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Veröffentlicht am 07.01.2020

Kurz vor Schluss lässt das Buch leider stark nach

Der Store
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Gibson (Gib) ist er Erfinder / Chef von Cloud. Er hat erfahren, dass er bald sterben wird und möchte nun das Beste aus seiner verbliebenen Zeit machen.



Paxton war Unternehmer, bis ihm Cloud, der größte ...

Gibson (Gib) ist er Erfinder / Chef von Cloud. Er hat erfahren, dass er bald sterben wird und möchte nun das Beste aus seiner verbliebenen Zeit machen.



Paxton war Unternehmer, bis ihm Cloud, der größte Onlineshop der Welt, sein Unternehmen zerstört hat. Jetzt bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich um einen Job bei eben dieser Firma zu bewerben. Er schafft es tatsächlich und bekommt ihn, allerdings ist bei Cloud nicht alles so, wie es nach außen hin gern propagiert wird.



Zinnia ist undercover. Sie bekommt einen Haufen Geld dafür Cloud zu infiltrieren. Auch sie entdeckt Missstände.



Man erlebt den Einstellungstest sowohl aus Paxtons als auch anschließend aus Zinnias Sicht und merkt deutliche Unterschiede. Während Paxton nichts hinterfragt und sich vollkommen auf die Aufgaben konzentriert, versteht Zinnia den dahinterliegenden Sinn. Durch die beiden erlebt man auch alles andere, die Struktur und Arbeitsbedingungen und die totale Überwachung der Mitarbeiter, die in den Broschüren sogar – wenn auch verschleiert – angekündigt wird.



Wenn man sich die Mühe macht, das gelesene aus den Broschüren und Merkblättern genau durchzulesen, bemerkt man schon recht bald gewisse disharmonische Töne. Die totale Überwachung der Mitarbeiter, die eigene Währung, etc.



Gibson sorgt für die notwendige Orientierung. Wie ist Cloud entstanden, wie sieht die Welt jetzt aus, usw.



Es wird immer deutlicher, dass irgendetwas bei Cloud nicht stimmt. „Freiwillige Überstunden“ die nicht freiwillig sind, Quoten, die man nur erfüllen kann, wenn man seine Gesundheit und sein Leben riskiert, Triebtäter, die gedeckt werden und noch vieles mehr. Wenn man „Ärger macht“ indem man etwas meldet oder sich wehrt oder sich auch nur weigert nicht die Arbeitsschutzregeln, die eh ein Witz sind, zu brechen, ist man raus. Und Cloud hat es so eingerichtet, dass man nach einer Kündigung nie wieder irgendwo einen Job bekommt.



Ich fand das Buch die ersten ca. 75% sehr gut, es hat mir echt gefallen, vor allem die vielen leisen disharmonischen Töne, die immer lauter wurden. Dann hat es leider die Richtung gewechselt und das in einer Weise, die mir nicht gefiel. Ich fand das ziemlich doof und das Ende auch.



Ja, es hat seinen eigenen Stil, es geht am Anfang recht schleppend voran, aber nur, wenn man nicht zwischen den Zeilen liest. Man begleitet den Arbeitsalltag von Paxton und Zinnia, der eintönig scheint und vor allem bei ihr oft aus Aufzählungen besteht, welche Artikel sie holen muss. Aber achtet man auf das große Ganze und lässt sich davon nicht langweilen, verraten gerade diese Kapitel sehr viel über Cloud und die Art, wie die Mitarbeiter wirklich behandelt werden. Die Psychologie hinter dieser Philosophie.



Fazit: Die ersten ca. 75% des Buches gefielen mir wirklich gut. Es war faszinierend, interessant, spannend irgendwie und sehr subtil. Diese Subtilität spricht mich wirklich an. Man fragt sich oft „liegt das an mir, oder kann man das auch anders verstehen?“. Diese Momente nehmen mit fortschreitender Handlung zu und irgendwann ist der Punkt erreicht, ab dem die Misstöne deutlicher zu hören sind und nicht mehr zu überhören sind. Das ganze Gerüst von Cloud bricht in sich zusammen. Das, was man glauben soll stimmt nicht mehr mit der Wirklichkeit überein, im Gegenteil. Und gerade in diesem Moment der Erkenntnis, entwickelt sich das Buch für mich leider in die falsche Richtung. Es wird in meinen Augen unrealistischer.

Ich hatte anfangs das Gefühl, dieses Buch könnte sich gut und gerne in die lange Reihe der großen dystopischen Romane der 1980er einreihen, aber leider lässt es zum Schluss hin nach und der Autor wählt in meinen Augen den leichten Weg, was ich persönlich schade finde.



Das Buch bekommt von mir 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.01.2020

Das Buch hat definitiv etwas, aber leider driftet es manchmal ab und wird unrealistisch

Too Late
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Sloan hasst ihr Leben. Ihr Freund ist ein gewalttätiger Verbrecher, der ein Dealer-Imperium aufbauen will. Doch Sloan kann ihn nicht verlassen, sie hat nichts und niemanden, ohne ihn würde sie auf der ...

Sloan hasst ihr Leben. Ihr Freund ist ein gewalttätiger Verbrecher, der ein Dealer-Imperium aufbauen will. Doch Sloan kann ihn nicht verlassen, sie hat nichts und niemanden, ohne ihn würde sie auf der Straße stehen und ihr behinderter Bruder ebenfalls, dessen Heimplatz Asa bezahlt. Für ihn ist es Liebe, für Sloan ein Gefängnis, immer mit der Hand an der Kehle und der Gefahr im Nacken.
Doch dann lernt sie Carter kennen, der eigentlich Luke heißt und ein verdeckter Ermittler ist. Sie weiß davon nichts, aber sie merkt, dass er anders ist. Sie fühlt sich bei ihm wohl und sicher und so hat sie sich schon seit langer Zeit nicht mehr gefühlt. Aber Sloan weiß, wenn Asa etwas mitbekommt, bringt er sie beide um.


Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Sloan, Carter und Asa geschrieben.

Sloan tat mir unglaublich leid. Sie ist buchstäblich eine Gefangene. Es ist einfach schrecklich, dass ihr keine andere Wahl bleibt, als mit diesem Mistkerl zu leben. Ich muss dazu sagen, dass ich von Anfang an einen Verdacht hatte und damit auch richtig lag. Nur so viel: Asa ist offensichtlich ein Mistkerl, aber er ist noch viel böser, als man anfangs gedacht hätte.

Carter war mir auch direkt sympathisch. Der Gewissenskonflikt, in dem er sich befindet, muss echt hart sein. Einerseits will er Asa drankriegen, aber andererseits auch Sloan retten. Sein Partner will, dass er sie benutzt, um den Job zu erledigen, aber Carter will sie nicht opfern. Aber wenn er sie nicht benutzt, wie soll er dann Asa überführen? Denn nur wenn der in den Knast wandert ist Sloan in Sicherheit.

Asa ist einfach ein kranker bösartiger Mistkerl, der sich die ganze Zeit selbst etwas vorlügt. Er dichtet sich alles um, damit es in seine Sicht der Welt passt, vor allem wenn es um Sloan geht. Von seinem Frauenbild will ich gar nicht erst anfangen.


Das Buch hat definitiv etwas. Es ist spannend, man hat Mitgefühl mit Sloan und Carter und drückt ihnen die Daumen und fiebert mit ihnen mit, ob sie von Asa erwischt werden. Allerdings stellen sie sich manchmal schon echt blöd an. Als würden sie darum betteln bei langen Blickkontakten und dergleichen erwischt zu werden und das wo ihnen doch beiden so klar ist, wie gefährlich das ist und dass sie das nicht tun sollten. Gut, das kann schon mal passieren, aber eben nicht andauernd. Das nimmt dem Buch leider an Glaubwürdigkeit.

Was mich zudem gestört hat, ist die Vorhersehbarkeit der Handlung und dass der Epilog 158 Seiten lang ist und damit fast ein Drittel des Buches. Für mich ist ein Epilog nur wenige Seiten lang und schiebt noch etwas hinterher, wie ein Ausblick auf das weitere Leben oder so. So wie das hier angelegt ist, hätte es besser gepasst, das Buch in Teil 1 und Teil 2 oder ähnliches zu gliedern.

Fazit: Das Buch ist nicht schlecht. Es ist spannend, romantisch und mal etwas anderes. Die Grundstory ist zwar alt bekannt: Drogenboss ist besessen von Frau, Frau befindet sich in Notlage und kann Drogenboss, den sie hasst, nicht verlassen, Undercovercop infiltriert die Gang des Drogenbosses, verliebt sich in Frau, will sie retten und die Hölle bricht los.
Allerdings ist bei diesem Buch schön, dass Sloan kein Dummchen ist, sondern clever und gut kombiniert. Carter/Luke empfindet wirklich etwas für sie und kämpft mit zwei Facetten seiner Persönlichkeit, denn er muss sich entscheiden, was für ihn Priorität hat: Sloan oder sein Job. Was ich auch echt toll finde ist, dass man auch Asas Perspektive mitbekommt und er ist echt irre. Sonst bekommt man immer nur die Frau und den Cop zu lesen, aber nie den Drogenboss.
Leider hat das Buch aber auch seine Schwächen, wie zum Beispiel dämliche Aktionen der Protagonisten, bei denen sie quasi darum betteln erwischt und ermordet zu werden. Auch die Handlung im Epilog fand ich schwächer als die Handlung davor, zumal das Ganze noch unterteilt war in Epilog, Prolog, Epilog zum Epilog – das und die Handlung, dieses Teils waren mir zu „over the top“ und leider teils recht unrealistisch.

Von mir bekommt das Buch ganz knappe 3,5 Sterne, weil es mich dennoch gefesselt hat.

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Veröffentlicht am 27.12.2019

Band 1 fand ich am besten, aber hat definitiv etwas

American King
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Achtung: Teil 3 einer Trilogie!

Wenn ihr Band 1 und 2 noch nicht gelesen habt, bitte nicht weiterlesen, sonst werdet ihr gespoilert!

Achtung: Cliffhanger!
Sehr explizite (BDSM-)Sex-Szenen – wer ...

Achtung: Teil 3 einer Trilogie!

Wenn ihr Band 1 und 2 noch nicht gelesen habt, bitte nicht weiterlesen, sonst werdet ihr gespoilert!

Achtung: Cliffhanger!
Sehr explizite (BDSM-)Sex-Szenen – wer das nicht mag, sollte die Finger von diesem Buch lassen


Abilene erpresst Embry und er muss mittlerweile nicht nur um sein und Greers Leben fürchten, sondern auch um das seines ungeborenen Kindes. Sie droht Ashs größtes Geheimnis öffentlich zu machen: seinen Sohn mit Morgan, seiner Schwester. Abilene schreckt vor nichts zurück, sie gibt offen zu, dass sie Greers Tod wollte und wer weiß wozu sie noch fähig ist? Embry sieht nur eine Chance, um Greer zu schützen: er tritt gegen Ash bei der Präsidentschaftswahl an.
Doch kann ihre Beziehung das überleben? Oder wird ihr zu viel irreparabler Schaden zugefügt?


Dieses Buch ist größtenteils aus Ashs Sicht erzählt. Aber auch ab und an aus Embrys und Greers. Es geht wieder um große Gefühle, aber auch erstmals um Ashs Unsicherheiten, die bislang unsichtbar waren.

Man erfährt endlich was es mit Merlin auf sich hat – ich fand das etwas zu weit hergeholt, aber ok. Was ich schlimmer finde ist, dass die ganzen offenen Handlungsstränge, die eben noch ein unüberwindliches Problem dargestellt haben, ohne Vorankündigung ganz plötzlich, schnell und ohne weitere Probleme und Schwierigkeiten aufgelöst werden.

Die Wendung am Schluss fand ich ehrlich gesagt ziemlich blöd. Ich kann die Idee dahinter nachvollziehen, aber ich persönlich fand es übertrieben dramatisch.

Was mir gefallen hat war wieder das Zusammenspiel der drei als Einheit. Die Sex-Szenen waren wieder heftig und nicht immer meins, was vor allem daran lag, dass ich mich mit Sex-Szenen zwischen Männern schwertue. Aber dafür sind wieder viele Gefühle involviert und durch die ungewöhnliche Konstellation dieser Ménage-à-trois ist es etwas ganz anderes.
Ich persönlich kann mir für mich zwar so eine Beziehung nicht vorstellen, aber ich finde es interessant darüber zu lesen. Ich erweitere gern durch Bücher meinen Horizont.

Die Trilogie als Ganzes ist in sich stimmig, wenn auch für mich zu unrealistisch in einigen Bereichen. Dafür kann sie aber beim Thema Gefühl punkten.
Allerdings sind die Sex-Szenen sehr speziell und extrem hart, das ist nicht für jeden etwas, mir war es zum Teil zu arg, auch weil es oft um einen Grad der Unterwerfung geht, den ich nicht nachfühlen kann. Dass man auf härteren Sex steht kann ich noch nachempfinden, aber nicht, dass man es mag bestraft zu werden in diesem Maß. Da bin ich wohl einfach nicht der Typ für. Statt das heiß zu finden, wollte ich zuschlagen.

Fazit: Die Trilogie und dieser Abschluss-Band haben definitiv etwas. Ich habe Kritikpunkte, aber mir haben die Bücher definitiv auch gefallen. Band 1 fand ich am stärksten von den Dreien. Band 2 und 3 sind für mich in etwa gleichauf.
Wenn man bereit ist, sich auf diese Grundkonstellation der Ménage-à-trois einzulassen und sich von den Kritikpunkten nicht abschrecken lässt, ist die Trilogie definitiv einen Versuch wert.

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Veröffentlicht am 25.12.2019

Nicht ganz so gut wie Band 1

American Prince
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Achtung: Teil 2 einer Trilogie!

Wenn ihr Band 1 noch nicht gelesen habt, bitte nicht weiterlesen, sonst werdet ihr gespoilert!

Achtung: Cliffhanger!
Sehr explizite (BDSM-)Sex-Szenen – wer das nicht ...

Achtung: Teil 2 einer Trilogie!

Wenn ihr Band 1 noch nicht gelesen habt, bitte nicht weiterlesen, sonst werdet ihr gespoilert!

Achtung: Cliffhanger!
Sehr explizite (BDSM-)Sex-Szenen – wer das nicht mag, sollte die Finger von diesem Buch lassen


Greer wurde entführt und ist nun in der Gewalt von Ashs größtem Feind. Nur Embry kann sie retten. Er schafft das auch und gemeinsam mit Ash fügen sie Greer wieder zusammen und heilen ihre Wunden.
Doch ihr Feind wird nicht ruhen, bis er Greer wieder hat und ihre Cousine erweist sich wieder einmal als gewissenloses Miststück. Können die drei ihre Beziehung und Ashs Präsidentschaft erhalten?


Greers Entführung wird ziemlich schnell beendet und Embry darf der Held sein. Danach haben sie Sex, inklusive Rollenspiel, was ich persönlich in der Situation zwar irgendwie verstehen kann, aber gleichzeitig auch sehr, sehr dumm finde.

Ich kann noch viel weniger verstehen, warum sie ihre Cousine nicht direkt in Haft nehmen, immerhin hat sie Greer an ihre größten Feinde verraten. Als Präsident sollte es doch möglich sein sie zumindest unschädlich zu machen. Aber nein, sie bekommt sogar die Gelegenheit alles noch schlimmer zu machen.

Dieses Buch ist größtenteils aus Embrys Sicht erzählt, eingeteilt in „davor“ und „danach“. Das „danach“ ist für uns immer die Gegenwart. Ich finde es schlimm, wie schlecht er von sich denkt. Er glaubt immer er habe alles Unglück und allen Schmerz, den er erleidet, verdient. Das kann ich nicht nachvollziehen. Nur wegen seiner sexuellen Gedanken? Das ist für mich nicht stimmig. Dennoch tut er mir immer wieder sehr leid.

Was mich etwas stört ist, dass Ash der mächtigste Mann der Welt ist, Embry ist sein Vize-Präsident und beide lassen sich immer überfahren von den Taten anderer. Das erscheint mir wenig realistisch.

Was mir dafür wieder sehr gefallen hat, war die Gruppen-Dynamik der drei. Gut, die Sex-Szenen sind mir immer wieder mal etwas zu extrem, aber das ist Geschmackssache, ich tue mich auch immer etwas schwer, wenn es um Sex-Szenen zwischen zwei Männern geht. Aber trotzdem fällt wieder auf wie viel Gefühle in dem Buch stecken. Es ist kein Sex-Buch, obwohl er einen großen Stellenwert einnimmt für die Charaktere, aber es geht in erster Linie um ihre Gefühle füreinander.

Ich bin gespannt, wie es nach dem Cliffhanger weitergeht. Zum Glück kann ich direkt weiterlesen. Ich kann es kaum erwarten und hoffe wirklich, dass die „bösen“ bekommen, was sie verdient haben und es am Ende ein Happy End für alle drei geben wird.

Fazit: Ich persönlich kann mir keine polyamoröse Beziehung für mich vorstellen, aber ich finde es hier gut gemacht. Diese Trilogie ist meine erste Buchreihe bzw. Buch mit dem Thema, aber ich finde es wirklich schön dargestellt. Dass es eben nicht nur um Sex zu dritt geht, sondern, dass es wirklich Liebe ist für alle Beteiligten in allen Konstellationen. Das wird schön herausgearbeitet und wirkt glaubhaft. Ebenso, wie die Konflikte, die entstehen können.
Was ich schade finde ist, dass der mächtigste Mann der Welt, der amerikanische Präsident, hier ziemlich machtlos dargestellt wird. Er wird immer von den Geschehnissen überrannt und steht ihnen relativ hilflos gegenüber. Das wirkt auf mich wenig realistisch.
Ich bin schon wirklich gespannt, wie es weitergeht! Das nächste Buch, der Abschluss der Trilogie, ist aus Ashs Sicht erzählt. Gerade auf ihn bin ich auch sehr gespannt, weil man über sein Innenleben bislang kaum etwas erfahren hat.

Von mir bekommt dieses Buch 3,5 Sterne, da es mich trotz meiner Kritikpunkte wieder sehr gefesselt und mitgerissen hat, ich aber die zusätzlichen, in meinen Augen recht unrealistischen Dramen, auch in die Bewertung mit einfließen lassen muss.

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Veröffentlicht am 21.12.2019

Sobald man dahinter gestiegen ist, emotional echt heftig!

Blood Orange - Was sie nicht wissen
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Achtung: emotional teilweise echt heftig!


Alison ist Anwältin scheinbar eine Alkoholikerin, allerdings will sie das nicht wahrhaben. Währenddessen gehen ihre Ehe und ihre Familie den Bach runter. Von ...

Achtung: emotional teilweise echt heftig!


Alison ist Anwältin scheinbar eine Alkoholikerin, allerdings will sie das nicht wahrhaben. Währenddessen gehen ihre Ehe und ihre Familie den Bach runter. Von ihrem Ehemann kommen am laufenden Band Vorwürfe und ihre Tochter ist es, die unter all dem Chaos leidet. Nun hat Alison einen Mordfall übernommen, eine Frau soll ihren Mann ermordet haben und gibt zu, dass sein Tod ihre „Schuld“ sei. Doch Alison erkennt, dass die Frau jahrelang emotional und physisch missbraucht und misshandelt worden ist. Wird Alison es schaffen ihre Mandantin frei und ihr Leben auf die Reihe zu bekommen?
Und was hat es mit den bedrohlichen SMS auf sich, die Alison seit neuestem erhält?


Alison ist eine schwierige Protagonistin. Sie trinkt zu viel, ist offensichtlich Alkoholikerin, hat eine Affäre mit einem Kollegen, die sie einfach nicht beenden kann, obwohl da keine Liebe ist, nur Sex und der auch immer wieder ziemlich grob und ihr Mann ist ohne Ende am Meckern. Sie macht dieses falsch, jenes falsch, hat das vergessen oder jenes durcheinandergebracht. Alles ist immer Alisons Schuld – doch ist dem wirklich so? Ist es Alison, die nichts auf die Reihe bekommt, oder will ihr ihr Mann das nur einreden?

Das Buch ist echt nicht leicht zu lesen. Es ist wirklich heftig wie Alisons Leben aussieht, vor allem wie ihr Mann ihr andauernd Vorwürfe macht, sie kann einfach gar nichts richtig machen und ihre Tochter, so klein sie noch ist, übernimmt die Vorwürfe bereits.
Man wird aus Patrick – Alisons Kollege, mit dem sie eine Affäre hat – lange nicht schlau. Mal wirkt er als würde sie ihm wirklich etwas bedeuten, dann ist er wieder ein A... und behandelt sie beim Sex wie ein Ding, dass nur dazu da ist, von ihm benutzt zu werden.

Wenn man die Misstöne wahrnimmt, sind sie nicht zu übersehen, nimmt man sie aber nicht wahr, ist es ein komplett anderes Buch. Ich habe sie wahrgenommen und wusste daher, was passieren würde. Für mich gab es relativ wenig Überraschungen, aber immerhin ein paar.
Die Auflösung fand ich sehr gut, obwohl mein Gerechtigkeitsempfinden sich etwas anderes gewünscht hätte, aber ich kann damit leben.


Fazit: Das Buch ist nicht leicht zu lesen und es kommt wirklich darauf an, wie man die einzelnen Charaktere wahrnimmt. Ist Alison eine chaotische Alkoholikerin, oder ihr Mann ein eiskalter Mistkerl? Ist Patrick in Alison verliebt oder benutzt er sie nur? Ist ihre Mandantin ein Opfer oder eine kaltblütige Mörderin?

Das was in dem Buch geschildert wird, ist nicht immer leicht zu ertragen. Man fragt sich schon ab und an, warum Hinweise übersehen werden, aber genau darum geht es hier: Wahrnehmung und Sichtweisen.

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