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Veröffentlicht am 31.01.2020

Berührend, humorvoll und einfach nur wunderbar

Das Glück ist zum Greifen da
4

Ana ist ein herzensguter Mensch – eine liebevolle alleinerziehende Mutter für ihre musikbegabten Zwillinge Vally und Olly, eine gute Nachbarin in ihrem bunt gemischten Haus in Köln, eine treue Freundin ...

Ana ist ein herzensguter Mensch – eine liebevolle alleinerziehende Mutter für ihre musikbegabten Zwillinge Vally und Olly, eine gute Nachbarin in ihrem bunt gemischten Haus in Köln, eine treue Freundin für die sich ständig im Date-Modus befindende Ella und der organisierte Ruhepol für den chaotischen Musikprofessor Peter, der mit den Zwillingen ein Kindermusical aufführen möchte. Doch Ana ist auch Serbin mit begrenztem Aufenthaltsstatus und nur für den Zweck ihres Grafikstudiums in Deutschland geduldet. Der Ausreisetermin rückt näher und Ana findet einfach keinen Job und auch der Vater ihrer Kinder, ein umtriebiger Hornist, ist wie vom Erdboden verschwunden. Noch dazu möchte der ehrgeizige Herr Schmidtke von der Ausländerbehörde den nächsten Karriereschritt gehen, indem er möglichst viele Ausländer des Landes verweist – und Ana steht ganz oben auf seiner Liste. Wird es ihr gelingen, trotz aller Widrigkeiten bei den Menschen, die sie liebt in Köln, der Stadt die sie liebt und Heimat nennt bleiben können?

„Das Glück ist zum Greifen da“ ist ein ganz besonderes Buch. Zum einen behandelt es eine Vielzahl ernster gesellschaftlicher Themen und ist mitten aus dem Alltag gegriffen: Die Zustände auf dem Ausländeramt, die Angst vor Ausweisung, Integration, Nachbarschaftshilfe, die (virtuelle) Suche nach der großen Liebe, Existenzangst, Helikoptereltern, der angespannte Immobilienmarkt in Deutschland, menschliche Zurückweisung, Jobmangel, sowie Tod und Trauer. Jedoch sind all diese traurigen Themen mit einer Leichtigkeit und einem unterschwelligen Humor aufbereitet, dass der Leser fröhlich und voller positiver Gedanken durch das Buch geführt wird und kein einziges Mal das deprimierende Gefühl der Schwere verspürt. Beispielsweise ist die überspitzte Darstellung von Helikoptereltern und deren Boykott durch trotzige Kinder einfach nur zu köstlich und auch das Verhalten und die Sprüche der Kinder haben mir riesen Lesespaß bereitet. Auch ist es eine Homage an die Stadt Köln, welche in all ihren Facetten – vom Karneval über die wunderschöne Altstadt und ihre Vororte – wunderbar authentisch beschrieben wurde.

Sowieso werden ganz viele große Emotionen beim Lesen geweckt, vom laut Loslachen bis Weinen vor Rührung oder Mitleid. Denn was die Geschichte vor allem besonders macht sind ihre wunderbar konstruierten, facettenreichen Protagonisten. Ana wird als lebensfroher Mittelpunkt vieler kleiner Nebengeschichten inszeniert, die aber nicht vom eigentlichen Geschehen ablenken und immer wieder auf sie zurück referenzieren. Der Leser merkt, dass es der Autorin Sylvia Deloy sehr am Herzen gelegen hat, jeder Figur eine individuelle Persönlichkeit einzuhauchen – und dies ist ihr auch absolut gelungen. Man muss Ana, ihre Zwillinge, ihre beste Freundin Ella und viele andere Figuren einfach lieben, sie wurden während des Lesens richtig zur eigenen Familie, mit der man gelacht, gelitten und mitgefiebert hat.

Des Weiteren ist der Schreibstil ganz wundervoll, er liest sich sehr flüssig, so dass die Seiten beim Lesen nur so dahin fliegen, man die Welt um sich herum vergisst und einfach nicht aufhören mag.

Fazit:

Das Buch zeigt, wie wichtig es ist eine Heimat zu haben, unabhängig davon, ob dies ein Ort, ein Mensch oder ein Gefühl ist. Es war ein großes Vergnügen diese locker-leichte und dabei doch so tiefgründige Geschichte zu lesen – eine wahre Herzensgeschichte mit wunderbar liebevoll konstruierten Figuren, die den Leser zu verschiedensten Emotionen hinreißen. Des Weiteren ist es ein Plädoyer für Optimismus, Hilfsbereitschaft und Zwischenmenschlichkeit und somit ein Buch, dass man zu einhundert Prozent weiterempfehlen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzähltstil
  • Charaktere
  • Geschichte
Veröffentlicht am 17.12.2019

Spannendes Verwirrspiel mit kreativem Stilmix

A Good Girl’s Guide to Murder
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Der kleine Ort Little Kilton hat eine traurige Vergangenheit: Vor fünf Jahren ist hier Andie Bell, eine hübsche und populäre Schülerin, spurlos verschwunden. Für Polizei und Bevölkerung ist klar: Andie ...

Der kleine Ort Little Kilton hat eine traurige Vergangenheit: Vor fünf Jahren ist hier Andie Bell, eine hübsche und populäre Schülerin, spurlos verschwunden. Für Polizei und Bevölkerung ist klar: Andie wurde von ihrem damaligen Freund Sal Singh ermordet, der wenige Tage nach ihrem Verschwinden den Mord per SMS gesteht und sich selbst umbringt. Nur eine glaubt an Sals Unschuld: Pippa „Pip“ Fitz-Amobi hat Sal als gerechten und anständigen Menschen kennen gelernt und traut ihm keinen Mord zu. Deshalb wählt sie als ihr Schulabschlussprojekt den Fall „Andie Bell“ und möchte den damaligen Ermittlungen noch einmal auf eigene Faust auf den Grund gehen. Pips erste Erkenntnisse bestätigen ihren Verdacht: Andie entpuppt sich nicht als die wunderbare, beliebte Schülerin, für die sie alle gehalten haben. Pip gräbt tiefer und findet mithilfe von Sals Bruder Ravi immer mehr kriminelle Machenschaften heraus, die in Little Kilton vor sich gehen. Doch offensichtlich möchte jemand nicht, dass die Vergangenheit neu aufgerollt wird und so beginnt das Schulprojekt zu für Pippa zu einer Mission zu werden, die sie selbst immer mehr in Gefahr bringt.

„A Good Girl´s Guide to Murder“ ist meine Buchentdeckung des Jahres 2019! Mit großem Einfallsreichtum, Kreativität und Wortwitz erzählt Holly Jackson die Geschichte eines Schulprojektes, dass sich zu etwas viel Größerem entwickelt. Anschaulich dargestellt wird dies bereits durch das sehr passende Cover: Eine Schlinge, die sich zu zieht – sowohl für Pippa, als auch den Mörder. Auch den Titel finde ich sehr passend und kreativ, definitiv macht er neugierig auf die Geschichte.

Die Protagonistin Pippa ist ein ganz besonderes Mädchen: Mutig, intelligent und etwas dickköpfig. Ihr Charakter wird von der Autorin sehr authentisch dargestellt. Doch nicht nur sie, sondern auch die Nebenfiguren wie beispielsweise ihren Vater Victor, ihre beste Freundin Cara oder Sals Bruder Ravi schließt man ins Herz. Holly Jackson gelingt es wirklich, ihre Figuren zum Leben zu erwecken.

Besonders an dem Buch ist der Einbezug sehr vieler Stilelemente: Durch Protokolle, SMS-Konversationen, Skizzen, Fotos und vieles mehr beweist Holly Jackson einen überaus abwechslungsreichen Schreibstil, der dem Leser hilft, den Überblick zu behalten und das Geschehen visuell nachzuvollziehen. Das Rätseln, Karte Interpretieren und Wege Nachverfolgen macht Spaß und trägt genauso zum Verständnis bei wie die narrativ geschriebenen Kapitel. Ein sehr gelungener Stilmix!

Auch ist es der Autorin wunderbar gelungen, mich als Leser komplett zu verwirren und durch subtil eingestreute Hinweise permanent auf die falsche Fährte zu locken. Meine Verdächtigungen haben sich im Laufe des Buches ständig geändert, die Auflösung des Falles war für mich dementsprechend genauso überraschend wie der Tiefgang der Gründe, die zu Andies Tod geführt haben.

Fazit:
„A Good Girl´s Guide to Murder“ ist eine meisterhafte Kriminalgeschichte, die es schafft, den Leser auch ohne unnötigen Kitsch oder brutale Szenen zu fesseln. Allein durch seine klug durchdachte Verwirrungsstrategie und die Vielzahl möglicher Verdächtiger bleibt die Spannung durchgehend so hoch, dass man das Buch unmöglich mehr aus der Hand legen kann. Ganz großes Kino von Holly Jackson und ganz große Leseempfehlung von mir!

  • Einzelne Kategorien
  • Spannung
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.11.2019

Eine verheerende Lucia-Nacht

Winterfeuernacht
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Laura Aulin liebt es, ihre schulfreie Zeit im schwedischen Feriendorf Gärdsnäset bei ihrer etwas speziellen Tante Hedda und ihren schwedischen Freunden Iben, Jack, Tomas und Peter zu verbringen. Doch ...

Laura Aulin liebt es, ihre schulfreie Zeit im schwedischen Feriendorf Gärdsnäset bei ihrer etwas speziellen Tante Hedda und ihren schwedischen Freunden Iben, Jack, Tomas und Peter zu verbringen. Doch im Jahr 1987 ist alles anders. Nicht nur das Verhältnis der Freunde hat sich verändert, auch kommt es in der Umgebung zu mehreren Bränden, welche die Einwohner beunruhigen. So auch im Tanzsaal des Feriendorfes, in dem die Clique anlässlich des Luciafestes eine Party veranstaltet. Iben stirbt in den Flammen, Laura und die anderen werden verletzt – und niemand will mehr mit Gärdsnäset und Tante Hedda zu tun haben oder an das schreckliche Ereignis erinnert werden.
30 Jahre später ist aus Laura eine erfolgreiche Unternehmerin geworden, die ihr Leben scheinbar im Griff hat. Jedoch wird sie nach wie vor von den Auswirkungen der Vergangenheit verfolgt, die Ereignisse in jener verheerenden Nacht lassen sie nicht los. Überraschend erfährt sie vom Tod ihrer Tante und dass sie das Feriendorf geerbt hat, in dem sich ihr unbeschwertes Leben aufgelöst hat. Laura fährt nach Gärdsnaset, um sich um den Verkauf der Anlage zu kümmern. Doch die Schatten der Vergangenheit hängen immer noch über dem Ort. Und plötzlich fängt es wieder an zu Brennen…

„Winterfeuernacht“ ist definitiv ein sehr gelungener Kriminalroman. Anders de la Motte baut sein Buch ausgesprochen durchdacht auf, die Kapitel wechseln zwischen der Vergangenheit – den Geschehnissen 1987 – und deren Auswirkungen auf Lauras Gegenwart, bis beides letztendlich schlüssig ineinander aufgeht.
Authentisch wird das Buch durch seine kunstvoll konstruierten, jede mit ihrem individuellen durchgängigen Charakter ausgestatten Figuren. Hedda wird so authentisch beschrieben, dass man sie direkt – trotz ihrer gut dargestellten Eigenheiten – sofort ins Herz schließt. Mit der Protagonistin Laura reist man zurück in die Vergangenheit, hofft und leidet mit ihr mit und begleitet sie intensiv auf dem Weg zur Lösung des Rätsels, was in jener verheerenden Nacht tatsächlich geschah.

Die Spannung wird bis zum Schluss gehalten, was vor allem dem treibenden Schreibstil des Autors geschuldet ist. Besonders gut gefallen haben mir die Vielzahl an überraschenden Wendungen, die kleinen Geheimnisse, Verstrickungen und undurchsichtige Beziehungen der Figuren sowie das für mich nicht vorhersehbare Ende.

Mein Fazit:
Anders de la Motte versteht es wie kein anderer, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Einmal mit dem Buch begonnen ist es unheimlich schwer, es wieder aus der Hand zu legen. Ich kann diesen spannenden fesselnden Krimi mit überraschendem, für mich vollkommen unerwartetem Ende deshalb nur weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Ein locker-leichtes Wohlfühlbuch!

10 Blind Dates für die große Liebe
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Sophie ist glücklich mit ihrer High-School-Liebe Griffin. So glücklich, dass sie sich nichts Schöneres vorstellen kann, als ihre gesamten Weihnachtsferien – in denen sie eigentlich nach Shreveport zu ihrer ...

Sophie ist glücklich mit ihrer High-School-Liebe Griffin. So glücklich, dass sie sich nichts Schöneres vorstellen kann, als ihre gesamten Weihnachtsferien – in denen sie eigentlich nach Shreveport zu ihrer Großfamilie fahren sollte – ebenfalls mit ihrem Freund zu verbringen. Leider hat dieser andere Pläne und aufgrund eines unglückseligen Zufalls erfährt Sophie, dass Griffin sie verlassen möchte. Schockiert und verletzt reagiert sie darauf, indem sie selbst die Beziehung beendet.

Zu Tode betrübt fährt Sophie zu ihrer Familie, um wie geplant dort Weihnachten zu verbringen. Nonna, ihre italienisch-stammende Großmutter, bemerkt natürlich den Liebeskummer ihrer Enkelin und kann das Unglück ihrer Lieben kaum ertragen. Zum Trost und zur Ablenkung erfindet sie ein „Spiel“, dem sich der Rest der Familie gerne anschließt: Sophie soll bis zum neuen Jahr an jedem Tag ein neues Date mit einem Jungen haben, den sie bisher noch nicht kannte. Verschiedene Familienmitglieder organisieren insgesamt 10 Blind Dates unterschiedlichster Art und Weise in der Hoffnung, Sophies Kummer zu mildern – und um vielleicht die wirklich große Liebe zu finden.

Sowohl das Cover, als auch der Titel des Buches lassen auf eine romantische, leicht schnulzig-kitschige Lovestory schließen. Von wegen! Der Leser wird vielmehr auf eine Reise in Sophies Familienleben mitgenommen, die chaotisch-liebevoll die gesamte Geschichte einrahmt und für jede Menge Spaß sorgt. Hier wird gezeigt, wie viel vorbehaltslose Liebe und Rückhalt die Familie geben kann und wie wichtig es ist, sich mit Menschen zu umgeben, die immer zueinander stehen. So ist auch der Schreibstil der Autorin trotz des eigentlich traurigen Plots locker-leicht und sorgt für eine absolute Wohlfühlatmosphäre.

Die einzelnen Personen der italienischen Großfamilie werden in ihren jeweils eigenen Charakteren so authentisch dargestellt, dass man sie einfach nur lieben muss. Insbesondere Nonna ist eine Person, die sich jeder in seinem Leben wünscht. Mit der Protagonistin Sophie kann man sich sehr gut identifizieren, ihre Situation und Gefühlslage wird anschaulich und nachvollziehbar dargestellt.

Die Blind Dates sind an Originalität kaum zu überbieten! Der Leser fiebert mit, schmilzt dahin, lacht sich kaputt oder leidet mit der Protagonistin mit – es werden Emotionen unterschiedlichster Art und Weise angesprochen. Der Ausgang des Buches ist sehr bald vorauszusehen – was der Geschichte aber keinerlei Abbruch tut. Nein, vielmehr fiebert man als Leser daraufhin, dass es endlich zum erwarteten (und gewünschten) Finale kommt. Insgesamt ist die Story so abwechslungsreich und kurzweilig gestaltet, dass die Lesezeit wie im Flug vergeht und die zehn Rendez-Vous gefühlt wahnsinnig schnell beendet sind. Ich hätte mir am Ende gewünscht, dass es sogar noch mehr wären!

Mein Fazit:
„10 Blind Dates für die große Liebe“ ist ein Buch, dass einfach nur Spaß macht! Die Figuren gehen ans Herz und die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin. Ich als Leser habe mich einfach nur wohl gefühlt bei der Lektüre und kann das Buch somit jedem wirklich nur wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Zuckersüßes Mutmach-Buch

Nanami – Schwimm dich mutig
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„Nanami – Schwimm dich mutig“ ist ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch zum Vorlesen und begleitet die kleine Robbe Nanami auf ihrem Weg durch die sieben Meere des Mutes. Dabei begegnet sie allerlei Meerestieren, ...

„Nanami – Schwimm dich mutig“ ist ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch zum Vorlesen und begleitet die kleine Robbe Nanami auf ihrem Weg durch die sieben Meere des Mutes. Dabei begegnet sie allerlei Meerestieren, findet neue Freunde und lernt sehr viel über sich selbst.
Das Cover ist wie das ganze Buch einfach zuckersüß! Die Robbe Nanami ist so illustriert, dass man sie direkt ins Herz schließen muss und auch die anderen Meeresbewohner sind freundlich und kindgerecht gestaltet. Insgesamt sind alle Seiten sehr positiv und fröhlich-optimistisch gehalten. Ein besonderer Eyecatcher ist der glitzernde Reisestein, der die Protagonistin auf jeder Seite begleitet.
Inhaltlich enthält das Buch viele mutmachende Worte und Weisheiten, die Kinder anhand von Nanamis Beispiel bestärken und mutig machen sollen. Ein wirklich tolles Buch mit schönen Aussagen, das ich gerne weiterempfehlen werde!

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