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Veröffentlicht am 13.01.2020

Wieder ein toller Fall für die Zeitdetektive

Freiheit für Richard Löwenherz
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Die Freunde Kim, Julian, Leon und die ägyptische Katze Kija besuchen einen Mittelaltermarkt. Der Troubadour hat es Julian angetan, aber Leon findet ihn ein Weichei. Da kann Julian natürlich gegenhalten, ...

Die Freunde Kim, Julian, Leon und die ägyptische Katze Kija besuchen einen Mittelaltermarkt. Der Troubadour hat es Julian angetan, aber Leon findet ihn ein Weichei. Da kann Julian natürlich gegenhalten, denn es gab da mal einen berühmten, der hieß Blondel und soll sogar Richard Löwenherz befreit haben, als er nach einem abgebrochenen Kreuzzug auf der Burg Trifels Ende 1192 überfallen und inhaftiert wurde. Doch was steckte eigentlich wirklich hinter der Geiselnahme und Lösegeldforderung? War es wirklich dem Barden zu verdanken, dass der legendäre Herrscher gerettet wurde? Um dass zu erfahren begeben sie sich in den Zeitreiseraum Tempus, um durch Zeit und Raum sich vor Ort ihr eigenes Bild zu machen. Als mittellose Waisen ziehen sie umher und treffen ziemlich schnell auf Blondel, der ihnen von der immensen Lösegeldforderung des Kaisers Heinrich VI und Erzherzog Leopold für die Freilassung des Königs berichten. Ursprünglich nahm der Erzherzog den englischen Herrscher gefangen, doch aufgrund seines geringeren Standes, musste er sich zur vordergründigen Legitimierung der Unterstützung des Kaisers vergewissern. Auch damals war solch eine Aktion ein gewagtes Abenteuer!
Zur Enttäuschung meiner Tochter war diese Folge ganz ohne Robin Hood. Nicht sehr verwunderlich, denn er wird im Klappentext ja auch nicht erwähnt. Ja, Richard hatte auch seine ganz eigenen Legenden und sein Bruder John, zu Deutsch Johann Ohneland, sowieso. Johann, das ist doch Sir John aus der Robin Hood Legende! Ja, so ist es, dann wurde es ja doch interessant, auch weil sie mehr über den Bruderzwist erfuhr und nebenbei einem spannenden Abenteuer mit jungen Helden in ihrem Alter folgen konnte. Kinder als Helden klingt oft unglaubwürdig, aber hier klingt alles so natürlich, weil Kinder oft unterschätzt und dadurch übersehen werden. Das gibt ihnen natürlich ganz andere Möglichkeiten für List und Tücke statt Waffen und Gefahr. Es sich schön zu hören, wie Kinder sich auf ihre eigenen Stärken besinnen und das Gewalt meistens nicht weiterhilft. Richard Löwenherz kommt letztendlich frei, aber der Held der Herzen ist bei uns eindeutig Barde Blondel geworden.
Dieser Teil der Richard Löwenherz Saga war mir selbst völlig unbekannt. Ich wusste immer nur, dass Richard fort war und John sein Land sehr schlecht und gierig während seiner Abwesenheit für ihn verwaltete. Neben seinem jüngeren Bruder kommt hier auch noch seine Mutter die ebenfalls berühmte Eleonore von Aquitanien vor. Über den Rest seiner Familie kann man noch einiges wirklich interessantes im Booklet lernen. Denn der sonst immer so verehrte Richard Löwenherz war groß und stark, aber er hatte nicht nur Schwächen, wie eine sehr undiplomatische Art, er kannte bisweilen selbst wenig Skrupel. Das ist wirklich packend aufbereitet, doch selbst ich kenne nicht alle verwendeten Begriffe und kann sie leider auch nicht im Glossar im Anschluss finden. Es wäre sehr schön, wenn der Text etwas simpler geschrieben wäre, oder noch besser, das Glossar um weitere nicht ganz so gebräuchliche Begriffe erweitert würde.
Sowohl das Hörbuch als auch das dazugehörige Booklet machen aber Lust auf Geschichte und wecken das Interesse. Kinder werden angeregt zu hinterfragen, was denn eigentlich der wahre Kern an den Legenden ist, die sie kennen und selbst mal zu „ermitteln“ und sei es im Internet. Für Kinder ab 9 Jahren ein gelungener Einstieg in diese ferne Zeit.
Stephan Schad hat eine sehr angenehme wohlmodulierte Stimme. Er spricht klar verständlich und ausdrucksstark. So baut er den Spannungsbogen stimmlich geschickt auf und vermittelt dennoch die Gewissheit, dass alles gut werden wird. Er klingt wie der Erzähler, der alles miterlebt hat und berichtet.
Dadurch dass regelmäßig in kürzeren Abständen Tracks gesetzt werden, können Kinder auch kurz mal anhalten und einen Track noch mal hören, sollte ihnen etwas entgangen sein, oder nach einer Pause wieder schneller an das zuletzt gehörte anknüpfen.

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Veröffentlicht am 09.01.2020

Loslassen erfordert Mut, Humor und Gelassenheit

Ich dachte, sie ziehen nie aus
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Ich dachte, sie ziehen nie aus! Ein Überlebenstraining für alle Eltern, deren Kinder flügge werden. Heike Abidi, Lucinde Hutzenlaub, Penguin Verlag
Da ich bereits den vergnüglichen Ratgeber übers Altern ...

Ich dachte, sie ziehen nie aus! Ein Überlebenstraining für alle Eltern, deren Kinder flügge werden. Heike Abidi, Lucinde Hutzenlaub, Penguin Verlag
Da ich bereits den vergnüglichen Ratgeber übers Altern „Ich dachte älter werden dauert länger“ mit viel Freude gelesen habe, dachte ich mir, dass ich vielleicht auch gute Tipps für das Kinder aufwachsen lassen finde.
Nun widmen sich die Autorinnen dem Thema Kindern. Wer Kinder bekommt, muss damit leben, dass diese eines Tages groß werden und ausziehen. Zumindest ist das der erstrebenswerte Plan, geht dieser nicht auf, ist etwas schief gegangen. Bevor es soweit kommt, dann doch besser mal vorher schlau machen.
Beide Autorinnen sind vor allem: 1. Autorinnen 2. Frauen 3. Mütter und im Fall von Lucinde Hutzenlaub tatsächlich sogar eine vierfache. Das finde ich wichtig, denn sie schreiben über etwas, was sie selbst kennen und als erfolgreiche Autorinnen kann man also auch gewiss sein, dass es nicht langweilig wird.
Ich habe letztes Jahr schon mal ein Buch zu einem ähnlichen Thema gelesen „Pubertät“ da hatte ich das persönliche Problem: Die Autorin hat doch nur ein Kind, wie kann sie denn dann überhaupt mitreden? Ich finde ja, dass die Pubertät von einem Einzelkind und von mehreren Kindern schon was anderes ist. Vielleicht hat man mit dem Einzelkind ja Glück und es hat nur eine Pubertät für Anfänger? Dennoch gibt es in unserer Gesellschaft beides und so ist es eigentlich optimal, dass unter den Autorinnen beide Familienmodelle vertreten sind. Gemeinsam haben sie zwei Söhne und 3 Töchter und die natürlich jede Menge Freunde und Freundinnen, die bei den freiberuflichen Müttern auch ein- und ausgehen…. Anschauungsobjekte gibt es also genug. Für mich war es ja auch spannend, ob das Flüggewerden für Mütter von Einzelkindern schlimmer ist, als von Vielfach-Müttern? Anscheinend ist es eine Typfrage. Ich gehöre wohl der seltenen Gattung an, die bei Kindergarten- und Schulabschlüssen keine Taschentücher benötigen. Hurra, ein Meilenstein ist geschafft! Es ist noch alles gut gegangen! So ist ja auch eine Frage des Flügge-werden-Übens ein Auslandsaufenthalt. Seit Jahren erkläre ich „in der 8. soll meine Tochter am Kanada-Austausch teilnehmen“ 14 Tage Kanada klingt doch super, würde ich auch gerne machen. Bei einem SEB-Essen (Schulelternbeitrag, ich komme wie Heike Abidi aus RlP) erklärte mir eine Mutter, in so jungen Jahren, schon so lange und so weit weg? Ich find’s super! Man kann nicht sofort zu Mama laufen, muss lernen, sich den unmittelbaren Problemen selbst zu stellen, aber 14 Tage sind kurz genug, um nicht traumatisiert zu werden, lang genug um etwas Einblick in Sprache und Kultur zu erhalten und Kanada ist zwar weit weg, aber doch sehr sympathisch. Man könnte also meinen, ich bräuchte das Buch nicht, ich kann ja offensichtlich super loslassen. Nee, es ist immer eine Frage dessen, worum es geht. Es geht ja nicht nur um den Auszug der Kinder. Humorvoll wird thematisiert, wie man als Eltern so eine Pubertät erlebt und welche Phasen man durchlebt. Da hilft Humor und Vertrauen. Im gelassenen Umgang mit hormonverzückten Teenies bin ich bei weitem nicht so gut, wie im Loslassen, auch wenn ich mir erhoffe, dass meine Tochter sich in einen süßen Kanadier verliebt und dann Englisch lernen will 😉 Ja, meistens geht alles gut, und es haben schon ganz viele andere Kinder geschafft, aber ich bin nun mal von Berufswegen mit der dunklen Seite des Lebens betraut. Also lieber doch genauer hinschauen, mit wem die Kinder so unterwegs sind… Ich finde es ja auch sehr interessant, wovor sich andere Mütter anscheinend so ganz besonders zu fürchten scheinen… Es ist doch irgendwie beruhigend, dass es anderen aus so geht. Durch die vielen Anekdoten, die locker flockig erzählt werden, kann man sich immer wieder selbst wiederfinden oder doch den Anstoß finden, es vielleicht mal anders, gelassener zu sehen. Es können ja immerhin mehrere Wege zum Ziel führen… Das müssen beide Autorinnen auch feststellen, denn von ihren 5 Kinder entscheiden sich mind. 2 gegen den vorgezeichneten Weg: Grundschule, Abi, Studium und gehen einen anderen Weg, kurz vor dem angeblichen Zwischenziel Abitur. Manchmal werden Kinder anders glücklich, als die Eltern sich das für sie gewünscht bzw. vorgestellt haben. Das ist auch eine Form des Loslassens. Die Verabschiedung von elterlichen Träumen. Hauptsache, den Kindern geht’s gut, sie geraten nicht auf die schiefe Bahn und sie werden unabhängig, denn man wird ja nicht ewig für sie da sein! Dieser Ratgeber richtet sich daher an „normale“ besorgte Eltern von „normalen“ Kindern, die sich einfach bisweilen auch überfordert fühlen, oder Sorgen vor der Zukunft haben.
Sehr humorvoll, mit vielen persönlichen Einblicken und Erlebnissen aus dem Freundeskreis, ist es kurzweilig und mit hohem Wiedererkennungseffekt! Ja, Elternsein erfordert Mut und Gelassenheit. Jeden Morgen wieder aufs Neue!
Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Autorinnen und dem Verlag für die kurzweilige Leserunde bei Lovelybooks.

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Veröffentlicht am 09.01.2020

Sehr spannend, fantastisch und auch etwas witzig

Der Polarbären-Entdeckerclub – Teil 1: Reise ins Eisland
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Stella ist eine Schneewaise, mit weißen Haaren, schneeweißer Haut und einer blendenden Helligkeit. Der große Entdecker, Feenforscher und Mitglied im Polarbären Entdecker Club Felix Pearl hat sie eines ...

Stella ist eine Schneewaise, mit weißen Haaren, schneeweißer Haut und einer blendenden Helligkeit. Der große Entdecker, Feenforscher und Mitglied im Polarbären Entdecker Club Felix Pearl hat sie eines Tages im ewigen Eis gefunden. Er konnte sie nicht im Frost zurücklassen, ebenso wie einen kleinen Eisbären. Er liebt Stella wie eine Tochter, die ihn ebenso zurückliebt und ihre Ritte auf ihrem Einhorn und Spiele mit dem inzwischen ausgewachsenen Eisbären liebt. Die nächste Expedition steht an und Stella ist traurig, dass sie als Mädchen nicht mitdarf. Doch dann kommt Felix Schwester an Stellas 12. Geburtstag, früher als geplant, die während seiner Abwesenheit auf sie aufpassen soll. Sie verkündet, dass sie die perfekte Lösung für das Problem Stella gefunden habe: sie habe sie im Internat angemeldet! Felix ist außer sich vor Empörung und entscheidet das bis dato Undenkbare: Stella wird ihn begleiten! Sie ist nicht die einzige Jungforscherin, auch Beanie, ihr bester Freund und Halbelf, sehr still und introvertiert, mag er keine Berührungen, hat aber heilende Kräfte, wird mitreisen. Außerdem sind mit dabei der junge Wolfsflüsterer Shay, Sohn des Expeditionsleiters und der nervige und eingebildete Ethan vom verfeindeten Meereskrakenentdeckerclub. Ethan ist Jungzauberer und seine Tricks funktionieren meistens nicht, dennoch hält er sich für etwas Besseres. Durch unglückliche Umstände, werden die vier Nachwuchsforscher von ihren Gruppen getrennt und rasen mit ihrem Schlitten über eine vereiste Brücke, die hinter ihnen zusammenbricht. Ihre Zukunft ist ungewiss, sicher ist ihnen nur das Abenteuer, doch werden sie es meistern und atemberaubende Entdeckungen machen?
Anfangs waren wir etwas erstaunt über diese fremde Welt der Entdecker mit Einhörnern, Feen und Miniaturpinguinen. Aber schnell haben wir uns in dieser schrägen Truppe gut aufgehoben gefühlt und uns mit Stella über die gefühllose Tante Agatha aufgeregt und die mangelnde Gleichberechtigung. Diese Abenteuerreise der Kinder von zwei verfeindeten Entdeckerclubs ist sehr fantastisch und dadurch umso aufregender, da man nie ahnen kann, auf was für unglaubliche Wesen man wohl als nächstes stoßen wird. Die vier jungen Helden oder vielleicht auch Anti-Helden sind sehr unterschiedlich und nicht reinmenschlich, wenn auch bei Stella zunächst unklar ist, was genau sie eigentlich ist. Ihr Aussehen ist auf jeden Fall so klar und hell, dass es einigen Angst einzujagen scheint. Beanie trägt deutlich autistische Züge, ist in seiner zurückhaltenden Art absolut liebenswert und der loyalste Freund den man sich vorstellen kann, wenn auch etwas verschroben. Ethan von dem rivalisierenden Meereskrakenentdeckerclub wirkt anfangs mit seiner herablassend-pompösen Art und seinem geringen magischen Können, einfach nur unangenehm, doch langsam bröckelt die Fassade…. Shay, der Wolfsflüsterer, der in seinem Kopf die Stimmen der Wölfe und Schlittenhunde hört, scheint in dieser Truppe am normalsten mit seiner offenen, freundlichen und doch ziemlich furchtlosen Art zu sein. Das wirkt unglaublich stabilisierend auf die kleine Gruppe, verschollen im ewigen Eis und ist wahrscheinlich für deren Überleben absolut notwendig. Die Charaktere sind gut durchdacht und ausgearbeitet. Die perfekte Vorlage für den virtuosen Simon Jäger, der sie alle mit seiner Stimme umfängt und trägt, die menschlichen und mystischen Wesen. Sehr ausdrucksstark gestaltet er die Höhen und Tiefen der Jagd nach dem ultimativen Abenteuer. Es ist ihm gelungen uns alle mit seiner Stimme zu fesseln und ausgerechnet der Großen (12) immer wieder ein vergnügliches Glucksen zu entlocken, wenn er auch inmitten der spannendsten Szenen die Absurdität des Geschehens unterschwellig ausgestaltet. So findet er eine feine Balance zwischen hoher Spannung und Humor bis zum Schluss. Der allerdings scheint nur ein glückliches Ende zu sein, denn die große Widersacherin aus Teil zwei kündigt sich heimlich still und leise an. Ein Cliffhanger der feinen, leisen Sorte, der es aber in sich hat. Ein weiteres Abenteuer gleichermaßen für Jungen, wie für Mädchen lässt nicht lange auf sich warten.
Ein Hörbuch, dass die ganze Familie ab 10 Jahren eine lange Autofahrt lang gefesselt hat, da kam keine Müdigkeit auf!

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Veröffentlicht am 06.01.2020

Zwei wie Wasser und Öl

Bullenbrüder
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Holger Brinks ist Anfang/Mitte 40 und Kriminalhauptkommissar bei der Mordkommission. Ihm wurde mittlerweile eine jüngere Chefin vor die Nase gesetzt, nicht weil sie so gut ist, sondern weil Frauen im Staatsdienst ...

Holger Brinks ist Anfang/Mitte 40 und Kriminalhauptkommissar bei der Mordkommission. Ihm wurde mittlerweile eine jüngere Chefin vor die Nase gesetzt, nicht weil sie so gut ist, sondern weil Frauen im Staatsdienst gefördert werden müssen. Seine Ehe mit Journalistin Sandra (42) durchläuft gerade eine schwierige Phase. Sohn Lukas (gerade 15) ist kaum zu Hause und nicht sehr gesprächig, Tochter Ellen macht gerade ein Auslandsjahr. Da taucht plötzlich sein Bruder Charlie auf, der als Privatdetektiv nach Amerika gegangen war, nachdem er mal kurz was mit Sandra hatte, vor und nach deren Heirat mit Holger. Charlie hat es nicht so mit Bindungen und genießt lieber das Leben, weshalb ihm Holger 20 Jahre lang monatlich 600,- € für seinen Anteil am Elternhaus überwies. Pardon, Sandra sieht dies etwas anders, denn wenn sie Holger nicht den Rücken freigehalten hätte, hätte er auch nicht die monatliche Rate für ihr Haus, nicht sein Haus, zahlen können... Nun denn, Charlie ist schon länger wieder in der Stadt, aber gerade von seiner letzten Flamme vor die Tür gesetzt worden und braucht nun dringend ein Dach über dem Kopf. Auf gar keinen Fall meint Holger, doch irgendwie landet Charlie im Gartenhaus auf einer Luftmatratze und zu dem aktuellen Mordfall im Berliner Rotlicht-/Drogen-/Bordellmilieu hat er so seine ganz eigenen Ideen. Im Fahrstuhl der exklusiven Privatetage eines heruntergekommenen Luxushotels liegt der engste Vertraute des greisen Berliner Unterwelt-Ex-Bosses, neben ihm ein Aktenkoffer voller Koks. Charlie kennt die Kreise besser, als Holger ahnt.

Ein humorvoller Krimi, der seine Pointen zumeist der angespannten Lage der ungleichen Brüder verdankt, die sich aber ermittlungstechnisch erstaunlich gut ergänzen. Oh Mann, ich kann den biederen Beamten verstehen! Solch ein Bruder würde mich auch wahnsinnig machen! Es muss ihn aber auch noch dazu wurmen, dass dieser verantwortungslose Chaot dann auch noch solch einen Schlag bei den Frauen hat. Wie macht er das bloß? Doch diesmal trifft Charlie auf eine Frau, die ihm den Verstand und den Atem raubt. Dummerweise ist sie nicht ganz ohne, denn sie ist eine Edelprostituierte und Kunststudentin. Ausgerechnet der Sohn des invaliden Gangsterbosses engagiert Charlie, die schöne Nikita nicht aus den Augen zu lassen, als ob er das freiwillig tun würde? Holgers Gedanken an die Frauen in seinem Leben sind da nicht ganz so rosig, aber immerhin hat er ein Dach über dem Kopf, ein Badezimmer ohne Zuschauer und einen wohl sortierten Weinkeller, auch wenn dieser im Lauf der Ermittlungen deutlich zusammenschrumpfen wird. Ja, hier wird getrunken, gekokst und geh... das gibt dieser Geschichte einen gewissen 70er-Jahre Touch, gepaart mit Charlies Autovorlieben. Das mag auch an der Einrichtung der Etablissements liegen, die schon bessere Zeiten gesehen haben, doch Sandras Vor- und Einwürfe sind absolut zeitgemäß. Irgendwie gefallen mir diese Zeitparadoxen. Eigentlich ist es ja so gar nicht meine Welt, aber irgendwann mochte auch ich Charlie, der hervorragend zu Starsky and Hutch gepasst hätte. Mit seinem nervtötend sonnigen Gemüt schafft er es aber, seinem im alltäglichen Trott gefangenen Bruder Beine zu machen und über sich und sein Leben nachzudenken. Eine Tätigkeit die Charlie selbst zumeist erfolgreich ignoriert. Die beiden Brüder sind wie Feuer und Wasser und geben somit der Story ihren Esprit, ihren Schwung und auch ihren Titel. Wobei ich sagen muss, dass ich diesen Fall für einen humorvollen Krimi erstaunlich kniffelig und spannend finde. Bisweilen geht die Tätersuche in den Querelen etwas unter, wird jedoch nie ganz vergessen. Der Fall ist in sich abgeschlossen und wird auch in sich schlüssig gelöst, wobei es mich auch wirklich überrascht hat, es ist nicht so eine 08/15 Lösung. Die privaten Zwistigkeiten schwelen weiter, ein Garant für Fortsetzungen (zwei gibt es ja auch schon).

Christoph Maria Herbst als Sprecher ist wieder unnachahmlich. Wie Sandra und Holger bei jedem Wort des anderen sich an die Gurgel zu gehen scheinen oder sich böse anschweigen, da hat man das Gefühl, er kennt das, hat es alles schon mal selbst gehört...aber so geht es einem ja auch mit dem Brüderzwist, dem senilen Unterweltkönig, seinem leicht debilen Kronprinzen, dem servilen Jungkommissar, der lustgeneigten Nachwuchskommissarin... Das kann er doch noch nicht alles selbst erlebt haben?! Na ja, vielleicht in seiner Fantasie, wobei ich ihm selbst dort einige der Telefonate gerne ersparen würde ;) Völlig bravourös und knurztrocken bringt er selbst die peinlichsten Situationen zu Gehör. Da kann man dann auch als Zuhörer nicht ernst bleiben. Er ist einfach ein Garant für Hörvergnügen.

Auf jeden Fall werde ich die Reihe weiter hören!

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Veröffentlicht am 05.01.2020

Sehr cool, auch für Mütter, Töchter und Lehrer

TheDadLab - Mit Papa coole Sachen machen - 40 einfache und witzige Experimente
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Tja, um cool zu sein, muss man kein Superstar sein, man kann sich als Eltern auch einfach was einfallen lassen, oder auf die Fragen seiner Kinder achten und sie fantasievoll beantworten, so wie der Wirtschaftswissenschaftler ...

Tja, um cool zu sein, muss man kein Superstar sein, man kann sich als Eltern auch einfach was einfallen lassen, oder auf die Fragen seiner Kinder achten und sie fantasievoll beantworten, so wie der Wirtschaftswissenschaftler Sergei Urban, als Vollzeitvater zweier Söhne. Wie sie die Welt betrachten und in Frage stellen, gibt ihm Anlass die Mechanismen hinter den Phänomenen zu hinterfragen, zu recherchieren und wenn möglich, mit einfachen Mitteln aus dem Küchenschrank zu reproduzieren und erklären. Er lebt mit seiner Familie in London und betreibt sehr erfolgreich auf YouTube, Twitter, Instagram und Facebook @TheDadLab, wo er mit seinen Söhnen stetig Neues ausprobiert. Das Buch ist ursprünglich auf Englisch erschienen und es ist so erfolgreich, dass dort sogar bereits ein Nachfolgeband mit 50 Experimenten (10 davon sind neu) erschienen ist, allerdings wohl mit Illustrationen statt der wirklich hochwertigen Fotografien.

Auch wenn Sergei Urban betont, dass er weder Lehrer noch Forscher ist, ist dieses Buch super anregend nicht nur für Eltern, sondern auch für Lehrer. Viele dieser kleinen Experimente ab 4 Jahren lassen sich auch gut in den Schulalltag integrieren. So z.B. der Kohlenstoffdioxid- Feuerlöscher im Sachunterricht beim Thema Feuerwehr. Da werden nicht nur Jungsaugen strahlen, sondern alle Kinder der Klasse, werden diese Unterrichtsstunde ganz sicher nicht vergessen. Es ist einfach beeindruckend, wenn man Kerzen durch ein Gas, also optisch durch nichts, löscht. Mein Mann als Oberlehrer (also Ausbilder u.a. für inklusiven Unterricht auch für Sachunterricht) war von diesen Experimenten ebenso angetan, wie meine Grundschullehrerfreundin. Ich hatte vor allem geplant, mal interessante gemeinsame Abwechslung für die Ferien zu finden, für meine forschungsfreudige Jüngste. Diese Experimente sind zwar bereits ab 4 Jahren, es heißt aber nicht, dass sie nicht auch ältere Kinder zum Staunen bringen können. Bei Älteren könnten nur einige der Vorschläge bereits bekannt sein, wie in unserem Fall der Grasigel, den wir als Kresseigel bauten, oder die eingefrorenen Dinos, die für den besten Kindergeburtstag bei meiner Freundin sorgten. Die Experimente funktionieren also tatsächlich. Oft gibt es auch Alternativen, so haben wir auch schon riesige Seifenblasen mit Eimer und Wollschnüren geschaffen, ohne, dass es eines Plantschbeckens und eines Hulahoop-Reifens bedarf. Es ist aber für kleine Kinder in der Tat sehr beeindruckend, wenn ein Kind im Pool stehend in eine riesige Seifenblase gehüllt wird. Allerdings eher ein Effekt für die Sommerferien, im Winter sind dann die eingefrorenen Dinoeier praktischer, oder mit Wollschnüren kann man die gesamt Geburtstagsgesellschaft gleichzeitig riesigen Seifenblasen testen lassen.. Richtig schnell einfach und für Kinder ein riesiger Spaß ist der auch der Glibberschleim mit Wasser und Speisestärke. Ja, es gibt ausgebufftere Rezepte für Ältere, aber dieses ist schneller und gerade darin liegt der Reiz für die Kleinen. Auch finde ich es sympathischer als tubenweise Kleber und Kontaktlinsenmittel zu „verschwenden“ und deutlich günstiger. Bis auf Lebensmittelfarbe und durchsichtiger Einwegbechern hat man eigentlich alles schon zu Hause, was man benötigt. Ach ja, statt Glycerin kann man auch Tapetenkleister für die Superseifenblasen benutzen. Den haben wir genau zu diesem Zweck tatsächlich immer im Haus.

Sehr schön finde ich, dass für die Experimente nur Alltagsgegenstände benötigt werden und sie nicht aufwendig oder zeitintensiv sind. Dadurch funktionieren sie auch bei kleineren Kindern mit kürzerer Konzentrationsspanne und sie lassen sich eben gut in den Schulalltag integrieren.

Die Erklärungen sind gut verständlich und die Fotos machen neugierig. Man nimmt das Buch in die Hand und hat sofort Lust es nachzumachen. Die Fotos und Erklärungen sind sehr ansprechend gestaltet. Außerdem werden immer wieder Anregungen gegeben in welche Richtung weitere, aufbauende Experimente geführt werden könnten.

Dieses Buch soll vor allem eins: zeigen, dass man auch mit kleinen Kindern schon richtig erstaunliche Phänomene aus dem Küchenschrank hervor kitzeln kann und die Neugier für Wissen und Wissenschaft wecken! Es ist sind aber auch viele Ideen dabei, mit denen man bei Kindergeburtstagen richtig Eindruck schinden kann. Kinder lieben solche Aktionen! Wenig Aufwand, großer Effekt und bleibt länger im Gedächtnis als noch ein Tag im Indoorspielplatz....

Von erfahrenen Eltern, Lehrern und Kindern geprüft und empfohlen.

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