Norwegen unter den Nazis
Schicksalstage am FjordEine schwere und tragische Zeit, über die ich trotz wiederholter Lektüre noch viel zu wenig weiß. Hier geht es um Familie Bakken, die mehrheitlich im Widerstand tätig ist. Vater, Sohn und Schwiegersohn ...
Eine schwere und tragische Zeit, über die ich trotz wiederholter Lektüre noch viel zu wenig weiß. Hier geht es um Familie Bakken, die mehrheitlich im Widerstand tätig ist. Vater, Sohn und Schwiegersohn bringen sich wieder und wieder in Gefahr.
Auch die Frauen hoffen auf baldige Befreiiung des Landes und die Rückkehr einer norwegischen Regierung. So auch Ingrid, die jüngste Tochter der Familie. Ihre jahrelange Freundschaft zu Solveig, ihrer Freundin aus Kindertagen, möchte sie dennoch nicht aufgeben Und das obwohl deren Familie eng an den Nazis hängt. Aber Solveig hilft in schwierigen Zeiten. Und durch sie lernt Ingrid Georg aus Hamburg kennen. Der gehört zu den Besatzern, ist aber alles andere als ein Nazi. Und er findet, dass die Liebe trotz der schwierigen politischen Situation möglich ist und bringt Ingrid damit in eine Zwickmühle - und das ist noch mild ausgedrückt.
Ein Roman, in dem das Dilemma des Einzelnen besonders deutlich zum Ausdruck kommt. In dem wir es mit Wendehälsen, Verrätern, aber auch Unterstützung von unerwarteter Seite zu tun bekommen.
Nicht immer vermag die Autorin die Atmosphäre eindringlich genug zu transportieren, auch stilistisch werden die vielen Ideen und gut entwickelten Spannungsbögen nicht immer passend transportiert. Dennoch ist dieser Roman ausgesprochen lesenswert, weil er so nah ist an der Realität. Er macht das Dilemma Ingrids deutlich, ihre Unfähigkeit, sich zu entscheiden. Ein besonderer Roman, den ich nicht so schnell vergessen werde!