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Veröffentlicht am 02.01.2020

Stellenweise wirklich wunderschön, teilweise aber leider auch sehr "Teenie"

Als ob du mich liebst
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Jass will endlich etwas erleben. Sie hat eine Liste mit romantischen Dingen geschrieben und will diese nun in die Tat umsetzen. Dabei soll ihr Kale helfen, er sieht verdammt gut aus und alle schwärmen ...

Jass will endlich etwas erleben. Sie hat eine Liste mit romantischen Dingen geschrieben und will diese nun in die Tat umsetzen. Dabei soll ihr Kale helfen, er sieht verdammt gut aus und alle schwärmen für ihn. Er schuldet Jass etwas und das will sie nun mit der Liste einfordern. Allerdings stellt Kale klare Regeln auf: Es ist ein Spiel. Jass darf sich nicht in ihn verlieben und keine Lügen.
Dumm nur, dass Jass ihre Gefühle nicht kontrollieren kann und sie hat ein großes Geheimnis, dass sie Kale um jeden Preis verschweigen will.


Ich bin bei diesem Buch total zwiegespalten. Einerseits ist es so romantisch und so schön mit Jass und Kale, aber andererseits geht mir Jass immer wieder so extrem auf die Nerven, dass ich sie erwürgen könnte! Sie verhält sich oft sehr, sehr jung, eher wie 14 als wie 21 und das nervt mich leider mehr als ein Mal.

Jass ist total naiv und eine romantische Träumerin. Sie ist total in Kale verknallt und glaubt trotzdem, sie könne das mit dem „keine Gefühle“ durchziehen und es würde ihr gar nichts ausmachen, wenn er mit anderen ins Bett steigt.
Ich habe ihr großes Geheimnis ziemlich schnell erraten. Ich fand die Idee gut, aber die Art wie Jass sich in der Hinsicht entwickelt hat nervig. Zuerst wirkt sie Verantwortungsbewusst aber sobald es darum geht Kale etwas darüber zu erzählen lügt sie und lügt und lügt und lügt. Zudem wird sie auch immer verantwortungsloser und egoistischer.
Ich kann verstehen, dass das schwer ist und ich kann verstehen, warum sie nicht will, dass Kale erfährt was los ist, aber andererseits finde ich es falsch, dass sie so viel lügt. Wenn sie doch weiß, dass er darauf empfindlich reagiert und ihm verspricht „keine Lügen“, dann ist es so vorhersehbar und nervig, wenn sie eben doch lügt und es deswegen Streit gibt.
Immer wieder wirkt Jass auf mich sehr egoistisch und ich-bezogen. Es geht nur darum was sie will, nie darum, was anderen wollen oder vielleicht sogar brauchen. Ihr Geheimnis, ihre Entscheidung. Ja, aber es berührt eben auch die Leben anderer und das weigert sie sich in ihren Kopf zu lassen.

Kale macht von Anfang an einen auf „Bad Boy“, keine Gefühle, kalt wie Eis, etc. Aber man merkt schon ganz am Anfang, dass er sich nur dahinter versteckt. Es ist eine Maske und wenn er sie trägt fühlt er sich sicher. Obwohl er so tut, als wäre er nicht zu Gefühlen fähig, ist er der Erwachsene in diesem Buch. Ja, manchmal ist er auch ein Idiot, aber er nervt mich nicht so wie Jass.


Das klingt jetzt als hätte mir das Buch nicht gefallen. Das stimmt nicht, ich mochte es sehr, aber mir waren viele Konflikte zu „Teenie“. Sehr dramatisch und das nur, weil sich eine Partei benimmt, als sei sie erst 14. Wäre Jass etwas erwachsener und würde sich etwas weniger ich-bezogen benehmen, hätte das Buch in meinen Augen so viel schöner sein können. Sie hatte genügend Gelegenheiten, aber keine davon genutzt.

Die letzte Wendung am Schluss war mir persönlich zu unrealistisch und kitschig, mir war es zu viel.


Fazit: Ich bin echt zweigespalten bei diesem Buch. Einerseits ist es wirklich wunderschön und ich finde Jass und Kale zusammen ganz toll. Andererseits ging mir Jass oft mit ihrem Verhalten auf die Nerven. Sie hat sich in meinen Augen zurückentwickelt. Auf mich wirkte sie anfangs zwar naiv, aber sympathisch, erwachsen und verantwortungsbewusst. Mit fortschreitender Handlung hat sich das aber geändert. Nur das naiv ist geblieben, alles andere hat sich ins Gegenteil verkehrt. Sie war mir zwar nicht direkt unsympathisch, hat mich aber immer öfter genervt mit ihrem Verhalten. Sie wurde in meinen Augen egoistischer und ich-bezogener.
Während Anfangs Kale eher der unreifere war, war es jetzt plötzlich Jass und das ist schade. Ich mochte dafür Kale durchgehend sehr, auch wenn er manchmal ein Idiot war, aber eben nur manchmal.

Insgesamt gibt es Teile im Buch denen ich direkt, ohne nachzudenken, 5 Sterne geben würde, anderen aber leider nicht. Letztlich habe ich mich dafür entschieden, dem Buch 3 Sterne zu geben. Es ist teilweise wirklich wunderschön, aber es hat mich auch stellenweise sehr genervt.

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Veröffentlicht am 31.12.2019

Das Buch hat wirklich nette Momente, aber ich habe auch einiges an Kritik

Das kleine Café in Kopenhagen
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Achtung: Band 1 einer nicht zusammenhängenden Reihe!

Vorab ein paar Worte zur Gestaltung: Das Buch hat einige erhabene Stellen auf dem Cover, die sich teilweise auch noch rau anfühlen. Das Gebäck zum ...

Achtung: Band 1 einer nicht zusammenhängenden Reihe!

Vorab ein paar Worte zur Gestaltung: Das Buch hat einige erhabene Stellen auf dem Cover, die sich teilweise auch noch rau anfühlen. Das Gebäck zum Beispiel und die Tassen. Ich mag so etwas sehr gerne. Wenn man nicht nur ein optisch hübsches Cover hat, sondern auch noch Dinge erfühlen kann. Auf der Innenseite befindet sich eine wunderschöne Karte, mit deren Hilfe man sich in Kopenhagen und den genannten Ortschaften zurechtfindet. Ich habe eine Schwäche für Karten in Büchern.



Kate ist eine Karriere-Frau. Zumindest wäre sie das gern, aber gerade eben hat ihr ihr Freund die Beförderung vor der Nase weggeschnappt, indem er ihre Idee als seine verkauft hat. Ihre Chefin stellt ihr dennoch eine Beförderung „demnächst“ in Aussicht, wenn sie es schafft einen dänischen Kunden für sich und ihre PR-Agentur zu gewinnen. In nur 2 Tagen muss sie ein Konzept auf die Beine stellen und schafft es tatsächlich zu glänzen. Aber jetzt soll sie eine Gruppe Journalisten zusammentrommeln, mit denen sie eine Woche in Kopenhagen verbringen soll, um ihnen das Konzept des geplanten Kaufhauses, das dänische Lebensgefühl „Hygge“ zu vermitteln. Einer dieser Journalisten ist Ben, der absolut keine Lust darauf hat und das auch sehr deutlich zeigt. Doch Kate merkt bald, wie es zwischen ihnen funkt, aber will sie das überhaupt? Eigentlich hat sie doch den Männern nach der Josh-Sache abgeschworen!



Ich muss ehrlich sagen, ich bin zwiegespalten! Einerseits mochte ich Kate schon irgendwie, aber andererseits ging sie mir auch mit ihrer Karrierebesessenheit auf die Nerven. Sie tat mir sehr leid, diese Gruppe zu hüten ist verdammt harte Arbeit. Und dann ist da ja auch noch die Sache mit Ben.



Ben hat zwei Seiten: den A...-Journalisten und den netten-Ben. Dumm nur, dass er fast immer nur den A...-Ben ans Ruder lässt. Er ist mir sowas von auf die Nerven gegangen! Ich hätte ihn am liebsten in irgendeinen Fluss oder so geschupst! Ich meine: ja, er will nicht dort sein, aber er muss es ja auch nicht für alle anderen schlechtreden oder sich ständig von der Gruppe absondern und Kate das Leben noch schwerer machen als ohnehin schon. Ich empfand ihn oft als respektlos.

Wenn er den netten-Ben hervorholt, dann ist das eine Wende um 180°. Aber mich hatte er zuvor schon so extrem genervt mit seiner Meckerei, dass er mich nicht mehr wirklich erreichen konnte.



Die restlichen Charaktere fand ich wirklich schön beschrieben. Man konnte sie sich alle vorstellen und hatte das Gefühl selbst Teil dieser Gruppe in Kopenhagen zu sein. Aber auch hier gab es einige, die sich schlimmer benommen haben als kleine Kinder.



Ich fand vor allem Eva, die Betreiberin des kleinen Cafés sehr sympathisch. Sie ist einfach ein grundguter Mensch und dabei keine Träumerin. Wo andere Probleme sieht, sieht sie Möglichkeiten und spricht diese auch aus. Sie hat die Begabung dem Leben anderer eine neue Richtung zu geben.



Natürlich spielt das „Hygge“-Konzept im Buch eine durchgängige Rolle. Letztlich heruntergebrochen geht es in allen Handlungsbereichen immer darum. Bei jedem Konflikt und Problem ist „Hygge“ immer die Lösung. Es macht schon Sinn, immerhin geht es darum in diesem Buch, aber mir war es etwas zu überdosiert. Ich meine nicht jedes Problem lässt sich so leicht lösen, wie es hier den Anschein hat.



Die Wendung fand ich leider nicht gut. Ich habe mich da ziemlich drüber aufgeregt. So viele Missverständnisse in so wenige Seiten gequetscht und dann noch all das überflüssige Drama! Einen Teil fand ich ganz gut, aber eben nur diesen einen Teil. Es war direkt klar, was los war und das hat mich einfach nur genervt. Es darf ja gern mal dramatisch werden, aber ich mag es nicht, wenn krampfhaft kurz vor Schluss noch ein Weltuntergangs-Drama eingebaut wird, nur um es wenige Seiten später noch ganz fix aufzulösen, als „es ist ja alles gar nicht so, wie es scheint“.



Fazit: Ich bin zwiegespalten bei diesem Buch. Ich mochte Kate ganz gern, mal mehr mal weniger, aber sie hat eine schöne „Hygge“-mäßige Entwicklung durchgemacht. Ben hat leider zu lange gebraucht, um mal den netten-Ben von der Leine zu lassen und hatte bei mir durch sein Dauer-Gemecker bereits zu viele Sympathie-Punkte verloren, um mit ihm noch richtig warm zu werden.

Das „Hygge“-Konzept zieht sich als roter Faden durch das Buch, man könnte auch sagen, es wird dem Leser mit der Brechstange eingehämmert. An sich finde ich einen roten Faden wie diesen nicht schlecht, aber hier war es mir zu sehr heile Welt. „Hygge“ kann nicht jedes Problem so einfach lösen, wie es hier den Anschein hat.



Von mir bekommt das Buch ganz knappe 3 Sterne, weil es wirklich nett geschrieben war und die Charaktere toll gezeichnet waren, aber ich fand das unnötige Drama richtig nervig, ebenso wie die anfängliche Überzeichnung von Bens Charakter.

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Veröffentlicht am 23.12.2019

Wären die Kritikpunkte nicht gewesen, wäre das Buch so gut!

Blind
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Vorab ein paar Worte zur Gestaltung: Das Cover, der Buchrücken und die Rückseite des Buches sind immer jeweils oben und unten von den Ecken ausgehend rau. Das finde ich gerade bei diesem Buch richtig toll. ...

Vorab ein paar Worte zur Gestaltung: Das Cover, der Buchrücken und die Rückseite des Buches sind immer jeweils oben und unten von den Ecken ausgehend rau. Das finde ich gerade bei diesem Buch richtig toll. Blinde müssen sich ja z.B. beim Lesen auf ihren Tastsinn verlassen mit der Blindenschrift. Ich finde es super, dass man also bei diesem Buch mit einem blinden Protagonisten auf dem Cover, Buchrücken und der Rückseite so viel ertasten kann.
Zudem muss ich bei diesem Buch die Schriftgröße loben, die ich als sehr angenehm empfand. Das Buch ist ein Softcover, sprich ein größeres Taschenbuch und dass hier auf eine größere Schrift gesetzt wurde finde ich einfach ganz toll. Das macht das Lesen gleich viel angenehmer.


Nathaniel ist blind und eigentlich kommt er sehr gut zurecht, bis auf kleinere Schwierigkeiten. Doch es gibt Hilfsmittel, das wichtigste ist seine eigenwillige Blindenhündin und ein anderes, dass er liebgewonnen hat ist die App „Be my eyes“, über diese App werden Blinde mit Sehenden über Videochat verbunden und können sich deren Augen „leihen“. Nathaniel wird über die App mit der hochschwangeren Carole verbunden, die er um Hilfe bittet ein bestimmtes Hemd für das Geburtstagsessen mit seiner ehemaligen Pflegemutter zu finden. Sie unterhalten sich noch kurz, doch dann hört Nathaniel einen schrecklichen Schrei, einen Aufprall und ein schleifendes Geräusch, dann ist die Leitung tot. Er ist sich bald sicher: Carole ist etwas passiert! Er kontaktiert die Polizei, doch niemand will ihm glauben. Doch er ist Caroles einzige Chance, also setzt er alle Hebel in Bewegung, um selbst nach ihr zu suchen.


Ich fand Carole und Nathaniel total sympathisch! Die Situation muss schrecklich sein für beide. Doch ich kann ihn nur bewundern, dass er dranbleibt, fest davon überzeugt, dass etwas passiert ist.

Was mich allerdings extrem gestört hat, war das Verhalten der Polizei. Nathaniel schleppt immer mehr Beweise an, mit Hilfe seiner Reporter-Bekannten Milla, doch der Ermittler, der sogar mit Milla zusammen ist, weigert sich sie ernst zu nehmen. Schlimmer noch, er hält Nathaniel für verrückt und gefährlich. Ich meine wie blöd ist dieser Mann?! Ich habe mich sehr über ihn aufgeregt.

Die Handlung machte wirklich Sinn, bis kurz vor Schluss, da wurde es für meinen Geschmack zu abstrus. Mir ist die Wendung / Auflösung zu sehr an den Haaren herbeigezogen bzw. konstruiert. Ebenso, wie die Verbindung zu einem anderen Fall. Plötzlich hängt alles irgendwie zusammen und so viele Zufälle und Verbindungen kann es gar nicht geben, außer in einem 100 Einwohner-Dorf, aber nicht in einer Großstadt.

Wären diese zwei Kritikpunkte nicht gewesen, hätte dieses Buch wirklich gut sein können. So wird einfach zu viel an Enthüllungen, Verbindungen und abstrusen Entdeckungen in wenige Seiten gequetscht.

Was ich ebenfalls schade fand war das offene Ende. Ein Haupthandlungsstrang endet einfach so, ohne, dass man im Epilog oder so noch erfahren würde, wie das jetzt genau ausgegangen ist. Das regt mich wirklich auf. Ich fühle mich da wirklich wie in der Luft hängend.

Fazit: Das Buch ist die ersten 75-85% echt gut, doch dann gerät es aus der Spur. In meinen Augen hat die Autorin hier zu viel gewollt. Alle aufgemachten Handlungsstränge und genannten Polizeifälle sollten in zusammengeführt werden und zusammenhängen. Dadurch wird das leider alles unglaubwürdig und wirkt an den Haaren herbeigezogen und krampfig.
Zudem hat mich der Hauptermittler extrem genervt. Der stellt sich so dar, als sei er nicht nur unfähig, was an sich schon schlimm genug ist, sondern auch noch unwillig. Mich hat das wirklich wütend gemacht.
Wären diese Punkte nicht gewesen, hätte das Buch wirklich ein 5 Sterne Thriller sein können, so reicht es leider nur zu 3 Sternen.

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Veröffentlicht am 22.12.2019

Ein sehr komplexes Buch, aber manchmal verwirrend

#KillTheRich - Wer Neid sät, wird Hass ernten
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Ein paar Worte vorneweg zur Gestaltung: Das Buch hat keinen Schutzumschlag, sondern ein aufgedrucktes Cover. Der Titel sieht aus, wie auf eine Wand gesprayed und ist, ebenso wie die Tropfen darunter rau ...

Ein paar Worte vorneweg zur Gestaltung: Das Buch hat keinen Schutzumschlag, sondern ein aufgedrucktes Cover. Der Titel sieht aus, wie auf eine Wand gesprayed und ist, ebenso wie die Tropfen darunter rau gestaltet. Auf dem Buchrücken ist der Titel genauso gehalten. Die Rückseite hat auch raue Stellen. Ich persönlich mag sowas total gerne. Durch diese rauen Stellen wird das Buch zu etwas besonderem.


Ein Tweet, der eigentlich ganz anders gemeint war, geht viral. #KillTheRich wird hunderttausendfach geteilt, innerhalb weniger Tage, millionenfach innerhalb von zwei Wochen und löst eine Bewegung aus, die niemand für möglich gehalten hätte. Die Armen erheben sich und attackieren die Reichen der Welt. Es beginnt in Brasilien und verbreitet sich über die ganze Welt.
Die niederländische Diplomatin und Conrada van Pauli ist in ihrem Büro live dabei als es eskaliert und zum ersten Toten kommt. Conrada ist vor kurzem befördert worden und wird von vielen ihrer männlichen Kollegen belächelt und teilweise sogar sabotiert. Trotz der gefährlichen Lage reist sie nach Brasilien.
Der indische Journalist Bimal Kapoor, der aus Altersgründen in die Boulevardabteilung gesteckt wird, hört zufällig etwas mit. Er versucht nun diesen Flächenbrand zu stoppen und die Hintergründe aufzudecken, immerhin war er den Großteil seines Lebens Enthüllungsjournalist. Doch lässt sich diese Bewegung überhaupt noch stoppen? Zudem haben sich beide mächtige Feinde gemacht, die vor nichts zurückschrecken.


Man merkt selbst, dass die Stimmung auf der Welt angespannt ist. In immer mehr Ländern fühlen sich die Armen restlos abgehängt und ausgenutzt und in vielen haben sie damit auch recht. Selbst in den reicheren Ländern Europas scheint der Abgrund zwischen Arm und Reich immer mehr aufzuklaffen. Viele Menschen sind wütend und fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.
In diese topaktuelle Wunde stößt dieses Buch. Was wenn die Wütenden der Welt sich hinter einem Hashtag versammeln und ernst machen? Sind die sozialen Medien wirklich in der Lage dazu so einen Flächenbrand auszulösen und stetig wieder zu befeuern?

Ich finde die Idee unglaublich interessant und erschreckend. Sie wirkt noch dazu total realistisch, weil so viele Fakten aus der Politik und Wirtschaft genannt werden. Das Buch wirkt topaktuell und man fängt an zu überlegen, ob das, was hier geschildert wird, wirklich passieren könnte.

Die Handlung folgt zwar überwiegend den beiden Protagonisten, aber auch vielen anderen Charakteren, die immer wieder mal für ein Kapitel im Zentrum stehen und es aus ihrer Sicht erzählen. Man weiß bei den meisten aber nicht, ob sie wichtig sind oder nur dazu herhalten das Ausmaß der Eskalation darzustellen. Dadurch wird viel abgedeckt, aber man fragt sich immer wieder: huch, wer ist denn das jetzt wieder? Zudem muss man sehr aufpassen, um nicht den Überblick zu verlieren.

Die Protagonisten waren zwar außergewöhnliche Menschen, mit faszinierenden Berufen, aber ich persönlich bin mit ihnen nicht wirklich warm geworden. Ich bin ihnen gerne gefolgt und fand ihre Welt interessant, aber auf persönlicher Ebene hatte ich meine Probleme mit ihnen.

Die Handlungsentwicklung war lange Zeit sehr interessant, aber auch langatmig. Es gibt sehr viele Erklärungen und Einordnungen in politische und historische Zusammenhänge. Das ist zwar an sich auch nicht uninteressant, aber hat auch für Längen gesorgt. Zusammen mit den über die ganze Welt verstreuten, plötzlich auftretenden Charakteren hat das immer wieder für Verwirrung gesorgt.

Ich fand das Buch auch über lange Zeit ziemlich realistisch, doch das Ende / die Auflösung waren für mich ziemlich weit hergeholt. Das fand ich schade. Dafür gefiel mir aber, dass der letzte Satz noch für ein halboffenes Ende sorgte, dass ich in diesem Fall für angemessen halte.


Fazit: Ich bin ehrlich gesagt ziemlich zwiegespalten. Ich finde die Idee super und die Umsetzung am Anfang auch. Leider verlor sich das Buch später in Details und Charakteren, bis man teilweise kaum noch mitkam. Das Ende bzw. die Auflösung waren mir zu unrealistisch und das ist schade bei einem so gut recherchierten und anfangs so glaubwürdigen Buch.
Ich habe lange hin und her überlegt, wie viele Sterne ich dem Buch geben würde und habe mich schließlich für ganz knappe 3 Sterne entschlossen.

Wer gern komplexe Bücher mit vielen Schauplätzen und Charakteren liest, der ist hier genau richtig. Aber man muss wirklich aufpassen nicht den Überblick zu verlieren.

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Veröffentlicht am 18.12.2019

Es hätte so schön sein können!

Find me in the Storm
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Achtung: Band 3 einer Reihe!

Airin wird zerrieben zwischen ihrem anstrengenden Job und ihrer ebenso anstrengenden wie egoistischen Familie. Das Bed & Breakfast, dass eigentlich ihrer Mutter gehört, dass ...

Achtung: Band 3 einer Reihe!

Airin wird zerrieben zwischen ihrem anstrengenden Job und ihrer ebenso anstrengenden wie egoistischen Familie. Das Bed & Breakfast, dass eigentlich ihrer Mutter gehört, dass sie aber nach der Trennung von ihrem Mann einfach hingeschmissen hat, läuft nicht gut. Seit ihre Mutter aber zu ihr gezogen ist, läuft es noch schlechter. Der Streit zwischen ihrer Mutter und ihrer Schwester, in dessen Verlauf erstere nun im Bed & Breakfast lebt, belastet Airin zudem sehr. Sie versucht die ganze Zeit zu vermitteln und rennt nur gegen eine Wand. Die ständigen Forderungen und Jammerattacken ihrer Mutter, machen es auch nicht besser, im Gegenteil.
Dann kündigt sich auch noch ein VIP Gast mit jeder Menge, teilweise unerfüllbarer, Sonderwünsche an. Kein geringerer als Joshua Hayes und ganz Castledunns ist in Aufregung, vor allem der weibliche Teil der Bevölkerung. Als Joshua dann auftaucht, ist er so ganz anders, als Airin erwartet hätte. Er ist nett und sie verstehen sich gut. Schließlich schlägt er ihr eine Wette vor: er wettet, dass er es schaffen wird während seines Aufenthaltes den perfekten Mann für sie zu finden. Aber was, wenn Airin den perfekten Mann schon selbst gefunden hat?


Ich fand Airin total sympathisch! Sie tat mir auch sehr leid, sie ist total überfordert und alle wollen andauernd etwas von ihr. Ihre Schwester jammert ihr ohne Pause die Ohren voll, obwohl sie Mist gebaut hat. Ihre Mutter benimmt sich schlimmer als jede Diva, jammert ebenfalls andauernd und brüllt durch die ganze Pension nach Airin um ihr Wasser zu holen oder ihr ein Glas Wasser einzuschenken, etc. als wäre Airin ihre persönliche Dienerin. Mich hat gestört, dass sie ihrer Verwandtschaft nicht die Meinung gesagt hat. Sie sitzt zwischen allen Stühlen, kümmert sich um jeden und hält alles am Laufen, aber kriegt sie dafür nur ein einziges Mal ein Lob oder Anerkennung oder irgendetwas in der Art? – Nein!

Joshua war anfangs sehr sympathisch. Er war nett und fügte sich toll ein, er war nicht arrogant oder abgehoben. Ich habe ihm und Airin wirklich die Daumen gedrückt. Doch dann kam die Wendung und ich bin so stinkwütend über sein Verhalten. Ich finde das ist wirklich sowas von unter aller Kanone!
Klar wird dann eine Erklärung präsentiert, inklusive jeder Menge Traumata und schrecklicher Vorfälle und ich kann auch verstehen, dass ihn das gezeichnet hat, trotzdem entschuldigt das sein Verhalten in meinen Augen nicht.

Was mich daran aber noch viel mehr gestört hat war, dass ihr ihre Schwester eingeredet hat sie müsse ihm eine Chance geben sich ihr zu erklären, weil das ein Missverständnis gewesen sein muss und wie könne sie überhaupt so viel in ihre „Beziehung“ zueinander hineininterpretieren, sie kenne ihn ja gar nicht und ihr Verhalten gleiche dem ihrer Mutter. Ich meine geht’s noch?! Ich finde Airin hat jedes Recht wütend zu sein und ich finde auch, dass sie jedes Recht hatte mehr von Josh zu erwarten, so wie er sich ihr gegenüber verhalten hatte vor diesem Vorfall. Ich hasse es, wenn eine Protagonistin in meinen Augen völlig zurecht wütend ist und dann ständig auf sie verbal eingeprügelt wird, bis sie selbst glaubt, sie habe überreagiert oder sei zu Unrecht wütend.

Diese Wendung ging für mich überhaupt nicht und hat mich sowas von stinkwütend gemacht!

Der Teil zwischen der Wendung und dem Schluss ging für mich zu schnell. Klar, es sind nur wenige Tage, aber trotzdem für mich fühlte sich das an, als hätte jemand auf „vorspulen“ gedrückt, so schnell änderten Charaktere ihre Meinung und / oder ihr Verhalten und zwar teilweise grundlegend, das wirkte unrealistisch.

Der Schluss war dafür schön. Etwas kitschig, aber schön. Das hat mir gezeigt, wie schön der Roman hätte sein können, wenn diese Wendung nicht gewesen wäre, oder wenn sie anders, weniger verletzend gewesen wäre. Ich bin echt sauer deswegen, für mich hat das dem Buch massiv geschadet.

Was mich außerdem gestört hat, war Liv. Sie hatte mich im ersten Band der Reihe schon genervt und in diesem Band tut sie es wieder. Entweder sie jammert oder ist eifersüchtig, weil ihr super scharfer Freund angebaggert wird und alle Frauen so auf ihn stehen, oder sie heult wegen ihres Vaters, den sie endlich gefunden hat. Das hätte sie sympathischer machen können, doch auch das funktioniert nicht, weil sie, wie alle anderen Airin als emotionalen Mülleimer benutzt. Sie lädt ihren Kram bei ihr ab, jedes Gespräch dreht sich zu 2/3 oder mehr nur um sie. Das hat mich echt genervt. Ja, sie gibt ihr immer wieder auch einen ganz guten Rat, aber es dreht sich trotzdem jedes Gespräch mehr um Liv als um Airin.
Zudem wird der Handlungsstrang mit ihrem Vater nicht einmal beendet!

Fazit: Es fällt mir echt schwer das Buch zu bewerten. Ich hatte mich so sehr darauf gefreut! Mit dem ersten Band der Reihe hatte ich ja bekanntlich meine Schwierigkeiten, doch Band 2 hat mir dafür so gut gefallen, dass ich hoffte mit Band 3 würde es mir ebenso gehen und die Leseprobe bestärkte diese Hoffnung. Aber so begeistert, wie von Band 2 bin ich definitiv nicht. Der Anfang war so toll, Richtung Mitte zog es sich und Airins Situation wurde immer deprimierender. Dann kam ein sehr, sehr kurzes Hoch, gefolgt vom tiefen Sturz durch die Wendung und deren emotionale Aufarbeitung. Der Schluss war dafür wieder schön.
Ich habe wirklich lange darüber nachgegrübelt, wie viele Sterne ich dem Buch nun gebe und schließlich einfach Sterne für die einzelnen Teile vergeben und ausgerechnet. Der Anfang bekommt von mir 5 Sterne, die Mitte bekommt von mir 3 Sterne, der Teil rund um die Wendung 2 Sterne und der Schluss 3,5 Sterne. Ich habe mich also schweren Herzens für 3 Sterne entschieden.

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