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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2020

Und das Universum lacht sich einstweilen in eines seiner vielen Fäustchen..

Die Farbe des Kraken
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Kurts Enkel ist auf der Beerdigung seines Großvaters mehr als verwirrt. Warum sind nur alle so fröhlich, ist doch gerade jemand von ihnen gegangen? Als Antwort darauf erzählt ihm seine Großmutter eine ...

Kurts Enkel ist auf der Beerdigung seines Großvaters mehr als verwirrt. Warum sind nur alle so fröhlich, ist doch gerade jemand von ihnen gegangen? Als Antwort darauf erzählt ihm seine Großmutter eine Geschichte, denn Kurt weiß ganz genau, was ihn nach dem Sterben erwartet, war er doch schon einmal in dieser skurrilen Welt, die der unseren in so vielen Punkten ähnelt und doch grundverschieden ist..

Normalerweise gehören Novellen nicht zu meinem bevorzugten Lesestoff, bei dieser wollte ich allerdings einmal eine Ausnahme machen, machte mich die Thematik doch mehr als neugierig - bereut habe ich diesen Entschluss auf keiner Seite. Volker König beschreibt mit einem bissigen, angenehm zu lesenden Schreibstil und voller Humor ein mögliches Leben nach dem Tod. Für Satire - Liebhaber ist dieses Buch definitiv ein muss. Nicht nur die Religion wird ein wenig auf die Schippe genommen, auch die Trauerarbeit selbst, Beerdigungen, Bürokratie und vieles mehr müssen dran glauben.

Ich habe mich mit diesem Buch köstlich amüsiert, mehr als einmal musste ich schmunzeln über treffend beschriebene Sachverhalte. Dieses Buch brachte mich aber auch mehr als einmal ein wenig ins Grübeln, denn es steckt doch mehr Wahrheit in den Seiten, als man es vielleicht auf den ersten Blick vermuten mag.

Das eine Sternchen Abzug gibt es nur, weil mir alles ein wenig zu schnell vorbei war. Ein paar Seiten mehr hätte dieses Büchlein durchaus noch vertragen können - ansonsten war ich rundum zufrieden!

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Veröffentlicht am 09.04.2020

Spannende Fantasyliteratur jenseits von Schema F.

Magier des dunklen Pfads 1 - Die Suche
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Um seine Frau Aluna vor dem sicheren Tod zu retten hat Lorgyn gemeinsam mit ihr die Strapazen des beschwerlichen Weges nach Nordenvaard auf sich genommen. Weder der gastfreundliche Wirt des Ortes, Gerom, ...

Um seine Frau Aluna vor dem sicheren Tod zu retten hat Lorgyn gemeinsam mit ihr die Strapazen des beschwerlichen Weges nach Nordenvaard auf sich genommen. Weder der gastfreundliche Wirt des Ortes, Gerom, noch seine schöne Tochter Laris oder einer der anderen Dorfbewohner ahnt, dass viel mehr hinter Lorgyns Reise steckt, befinden sich in Wintertal doch heilende Quellen, die viele Kranke anlocken. Doch Lorgyns Plan ist weit finsterer..
In Wintertal trifft Lorgyn auf den Chronisten Arlo, der den plötzlichen Tod seines Meisters aufklären will, und schließlich entwickelt sich zwischen den beiden eine Art Freundschaft - geschmiedet aus gemeinsamen Feinden und Geheimnissen.


Peter Hohmann hat eine wundervolle Art zu schreiben - die Worte malen wie von selbst Bilder vorm inneren Auge und ermöglichen es, nahezu vollständig in die Geschichte abzutauchen.
Auch thematisch ist ihm hier etwas ganz besonderes gelungen - ein bis zur letzten Seite fesselndes Werk in einem Genre, dass mich leider viel zu häufig enttäuscht hat. Und das ganz ohne möglichst brutale Schlachten und ohne dabei duzende verschiedene Personen einbeziehen zu müssen. Nein, dieses Werk ist ganz anders. Man begleitet eine handverlesene Auswahl an Charakteren durch die Geschichte, jeder einzelne von liebevoller Hand gezeichnet und scheinbar bis ins letzte

Detail durchdacht. Allen voran natürlich der Protagonist Lorgyn, der nur allzu menschlich wirkt und den Leser mehr als einmal in einen moralischen Zwiespalt wirft.

Ein durchaus gelungener Auftakt - einige Fragen, die sich dem Leser im Laufe der Lektüre auftun werden bereits beantwortet - was hat es beispielsweise mit Lorgyns Experimenten auf sich? - dennoch bleiben noch genug Geheimnisse bewahrt, um Teil 2 sehnsüchtig zu erwarten.

Lorgyns Absichten waren mir leider allzu schnell klar - das ist auch der einzige, klitzekleine Kritikpunkt an einem sonst fantastischen Werk, das jeder, der gute Fantasyliteratur schätzt, gelesen haben sollte, ja schon fast gelesen haben muss!

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Veröffentlicht am 27.12.2019

Gaby Köster - Eine Urgewalt

Das Leben ist großartig – von einfach war nie die Rede
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Vieles ist anders seit ihrem Schlaganfall vor einigen Jahren. Und vieles ist aber noch genau so, wie es immer schon war. Ihren Humor hat sie nicht verloren, auch nicht ihren Optimismus und ihren Biss. ...

Vieles ist anders seit ihrem Schlaganfall vor einigen Jahren. Und vieles ist aber noch genau so, wie es immer schon war. Ihren Humor hat sie nicht verloren, auch nicht ihren Optimismus und ihren Biss. Und so ist das Leben immer noch schön - schwierig, aber wundervoll..

Gaby Köster. Die Frau begleitet mich schon mehr als mein halbes Leben. Als ich damals als Kind angefangen habe Ritas Welt zu schauen hab ich mir ein bisschen gewünscht, dass meine Mama ein bisschen mehr wie sie wäre. Und später hab ich mich häufig in ihr wieder gefunden. Eine Frau, die Emanzipation schon lebte, bevor das Thema in aller Munde war, die irgendwie immer authentisch und stark wirkte und deren Mundwerk gefühlt manchmal schneller war als ihre guten Manieren. Irgendwie kommt man nicht umhin sie zu bewundern und zu mögen.

Umso schöner ist es natürlich zu lesen, dass die wichtigen Dinge trotz ihres schweren Schicksalsschlages noch genau beim alten geblieben sind. Wenn man diese Zeilen liest hat man zwar das Gefühl, einer erwachseneren Version von ihr zu begegnen, Biss und Charme hat sie aber nicht im mindesten eingebüßt.

So machen die Zeilen auch genau das, was sie machen sollen - den Lesern, die selbst an einem Schicksalsschlag zu knabbern haben machen sie Mut. Und allen anderen machen sie einfach Spaß. Und wieder anderen eröffnen sie vielleicht eine neue Sicht auf das Leben, auf Menschen mit Behinderung und auf das Ganze drumherum.

Ich wurde gut unterhalten und hab mich einfach gefreut, wieder ein paar Brocken aus dem Leben dieser großartigen Frau aufschnappen zu dürfen. Unbedingte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 29.11.2019

Kleine Bücher über große Menschen

Little People, Big Dreams – Jane Austen
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Jane Austen war als Kind schon anders - wissbegierig, neugierig. All das zieht sich durch ihr weiteres Leben. Eine beeindruckende Lebensgeschichte mit zauberhaften Bildern erzählt..



Kinderbücher lese ...

Jane Austen war als Kind schon anders - wissbegierig, neugierig. All das zieht sich durch ihr weiteres Leben. Eine beeindruckende Lebensgeschichte mit zauberhaften Bildern erzählt..



Kinderbücher lese ich selten, auch nicht zum rezensieren. Da habe ich doch zu wenig Bezug zu. Die Reihe "Little People Big Dreams" hat mich aber so sehr angesprochen, dass ich nicht die Finger davon lassen konnte. Ich finde es großartig, schon den kleinsten der Gesellschaft so große Persönlichkeiten näher zu bringen.

Der erste Eindruck hätte besser nicht sein können - das Buch wirkt durch und durch liebevoll gestaltet, der Umschlag ist hochwertig verarbeitet und die Bilder wunderschön und bunt gezeichnet. Ich kann mir gut vorstellen, dass das genau das richtige für Kinder ist. Auch sprachlich bewegt man sich auf einer perfekten Ebene - gut verständliche, kurze Sätze mit schönem Klang.

Das Buch ist zuckersüß und wirklich fast perfekt - ich hätte mir einfach nur noch ein paar Seiten mehr gewünscht. Es wird eben doch kaum etwas aus Janes Leben erzählt. Natürlich, für Kinder kann man nicht zu sehr ins Detail gehen, aber die eine oder andere Facette hätte für mich noch gut gepasst. Die findet man zwar hinten auf der letzten Doppelseite noch - aber da eben in einem Fließtext, eher für ältere Leser.

Trotzdem hat mich das Buch und die ganze Reihe überzeugt - Little People Big Dreams sind wirklich zuckersüß gemacht!

Veröffentlicht am 24.10.2019

Pubertät mitten in der Apokalypse

Jack, der Monsterschreck, und die Zombie-Apokalypse (Jack, der Monsterschreck 1)
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Jack ist kein normaler Junge. Er ist Waise, hat kaum Freunde und verbringt die meiste Zeit mit Videospielen. Wer hätte ahnen können, dass ihm genau das mal helfen wird, wenn Zombies und Monster über seine ...

Jack ist kein normaler Junge. Er ist Waise, hat kaum Freunde und verbringt die meiste Zeit mit Videospielen. Wer hätte ahnen können, dass ihm genau das mal helfen wird, wenn Zombies und Monster über seine Stadt herfallen? Ein perfekter Moment, um seine Angebetete auf sich aufmerksam zu machen. Was würde sich da besser eignen als eine heldenhafte Rettungsaktion?



Primär hatte mich hier interessiert, wie man eine Zombieapokalypse einigermaßen kindgerecht verpacken will. Tendenziell ist das ja doch eher eine blutige, unschöne Geschichte, von der man vielleicht nicht unbedingt will, dass die Kleinen sich viel damit auseinandersetzen. Hier ist es allerdings gut gelungen, das ganze ein bisschen weich zu zeichnen. Klar, Zombies futtern immer noch Hirn und auch Waffen braucht unser Chaostrupp natürlich, Gewaltdarstellungen werden aber sehr sparsam und passend eingesetzt. Ich war positiv überrascht.

Und nicht nur davon. Wirklich überzeugt hat mich der großartige Humor des Buches. Jack ist als Protagonist so herrlich schräg, wie Teenager eben so sind. Mal furchtbar von sich überzeugt, mal komplett am Ende, aber immer mit einer gehörigen Portion Selbstironie, Spaß und Wahnsinn an der Sache. Die liebevollen Illustrationen runden die Sache schön ab.

Ich hätte mir lediglich ein bisschen mehr Handlung gewünscht - wenn man es genau betrachtet, passiert nämlich eigentlich nicht wirklich viel. Trotzdem gibt es von mir eine klare Leseempfehlung - die kleinen Happen, mit denen man angefüttert wird machen nämlich irrsinnig viel Spaß!