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Veröffentlicht am 10.12.2016

Die Vergangenheit holt dich ein...

Im Wald
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Der Einstieg in das Buch fiel mir wider Erwarten ziemlich schwer. Eigentlich dachte ich, ich komme sofort in der Welt von Bodenstein und Sander an, aber wahrscheinlich lag ein zu großer Zeitraum zwischen ...

Der Einstieg in das Buch fiel mir wider Erwarten ziemlich schwer. Eigentlich dachte ich, ich komme sofort in der Welt von Bodenstein und Sander an, aber wahrscheinlich lag ein zu großer Zeitraum zwischen dem Lesen des letzten und diesen Bandes. So habe ich doch eine Weile gebraucht, um mich zu orientieren. Man begegnet vielen Personen, die man bereits aus den anderen Büchern kennt. Das fand ich super, denn so gibt es zwischen den einzelnen Fällen einen schönen roten Faden. Deswegen empfehle ich auch wirklich, die anderen Bände bereits gelesen zu haben - sonst fällt es glaube ich noch schwerer.

Dieser Fall ist wohl der persönlichste von Bodenstein. Denn die Mordfälle scheinen mit Ereignissen aus seiner Vergangenheit zusammenzuhängen, die bereits über 40 Jahre zurückliegen. Ich fand es schön, diese Seite des Ermittlers kennenzulernen, auch wenn ich lange keinen Zusammenhang erkennen konnte.

Leider kam ich dadurch aber auch ein bisschen durcheinander. Es kommen unheimlich viele Personen vor, manchmal auf beiden "Zeitebenen". Das führte dann dazu, dass ich manche Zusammenhänge nicht nachvollziehen oder erkennen konnte und manchmal auch einfach gar nicht wusste, von wem jetzt die Rede ist. Das hat den Lesegenuss etwas beeinflusst, aber es hat nicht dabei gestört, die Geschichte zu verstehen und die Aufklärung nachzuvollziehen.

Der Schreibstil war gewohnt super schön zu lesen. Ich mag die teilweise sehr nüchterne Sprache und den Aufbau anhand von Ermittlungstagen. Dadurch sind die Kapitel sehr unterschiedlich lang, aber es zeigt auch, wie viel an einem einzigen Tag passieren kann.

Schrecklich fand ich, dass Oliver von Bodenstein eine Auszeit nehmen möchte. Bedeutet das, dass wir Fans erstmal mit keinem neuen Fall rechnen dürfen? Ich hoffe nicht!

Die Auflösung an sich war in Ordnung, aber nicht so spektakulär, wie ich es nach der gesamten Story erwartet hatte. Insgesamt hat mir der Krimi aber sehr gut gefallen. Es ist nicht Neuhaus' bester geworden, aber ich vergebe trotzdem 4 Sterne.

Veröffentlicht am 04.12.2016

So fing alles an...

Die Auserwählten - Phase Null
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Vorsicht: Auch wenn es sich hier um die Vorgeschichte der Auserwählten-Reihe handelt, muss man dieses Buch unbedingt als letztes lesen. Zum einen würde man sonst nicht alles verstehen, zum anderen greift ...

Vorsicht: Auch wenn es sich hier um die Vorgeschichte der Auserwählten-Reihe handelt, muss man dieses Buch unbedingt als letztes lesen. Zum einen würde man sonst nicht alles verstehen, zum anderen greift es vieles aus den anderen Bänden auf und man würde sich die ganze Spannung kaputt machen.

Da es schon etwas her ist, seit ich die Trilogie gelesen habe, viel mir der Einstieg in "Phase Null" recht schwer. Es hat ein bisschen gedauert, bis mir die Ereignisse rund um Thomas wieder so präsent waren, dass ich der Geschichte gut folgen konnte. Mein Tipp deswegen: Am besten alle vier Teile hintereinander weglesen :)

Die Geschichte wird aus der Sicht von Thomas erzählt. Wir erfahren, wie er im Hauptquartier von ANGST aufwächst, was er erlebt, wenn er einsam ist oder ihn Zweifel an der ganzen Sache kommen. Mir war er ehrlich gesagt an der ein oder anderen Stelle zu glatt und zu leicht zu beeinflussen, ansonsten aber genauso sympathisch wie eh und je.

Auch die anderen wichtigen Personen tauchen wieder auf. Es ist schön, einiges über deren Hintergründe zu erfahren, auch wenn vieles vage bleibt.

Am Anfang war mir das Buch etwas zu langsam... Es ging irgendwie nicht wirklich voran, es gab kaum Handlung und ich hatte manchmal das Gefühl, es müssten Seiten gefüllt werden. Dann erfährt man wieder neue, spannende Informationen oder die Ereignisse überschlagen sich. An diesen Stellen ist das Buch ein wahrer Pageturner. Allerdings bleiben für mich am Ende trotzdem Fragen offen, von denen ich mir in der Vorgeschichte eine Aufklärung erhofft habe. Vielleicht kommt noch ein Zusatzband? Es ist zwar unwahrscheinlich, aber wer weiß...

Die Sprache war wieder leicht verständlich und gut zu lesen. Eher unbekannte Begriffen wie Griewer etc. sind schon aus den anderen Bänden bekannt.

Insgesamt hat mir "Phase Null" gut gefallen, Fans, die von der Reihe oder dem Film begeistert waren, kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten. Von mir gibt's 4 Sterne.

Veröffentlicht am 03.12.2016

Mal etwas anderes - auf jeden Fall lesenswert

The Cage - Entführt
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Vom Klappentext her denkt man wirklich, dass es mal wieder eine Dystopie ist, wie man schon zig andere gelesen hat. Trotzdem konnte mich die Autorin mit dem ersten Teil der Cage-Trilogie überzeugen, denn ...

Vom Klappentext her denkt man wirklich, dass es mal wieder eine Dystopie ist, wie man schon zig andere gelesen hat. Trotzdem konnte mich die Autorin mit dem ersten Teil der Cage-Trilogie überzeugen, denn sie bringt einen Aspekt in die Geschichte, den ich so nicht erwartet und bisher auch nicht gekannt habe. Leider kann ich nichts verraten, ohne zu spoilern - also müsst ihr es selbst lesen :)

Die Figuren, allen voran die Protagonistin Cora, haben mir gut gefallen. Sie sind sehr unterschiedlich, was dem Buch zu viel Spannung verhilft - denn natürlich prallen die Gegensätze aufeinander. Ihr Verhalten ist nachvollziehbar, aber nicht immer vorhersehbar.

Die Welt, in der sich die Jugendlichen befinden, hat mich sehr fasziniert. Alles war anderes, aber doch vertraut. Das Buch hat mich auch ganz schön nachdenklich gemacht. Denn das was passiert, dass Menschen zur Unterhaltung genutzt oder "zerlegt" werden, um aus ihnen Medikamente herzustellen, klingt im ersten Moment sehr absurd. Aber machen wir das nicht genau so mit Tieren? Diesen kritischen Aspekt des Buches war super.
Auch die beschriebene Technologie und der Käfig an sich war sehr interessant. Hier hätte es für meinen Geschmack ruhig noch ausführlicher sein dürfen - denn genau deswegen lese ich so gerne Dystopien.

Die Sprache ist sehr einfach und jugendlich, an der ein oder anderen Stelle fast schon etwas vulgär. Sie passt zum Buch und zur Stimmung und lässt sich sehr leicht lesen. Etwas Probleme hatte ich anfangs mit den Namen der Entführer - aber das gibt sich schnell.

Das Ende ist so ein gemeiner Cliffhanger, dass ich mir die weiteren Bücher wohl auf Englisch kaufe, um zu wissen, wie es weitergeht. Es dauert ja leider noch eine Weile, bis die deutschen Übersetzungen erscheinen.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, deswegen vergebe ich 4 Sterne!

Veröffentlicht am 27.11.2016

Ackermann ist wieder am Start!

Ich bin der Zorn
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Es ist schon eine Weile her, dass ich die Vorgänger gelesen habe. Deswegen fiel es mir auch etwas schwer, wieder in das Buch hineinzukommen. Es liegt daran, dass man viele Personen schon kennt und die ...

Es ist schon eine Weile her, dass ich die Vorgänger gelesen habe. Deswegen fiel es mir auch etwas schwer, wieder in das Buch hineinzukommen. Es liegt daran, dass man viele Personen schon kennt und die Handlung an einigen Stellen sehr komplex ist. Es werden Anspielungen auf die Geschehnisse aus den Vorgängern gemacht und wer alles verstehen möchte, der sollte auf alle Fälle die Vorgänger lesen. Nach und nach wurden mir die Namen und alten Geschehnisse dann wieder vertrauter und der Lesegenuss stellte sich ein.

Auch in diesem Buch taucht ein sehr intelligenter Killer auf, der sich selbst als Judas bezeichnet und auf brutalste Weise Menschen umbringt. Er spielt mit der Polizei und den Bundesagenten - es scheint keinerlei Hinweise auf seine Identität zu geben. Als dann auch noch Schüsse im modernsten Gefängnis der USA fallen, muss an mehreren Fronten ermittelt und gekämpft werden. Der Fall wird aber nicht nur in der Gegenwart geschildert, sondern es gibt immer wieder Ausschnitte aus dem Tagebuch des Judas-Killers. So erfährt man, wie er zu dem wurde, was er ist. Hinweise auf seine Identität werden aber nicht gegeben, sodass man bis zum Ende miträtseln kann.

Mir hat gefallen, wie alles miteinander verbunden war. Allerdings kam ich teilweise mit den vielen Namen durcheinander - die wichtigen Personen kennt man aber noch einer Weile. Die Auflösung ist, wie die ganze Geschichte, sehr vielschichtig. Es wird alles logisch aufgelöst und das Ende ist wirklich eine Überraschung.

Der Schreibstil ist super: Sehr flüssig, die Perspektiven werden häufig gewechselt, es gibt also viele kleine Cliffhanger innerhalb des Buches. Allerdings sollte man das Buch möglichst am Stück lesen und nicht zu lange Pausen dazwischen einlegen. Wie gesagt ist die Handlung sehr komplex und man findet dann nur schwer in die Geschichte zurück.

Wie von Ethan Cross bekannt, ist das Buch nichts für schwache Nerven. Es geht nicht nur ziemlich brutal zu, es wird auch alles in Einzelheiten geschildert. Auch die Sprache ist an der ein oder anderen Stelle etwas vulgär.

Womit ich nicht so gut klar kam, war die neue Rolle von Ackermann. Wer die Vorgänger kennt weiß: Er ist ein Serienmörder, der seinesgleichen sucht. Er wird nun aber vom Gejagten zum Jäger, wechselt also die Seiten. Sein Charakter hat sich nicht wesentlich geändert - ich kann mich aber mit seiner neuen Funktion nur sehr schwer anfreunden. Und irgendwie befürchte ich, dass es in einem der nächsten Cross-Thriller nochmal gewaltig knallen wird.

Insgesamt hat mich der Thriller gut unterhalten, war spannend und schön zu lesen. Wer starke Nerven hat, sollte sich das Buch schnappen! Von mir gibt es 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 19.11.2016

Für alle Ungestressten :)

So klappt's mit dem Burn-out
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Dieses Buch ist alles andere als gewöhnlich. Denn auch wenn es sich an wirklich gestresste Menschen richtet, ist er kein "Tu dies, tu das"-Ratgeber. Im Gegenteil: Der Leser wird aufgefordert, endlich den ...

Dieses Buch ist alles andere als gewöhnlich. Denn auch wenn es sich an wirklich gestresste Menschen richtet, ist er kein "Tu dies, tu das"-Ratgeber. Im Gegenteil: Der Leser wird aufgefordert, endlich den Hintern hochzubekommen um noch mehr zu arbeiten und das Leben nicht mehr zu genießen. Pessimismus, Schlafmangel und Alkoholkonsum sind das Ziel, dass mit diesem Coaching erreicht werden soll.

Das Buch beginnt mit einem Selbsttest, wie gestresst man schon ist. Auch während des Lesens muss sich der Leser immer wieder selbst testen, wie weit er noch von seinem Ziel, dem attestierten Burn-out, entfernt ist. Die Fragen sind schon super witzig, am besten sind aber immer noch die Auflösungen am Schluss. Hier kann der Ton - vor allem wenn man nicht im Soll liegt - schon mal etwas ruppiger werden :)

Natürlich ist dieses Buch nicht wörtlich zu verstehen, im Gegenteil: In jedem Kapitel zeigt der Autor auf, wie wir uns selbst Stress verursachen und uns immer weiter ruinieren, in dem wir uns keine Auszeiten mehr gönnen. Ständig erreichbar und ständig das Bestreben, perfekt zu sein sorgt dafür, dass wir kaputt gehen. Auch wenn es manchmal schon sehr überspitzt ist, wird einem doch der Spiegel vorgehalten. Muss man immer erreichbar sein? Warum lasse ich mir von Facebook & Co. so viel Zeit wegfressen? etc.

Ich habe das Buch sehr genossen. Natürlich bin ich, auch wenn ich momentan etwas gestresst bin, noch keine Kandidatin für ein Burn-out. Trotzdem hat auch mir der Ratgeber bewusst gemacht, dass man manchmal Arbeit Arbeit sein lassen muss. Die Stressfalle schnappt nämlich sehr schnell zu.

Gut gefallen hat mir der Schreibstil: Sehr locker und flüssig. Der Leser wird direkt angesprochen und die Tests zwischendrin lockern das Ganze nochmal zusätzlich auf.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen - und ich kenne schon ein paar Menschen, denen ich es unter den Weihnachtsbaum lege! 4 Sterne!