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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.12.2019

Mehr eine Geschichte fürs Lagerfeuer als ein Thriller

Draussen
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Sie leben im Wald. Verborgen vor der Gesellschaft. Kein Internet, keine Handys, kein GPS. Sie wissen im Notfall wie sie sich verteidigen, haben gelernt mit Waffen umzugehen. Sie essen was sie jagen oder ...

Sie leben im Wald. Verborgen vor der Gesellschaft. Kein Internet, keine Handys, kein GPS. Sie wissen im Notfall wie sie sich verteidigen, haben gelernt mit Waffen umzugehen. Sie essen was sie jagen oder pflücken. Aber sie wissen nicht warum es so ist.

Die 17-jährige Cayenne und ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Joshua leben bereits seit einer sehr langen Zeit dieses Leben. Zusammen mit ihrem Anführer Stephan.
Weit weg von der Zivilisation führen sie ein eher ungewöhnliches Leben. Warum dies so ist, das wird ihnen nicht verraten. Nur das sie in Gefahr sind. Das es Menschen gibt, die ihren Tod wollen. Dabei sind es nur Kinder und weder wir noch die Kinder wissen warum. Ihr Anführer schweigt sich darüber aus.

Da aber so ganz ohne Geld kein Leben möglich ist und auch hin und wieder der Wald allein nicht reicht, muss Stephan einen gefährlichen Kompromiss eingehen. So arbeitet er für eine Survivalgruppe, wo Bürger sich auf den totalen Zusammenbruch der Zivilisation vorbereiten. Dem überleben ohne Strom und dem klassischen Leben. Die Kinder bekommen gelegentlich die Möglichkeit auf einem Campingplatz zu leben. Aber dieser Luxus ist ihnen eher selten erlaubt.

Wir springen nun in den zweiten Erzählstrang. Politik, Strom, Macht. Wir lernen Wagner kennen. Lobbyist, mit Leib und Seele, welcher den Stromriesen verhilft bei ihrer Macht zu bleiben. Seine Finger hängen in der Politik mit drin, wie in der Brieftasche von so mancher Person welche geschmiert und bestochen werden muss.

Zudem lesen wir eine Geschichte. Eine Geschichte, welche in der Vergangenheit passierte und sich Schritt für Schritt der Gegenwart nähert. Über einen Mann, welcher sich der Fremdenlegion in Frankreich angeschlossen hat und dort um das tägliche Überleben in seiner Ausbildung vor Ort erzählt.

Drei Erzählstränge, eine Menge an Charakteren und erstmal viele offene Fragen eröffnen das Buch und ziehen sich eine ganze Zeit lang durch. Wir erfahren von Menschen, die töten, von Menschen, welche sterben werden. Menschen, die ihre Macht ausnutzen, um ihre Ziele zu erreichen. Aber es sind auch zwei Kinder da, sie stehen im Mittelpunkt einer Geschichte, und wissen dies nicht. Denn sie sind der Dreh und Angelpunkt für alles was passiert und das ist mehr als die beiden nur erahnen können. Wir als Leser erfahren es, aber verstehen können wir es nicht. Denn erst am Ende des Buches wird erläutert warum alle Welt diese Kinder tot sehen will.

Leider ist der Weg dorthin sehr steinig. Viele Tage müssen wir uns im Wald rumplagen, das Gezicke von Cayenne ertragen, die Gehorsamkeit von Josh erleben und das ständige Verschweigen und Lügen von Stephan. Nicht einer der Charaktere gewinnt dadurch bei uns Sympathie. Wir verstehen die Gründe nicht, welche auch nie erklärt werden. Das wiedersetzten von Cayenne ist vollkommen verständlich, aber ihre Art es rüber zu bringen ist nur anstrengend. Und dazwischen passiert gefühlt einfach nichts.

Erst im letzten Drittel des Buches kommt es zu einem großen und sehr umfangreichen Geschehen, welche das Buch nun in eine Richtung schiebt, dass es nun für das Ende gebündelt starten kann. Bis dorthin ist es jedoch nur eine Aneinanderreihung von Ereignissen welche sinnfrei, falsch gesetzt und stellenweise Lückenfüllend wirkt.

Man kann das Buch lesen, darf aber keinen Thriller erwarten, als vielmehr eine Geschichte, welche man am Lagerfeuer innerhalb von zwanzig Minuten erzählt haben könnte.

So ist der Ausflug in die Welt der Thriller seitens der beiden Autoren leider ein Fehlschlag gewesen und ich empfehle bei den Krimis zu bleiben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.12.2019

Leider absolut nicht meins

Love and Confess
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Wer Romane von Colleen Hoover liest, erwartet eine andere Welt als die von Cecila Ahern. Die Bücher von Hoover sind in meinen Augen düsterer, mehr auf junge Menschen geprägt. Und so gerne ich Bücher für ...

Wer Romane von Colleen Hoover liest, erwartet eine andere Welt als die von Cecila Ahern. Die Bücher von Hoover sind in meinen Augen düsterer, mehr auf junge Menschen geprägt. Und so gerne ich Bücher für junge Menschen lese, so werde ich mit ihren Büchern nicht richtig warm.

So fand ich die Geschichte zum Anfang echt interessant. Das arme Mädchen kommt zurück nach Hause. Einem zu Hause das nicht mehr ist was es war. Sie ein paar Jahre zuvor mit knapp 16 rum verlassen hat, um mit ihrer Liebe wegzuziehen. Liebster nun tot, Kind von ihm und nichts zur Selbstständigkeit. Das Sorgerecht ist ein Problem, Geld ist ein Problem, alles ist ein Problem. Dann kommt der echt großartige Part mit der Galerie und den Wünschen. Das gab mir einen guten Schwung in dem Buch und Owen sprach mich auch direkt positiv an. Und dann ging es wieder runter. Düster und zäh, leider einfach nicht wirklich gut. Zu viele negative Charaktere von der Schwester von Auburn bis hin zum baldigen Schwager.

Der Wechsel beim Lesen, zwischen den Auborn und Owen war gut, aber dennoch fehlte mir einfach zu viel im Buch. Das ständige Geheimnis um die böse Vergangenheit, welche immer angedeutet wurde und das war es.
Der Freigeist und Künstler auf der einen Seite und das für mich noch mehr Kind als Erwachsene in Auborn die nichts gerafft bekommt. Alles in allem hat mich das Buch so sehr genervt das ich es bei etwas 70% abgebrochen habe.
Man hätte den Charakteren einen anderen Stand geben müssen und das ständige düstere nicht so extrem sein müssen. Zudem sie gerade jemanden verloren hat und sofort wieder verliebt ist, dass ist mir dann doch zu viel erzwungenen Glück.

Veröffentlicht am 14.10.2025

Für die breite Masse, die keinen Tiefgang benötigt

Heart of Night and Fire
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Nisha J. Tuli ist eine kanadische Fantasy-Romance- und SPIEGEL-Bestsellerautorin, welche große Bekanntheit mit der Reihe »Trial of the Sun Queen« erlangt hat.
Nur gehörte ich bis dato zu den Leserinnen, ...

Nisha J. Tuli ist eine kanadische Fantasy-Romance- und SPIEGEL-Bestsellerautorin, welche große Bekanntheit mit der Reihe »Trial of the Sun Queen« erlangt hat.
Nur gehörte ich bis dato zu den Leserinnen, welche noch nichts von ihr gelesen haben. So war „Heart of Night and Fire“ für mich das erste Buch von ihr.
Auffallend ist natürlich das wunderschöne Cover und der dazugehörige Buchschnitt.
Das Buch ist der erste Teil eines Quartetts (4 Teile) und hat für mich eine besonders lange Eingangsgeschichte wiedergegeben. Natürlich lernt man erstmal die wichtigsten Charaktere kennen, die Stadt, die politischen Hintergründe, die persönlichen Hintergründe und das Setting wie z.B. Kleidung, Essen, Alltag der Protagnisten.
Für mich war genau dies etwas zu umschweifend und ausführlich und teilweise auch zu sehr in der Wiederholung zu lesen.
An dieser Stelle gehe ich gar nicht so viel auf den Inhalt ein, da der Klappentext einfach alles verrät, was im Buch vorkommt. So ist mir Zarya anfangs noch sehr sympathisch gewesen, da die Ende 20-Jährige ihr Leben lang gefangen im Haus in der Wildnis war und nur hin und wieder das nahe gelegene Dorf besuchen durfte, aber keine wirklichen Kontakte außer Row (Ihr Ersatz-Erziehungsberechtigter und Mentor) sowie der andere Lehrling Aarav hatte. Die damit verbundene Naivität und Leichtgläubigkeit gepaart mit dem Wunsch ihrer Liebesgeschichten, konnten mich gerade zum Anfang ihre Fehler verstehen lassen.
Doch schnell änderte sich dies, als sie zu schnell Vertrauen schenkt, sich den Leuten, ohne nachzudenken öffnet und dann nicht einmal wirklich bemüht ist den verschwundenen Row zu finden.
Die Geschichte plätschert dann vor sich hin und die Leser können schnell erkennen, wohin die Story führt. Leider für mich nicht wirklich vom Fleck und das Ende ist es dann, wo viel passiert, aber den kompletten Hauptteil des Buches nicht auffangen konnte.
Zu den restlichen Charakteren kann man keine Tiefe entwickeln, da alle zu oberflächlich bleiben. So wie die ganze Geschichte mit vielen losen roten Fäden, die teilweise zum Ende immer noch offenbleiben. Dazu eine sehr schwache Schreibweise, die gut zu Teenagern passt, die man gerne zum Lesen bringen will. Wenn man jedoch auf ein bisschen mehr Tiefgang der Sprache hofft, so ist man hier falsch.
Für mich ist das Buch mehr Schein als Sein. Fantasy ist hier hinter vielen Wiederholungen und Oberflächlichkeiten verloren gegangen. Liebesgeschichte, sei es auch sehr langsam, kann ich hier ebenfalls nicht bestätigen.
Für mich leider ein Flop und ich werde die Reihe nicht vorsetzen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2025

Die Geschichte so Kopflos wie das Cover

Anima Daemonis
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Anima Daemonis sprach mich mit seinem düsteren Cover und dem bunten Buchschnitt zusammen mit einem interessanten Klappentext sofort an. Auch die Leseprobe war wirklich gut zu lesen. So freute ich mich ...

Anima Daemonis sprach mich mit seinem düsteren Cover und dem bunten Buchschnitt zusammen mit einem interessanten Klappentext sofort an. Auch die Leseprobe war wirklich gut zu lesen. So freute ich mich bei Vorablesen das Buch gewinnen zu dürfen.

Man wird gefühlt sofort in die Geschichte geworfen und ist direkt mit der 19-Jährigen Änlin am Mitzittern, wie sich diese gereinigt in eine Badewanne setzt, um sich die Pulsadern anzuschneiden. Denn sie muss mit Ihrer Seele runter in die Hölle, während der Körper in der Wanne nicht sterben darf, als Anker für die menschliche Welt.

Denn sie hat die Mission Mephisto zu finden. Den Dämonen, der ihr als Kind aus einer schwierigen familiären Situation zu helfen. Auch wenn dies der Tod von anderen Menschen bedeutet. So ist sie als Kind von dem Dämon besessen gewesen, und dennoch war er ihr Freund und ihre Familie zugleich.

So geht sie den untypischen Weg in die Hölle und sucht dort im Reicht der Göttin Myrjam die Dämonin Nepthys. Die Kriegsverbrecherin und Schande der dort lebenden Königin Morwen, soll Änlin zu Mephisto bringen.

Doch der Weg durch die Hölle ist gefährlich. Neben Dämonen, die ihre Seele für sich haben wollen, ist auch die Königin nicht davon angetan, Änlin zu sehen.

Wir erfahren viel über die politische Situation, ähnlich einem normalen menschlichen Mittelalter mit Bezirken und Fürsten, einer Königin und einer Göttin. Krieger unter der Fahne der Königin schützen die Dämonen, denn die Menschen sind die Bösen und Feinde.

Die Dämonen haben die Aufgabe den Seelen der gefallenen Menschen zu helfen. Sie sollen helfen, müssen beraten, sich in die Seelen versetzen und auch bekehren. Auch teilweise mit höllischen Mitteln. Aber das Ziel ist, die Seelen dazu zu bekommen, ihre Sünden einzugestehen und mit Glück sogar eine Wiedergeburt erhalten können. Daher sind die Dämonen empathischer als es je ein Mensch sein könnte.

„Merke dir: Alles in der Hölle ist ein Test. Eine Seele will sich entwickeln, will wachsen, will reifen.“

Dieses Zitat gefiel mir sehr gut und auch muss ein Buch sich für mich entwickeln und reifen und auch wachsen. Die Geschichte begann stark und interessant und dann war es so schnell weg. Zu viele Namen und kein gutes Weltbild. Die Hölle ist optisch teilweise wunderschön in grünen Gärten, dann böse Gewässer, dann normale Städte ... aber alles immer nur so angeschnitten und ich kann mir kein wirkliches Bild machen. Dann die Königin die unsere Hauptakteurin nicht mag. Mephisto als der Schoßhund der Königin auch nicht wirklich greifbar. Die Dialoge zu flach, auch wenn sie versuchen die Vergangenheit erklären, Emotionen, die nicht greifbar sind.

Leider habe ich bei mehr als 1/3 das Buch für mich beenden müssen. Ich denke mal mit dem oben habe ich dennoch einen guten Überblick gegeben. Auch wenn ich Rezensionsbücher sehr selten beende, aber hier war es ein Krampf es zu lesen.

Veröffentlicht am 05.05.2025

Du hast zu wollen, egal was du willst. Denn ich bin Hades

A Touch of Ruin
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Mir ist diese Bewertung echt schwer gefallen, da ich nicht ganz sicher bin, wie ich die Geschichte einordnen soll. Wo mir der erste Teil noch gefallen hat, habe ich mit dem zweiten schon echt zu kämpfen ...

Mir ist diese Bewertung echt schwer gefallen, da ich nicht ganz sicher bin, wie ich die Geschichte einordnen soll. Wo mir der erste Teil noch gefallen hat, habe ich mit dem zweiten schon echt zu kämpfen gehabt.

Persephone und Hades ein Paar von dem niemand was wissen darf, vor allem nicht die Tatsache das sie eine Göttin ist. Aber eines kann sie gut, alles dafür tun das ihr Geheimnis keines bleibt. Wo im ersten Teil das kennen lernen durch einen Bund aus ihrer Dummheit entstand und sie vom kleinen Mädchen zur taffen Frau wurde und sich ihrer Mutter stellte, wird sie im zweiten Teil zur Mutter der Nation und einer richtigen Zicke, welche oftmals einfach nur dumm in ihrem Verhalten ist.

Fangen wir von vorne an. Persephone ist gerne in der Unterwelt. Immerhin ist sie nicht so schlimm wie gedacht, zumindest nicht für sie und immerhin hat sie Freundin Yuri da unten, mit der sie Spaziergänge stattfinden lassen kann und die ein oder andere Seele unten begrüßt und das Gefühl gibt, dass alles gut geht. Auch wenn es am Ende dies nicht tut.

Dann ist da Freundin Lexa. Die wird arbeitslos. Also bettelt man Hades an und schwups bekommt die nen Platz in einer seiner Wohltätigkeitsfirmen. Davon hat er mehrere, denn so bad Gott ist er dann doch nicht. Er ist zwar der Gott der Unterwelt, aber deswegen muss man ja nicht direkt durchgängig scheiße sein. Außer das gerade er, seine Absichten nicht immer klar äußert, dass er seine Gabe sich unsichtbar zu machen nutzt um in Gespräche zu springen und oftmals Persephone seine Nähe aufdrängt, auch wenn die gerade nicht will. Nicht gerade selten grenzte es für mich schon an eine Vergewaltigung, wenn er ihr bei ihrem Fehlverhalten ihr droht, sie so hart zu nehmen, dass sie es bereuen wird.

Und neben Yuri und Lexa kommen noch andere Charaktere ins Spiel. Freundinnen, Orakel, die schreckliche Mutter, Götter und eine Ex-Geliebte von Hades. Und es ist so scheiß egal, wie extrem verletzend, dominant und absolut unmöglich sich jemand benimmt, Persephone schafft es ein Herz für die falschen zu haben. Wie kann man die Ex von Hades schützen wollen und der Mutter nicht mal richtig die Meinung sagen? Dann legt sie sich mit den falschen Göttern an und ist verwundert, wenn sie aufs Maul bekommt.

Es tut mir leid es sagen zu müssen, aber für mich ist die Geschichte einfach unmöglich in ihrem zweiten Teil. Zu viel Sex, zu viel Dominanz, Gewalt die Verherrlicht wird, Hades darf alles, Persephone ist ein bockiges, kleines Kind welchem der Sex zu sehr zum Kopf gestiegen ist und eine Fehlentscheidung nach der anderen trifft.

Das ganze Buch legt es darauf an, dass sie die Nebencharaktere in den Mittelpunkt schiebt, Ihren Höhepunkt den Leuten ins Gesicht, die Pornoszenen deutlicher beschrieben als in manchen Filmen zu sehen sind und das ganze unter dem Tuch der „Lovestory“. Für mich war der erste Teil toll, weil sie in ihrer Anonymität versuchte der Situation Herrin zu werden, jetzt ist es einfach nur noch billig und nicht mehr schön zu lesen.

Ich werde den dritten Teil nicht mehr lesen