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Veröffentlicht am 09.12.2019

Hochwertige Aufmachung für teilweise recht komplizierte Gerichte

Weihnachten in Amsterdam
5

Weihnachten in Amsterdam – Das Kochbuch für ein entspanntes Fest“ zieht schon gleich seine Blicke auf sich, wenn man das Buch entdeckt. Die hochwertige Aufmachung lockt einen regelrecht um die Seiten aufzuschlagen, ...

Weihnachten in Amsterdam – Das Kochbuch für ein entspanntes Fest“ zieht schon gleich seine Blicke auf sich, wenn man das Buch entdeckt. Die hochwertige Aufmachung lockt einen regelrecht um die Seiten aufzuschlagen, sich die qualitativ hochwertigen Fotos anzuschauen und Lust auf die Zubereitung des Weihnachtsmenüs zu bekommen.

Zu Beginn gibt die Autorin hilfreiche Tipps für eine entspanntes Fest, für eine stressfreie Zubereitung der einzelnen Gerichte und hängt auch gleich eine kleine Checkliste hinten dran.
Endlich einmal jemand, der sich Gedanken um denjenigen macht, der Weihnachten am Herd steht – so habe ich gedacht.
Und dann kommt die Ernüchterung: Die Zutatenliste ist schon sehr aufwendig, viele Zutaten sind nicht einfach mal schnell beim Kaufmann deines Vertrauens besorgt und manche kenne ich gar nicht. Da heißt es, Alternativen suche, Kopfgedanken gemacht und ausprobiert.
Die ersten Rezepte sind schnell gefunden, die unser aller Interesse wecken und schon sind die Ärmel hochgekrempelt, die Wangen rot vor Eifer…und dann kommt Enttäuschung auf der ganzen Linie. Geduld, Ausdauer und viiiiiieeel Zeit sind die Hauptzutaten, die man bei der Umsetzung der Rezepte benötigt, nicht etwa all die vielen kleinen Dinge, die das Gericht schmackhaft und köstlich machen.
Echte Kalorienbomben begegnen mir immer wieder im Verlauf des Kochbuches und ich frage mich, wenn ich das als Menü auftische, wer denn das alles essen soll ? Bereits nach manchen Vorspeisen ist man dermaßen gesättigt, dass man getrost Hauptgang und Dessert weglassen kann. Doch wer huldigt dann die Arbeit des Kochs/der Köchin ?
Fakt ist, die Rezepte sind lecker, nicht immer einfach in der Umsetzung, extrem zeitaufwendig und für ein komplettes Menü an Weihnachten mit einem Haufen Arbeit und Kalorien versehen.
Ich greife dann doch lieber zu Altbewährtem und weiß, dass ich alle mit wenig Aufwand, aber mit maximalem Genuss bewirten kann😊
Hier genieße ich lieber die schönen Bilder und sehe mich an ihnen satt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Gestaltung
  • Rezepte
Veröffentlicht am 30.11.2019

Für mich ein Abklatsch des Films "E-Mail für dich"

Das Weihnachtswunder von Pleasant Sands
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Angela steht vor der Frage, wie man einen kleinen, mit Herz geführten Weihnachtsladen gegen eine große Ladenkette aufrecht erhalten soll ? Zählt denn nur noch Kommerz und Umsatz, oder ist tatsächlich das ...

Angela steht vor der Frage, wie man einen kleinen, mit Herz geführten Weihnachtsladen gegen eine große Ladenkette aufrecht erhalten soll ? Zählt denn nur noch Kommerz und Umsatz, oder ist tatsächlich das Herz der Weihnacht den Kunden lieber ? In ihrer Not schreibt sie über die Dear-Santa-App einen Brief an den Weihnachtsmann, nicht ahnend, dass sich dahinter ihr Widersacher verbirgt ...

"Das Weihnachtswunder von Pleasant Sands" erinnert mich doch sehr stark an den wundervollen Film "E-Mail für dich" mit Meg Ryan und Tom Hanks, der das gleiche Thema beinhaltet....kleiner Laden mit Herz muss gegen große, unpersönliche Ladenkette ankämpfen. Wer den Film kennt, weiß, wie dieses Buch gestaltet ist, denn es wirkt wie die kleine Schwester des Films. Die Dialoge lesen sich leicht und flüssig, rufen aber immer wieder die Szenen aus dem oben genannten Film hervor und so verliert das Buch sehr schnell seinen Reiz.
Die Briefe an den Weihnachtsmann zu Beginn eines jeden Kapitels sind eine zauberhafte Idee und lassen tatsächlich richtiges Weihnachtsfeeling aufkommen. Man beginnt unweigerlich, sich in seine Kindheit hineinzuversetzen, als man selbst noch Briefe an den Weihnachtsmann oder das Christkind geschrieben hat. Diese wenigen Momente finde ich toll gelungen und sie lassen so etwas wie Weihnachtstimmung aufkommen.
Leider ist es das Einzige, was mir an dem Buch gefällt, denn die vielen Parallelen zu "E-Mail für dich" finde ich nicht wirklich schön. Ich habe mich so sehr auf diesen Roman gefreut, aber eine Geschichte, die ich bereits mit fast identischer Handlung kenne, muss ich nicht noch einmal lesen
Schade

Veröffentlicht am 09.10.2019

Naseweise Eigenlobhudelei

Ernte mich im Winter
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Als Hobbygärtnerin, die bisher ihren Garten im Winter lieber hat ruhen lassen anstatt Wintergemüse anzubauen, habe ich mich voller Neugier auf dieses Buch gestürzt und hohe Erwartungen in diesen Ratgeber ...

Als Hobbygärtnerin, die bisher ihren Garten im Winter lieber hat ruhen lassen anstatt Wintergemüse anzubauen, habe ich mich voller Neugier auf dieses Buch gestürzt und hohe Erwartungen in diesen Ratgeber gesetzt.
Die Einleitung klingt auch vielversprechend und einladend, fast so, als würde man durch die geöffnete Gartenpforte des Autors gehen und sich in seinem Wintergemüsegarten umschauen dürfen. Doch die anfängliche Euphorie schwindet genauso schnell, wie sie gekommen ist, denn das, was ich lese, gleicht eher einer Belehrung durch einen Dreikäsehoch, der sich in kindlichem Eifer immer mehr in ausufernden Erzählungen verliert und dabei das Wesentliche vergisst.
Der Autor lässt naseweise Kommentare auf den Leser einprasseln, spart nicht mit Eigenlob und bringt seine Selbstbeweihräucherung mit gewollt humoristischer Sprache dem Leser dar. Das führt dazu, dass ich ab gut einem Drittel des Buches nur noch mit den Augen rolle, denn eine solche Bespaßung hat nichts in einem seriösen Sachbuch verloren.
Praktische Tipps zur Umsetzung für den Kleingärtner sind hier nur wenige zu finden, aber die wenigen, die ich entdecke, sauge ich auf wie ein Schwamm. Überraschenderweise befinden sich im Buch aus Rezepte, die man mit dem angebauten Wintergemüse schnell und unkompliziert in der heimischen Küche nachkochen kann....endlich mal ein Pluspunkt in dem sonst so auf Werbeprospekt poliertem Sachbuch. Viele bunte Bilder mit smart lächelnden Gute-Laune-Models nerven eher, anstatt mir den Anblick zu versüßen - hier wäre weniger mehr gewesen bzw. hätte ich mir gewünscht, dass die vorgestellten Arbeitswerkzeuge und- geräte bildlich hervorgehoben werden.
Für mich leider eine frostige Erfahrung, aber auch die gehört dazu, wenn man sich Rat holen möchte. Das Buch wird sicherlich seine Liebhaber finden - ich gehöre leider nicht dazu.
Ein großes Lob gehört allerdings dem Verlag ausgesprochen, denn dieses Buch wurde nachhaltig hergestellt und ohne Plastikumverpackung geliefert .

Veröffentlicht am 08.09.2019

Ein Strandkorb mcht noch keinen Wohlfühlroman

Strandkorbflüstern
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Alexandras Lebensplan hat sich auf dem Papier so schön angesehen und jetzt ist nur noch eines wert - nämlich ab in die Tonne. Die Diplomarbeit will einfach nicht fertig werden, ihr Freund Robert nutzt ...

Alexandras Lebensplan hat sich auf dem Papier so schön angesehen und jetzt ist nur noch eines wert - nämlich ab in die Tonne. Die Diplomarbeit will einfach nicht fertig werden, ihr Freund Robert nutzt ausgiebig das Bett, aber nicht mir ihr, sondern mit ihrer besten Freundin. Alexandra zieht die Reißleine und flüchtet an die Ostsee zu ihrer Zwillingsschwester. Doch wie gestaltet man ein Leben neu, wenn man so völlig kopf- & planlos durch die Dünen rennt ?

Wahnsinn, dieses Cover - es weckt sofort Sehnsucht nach dem Ostseestrand und man hört die Möwen schreien, die Lippen schmecken salzig und die Sonne taucht das Meer in hunderttausend glitzernde Kristalle. Und genau so einen Kristall habe ich hinter dem Buchdeckel vermutet, aber leider nur einen kleinen grauen Kieselstein gefunden.
Alexandra erscheint mir für ihr Alter ziemlich unreif und ich frage mich die ganze Zeit, wie sie ihr Studium und ihr Leben bis dato überhaupt auf die Reihe gebracht hat. Sie wirkt in meinen Augen unausgereift und irgendwie noch grün hinter den Ohren, denn so plan- & ziellos verhält sich normalerweise kein Mensch in ihrem Alter. Ihre Zwillingsschwester ist mir da schon sympathischer - sie steht mit beiden Beinen fest im Leben und weiß was sie will, übernimmt Verantwortung und ihr Leben hat Struktur. Auch macht mich das doch eher gespaltene Verhältnis der beiden Schwestern stutzig, denn zwischen Zwillis passt doch normalerweise kein Blatt Papier.
Die Figuren bemühen sich, der Geschichte irgendwie ein bisschen Leben einzuhauchen, da sie aber durch die Bank weg sehr nichtssagend gestaltet sind, können auch sie nicht retten, was unweigerlich den Bach hinuntergeht.
Über Christine habe ich mich stundenlang aufgeregt - diese Frau gleicht einer Spinne, die alles umgarnt und einwickelt, um dann anschließend über ihre Beute herzufallen. Unmöglich dieses Weib.
Einzig das heimelige Ambiente in der Pension verströmt über wenige Augenblicke so etwas wie Wohlfühlatmosphäre, aber das reicht mir nicht, um mich in dem Buch gut aufgehoben zu fühlen.
Schade

Veröffentlicht am 23.06.2019

Lebe deinen Traum ?! Hier eher nicht

Im Land des Korallenbaums
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Anna Weinbrenner und Viktoria Santos lernen sich zufällig bei der Überfahrt nach Buenos Aires kennen. Beide eint der Traum, in Argentinien neu durchzustarten und ein besseres Leben zu beginnen. Damit dies ...

Anna Weinbrenner und Viktoria Santos lernen sich zufällig bei der Überfahrt nach Buenos Aires kennen. Beide eint der Traum, in Argentinien neu durchzustarten und ein besseres Leben zu beginnen. Damit dies gelingt, sind beide Ehemänner schon einmal vorausgereist.
Doch das Leben in Argentinien ist keinesfalls so, wie sich die beiden Frauen ihren Neubeginn vorgestellt haben und sie müssen lernen, ihr Leben und ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen...

"im Land des Korallenbaums" soll mich mit der Geschichte um die beiden Auswanderinnen Anna und Viktoria faszinieren, meine Neugier auf das Land wecken und mich mit den Problemen konfrontieren, die mit einem Neuanfang in einem fernen, fremden Landverbunden sind.
Doch der Funke springt nicht über, die Schilderungen von Anna und Viktoria faszinieren mich leider überhaupt nicht - die Figuren wirken unecht, ja fast seelenlos, denn ihre Gefühlsregungen und ihre Gedankenwelt bleibt für mich als Leser unerreichbar. Es fehlt mir das gewisse Etwas, um ich in beide Frauen hineinversetzen zu können, damit ich die Ereignisse hautnah miterleben kann.
Sie wirken fast wie Statisten in ihrer eigenen Geschichte und das lässt schon fast Langeweile aufkommen. Die Geschichte ist zudem mit obszönen Ausdrücken ausstaffiert, die mich doch sehr stören. Man kann ja mal fluchen oder auch jemanden beschimpfen, aber muss man dann immer gleich ausholen und unter die Gürtellinie gehen ? In meine Augen hat das Sofia Caspari nicht nötig und ich bin irritiert, diese Ausdrucksweise in einem ihrer Romane vorzufinden.
Die Handlung wird leider auch nicht besser, wenn man sie über ganze 700 Seiten streckt und somit künstliche Längen einbaut, die die Geschichte ausschmücken sollen, aber auf Dauer das Ganze einfach nur zäh und schleppend gestalten.
Großer Pluspunkt sind die wirklich schön gestalteten Landschaftsbilder, die die Autorin hier farbenfroh mit in ihre Geschichte einfließen lässt. Das wertet den Roman etwas auf - reicht aber nicht aus , um ihn aus dem unteren Mittelmaß herauszureißen. Schade