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Veröffentlicht am 14.11.2020

Irritierend

Mr. Crane
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Der Schriftsteller Stephen Crane ist an Tuberkulose erkrankt und kommt im Jahr 1900 in ein Sanatorium. Dort trifft er auf die junge Schwester Elisabeth zu der er schnell eine Beziehung aufbaut.

Vorab: ...

Der Schriftsteller Stephen Crane ist an Tuberkulose erkrankt und kommt im Jahr 1900 in ein Sanatorium. Dort trifft er auf die junge Schwester Elisabeth zu der er schnell eine Beziehung aufbaut.

Vorab: Selten hat mich ein Buch so irritiert. Einerseits ist da der Schreibstil, der auf mich manchmal sehr verworren wirkte, zum anderen war es mir manchmal kaum möglich dem Gesagten zu folgen. Vor allem der kranke Crane, der in Zeiten und Situationen munter umher hüpft, hatte es mir und auch der Schwester Elisabeth nicht leicht gemacht. Doch auch ihr Verhalten hat mich nicht selten irritiert. Wie kann eine gut ausgebildete Schwester, die weiß wie Tuberkulose übertragen wird und was sie mit dem menschlichen Körper anstellt, solche Risiken eingehen (von gesellschaftlichen Folgen mal abgesehen)? Ja, es gab eine gewisse Verbindung zwischen den beiden, aber ist es diese wert alles zu verlieren? Für mich eine klare Sache – nein! Auch wenn Crane ein netter Mensch zu sein schien, so hat er auch einige Schwierigkeiten fernab der Erkrankung, die ihn Tag für Tag mehr schwächt. Elisabeth, die ebenfalls so manche Schwierigkeiten zu bewältigen hat, war mir anfangs sympathisch, doch das legte sich mit der Zeit, denn ihre Handlungen waren einfach zu wenig nachvollziehbar.
Und trotz aller Kritik habe ich das Buch dennoch recht schnell gelesen und wollte wissen, was genau da vor sich geht. Schnell gelesen, obwohl ich es teils sehr langatmig fand und genau das ist auch ein Aspekt, der mich einfach nur irritiert, denn gewöhnlich komme ich bei langatmigen Büchern kaum voran.
Gelungen fand ich die zweite Zeitebene, die die Ereignisse um Crane wieder in den Vordergrund rückten und erklärten, warum Elisabeth 14 Jahre später so und nicht anders bei ihrem neuen Patienten handelte. Die Geschichte um den neuen Patienten fand ich auch ganz gelungen – nur war sie gar nicht sooo elementar.
Gelungen sind weiter die eingestreuten historischen Fakten und die Aspekte über den Krieg oder Kriech, wie Elisabeth sagt, der allgegenwärtig ist und kritisch betrachtet wird.

Das Buch ist aus meiner Sicht bestenfalls mittelmäßig und wirklich empfehlen kann ich es nicht.

Veröffentlicht am 17.12.2019

Langweilig und klischeehaft

Blood Orange - Was sie nicht wissen
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Alison ist Anwältin, Mutter, Ehefrau und all das mit einem Alkohol- sowie Eheproblem. Nun bekommt sie ihren ersten Mordfall und einiges dort erscheint manches wenig stimmig. Während sie versucht eine Verteidigungsstrategie ...

Alison ist Anwältin, Mutter, Ehefrau und all das mit einem Alkohol- sowie Eheproblem. Nun bekommt sie ihren ersten Mordfall und einiges dort erscheint manches wenig stimmig. Während sie versucht eine Verteidigungsstrategie aufzubauen, frönt sie ihrer Affäre, vernachlässigt ihre Familie und trinkt viel zu viel.

Mehrfach habe ich das Buch unterbrochen, weil mir die Protagonistin einfach zu speziell war. Ihre Affäre, ihr Alkoholkonsum und ihr ganzes Wesen (sich wie Dreck behandeln zu lassen, ist für meine Begriffe einfach nur überholt und wenig ansprechend)haben mich wenig überzeugt. Auch die Geschichte als solche war über weite Strecken einfach nur langweilig und ergab erst nach dem Ende einen tieferen Sinn – nur war ich in erster Linie froh, als das Buch vorbei war.

Der Schreibstil hat mich auch nicht überzeugt, die vielen Sprünge mal hierhin, mal dorthin haben mich einfach nicht überzeugt. Vieles erschien mir zu klischeehaft und ich hatte auch schnell einen gewissen Verdacht. Wenn ich auch nicht die Grundlage richtig „verraten“ habe (es war auch mal was eher Außergewöhnliches), so hat mich der wahre „Täter“ keineswegs überrascht. Vielmehr war es schon nach wenigen Seiten klar, wer der Böse ist, nur das wie und warum blieben noch eine Weile offen. Das Warum sogar in Teilen noch nach Beenden des Buches…

Unter dem Strich wenig überzeugend und ich hätte es mir auch schenken können mich durch das Buch zu quälen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.08.2019

Enttäuschendes Ende

ATME!
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Nile ist scheinbar eine glückliche Frau, denn sie ist mit ihrem Traummann zusammen, der scheinbar nur noch für sie da ist. Doch das Glück hält nicht lange an. Während sie ein Brautkleid kaufen möchte, ...

Nile ist scheinbar eine glückliche Frau, denn sie ist mit ihrem Traummann zusammen, der scheinbar nur noch für sie da ist. Doch das Glück hält nicht lange an. Während sie ein Brautkleid kaufen möchte, verschwindet Traummann Ben plötzlich spurlos. Nile verfällt in Panik und versucht alles, um ihren Ben wieder zu finden. Ihre Suche treibt manchmal seltsame Blüten…


Sehr schnell bemerkt der Leser, dass die Erzählerin Nile ein außergewöhnlicher Charakter ist, dessen Gegenwart man im eigenen Leben nicht unbedingt schätzen würde. Dabei fragt man sich, wo die Ursachen für ihr spezielles Wesen sein könnten und ob man ihr eventuell auch Unrecht tut und sie zu schnell in die falsche Schublade steckt. Diese Fragen habe ich mir von Beginn an gestellt, denn irgendwo müssen ihr Hang zur Übertreibung und ihre Ängste, die richtig greifbar sind ja herkommen… Während die Panik gut dargestellt ist und auch ein gewisses Interesse wecken konnte, haben mich die Rückblenden zu Niles und Bens Beziehung oft nur den Kopf schütteln lassen. Oft sind ihre Handlungen nur noch wirr (sowohl in den Rückblenden, als auch und im besonderen bei der Suche nach Ben) und auch Bens Ex, die Nile irgendwann bei der Suche hilft, hat mich nicht immer überzeugen können. Zumal immer mehr Dinge geschehen und Fragen aufgeworfen werden, die alles in einem anderen Licht erscheinen lassen.


Wer sagt die Wahrheit? Kann man Nile trauen oder ist sie vielleicht noch schlimmer, als man das vermutet? Wo ist Ben? Was steckt hinter allem? Ist vielleicht alles nur ein Hirngespinst? Ärgerlich finde ich, dass zum Ende hin manche sehr zentrale Frage offen bleibt. Natürlich kann man sich ein eigenes Bild machen, aber manches hätte ich schon gerne von der Autorin beantwortet bekommen. Negativ ist mir auch aufgefallen, dass es mir einfach über sehr weite Strecken einfach zu wenig spannend war.


Der „Thriller“ greift auch ein interessantes, gesellschaftlich viel zu wenig beachtetes Thema auf und das Buch lässt sich wegen kurzer Kapitel(auch bei begrenztem Interesse) sehr schnell lesen. Deshalb war das Buch kein kompletter Reinfall und trotzdem hat es mich unter dem Strich enttäuscht. Längen in der ersten Hälfte und insbesondere das Ende sind eine pure Enttäuschung für mich gewesen und entsprechend werde ich das Buch auch nicht weiterempfehlen. Was ich jedoch empfehle ist das Lesen einer Leseprobe, denn wie man an anderen Rezensionen sieht, gefällt das Buch den einen sehr, den anderen gar nicht. Also einfach mal unverbindlich reinlesen und dann entscheiden.

Veröffentlicht am 02.06.2019

Gute Idee, aber bescheidene Umsetzung

Gefangen im Riesenbuch (3)
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Ein Buch über Bücher bzw. eine ganzer Geschichte darum - das klingt in Ohren eines Bücherwurmes, der auch hofft, dass viele junge Leser das Medium "Buch" schätzen lernen, sehr gut. Ich habe schon lange ...

Ein Buch über Bücher bzw. eine ganzer Geschichte darum - das klingt in Ohren eines Bücherwurmes, der auch hofft, dass viele junge Leser das Medium "Buch" schätzen lernen, sehr gut. Ich habe schon lange kein Kinderbuch mehr gelesen und war zunächst der Auffassung, dass mich das Buch nicht anspricht, weil es eben ein Kinderbuch ist, aber mit der Zeit wurde mein Gefühl zwiespältiger – dafür konnte ich aber genauer sagen, woran das lag.

Zunächst einmal fand ich schon direkt, dass das Buch billig wirkt – kein riesen Problem, aber eben doch auffällig und einfach nicht schön. Die Illustrationen hingegen sind gelungen und ansprechend, entgegen ersten Befürchtungen nach dem Einband und der Papierqualität. Trotzdem habe ich schon oft bessere Reisebroschüren in Händen gehalten. Doch einem kleinen Verlag mag man das noch nachsehen. Was aber nicht nachzusehen ist, gerade bei einem Kinderbuch nicht, sind die Tippfehler, die immer wieder mal vorkommen und mich bei einem Kinderbuch wirklich ärgern.

Die kurzen Kapitel sind kinderfreundlich, der Schreibstil ist es ebenso gelungen, es entsteht eine gewisse Spannung und die Geschichte mag auch die Fantasie junger Leser anregen, aber ein großes Problem habe ich dennoch: Die (gefühlte?) Eigenwerbung! Vielleicht habe ich auch, ob der Broschürenartigkeit des Buches, direkt "Werbung" im Kopf, aber die Bezüge zur Reihe sind hier dermaßen "präsent", dass es schon negativ auffällt. In meinem Fall bewirkt das, im Zusammenspiel mit all den anderen Kritikpunkten, genau das Gegenteil - ich werde ganz sicher kein Buch der Reihe mehr lesen, wenn auch auf jeden Fall Potential da gewesen ist und man das Vorhaben Leselust zu wecken immer nur loben kann.

Unter dem Strich eine gute Idee ziemlich bescheiden umgesetzt und daher aus meiner Sicht nicht empfehlenswert.

Veröffentlicht am 13.05.2019

Wenig überzeugend und nicht den Erwartungen entsprechend

Gone Cat - Die stumme Zeugin
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Bruno ist der elfjährige Sohn eines Privatermittlers, der gerade seinen Job an den Nagel hängt. Das Interesse an Detektivarbeit ist aber übergesprungen und dann kommt es in der Nachbarschaft zu einem Mord. ...

Bruno ist der elfjährige Sohn eines Privatermittlers, der gerade seinen Job an den Nagel hängt. Das Interesse an Detektivarbeit ist aber übergesprungen und dann kommt es in der Nachbarschaft zu einem Mord. Der Junge und sein Vater ermitteln, außerdem verschwindet die Katze des Jungen und er muss auch in dem Fall aktiv werden, zumal beide Fälle zusammenhängen könnten.

Das Buch entsprach so gar nicht meinen Erwartungen – ganz so schlimm wäre das ja nicht – aber es hat mich auch nicht wirklich unterhalten. Der Schreibstil ist an sich rund und gut lesbar, aber die Geschichte war einfach wenig überzeugend. Dass Eltern ihren 11-jährigen Sohn so agieren lassen – schlicht undenkbar! Andererseits war es aber auch nicht so überspitzt dargestellt, dass es lustig gewesen wäre. Für Lacher sorgten bei mir nur manche von Brunos Überlegungen bezüglich seiner Katze, die er heiß und innig liebt.
Der Fall als solcher war wenig überzeugend, den die offenkundige „Lösung“ konnte nicht stimmen und die Auflösung war daher schon früh zu erahnen. Zwar wurden immer wieder falsche Fährten gelegt, aber die waren leicht durchschaubar. Eine Katze als mögliche Zeugin hätte ich mir auch interessanter vorgestellt und auch Brunos Zurückhalten von Beweisen verbessert nichts. Es ist auch keineswegs so, dass die Katze den Fall löst und die speziellen Charaktere konnten mich einfach nicht überzeugen.

Beendet habe ich das Buch nur, weil ich ungern ein Buch abbreche und grottenschlecht war es nicht, nur fehlte sowohl die Spannung und der Humor war auch viel zu selten aufgeblitzt. Insgesamt weiß ich noch nicht, ob das Buch nun spannend oder lustig sein sollte. Bis auf ein paar Schmunzler kam jedenfalls nichts bei mir rum.