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Veröffentlicht am 28.12.2019

Starker Anfang, schwaches Ende

...als der Himmel uns berührte
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Mias Ehe schlittert geradewegs auf das Ende zu, denn ihr Mann Tristan nimmt es nicht ganz so genau mit dem gegebenen Treuversprechen. Damit Mia endlich wieder zu sich selbst findet, nimmt sie sich kurzerhand ...

Mias Ehe schlittert geradewegs auf das Ende zu, denn ihr Mann Tristan nimmt es nicht ganz so genau mit dem gegebenen Treuversprechen. Damit Mia endlich wieder zu sich selbst findet, nimmt sie sich kurzerhand eine Auszeit in den Rocky Mountains, und besucht ihre langjährige Freundin Dana. Und während der Indian Summer die kanadischen Berge in eine berauschende Farbenpracht taucht merkt Mia, dass es so viel mehr im Leben gibt als Erfolg im Beruf und dem damit verbundenen Geld. Sie kann sich nämlich nicht der unwiderstehlichen Anziehungskraft von Aiden entziehen, der sie mehr und mehr fasziniert…


„….als der Himmel uns berührte“ ist der neue Liebesroman aus der Feder von Jani Friese. Mit atemberaubenden und bildgewaltigen Landschaftsbeschreibungen der Rockys entführt sie den Leser direkt nach Kanada und lässt die wilde raue Bergwelt, kristallklare Seen und einzigartige Landschaften direkt vor dem inneren Auge entstehen.
Mias Lebensgeschichte ist geprägt von Naivität und emotionaler Abhängigkeit und mit ihren 35 Jahren steht sie zwar im Berufsleben fest auf beiden Beinen, ist aber ansonsten eher fremdgesteuert und manipuliert durch ihre Eltern und ihren untreuen Ehemann.
In der Abgeschiedenheit der Rocky Mountains lernt sie langsam, sich wieder selbst zu vertrauen und zurück zu ihrem eigenen Ich zu finden, öffnet nicht nur ihr Herz sondern auch ihre Seele.
Jani Friese schafft es, dem Leser die Riten und Gebräuche der indigenen Völker auf interessante Art und Weise zu vermitteln, die Neugier auf das Leben fremder Kulturen zu wecken und sich näher mit ihnen zu befassen.
Der Roman beflügelt und reißt den Leser immer wieder mit, weil die Geschichte abwechslungsreich und sehr spannend geschildert ist.
Doch dann kommt der große Bruch, denn ab Kapitel 13 bedient sich Jani Freise leider allen gängigen Klischees, die es in der breiten Masse der Liebesromane zu finden gibt. Das lässt die bis dahin sehr gute Erzählung plötzlich ideenlos erscheinen – Jani Friese kann das eindeutig besser und es ist schade, dass sie sich solcher Schablonen und stereotypen Szenen bedienen muss.
Durch diesen starken Abfall der Geschichte kann ich leider nur noch 3 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 14.12.2019

Manchmal romantisch, manchmal zäh wie Honig

Die Liebesbriefe von Montmartre
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Wie führt man ein Leben weiter, wenn einem das Liebste genommen wird, was man auf Erden hat ? Julien trauert um seine geliebte Frau, die ihm der Tod aus den Armen gerissen hat. Gerade einmal 33 Jahre alt ...

Wie führt man ein Leben weiter, wenn einem das Liebste genommen wird, was man auf Erden hat ? Julien trauert um seine geliebte Frau, die ihm der Tod aus den Armen gerissen hat. Gerade einmal 33 Jahre alt durfte sie werden und hatte doch noch ihr ganzes Leben vor sich. Da fällt es Julien umso schwerer, der letzten Bitte von Hélène nachzukommen .Er soll 33 Briefe schreiben, für jedes Lebensjahr einen, und sie im Geheimfach im Sockel der Engelsstatue auf dem Friedhof verstecken. Doch dass er einmal "Antwort" auf seine Briefe erhält, damit hat Julien nicht gerechnet...

Nicolas Barreau ist ein Garant für Romantik, Herzschmerz und viel Gefühl, doch in diesem Roman ist es mir manchmal zu viel des Guten. Der Autor weiß zwar die Gefühlswelt von Julien für den Leser sehr einfühlsam und mit leisen Worten nachzubringen, aber irgendwie fehlt immer noch ein kleines bisschen, um den Blick in das trauernde Männerherz und die damit verbundenen Seelenschmerzen auch wirklich fühlbar zu machen.
Die Nebenfigur Catherine läuft Julien den Rang ab und bekommt in meinen Augen die Rolle der Schlüsselfigur zugedacht, denn plötzlich dreht sich alles nur noch um sie. Sie nimmt Julien an der Hand, weist ihm den Weg durch seine Trauer und kann somit auch ihre eigene Melancholie verarbeiten.
Der Weg aus dem Schmerz hinein ins Licht der Liebe ist mit dem für Barreau typischen Gespür für Romantik und Feingefühl versehen, wirkt aber manchmal zäh wie Honig und lässt einige Szenen recht kitschig erscheinen. Eine ausgewogenen Dosierung hätte hier für das nötige Gleichgewicht gesorgt, denn hier ist an manchen Stellen doch recht schnell zu erahnen, wie sich alles entwickeln wird.
So bleibt es für mich eine rührselige, romantische Geschichte mit einem ernsten Hintergrund und einer schönen Botschaft, aber so ganz rund ist die Erzählung leider nicht.

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Veröffentlicht am 14.12.2019

Kommt nicht wirlich auf den Punkt

Die Spur des Medaillons
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Nina ist Goldschmiedin und führt ein kleines Schmuckgeschäft in Berlin. Die Tage verlaufen immer recht ereignislos, bis eines Tages ein gutaussehender Amerikaner ihren Laden betritt und sie mit der Restauration ...

Nina ist Goldschmiedin und führt ein kleines Schmuckgeschäft in Berlin. Die Tage verlaufen immer recht ereignislos, bis eines Tages ein gutaussehender Amerikaner ihren Laden betritt und sie mit der Restauration eines alten Medaillons beauftragt. Nina traut ihren Augen nicht, als sie das Schmuckstück in den Händen, denn das passende Gegenstück gehört ihrer russischen Großmutter Natascha. Ninas Neugier ist geweckt und so fragt sie ihre Großmutter nach dem Ursprung des Schmucks und taucht ein in eine Lebens- & Liebegeschichte, die in den Wirren der russischen Revolution beginnt…

„Die Spur des Medaillons“ ist ein historischer Liebesroman, der nicht ganz so begeistert, wie ich mir das erhofft habe. In zwei Zeitsträngen erzählt, weiß die Handlung in der Vergangenheit mich an die Seiten zu fesseln und mich eine bittersüße Liebesgeschichte erleben, während die Handlung in der Gegenwart nicht an die Qualität des historischen Teils heranragt.
Ich mag die Figuren aus der Epoche, denn sie sind alle sehr kraftvoll, mit einer gewissen Kühnheit und einem großen Freiheitsdrang gezeichnet. Ihre Lebenswege sind interessant ausgestaltet und lassen einen tiefen Einblick in die geschichtlichen Ereignisse zu. Egal ob Russische Revolution, Leben im Exil, Beginn der Schreckensherrschaft der Nazis und die Folgen im Zweiten Weltkrieg – Tania Schlie weiß diese Rückblicke für den Leser sehr plastisch und bildreich zu gestalten und macht so den Roman zu einer aufregenden, aufwühlenden Zeitreise.
Jedoch gelingt es ihr nicht wirklich, diese Emotionen aufrecht zu erhalten und in die Gegenwart zu transportieren, denn die Erzählung am Schauplatz Berlin Ende der 1990er Jahre wirkt recht angestaubt und antiquarisch. Auch schleichen sich immer wieder einmal Logikfehler ein, die mich doch etwas stören. Nina wirkt im Vergleich mit ihrer Großmutter Natascha eher glanzlos und langweilig, auch wenn man ihr mit dem Gefühlswirrwarr und dem Herzschmerz ein wenig Aufregung vermitteln will. Sie wirkt eher wie eine Statistin und bekommt den Rang von ihrer eigenen Großmutter abgelaufen. Natascha ist hier für mich der strahlende Mittelpunkt in dem Roman, denn sie füllt mit ihrer Präsenz nicht nur die Seiten, sondern man hat das Gefühl, dass sie direkt vor einem steht und mit dem Leser ihre Lebensgeschichte bereitwillig teilt.
Die Suche nach der Spur des Medaillons gestaltet sich an manchen Stellen recht ausufernd und langwierig, weil die Erinnerungen von Natascha recht ausschmückend und weitschweifig erzählt sind. Eine Straffung hätte hier gutgetan, um manche Dinge einfach schneller auf den Punkt zu bringen.
Die Auflösung zum Schluss galoppiert im Gegenzug regelrecht am Leser vorbei und da hätte ich mir doch ein wenig mehr Tiefgang und Gefühl gewünscht. So bleibt leider ein wenig Enttäuschung zurück, denn das im Titel angepriesene Schmuckstück kommt in meinen Augen viel zu kurz, spielt nur eine untergeordnete Rolle und muss vielen Nebensächlichkeiten Platz machen. Schade, aber hier kann ich nur gut gemeinte 3 Sternchen vergeben

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Veröffentlicht am 11.11.2019

Aufguss zweier bereits veröffentlichter Bücher

Lichterglanz und Liebesträume
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Lichterglanz und Liebesträume verführt mit einem winterlichen Cover und gaukelt dem Leser vor, dass er eine komplett neues Buch der Autorin in der Hand hält. Doch weit gefehlt, denn dieses Christmas-Bundle ...

Lichterglanz und Liebesträume verführt mit einem winterlichen Cover und gaukelt dem Leser vor, dass er eine komplett neues Buch der Autorin in der Hand hält. Doch weit gefehlt, denn dieses Christmas-Bundle enthält die bereits vor Jahren veröffentlichten Bücher "Liebesmärchen in New York" und "Nie mehr allein".

Jedem Nora-Roberts-Fan dürften beide Romanzen wohl bekannt sein und daher ist schon nach wenigen Seiten klar, dass man diese Bücher irgendwann schon einmal gelesen hat und man klappt enttäuscht das Buch zu, denn eine Geschichte, die ich bereits kenne, muss ich nicht nochmal lesen. Ich weiß ja bereits, was passiert und wie der Verlauf sein wird.

Beide Erzählungen sind in sich stimmig, verzaubern mit viel weihnachtlichem Flair, viel Schneegestöber, leuchtenden Kinderaugen und verliebten Herzen - sie sind in meinen Augen 4 Sterne wert..

Aber insgesamt kann ich nur 3 Sterne vergeben, weil hier der Leser nach Strich und Faden veräppelt wird - man freut sich auf Winterfunkelglitzerzauber und bekommt Schnee von gestern. Ich finde es sehr enttäuschend und habe mir von einem Verlag wie mtb doch mehr erhofft, als ständig fade Aufgüsse von bereits veröffentlichten Büchern, die immer wieder in neuem Gewand präsentiert werden - diese Verhalten kann ich nur mit 2 Sternen bewerten.

Veröffentlicht am 11.11.2019

Leider nicht mehr als ein Liebesroman

Alles, was wir sind
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Moskau will mit aller macht verhindern, dass ein Buch den Siegeszug in Westeuropa antritt und setzt alles daran, dass Pasternaks "Dr. Shiwago" nicht erscheint. Doch Pasternaks Geliebte gibt so schnell ...

Moskau will mit aller macht verhindern, dass ein Buch den Siegeszug in Westeuropa antritt und setzt alles daran, dass Pasternaks "Dr. Shiwago" nicht erscheint. Doch Pasternaks Geliebte gibt so schnell nicht auf, hält zu ihrem Boris und stärkt ihm den Rücken. Gleichzeit weckt die Geschichte Pasternaks das Interesse des CIA und es entsteht eine geheime Mission, das Buch hinter dem Eisernen Vorhang herauszuschmuggeln und das unveröffentlichte Manuskript zu verbreiten. Ein Siegeszug beginnt, der bis heute seinesgleichen sucht....

"Dr. Schiwago" ist für mich der Inbegriff der russischen Seele und genau diese Seele habe ich in diesem Buch schmerzlich vermisst. Lara Prescott hat zwar sehr sauber recherchiert und versucht, ihrem Buch ein bisschen von diesem besonderen Flair einzuhauchen, aber es gelingt ihr nur ansatzweise, denn ihre Figuren bleiben für mich sehr oft außen vor und können mich nicht wirklich von sich begeistern.
Die Gesellschaft und die Jahre rund um den kalten Krieg werden hier als eher stereotypes Bild projiziert und den Einblick in den Ost-West-Konflikt habe ich schon wesentlich mitreißender geschildert bekommen. Prescott hat zwar Zugriff auf die freigegebenen CIA-Akten, aber ihre Erzählung entspringt überwiegend ihren eigenen Ideen. Die Fakten fließen zwar in ihrem Buch mit ein, wirken aber eher als Randgestaltung mit, als dass sie mich überzeugen können.
Die Entstehungsgeschichte rund um den Roman Dr. Schiwago ist interessant geschildert, verliert sich aber mehr und mehr in einer Romanze, anstatt mit harten Fakten den Leser zu überzeugen.
Die Rolle der beiden Frauen Olga und Irina wird hier an manchen Stellen überdeutlich hervorgehoben und man bekommt einen Einblick in die bisher unbekannten Ereignisse von der Entstehung bis hin zum Veröffentlichen eines umstrittenen Romans des letzten Jahrhunderts.
Die Macht des geschriebenen Wortes , die Macht der Liebe einer Frau - da steckt extrem viel Potential dahinter, welches aber nur ansatzweise angerissen wird.. Für mich kein Spionageroman, der mich mitreißt, sondern eher eine Romanze mit spannendem Hintergrund. Schade, es hätte gut werden können.