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Veröffentlicht am 21.12.2019

Die Geister, die ich rief ...

Dunkler Donnerstag
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In diesem vierten Band der Reihe stellt sich Dr. Frieda Klein ihrer eigenen, sehr persönlichen Vergangenheit. Inspiriert durch den Selbstmord der Tochter einer ehemaligen Schulkameradin und Freundin will ...

In diesem vierten Band der Reihe stellt sich Dr. Frieda Klein ihrer eigenen, sehr persönlichen Vergangenheit. Inspiriert durch den Selbstmord der Tochter einer ehemaligen Schulkameradin und Freundin will sie endlich auch Licht in die dunklen Lücken in ihrem Leben bringen. Eine schmerzhafte Reise in ihre alte Heimatstadt Braxton konfrontiert sie auch endlich mit ihrer Familie, ihrer Mutter Judith, mit der sie keinen Kontakt mehr hatte seit sie Braxton in jungen Jahren den Rücken gekehrt hat, sowie ihrem Bruder David, der aufgrund der plötzlichen gesundheitlichen Veränderung der Mutter auftaucht. Doch wird es möglich sein das „damals“ zu rekonstruieren und eine schlimme Schuld zu sühnen?

Diesen Teil der achteiligen Reihe kann ich diesmal nicht ganz mit der Bestnote bewerten. Während ich mit Frieda mitfieberte und sie gedanklich auch teilweise ob ihrer Alleingänge wieder rügen musste, wies die Geschichte doch einige Längen auf. Zudem drehte sich diesmal wirklich alles um Frieda, alle anderen Charaktere erschienen nur sporadisch und dann auch recht blass im Hintergrund. Doch vielleicht tat ihr genau das gut und sie kann im nächsten Band wieder voll durchstarten, denn es sind bei weitem noch nicht alle Probleme gelöst und ein bisschen Geld sollte sie ja vielleicht auch mal wieder verdienen … wie dem auch sei, ich freue mich schon sehr auf ihr nächstes Abenteuer und bleibe der Reihe und dem sympathischen Autorenehepaar natürlich weiterhin treu.

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Veröffentlicht am 13.12.2019

Was ist Zeit?

Die Zeit, die Zeit
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Keine Frage, wer Suter Fan ist wie ich, wird auch diesen Roman, in dem vom Autor bekannten skurrilen Schreibstil, lieben. Diesmal hat sich der bekannte Schweizer Autor – wie schon der Titel verrät – die ...

Keine Frage, wer Suter Fan ist wie ich, wird auch diesen Roman, in dem vom Autor bekannten skurrilen Schreibstil, lieben. Diesmal hat sich der bekannte Schweizer Autor – wie schon der Titel verrät – die Zeit vorgenommen und sich mit der Frage beschäftigt, ob diese überhaupt existiert oder schlicht eine Einbildung ist. Vergeht sie wirklich, oder bewegen sich lediglich die Zeiger der Uhr vorwärts? Der 82jährige Albert Knupp will nicht an ihre Existenz glauben. Er will sich den Glauben behalten, dass er nur sein Umfeld wieder so gestalten muss wie am Todestag seiner Frau und die Zeit bleibt einfach stehen. Das kann er jedoch nicht allein schaffen. Er sucht sich einen Komplizen oder sucht der Komplize ihn? In akribischer Feinarbeit scheint es ihnen zu gelingen, das Unmögliche möglich zu machen …

Kein Zweifel, bei diesem Buch braucht man einen langen Atem. In minutiöser Detailverliebtheit schildert Suter jedes noch so kleine Detail, das zu dieser Rekreation notwendig ist. Ab und zu lässt er seinen Protagonisten Peter Taler auch über kleine Ungereimtheiten stutzen. Wie war das zum Beispiel mit dem Buch, das nach dem Tot seiner Frau bestellt wurde? Aber die Geduld des Hörers wird belohnt. Immer tiefer lässt sich Taler in den Wahnsinn seines Nachbars ziehen, bis er eine unglaubliche Entdeckung macht …

Ich ziehe ein Sternchen für zwischenzeitliche Längen ab, aber die ungewöhnliche Story und besonders die wunderbare Stimme des Sprechers hat mich wieder versöhnt. Gerd Heidenreich ist das hörbuchtechnische Sprachrohr für Martin Suter. Ich freue mich auf hoffentlich noch viele gemeinsame Hörstunden.

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Veröffentlicht am 10.12.2019

Wink des Schicksals oder hinterhältige Verschwörung? Wie geht es weiter für Morgan's Hall ...

Zeit der Sehnsucht auf Morgan's Hall
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Das Warten hat sich gelohnt, denn auch mit dem zweiten Teil der Trilogie um Morgan’s Hall hat uns die sympathische Autorin Emilia Flynn wieder eine spannende Story präsentiert. Nahtlos schließt sie an ...

Das Warten hat sich gelohnt, denn auch mit dem zweiten Teil der Trilogie um Morgan’s Hall hat uns die sympathische Autorin Emilia Flynn wieder eine spannende Story präsentiert. Nahtlos schließt sie an Teil eins an und dank einiger geschickt eingebauter Rückblicke ist man schnell wieder drin in der Geschichte um John und Isabelle Morgan, Tochter Elizabeth, Adoptivsohn James und anderen bekannten Charakteren. Gleich zu Anfang wird man hin und her gerissen zwischen Wut und Freude. Freude in Form einer neuen Chance, die John und Isabelle ihrer Ehe geben wollen. Ob sich auch ihre Kinder und Schwägerin Violett mit dem Gedanken anfreunden können? Doch auch Wut und Verzweiflung, denn Morgan’s Hall scheint vor dem Aus zu stehen. Warum hat das Schicksal ausgerechnet hier so gnadenlos zugeschlagen? Wer kann dahinterstecken?

Große Beachtung finden in diesem Teil die Kinder der Morgans. Die kleine Lizzy scheint erwachsen zu werden und reift zu einer wunderhübschen jungen Frau während ihr adoptierter Bruder James im fernen New York sein Glück sucht. Wie wird es für die Beiden weitergehen? Haben sie überhaupt eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft?

Diese kurze Zusammenfassung – ohne zu viel zu verraten – lässt auf eine interessante Lektüre schließen und als Leser wird man mit der Geschichte an sich auch nicht enttäuscht. Lediglich der Schreibstil schien mir an manchen Stellen diesmal fast ein wenig zu flapsig für die damalige Zeit. Damit habe ich mich ein wenig schwer getan. Dennoch hat auch dieser zweite Teil bei mir für vergnügliche Lesestunden gesorgt und an dieser Stelle möchte ich der Autorin dafür meinen Dank aussprechen. Liebhaber von fesselnden Familiensagas sind hier genau an der richtigen Stelle.

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Veröffentlicht am 04.12.2019

Schmetterlinge und Nuttenschuhe ... eine letale Kombination ...

Der Schmetterlingsjunge
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Mit „Der Schmetterlingsjunge“ begleitete ich den Berliner Kommissar Nils Trojan schon zum siebten Mal an grausame Tatorte und auch zum siebten Mal gelang es ihm wieder seinen Fall mit Bravour zu lösen. ...

Mit „Der Schmetterlingsjunge“ begleitete ich den Berliner Kommissar Nils Trojan schon zum siebten Mal an grausame Tatorte und auch zum siebten Mal gelang es ihm wieder seinen Fall mit Bravour zu lösen.

Was für perfide Fantasien treiben einen Menschen an, junge Frauen auf solch abstruse Weise zu töten? Kaum kommt Trojan dazu sich um den Jungen der ersten ermordeten Frau zu kümmern, wird er auch schon zu Tatort Nummer zwei zitiert. Nachdem er auch bei der nächsten Leiche eine Tätowierung auf dem Rücken entdeckt wird ihm bewusst, dass es sich wohl um einen Serientäter handeln muss. Die Zeit läuft ihm davon und Fehler passieren. Ein Fehler davon hätte ihn selbst beinahe das Leben gekostet! Doch der Kommissar lässt sich nicht beirren, krank werden andere. Mit der Verbissenheit, die man von ihm gewohnt ist, macht er sich an die Aufklärung des Falls. Schritt für Schritt kommt er dem Täter langsam auf die Spur. Was wird ihn am Ende erwarten?

Ich gebe zu, zu Anfang habe ich mich ein wenig schwergetan, der Story zu folgen. Was war Vergangenheit, was ist Gegenwart? Wer ist der kleine Junge, der seine Mutter vergöttert und was hat es mit den Schuhen auf sich. Doch meine Ausdauer hat sich gelohnt. Der vortragende und absolut geniale Axel Milberg hat mich abgeholt und unter seine Fittiche genommen mit seiner einzigartigen Erzählstimme. Ich begann mich abends schon zu freuen, dass ich morgens weiterhören konnte. Der Thriller ist diesmal nicht ganz so rasant dafür sehr persönlich. So nah hat Nils Trojan uns schon lange nicht mehr an sich rangelassen. Ich freue mich schon riesig auf den nächsten Fall … die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass er bald aus dem Urlaub zurück ist ;)

Veröffentlicht am 02.12.2019

Man bekommt Sehnsucht nach Triest ...

Die Tränen von Triest
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Für mich sind die Romane von Beate Maxian inzwischen ein Garant für gute Unterhaltung. Wenn ich eines ihrer Bücher in die Hand nehme, weiß ich, dass ich mir für die nächsten Stunden sonst nicht viel vornehmen ...

Für mich sind die Romane von Beate Maxian inzwischen ein Garant für gute Unterhaltung. Wenn ich eines ihrer Bücher in die Hand nehme, weiß ich, dass ich mir für die nächsten Stunden sonst nicht viel vornehmen brauche. Auch diesmal hatte das neueste Buch von Beate Maxian, „Die Tränen von Triest“, wieder genau diese Wirkung auf mich.

Gleich zu Anfang lernen wir die junge Innenarchitektin Johanna Silcredi kennen. Sie hat Geburtstag und freut sich auf ein schönes Essen mit Roman, ihrem Lebensgefährten seit sechs Jahren. Doch dann kommt alles ganz anders als gedacht und zwei einschneidende Ereignisse machen diesen Abend unvergesslich. Johanna macht sich auf Wunsch ihrer Familie auf nach Triest und stellt sich ihrer Vergangenheit …

Im zweiten Erzählstrang lernen wir Afra von Silcredi kennen, Johannas Urgroßmutter, die leider vor Johannas Geburt bereits verstarb. Eine Legende scheint sich um diese schöne Frau zu ranken, die ihre Urenkelin nun mit viel Elan aufzuklären versucht … wird es ihr gelingen, das Geheimnis um den vermeintlichen Vater ihres Großvaters aufzuklären?

Mehr kann ich eigentlich an dieser Stelle, ohne zu spoilern, zum Inhalt nicht verraten. Ich kann jedoch eine spannende Story versprechen, die mich an die Couch gefesselt hielt. Die wunderbaren Beschreibungen von Triest, die Kaffeehäuser, das Antiquitätengeschäft, die Restaurants und Hotels animierten mich zu so mancher Internetrecherche und haben mir richtig Lust auf Urlaub in Venetien gemacht. Der bildhafte Schreibstil machte das Buch zum Genuss. Warum ziehe ich diesmal dennoch ein Sternchen ab? Mir kamen einfach zu viele glückliche Zufälle vor, alles lief ein wenig zu glatt, alle Menschen waren mir fast ein wenig zu schön … dennoch wird Beate Maxian eine meiner Lieblingsautorinnen bleiben und ich freue mich auf weitere spannende Lektüre von ihr.