der weiß, seine Belange durchzusetzen, vor Erpressung nicht zurückschreckt und der seine Leute fürs Grobe hat, schließlich will er sich seine Finger nicht dreckig machen.
Und zuletzt wird der Leser oder Hörer in die Welt der Fremdenlegion eingeführt. Das beginnt mit dem neuen Namen beim Eintritt, viel Drill und Gehorsam, aber auch Kameradschaft und dann dem ersten Auslandseinsatz. Alles fein säuberlich in ein Tagebuch eingetragen.

Ich habe mir „Draussen“ als Hörbuch angehört. Dietmar Wunder hat wie immer einen tollen Job gemacht. Man konnte direkt in den Thriller eintauchen. Er hat gekonnt den verschiedenen Personen unterschiedliche Stimmlagen gegeben, weshalb es beim Zuhören ein leichtes war, die Protagonisten zu unterscheiden. Aber auch sonst hat er eine fesselnde Art, vorzutragen.
Die kurzen Rückblicke in die Fremdenlegion hat Sebastian Fuchs ebenfalls klasse vorgelesen.

Cayenne war mir sympathisch, auch konnte ich ihre Gründe, mehr über das warum zu erfahren, sehr gut verstehen. Stephan und seine Motive bleiben bis zum Schluss undurchsichtig und auch nicht immer nachvollziehbar. Angesiedelt ist der Thriller in der Prepper-Szenen, von der ich bis zu diesem Buch noch nie etwas gehört habe. Die beiden Autoren haben gute Recherchearbeit geleistet, das Thema ist interessant und spannend, mitunter ist die Handlung etwas kampflastig.
Der Plot hatte stellenweise Lücken und am Ende werden die drei Handlungsstränge zusammengeführt. So weit so gut. Jedoch hat mich die Auflösung alles andere als überzeugt – für mich ist das leider etwas weit hergeholt. Und mit dem Ende der Story konnte ich auch keinen wirklichen Frieden schließen, aber das ist nur meine Meinung.
Die Story bekommt von mir 3,5 Sterne, die beiden Sprecher volle 5 Sterne.

Fazit:
Ein spannender Thriller mit einem nicht alltäglichen Thema, als Hörbuch klasse vorgetragen.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Unterhaltsamer Auftakt einer neuen Fantasyreihe

Die 12 Häuser der Magie
1

Nachdem ich schon viele Bücher des Autors kenne, war ich gespannt auf diesen Auftaktband.
Wir begleiten Nicolas Asthon sowie seine beiden besten Freunde Matt und Jane zur Auswahlzeremonie, die jedem Magier ...

Nachdem ich schon viele Bücher des Autors kenne, war ich gespannt auf diesen Auftaktband.
Wir begleiten Nicolas Asthon sowie seine beiden besten Freunde Matt und Jane zur Auswahlzeremonie, die jedem Magier nach seinem 21. Geburtstag bevorsteht. Das Orakel entscheidet, in welches der 12 Häuser der Magie die jungen Magier kommen. Aber Nic wird nicht in eines der 12 Häuser geschickt, sondern zu seinem Entsetzen in das 13. Haus. Ein Schicksalswächter wollte Nic nie werden – für ihn bricht eine Welt zusammen.
Der Schreibstil von Andreas Suchanek ist wie gewöhnlich flüssig, locker-leicht und gewohnt humorvoll. Die Charaktere wirken authentisch und sind gut gezeichnet. Nic ist ein sehr sympathischer Protagonist, der es zielsicher schafft, kein Fettnäpfchen auszulassen. Aber auch die Nebencharaktere schließt man schnell ins Herz.
Ich hätte mir hier ein paar mehr Ausführungen und Informationen zu den 12 Häusern der Magie gewünscht. Vielleicht kommt ja in einem der nächsten Bände mehr dazu. Die Story beginnt gemächlich, aber ab der Hälfte wird es spannender und mitreißender.
Was mir ein bisschen zu schnell ging, waren die verwendeten Zauber bei so manchen Kampfszenen – da ist man kaum zum durchschnaufen gekommen. Zu meiner Freude wurden die Zaubersprüche im Anhang erklärt.
Es geht um Freundschaft und Vertrauen, aber auch um Verrat und Intrigen.
Und wer Andreas Suchanek kennt, den wundert es nicht, dass man am Ende mit einigen offenen Fragen dasteht und die Story mit einem Cliffhanger endet.
Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Kale und Jass - als ob du mich liebst

Als ob du mich liebst
1

Ich schreibe selten etwas über das Cover, aber das hier hat mich sofort angesprochen. Ich glaube, ich hätte schon allein wegen des Covers zum Buch gegriffen.
Der Schreibstil der Autorin ist locker, flüssig ...

Ich schreibe selten etwas über das Cover, aber das hier hat mich sofort angesprochen. Ich glaube, ich hätte schon allein wegen des Covers zum Buch gegriffen.
Der Schreibstil der Autorin ist locker, flüssig und humorvoll. Die Story lässt sich super lesen, man taucht direkt nach ein paar Seiten ab in die Welt von Jass und Kale.
Die Story ist aus Jass‘ Sicht geschrieben, so dass man einen ziemlich guten Einblick in ihr Gefühlsleben und in ihre Gedankengänge bekommt.

Kale ist Jasmin einen Gefallen schuldig, im Gegenzug möchte sie, dass er so tut, als ob er sie liebt. Sie gibt ihm eine Liste mit Dingen, die sie gerne erleben würde. Dazu gehören Sachen wie küssen, einen Post veröffentlichen, ein romantisches Date oder tanzen Regen. Einzige Bedingung: er darf sich nicht verlieben. Das deckt sich mit Kales Vorstellungen und so geht er auf den Deal ein.

Kale fand ich gleich bei der ersten Begegnung prickelnd, geheimnisvoll, interessant und sympathisch. Und das hat sich auch im Lauf des Buchs nicht mehr geändert. Kale hat eine bewegte Vergangenheit und einen Grund, warum er so ist, wie er ist. Auch sind seine Motive, seine Gedanken und sein Handeln absolut nachvollziehbar. Ein Kerl, den man einfach ins Herz schließt und lieben muss.

Jass fand ich auch direkt sympathisch. Ihren Drang, von zu Haus auszuziehen, kann ich gut nachvollziehen. Die Liste ist eigentlich eine coole Sache und das Motiv dahinter kann ich gut verstehen. Leider konnte ich nicht alle ihre Handlungen nachvollziehen, gerade deswegen, weil sie weiß, wie wichtig manche Dinge sind. Und aus dem Teenageralter ist sie schon heraus. Da wäre ich manchmal echt gerne ins Buch gesprungen, um Jass durchzuschütteln.

Inhaltlich hat die Autorin das alles extrem gut umgesetzt, das Buch hat sich super lesen lassen. Weglegen ging nicht, wollte man doch unbedingt wissen, wie es mit den beiden weitergeht. Mich hat die Geschichte berührt, sie wurde gefühlvoll geschrieben, auch wenn der Inhalt sehr ernster Natur ist. Nicht weniger berührt hat mich das Nachwort, das war sehr bewegend.

Allerdings hätte ich mir noch ein, zwei Kapitel mehr gewünscht, denn ich fand das Ende leider etwas zu abrupt und ich hätte gerne noch mehr über Kale erfahren.

Fazit:
Ein faszinierendes Buch, das mitten ins Herz geht und dabei einen so ernsten Hintergrund hat.

Veröffentlicht am 09.09.2019

Ein besonderes Hörbuch - einfühlsam vorgetragen

Die Einsamkeit der Seevögel
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Inhalt:
Eine Wissenschaftlerin lässt ihr Kind bei ihrem Ex zurück, um die Zugvogelpopulation und die Klimaveränderungen am äußersten Zipfel Norwegens zu untersuchen. Sie ist weit weg von jeglicher Zivilisation ...

Inhalt:
Eine Wissenschaftlerin lässt ihr Kind bei ihrem Ex zurück, um die Zugvogelpopulation und die Klimaveränderungen am äußersten Zipfel Norwegens zu untersuchen. Sie ist weit weg von jeglicher Zivilisation in einer Einsamkeit und mit der Hoffnung, dass ihr Liebhaber bald nachkommt. Und sie hat viel Zeit zum Nachdenken und so verwischen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Einbildung.

Meine Meinung:
Nach dem Ende des Hörbuchs brauchte ich erstmal einige Zeit, um meine Gedanken sacken zu lassen, da ich mich doch nicht ganz leicht tue, hier die richtigen Worte zu finden.
Der Schreibstil der Autorin Gøhril Gabrielsen ist gut, man bekommt als Leser die Einsamkeit atmosphärisch dicht erzählt mit und gleichzeitig kommt das Hörbuch auf leisen Sohlen daher. Das hat mir echt gut gefallen. Und man sollte sich für das Hörbuch Zeit nehmen, denn mal nebenher hören ist hier einfach nicht drin. Dann kann man in die Einsamkeit und die Gedankenwelt sowie den Forschungen der Wissenschaftlerin abtauchen.
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der namenlosen Wissenschaftlerin, die es bis zum Ende leider nicht geschafft hat, meine Sympathien zu erobern.
Wenn man abseits der Zivilisation alleine lebt, dann hat man Zeit, seine Gedanken spielen zu lassen. In Rückblenden wird uns das Leben der Wissenschaftlerin erzählt, die ihre Tochter bei ihrem Exmann zurückgelassen hat. Ferner hat sie einen Freund, der sie eigentlich bald besuchen wollte. Warum hat sie ihren Ex verlassen? Wann kommt ihr Freund? Wieso hat sich ihre Ehe so entwickelt? Alles Fragen, die sie beschäftigen, aber dann passieren in der Einsamkeit Dinge, die sie sich nicht erklären kann. Und dann gab es da noch eine Familie, die im 18. Jahrhundert auf der Insel gelebt hat und die ein heftiger Schicksalsschlag getroffen hat.
In der tristen Einsamkeit hat man bei fortschreitendem Hörbuch das Gefühl, dass die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Einbildung, zwischen Gegenwart und Vergangenheit verschwimmen. Was ist tatsächlich passiert? Was entspringt nur der Fantasie der Wissenschaftlerin? Wird die Wissenschaftlerin verrückt in der Einsamkeit?
Als Zuhörer findet man sich in der Kälte Norwegens wieder und man kann fast den eiskalten Wind spüren, der ums Haus pfeift. Ebenso interessant fand ich neben den Beschreibungen der Wetterphänomene auch die Naturbeschreibungen. Es wird ganz langsam eine Spannung erzeugt, die aber im letzten Drittel wieder abflacht. Und dann kommt ein abruptes Ende. Zuerst dachte ich, dass da noch ein paar Tracks fehlen und ich habe nachgeschaut. Das Hörbuch war tatsächlich zu Ende. Grundsätzlich stehe ich einem offenen Ende positiv gegenüber, aber hier war mir der Schluss einen Tick zu offen, da einfach zu viel Raum für Interpretation blieb.
Gelesen wurde das Hörbuch von Jutta Seifert, die das einfach toll gemacht hat. Sie hat eine sehr angenehme Stimme und trägt die Einsamkeit auf der Insel einfühlsam und gefühlvoll vor, auch die Stimmung, die für die Wissenschaftlerin immer bedrohlicher wurde, hat sie sehr gut rübergebracht.

Fazit:
Die Geschichte fällt aus dem Raster und ist etwas Besonderes, sie hat aber auch ein paar Schwächen, die mir als Hörer nicht ganz so gut gefallen haben. Aufgrund der tollen Sprecherleistung vergebe ich hier trotzdem 4 Sterne