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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.12.2019

Vielschichtige Charaktere, wichtige Themen und eine tiefgründige Story

Das Schicksal weiß schon, was es tut
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Ich bin direkt in die Geschichte eingetaucht, denn die Kapitel, die abwechselnd aus Robs und aus Maegans Sicht erzählt werden, sind sehr kurz und die Protagonisten wurden mit ihren Ecken und Kanten sehr ...

Ich bin direkt in die Geschichte eingetaucht, denn die Kapitel, die abwechselnd aus Robs und aus Maegans Sicht erzählt werden, sind sehr kurz und die Protagonisten wurden mit ihren Ecken und Kanten sehr detailliert dargestellt, wobei mir positiv aufgefallen ist, dass hier nicht immer nur die weibliche Protagonistin emotional war, sondern auch Rob Gefühle hatte, Schwäche gezeigt hat und auch mal geweint hat.

Beide Charaktere haben ihr eigenes Päckchen zu tragen. Rob wird immer mit den Taten seines Vaters in Verbindung gebracht und dafür geächtet, Maegan hat ihren Fehler selbst verschuldet. Trotzdem oder vielleicht besonders deswegen verstehen sich die beiden immer besser und geben einander Halt. Das Buch zeigt, dass ein Fehler nicht aussagt, wer man ist und dass das Leben danach weitergeht auch wenn man selbst das Gefühl hat, das alles hoffnungslos ist.

Neben den Hauptcharakteren stehen aber auch Maegans Schwester Maegan, die mit einer ungewollten Schwangerschaft zu kämpfen hat, und Owen, ein Mitschüler der beiden, dessen Familie durch die Taten von Robs Vater verarmt ist, im Mittelpunkt. Auch diese werden nicht nur mal kurz erwähnt, sondern besitzen eigene Ansichten, Probleme und Wege damit umzugehen, sodass sie die Geschichte gut ergänzt haben.

Im Laufe des Buches machen beide Protagonisten eine Charakterentwicklung durch und auch die Nebencharaktere verändern sich. Das Buch thematisiert nicht nur wichtige Themen, wie Mobbing, Einsamkeit, Armut, Verbrechen, Freundschaft, Liebe, Familie, Verlust und Schwangerschaft, sondern behandelt auch einige moralische Fragen, die behandelt werden, indem die Protagonisten dazu ihre Meinung sagen und darüber diskutieren, sodass das Buch auch zum Nachdenken angeregt hat.

Lediglich das Ende ging mir dann ein bisschen zu schnell und war auch ab einem bestimmten Punkt im Buch absehbar. Etwas weniger rosarot und happy hätte mir vermutlich mehr gefallen.

Brigid Kemmerer schafft es die Unsicherheit und die Probleme von Teenagern emotional und tiefgründig darzustellen, behandelt viele schwierige Themen und schafft dabei tolle vielschichtige Charaktere. Von mir gibt’s eine Leseempfehlung, aber einen kleinen Abzug auf 4.5 Sterne wegen dem Ende.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2019

Geister und eine tolle Atmosphäre

City of Ghosts - Die Geister, die mich riefen
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City of Ghosts ist der erste Teil einer Kinder-/Jugendfantasyreihe von Victoria Schwab, die mich bereits in ihren anderen Fantasyromanen von ihrem grandiosen Schreibstil überzeugen konnte.

Das Buch handelt ...

City of Ghosts ist der erste Teil einer Kinder-/Jugendfantasyreihe von Victoria Schwab, die mich bereits in ihren anderen Fantasyromanen von ihrem grandiosen Schreibstil überzeugen konnte.

Das Buch handelt von der 12-jährigen Cassidy Blake, die seit einem Unfall, bei dem sie beinahe ertrunken wäre, Geister sehen kann und die Welt der Toten sogar betreten kann. Als sie ihre Eltern, die als „Inspecters“ Bücher über Geister schreiben und nun auch eine Fernsehshow drehen sollen, nach Edinburgh begleiten soll merkt sie, dass sie noch viel über ihre Verbindung zur Geisterwelt lernen muss und nicht alle Geister freundlich sind. Unterstützung bekommt sie dabei durch ihren besten Freund Jacob, der ein Geist ist, und eine unerwartete Freundin, die sie in Edinburgh findet.

Das Cover des Buches bringt die düstere Stimmung des Buches gut rüber und auch die geisterhaften Raben passen gut zum Inhalt des Buches. Dennoch gefällt mir das Originalcover noch ein bisschen besser.

Der Schreibstil des Buches war total flüssig, sodass man es gut an einem Stück durchlesen kann. Gut gefallen haben mir die atmosphärischen Beschreibungen von Edinburgh und die Karte am Anfang des Buches, mit der man die Spaziergänge von Cassidy gut nachverfolgen kann.

Obwohl es sich um ein Kinderbuch handelt, kam mir Cassidy recht erwachsen vor. Klar hat sie noch einige kindliche Züge, aber ich hatte beim Lesen nicht das Gefühl dauernd über ihre Entscheidungen mit dem Kopf schütteln zu müssen, was ich sehr angenehm fand. Cassidy ist neugierig aber ein Einzelgänger, was sie jedoch nicht wirklich stört.
Ihre Eltern wissen zwar, dass ihr bester Freund ein Geist ist, nehmen das jedoch trotz ihrer eigenen Forschung zu Geistern nicht wirklich ernst, sodass ihre Fähigkeit zwischen den Welten zu wechseln ihr Geheimnis ist. Trotzdem werden die Eltern hier nicht einfach ignoriert und Cassidy darf nicht einfach den ganzen Tag alleine durch die Stadt streifen. Ihre Eltern machen sich Sorgen und meckern auch mal, wenn sie sich danebenbenimmt, was sehr realistisch ist.

Jacob ist eher introvertiert, hat eine Vorliebe für Comics, die Cassidy ihm umblättern muss, und hat tierische Angst vor Geistern, obwohl er natürlich selber einer ist. Trotzdem wagt er sich für Cassidy aus seiner Komfortzone heraus, begleitet sie bei ihren Streifzügen durch Edinburgh und bringt immer wieder lustige Sprüche. Über seine Vergangenheit erfährt man leider noch recht wenig, aber da es noch einen zweiten Band gibt, habe ich Hoffnung, dass dieser mehr Aufklärung bietet.

Die Idee rund um die Geister und die Zwischenwelt hat mir total gut gefallen und wurde sehr leicht verständlich erklärt, sodass ich schnell in die Geschichte reingefunden habe. Zudem ist immer etwas Neues passiert, sodass es beim Lesen nicht langweilig wurde. Ich persönlich habe mich nicht wirklich gegruselt, ich kann mir aber gut vorstellen, dass es jüngeren Lesern aber anders gehen könnte.

Das Buch endet ohne Cliffhanger und besitzt eine abgeschlossene Handlung, bei der nur die Geschichte rund um Jacob ungeklärt bleibt und dadurch noch viel Potential für den zweiten Teil bietet. Insgesamt war es ein schönes Buch für Zwischendurch, dass nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen, die Geistergeschichten mögen viel Spaß bereiten kann und mich neugierig auf die Fortsetzung macht. Insgesamt gebe ich daher 4.5 Sterne.

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  • Cover
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Veröffentlicht am 08.11.2019

Schöne Fortsetzung mit leichten Längen

Postscript - Was ich dir noch sagen möchte
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Postscript – Was ich dir noch sagen möchte, ist die unerwartete Fortsetzung von P.S.- Ich liebe dich.

Das Cover des Buches hat mit gut gefallen, insbesondere da die Gestaltung moderner wirkt als viele ...

Postscript – Was ich dir noch sagen möchte, ist die unerwartete Fortsetzung von P.S.- Ich liebe dich.

Das Cover des Buches hat mit gut gefallen, insbesondere da die Gestaltung moderner wirkt als viele der älteren Bücher der Autorin. Farblich ist es zwar an die anderen Bücher angelehnt, hebt sich aber durch die Farbklekse stark von ihnen ab, während es gleichzeitig sehr schlicht gehalten ist.

Der Roman ist in Aherns gewohntem bildlichem, leicht zu lesenden Schreibstil verfasst, man merkt aber, dass auch sie älter geworden ist und manche Themen anders betrachtet oder beschreiben kann, was gut zu Holly gepasst hat. Durch kleine Rückblicke in die Zeit vor Gerrys Tod werden auch Leser, werden die für die Handlung wichtigen Details wiederholt und Leser die Band 1 nicht kennen abgeholt.

Der Roman setzt sich auf ernsthafte und emotionale Weise mit Trauer, Krankheit, Verlust und Liebe auseinander, mit dem Gedanken was wir der Nachwelt hinterlassen wollen, aber auch mit den Gefühlen, die ein schwerkranker Mensch hat, wenn er seinen Liebsten Briefe hinterlässt. Dabei gibt es nicht viel Handlung, es geht eher darum den Leser zum Nachdenken anzuregen. Trotzdem bleibt es natürlich ein Liebesroman, der nicht ohne Kitsch auskommt und an manchen Stellen etwas tiefgründiger hätte sein können.

Während Holly den Clubmitgliedern hilft lernt sie viel über sich selbst, beginnt aber auch die Briefe, die Gerry ihr geschrieben hat, aus anderen Augen zu sehen. Diese persönliche Entwicklung von Holly hat dem Buch nochmal das gewisse Etwas gegeben.

Lediglich die Mitte des Buches, wies einige Längen auf, bei denen ich das Buch immer wieder zur Seite gelegt habe, zum Ende hin wurde es dann aber so emotional, dass es mich wirklich packen konnte.

Ich kann Postscript allen Fans der Autorin nur empfehlen, aber auch denen, die vielleicht noch kein Buch von Cecilia Ahern kennen. Postscript ist ein Wohlfühlbuch, das leicht geschrieben ist, zum Denken anregt, aber auch nicht übermäßig tiefgründig ist, sodass ich dem Buch 4.5 Sterne gebe

Veröffentlicht am 09.10.2019

Von Freundschaft zur Liebe

Never Too Close
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Never too close ist das erste Buch der französischen New Adult-Autorin Morgane Moncomble, die auf Wattpad bekannt geworden ist, das ins Deutsche übersetzt wurde. Da ich bisher noch kein New Adult Buch ...

Never too close ist das erste Buch der französischen New Adult-Autorin Morgane Moncomble, die auf Wattpad bekannt geworden ist, das ins Deutsche übersetzt wurde. Da ich bisher noch kein New Adult Buch gelesen habe, dass in Paris spielt war ich sehr gespannt auf die Geschichte.

Bei einem New Adult Buch erwarte ich sympathische Charaktere, eine süße Liebesgeschichte und ein bisschen Drama. Never too close konnte in dieser Hinsicht meine Erwartungen fast vollständig erfüllen.

Am meisten werden mir definitiv die tollen Charaktere in Erinnerung bleiben. Violette, ist tollpatschig, tritt regelmäßig in Fettnäpfchen und erzählt andauernd ausversehen ihre halbe Lebensgeschichte. Zudem ist sie süchtig nach Schokolade und wird regelmäßig dabei erwischt, wie sie grade ein Glas Nutella löffelt. Da sie durch ihre kleinen Macken eben nicht immer ganz perfekt ist, war sie mir direkt sympathisch und ich musste an mehreren Stellen wirklich lachen.

Loan dagegen ist der perfekte beste Freund, der sich immer um sie sorgt, sie aufmuntert, wenn sie traurig ist, gleichzeitig aber auch in seiner Arbeit als Feuerwehrmann aufgeht und durch seine ruhige Art besticht. Beide hadern noch mit ihrer Vergangenheit, die Chemie zwischen ihnen hat aber einfach gepasst und auch die langsame Veränderung in der Beziehung der beiden wurde schön beschrieben, auch wenn sich dies am Anfang ein kleines bisschen zu lange gezogen hat und die Beschreibungen rund um Clément etwas kürzer hätten ausfallen dürfen.

Die Nebencharaktere Zoe, Jason und Ethan haben der Geschichte hingegen sehr gut getan, auch wenn sie einem beim Lesen manchmal etwas auf den Geist gegangen sind und immer in den unpassendsten Momenten auftauchen mussten.

Die Kapitel werden abwechselnd aus Loans und aus Violettes Sicht beschrieben. Zudem war ein Teil des Anfangs eine Rückblende in die Zeit, wo sich die beiden kennengelernt haben, was den Einstieg ins Buch erleichtert hat.

Gegen Ende des Buches kommt dann natürlich noch ein bisschen Drama dazu. Statt einem Problem, waren es hier aber direkt fünf, was irgendwie etwas zu überladen war und somit auch mein einziger wirklicher Kritikpunkt an diesem Roman ist. Jede paar Seiten wurde den beiden ein neuer Stein in den Weg gelegt und die Familienprobleme der beiden dienten zwar als Erklärung für einige Eigenheiten der zwei, haben aber auch dazu geführt, dass die einzelnen „Probleme“ recht kurz abgehandelt wurden. An dieser Stelle wäre es angenehmer gewesen, wenn man einiges weggelassen hätte und dafür andere Themen etwas tiefgehender behandelt hätte, aber da muss sich natürlich jeder selbst eine Meinung bilden.

Trotzdem habe ich dieses Buch an einem Tag verschlungen und war gefesselt von den authentischen Charakteren und ihrem Humor. Ich kann das Buch allen New Adult Fans nur ans Herz legen, denn es ist einfach toll für zwischendurch und gehört zu den besten Büchern, die ich bisher in diesem Genre gelesen habe. Daher freue ich mich auch schon sehr auf den zweiten Band über Zoe und Jason, der im Frühjahr 2020 erscheinen wird. Insgesamt gebe ich Never too close 4.5 Sterne.

Veröffentlicht am 06.10.2019

Sprachlich fantastisch, auch wenn die Erzählung nur auf den zweiten Band hinarbeitet

Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte
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Als ich erfahren habe, dass der One-Verlag Strange the Dreamer auf Deutsch herausbringen wird habe ich mich so sehr gefreut, insbesondere, da das Cover dem wunderschönen UK-Cover ähnelt, in dem das Buch ...

Als ich erfahren habe, dass der One-Verlag Strange the Dreamer auf Deutsch herausbringen wird habe ich mich so sehr gefreut, insbesondere, da das Cover dem wunderschönen UK-Cover ähnelt, in dem das Buch mittlerweile nur noch schwer erhältlich ist. Enttäuscht war ich jedoch, als ich erfahren habe, dass der englische erste Teil in zwei deutsche Bände aufgeteilt wurde. Besonders im Fantasybereich sind dicke Bücher ja nicht gerade selten und verkaufen sich trotzdem gut.

Erzählt wird die Handlung durch zwei Erzählstränge, wobei ich über den zweiten Strang rund um Sarai hier nichts verraten werde, da er erst nach über 100 Seiten einsetzt und somit schon etwas zu viel über den Verlauf der Handlung verraten würde. Zunächst lernt der Leser daher Lazlo Strange kennen, ein Waisenkind, das zunächst bei Mönchen aufgewachsen ist, sich jedoch seine Zeit mit Träumereien und Spielen rund um die mysteriöse Stadt „Weep“ vertreibt, deren Namen eines Tages wie ausgelöscht war und von niemandem mehr ausgesprochen werden kann und zudem seit 200 Jahren als verschollen gilt. Auch in seiner späteren Jugend widmet er sich als Bibliothekar meist seinen Privatforschungen rund um die Stadt und ihren Legenden, lernt die Sprache der Einwohner und sammelt alle Informationen, die er finden kann, obwohl er nie damit gerechnet hätte, eines Tages wirklich die Chance zu bekommen die Stadt mit eigenen Augen zu sehen.

Strange the Dreamer ist anders als alles was ich bisher im Fantasybereich gelesen habe. Das Buch besticht nicht unbedingt durch übermäßige Spannung, sondern durch den grandiosen Schreibstil und die wunderschönen bildhaften Beschreibungen, durch die man das Gefühl hat selbst an den Orten der Geschichte zu sein. Mit jeder Seite taucht man mehr in die magische Welt ein und es fühlt sich teilweise selbst wie ein Traum an. Die Übersetzung ist toll gelungen und ich hatte an keiner Stelle den Wunsch, das Buch lieber im Original zu lesen, wie es sonst oft der Fall ist.

Lazlo macht eine angenehme Charakterentwicklung vom schüchternen Träumer, zum mutigen, aber stets nachdenklichen Abenteurer durch, schafft es aber, dabei durchweg sympathisch zu bleiben. Auch einige der Nebencharaktere konnten mir mit der Zeit wirklich ans Herz wachsen und besonders bei den Einwohnern von Weep, zeigt sich nochmals der unglaubliche Ideenreichtum der Autorin, bei dem ich immer wieder überrascht wurde und extrem viele Elemente vorkamen, die ich so aus anderen Fantasy-Romanen noch nicht kannte.

Am liebsten würde ich Strange the Dreamer daher ohne zu zögern fünf Sterne geben, doch ich muss leider für das Ende und das Splitten des Buches in zwei Teile einen halben Stern abziehen auch wenn die Autorin da natürlich nichts für kann. Dadurch, dass es geteilt wurde wirkt das Ende recht willkürlich gewählt und es fehlt ein Spannungshöhepunkt, selbst bei einer so ruhigen Geschichte wie dieser. Ich kann an dieser Stelle daher fast nur empfehlen bis zum Erscheinen des 2. Teils mit dem Lesen zu warten, denn ansonsten ist es eine unglaublich tolle, wortgewaltige Erzählung, die ich nur weiterempfehlen kann.