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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.12.2019

Dieser kleine, aber feine Ratgeber ist der Volltreffer schlechthin für alle Pasta-Fans!

1 Nudel – 50 Saucen
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Für alle Smartphone-Junkies gibt es hier, wie in allen GU-Ratgebern, auch die GU-Kochen-Plus-App, mit der man Lieblingsrezepte sammeln, Einkaufslisten erstellen, Rezepte planen und sogar Supermärkte finden ...

Für alle Smartphone-Junkies gibt es hier, wie in allen GU-Ratgebern, auch die GU-Kochen-Plus-App, mit der man Lieblingsrezepte sammeln, Einkaufslisten erstellen, Rezepte planen und sogar Supermärkte finden kann. Mir persönlich zu „neumodisch“, aber sicher für andere interessant oder gar wichtig.

Alle Rezepte sind klar strukturiert. Zutatenliste, Schritt-für-Schritt-Anleitung, Nährwertangaben, Angaben zu Portionen und Zeitaufwand sind immer vorhanden. Bei einigen Rezepten findet sich der „GU Clou“. Das sind besondere Tipps. Andere Rezepte sind mit „normalen“ Tipps versehen. Unterteilt ist in die Themenbereiche Ruckzuck gezaubert; schnell gekocht; gemütlich geschmort. So ist für alle Fälle und jeden Geschmack eine tolle Sauce zu finden.

Für mich persönlich sind Fotos immer recht wichtig und aussagekräftig. Wenn ich sehe, wie ein Gericht fertig aussehen soll, fällt es mir leichter, es nachzukochen. Deshalb freue ich mich besonders darüber, dass hier auch bei den „kleinen“ Rezepten immer ein Foto von Pasta mit Sauce im Teller abgebildet wurde. Für das geschmorte Rinderragout gibt es sogar insgesamt sechs Fotos von der Zubereitung bis zum Endergebnis.

Ganz klar – nicht jedes Rezept gefällt mir total. Ich mag nicht alle Zutaten und esse kein Schweinefleisch, aber ich kann das sehr einfach austauschen und die Rezepte entsprechend umstellen. Die Zutaten sind übrigens nicht sonderlich exotisch und im gut sortierten Supermarkt zu bekommen, die meisten sogar auf dem Wochenmarkt.

Ich bin quasi mit den Kochratgebern von GU aufgewachsen. Sie sind schon immer für Anfänger und Geübte gleichermaßen geeignet und die Themengebiete sinnvoll aufgegliedert. Bei keinem nachgekochten Rezept hatte ich je Probleme – es klappt immer alles genau so, wie beschrieben. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit, bei GU aber quasi schon garantiert. Wunderbar! Ganz klar, dass ich die vollen fünf Sterne gebe.

Veröffentlicht am 01.12.2019

Kennst Du schon das Salz- und Pfefferstreuer- Museum?

Schräge Museen
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Vom einen oder anderen Museum hat man sicher schon gehört, aber hier finden sich so viele wirklich außergewöhnliche Ausstellungen, dass man nur so staunt. Manche davon treffen meinen Geschmack nicht, aber ...

Vom einen oder anderen Museum hat man sicher schon gehört, aber hier finden sich so viele wirklich außergewöhnliche Ausstellungen, dass man nur so staunt. Manche davon treffen meinen Geschmack nicht, aber andere reizen mich umso mehr.

Zu jedem Museum gibt es ein Piktogramm, das anzeigt, wo auf der Welt es sich befindet. Falls vorhanden, wird auch die Internetpräsenz erwähnt. Zudem ist mit entsprechenden Zeichen vermerkt, in welche der Kategorien (Schauen und staunen; Nervenkitzel garantiert; Gewöhnliches ungewöhnlich; mitmachen und anfassen; Highlight) das entsprechende Museum einzuordnen ist.

Da ich zum Sammeln neige, weiß ich, wie verrückt Sammler sein können. Umso mehr freue ich mich also über diese „Sammlung von Sammlungen“. Es macht Spaß, in diesem Buch zu blättern und sich das eine oder andere außergewöhnliche Reiseziel darin zu suchen.

Interessant, inspirierend, teils sogar beruhigend (Sammler wissen, wovon ich rede)– ich gebe die vollen fünf Sterne!

Veröffentlicht am 22.11.2019

Gänse, Krokodile und andere Gefahren

Missing Boy
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Aus einem Hotelzimmer verschwindet scheinbar völlig unbemerkt einer von vier Jungen. Während ihre Eltern im Restaurant des Hotels waren, spielten sie miteinander, sahen Filme und stopften sich mit Junkfood ...

Aus einem Hotelzimmer verschwindet scheinbar völlig unbemerkt einer von vier Jungen. Während ihre Eltern im Restaurant des Hotels waren, spielten sie miteinander, sahen Filme und stopften sich mit Junkfood voll. Richies Mutter beauftragt Ted Conkaffey und Amanda Pharrell mit der Suche, da sie der örtlichen Polizei weder vertraut, noch zutraut, den Jungen zu finden. Doch Ted und Amanda haben mehr Feinde als Freunde und so gestaltet sich die Sache ein wenig kompliziert. Und dann geraten beide selbst in größte Gefahr …

Für mich ist dies die erste Begegnung mit den beiden Privatermittlern und auch die erste Begegnung mit der Autorin. Ich hatte aber sehr viel Spaß mit der Story. Obwohl es so langsam langweilig wird, dass Ermittler weit davon entfernt sind, Durchschnittsleben zu führen und sich auch diese beiden in die Reihe der Ermittler mit massiven eigenen Problemen reihen, ist es kein billiger Abklatsch. Ted und Amanda sind schräge Figuren, aber in sich stimmig aufgebaut und erfrischend in ihrer Art.

Teds Umgang mit seiner kleinen Tochter ist bezaubernd – und ausgerechnet genau das könnte ihm gefährlich werden. Seine Vergangenheit holt ihn immer wieder ein, obwohl die Anklage fallen gelassen wurde. Aber wie immer im Leben – das Böse halten die Mitmenschen für wahrer und logischer, es bleibt also immer ein dicker Schatten zurück. Ähnlich ist es bei Amanda – der Tod einer Polizistin geht auf ihr Konto in den Augen der breiten Masse.

Die Ermittlungen sind spannend und logisch aufgebaut. Ich hatte nie das Gefühl, dass sinnlos in die falsche Richtung gedacht wird, konnte den Gedankengängen der Figuren problemlos folgen und fand alles absolut nachvollziehbar. Wer das Buch liest, wird vielleicht wie ich einige Stellen urkomisch finden, aber ist so nicht das Leben? Man muss oft an Stellen lachen, an denen es am wenigsten passt. So ist es hier auch hin und wieder. Ich mag’s. Das Buch baut sehr schön Spannung auf, ohne pathetisch zu werden oder in Unlogik zu verfallen. Das mag ich sehr!

Ich muss zugeben, Teds Sorge um seine Gans und die Freundschaft, die dadurch mit der neuen Tierärztin erwächst, gefällt mir besonders gut. Ich mag Liebesromane nicht wirklich, aber die aufkeimenden Gefühle hier sind passend und fast schon witzig. Irgendwie real genau deshalb. Hach, es ist schon schön gemacht!

Ohne die exzentrische Amanda würde dem Buch aber doch etwas fehlen. Sie bringt Schwung rein und gerade, weil sie so völlig anders ist als alle anderen, hab ich sie ins Herz geschlossen.

Mich hat Candice Fox mit diesem Buch sehr gut unterhalten. Uve Teschner mochte ich die meiste Zeit sehr (wenn er nur der Erzähler ist), aber wenn er Frauenstimmen spricht, wirkt das einfach unschön. Für mich klingt das fürchterlich, als würde sich Teschner über die Frauen lustig machen. Nicht gut. Doch ich sehe darüber hinweg, weil das mit der Story relativ wenig zu tun hat und die verdient nun mal die vollen fünf Sterne.


Veröffentlicht am 20.11.2019

Die Dosierung macht den wichtigen Unterschied

Geister in die Flasche zaubern
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Selbst gemachte Liköre sind ein immer wieder gern genommenes Geschenk. Mit diesem Ratgeber von Servus und Pater Johannes Pausch hat man ein besonders gutes Handwerkszeug, um die ersten Liköre aus ganz ...

Selbst gemachte Liköre sind ein immer wieder gern genommenes Geschenk. Mit diesem Ratgeber von Servus und Pater Johannes Pausch hat man ein besonders gutes Handwerkszeug, um die ersten Liköre aus ganz besonderen und besonders guten Zutaten herzustellen.

Die erste Hälfte des Buches gehört der Theorie. Man erfährt alles Wichtige rund um Kräuter und Liköre, Kräutergärten, Klostergärten, den Nutzen für Leib und Seele. Und hier ist dann auch der Grund zu finden, warum die Kräuterliköre nicht unbedingt super lecker schmecken – sie sind hier mehr Medizin denn Genuss. Weiter geht es mit der Herstellung, was zu beachten ist, was man benötigt und wie es geht. Nach dem Grundrezept und den sieben Grundschritten geht es dann los mit den Rezepten für die Liköre. Es gibt Blüten-, Frucht-, Wurzel, Gewürz- und Kräuterliköre für jeden Anlass und jeden Geschmack.

Die Rezepte selbst sind klar strukturiert und übersichtlich angeordnet. Eine Liste der benötigten Zutaten, danach die Anweisung, wie diese zu verarbeiten sind und als Abschluss ein besonderer Tipp. Mehr benötigt man nicht.

So hat man mit dem Büchlein die ideale Voraussetzung, lieben Mitmenschen einen gesunden Flaschengeist zu schenken. Die Rezepte sind so gestaltet, dass man das ganze Jahr über Liköre ansetzen kann. Ich finde es zauberhaft und das nicht nur für den Eigengebrauch, sondern auch als Geschenk. Von mir gibt es deshalb die vollen fünf Sterne.

Veröffentlicht am 13.11.2019

Zwei folgenschwere Tage in Thalbach

Der Sprung
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Manu steht auf dem Dach. Eine Anwohnerin informiert die Polizei. Feuerwehr und Rettungskräfte jeder Art rücken an, das Viertel steht Kopf, alles ist anders und eine ganze Reihe Menschen, die mehr oder ...

Manu steht auf dem Dach. Eine Anwohnerin informiert die Polizei. Feuerwehr und Rettungskräfte jeder Art rücken an, das Viertel steht Kopf, alles ist anders und eine ganze Reihe Menschen, die mehr oder weniger direkt mit Manu zu tun haben oder hatten, werden in einen Strudel gezogen, der ihr Leben verändert …

Anfangs hatte ich ein paar kleine Probleme, mich in die Story zu finden. Die einzelnen Kapitel sind mit dem Namen derjenigen Person versehen, die darin die Hauptrolle spielt. Insgesamt werden sehr viele Namen genannt (mehr als 20 – da muss man sehr aufpassen) und man ahnt zunächst nicht, wer wie mit Manu zu tun hat und warum. Nach und nach erklären sich die Zusammenhänge. Es zeichnet sich ab, wie wir alle durch jede unserer Handlung eine Art Kettenreaktion auslösen. Mal ist sie kleiner, mal größer, aber irgendwie verbindet uns jede unserer Handlungen mit endlos vielen Personen. Aber nicht nur das – diese Personen finden auch wieder untereinander Berührungspunkte, und seien sie auch noch so klein. Es ist ein wunderbares Netz, das hier gesponnen wurde.

Durch diesen Stil mit den Kapiteln der einzelnen Figuren sieht man Manu und ihr Handeln aus unterschiedlichen Perspektiven. Es gibt keinen allwissenden Erzähler im üblichen Sinne und das ist einzigartig zu lesen. Jede Figur hat ein eigenes, nicht wirklich leichtes Schicksal. Alle haben einen prall gefüllten Lebensrucksack, der ihnen mehr oder weniger schwer zu schaffen macht. Der eine stürzt ab, der andere steigt auf, die eine sprengt alle Ketten, die nächste verliert alles – Simone Lippert hat die ganze Bandbreite des Lebens in dieses wunderbare Büchlein gepackt, ohne lächerlich zu werden oder unlogische Wendungen einzubauen.

Sehr oft ist das Buch melancholisch, traurig und dunkel, aber insgesamt geht es mitten ins Herz, lässt auch immer wieder lachen und am Ende erkennen, dass alle Hochs und Tiefs haben und man selbst nicht besser oder schlechter als andere dran ist. Jeder kann sich in der einen oder anderen Figur zumindest ein bisschen wiederfinden.

Das Ende ist quasi ein explodierendes Munitionslager. Alles ist danach anders, nichts mehr, wie bisher. Viele lose Enden bleiben übrig und dennoch ist das Buch komplett und rund. Das muss man erst mal so hinbekommen! Und immer wieder gibt es Momente, die fast schon philosophisch sind. So zum Beispiel, wenn Henry Lukas fragt, was ihn tröstet und dieser dann meint, dass nichts so bleiben wird, wie es ist und dies noch ausführt. Einfach super schön und für mich auch wirklich ein tröstender Gedanke, gerade im Hinblick auf die Geschichte der beiden. Oder wie Moosbach aufzählt, was er schon so alles verschwinden hat sehen. Da fehlen mir die Worte, um zu sagen, wie wunderschön dies geschrieben ist.

Störend empfand ich, dass viele Fragesätze ohne Fragezeichen waren und auch der Ausdruck „Anfang Jahr“ oder „Anfang Monat“ kam öfter vor – für mich klingt das nach einem Fehler. Doch diese beiden Punkte wiegen nicht sehr schwer und das Büchlein hat mich so sehr bewegt und berührt, dass ich die vollen fünf Sterne geben möchte. Es ist eines meiner Jahreshighlights, definitiv!