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Veröffentlicht am 20.01.2020

Tolle Lebensgeschichte mit einer spannenden Protagonistin

Tante Martl
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Aus Sicht der Nichte erzählt Ursula März die Lebensgeschichte ihrer Tante Martl, die als Jüngste von drei Töchtern auf die Welt kam und leider nicht der vom Vater lang ersehnte Sohn war. Sie hat nie geheiratet, ...

Aus Sicht der Nichte erzählt Ursula März die Lebensgeschichte ihrer Tante Martl, die als Jüngste von drei Töchtern auf die Welt kam und leider nicht der vom Vater lang ersehnte Sohn war. Sie hat nie geheiratet, Zeit ihres Lebens als Lehrerin gearbeitet und auch, als sie ihre Eltern gepflegt hat, immer ihre Unabhängigkeit bewahrt.
Für ihre Zeit war Tante Martl eine ungewöhnliche Frau – eigentlich eher unscheinbar im Vergleich zum Beispiel zu der mittleren Schwester, dabei doch stark und unabhängig.


Meine Meinung:
Das Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen, weil es so erfrischend erzählt ist. Ich musste oft schmunzeln oder sogar lachen, auch wenn mir das Lachen an manchen traurigen Stellen auch im Halse stecken blieb.
Tante Martl ist wirklich eine – für ihre Zeit – sehr ungewöhnliche Frau. Auf der einen Seite hat sie sehr unter ihrem Vater zu leiden, der immer die mittlere Tochter bevorzugt und Martl sogar schlägt, auf der anderen Seite ist sie immer für die Eltern da und pflegt sogar den Vater.
Während ihre beiden älteren Schwestern heiraten, bewahrt Martl immer ihre Unabhängigkeit, arbeitet als Lehrerin, hat einen Führerschein, verreist nach Italien etc. Später hat sie sogar noch einen großen Auftritt im Fernsehen.

All diese Episoden werden von der Autorin, Tante Martls Nichte, in verschiedenen zeitlichen Perspektiven beschrieben und dabei sehr liebevoll und gleichzeitig unterhaltsam dargestellt, dass man die Protagonistin und auch die Familie dabei Stück für Stück kennenlernt.

Neben der unterhaltsamen Erzählweise fand ich es auch unglaublich spannend, mehr über die Zeit (nach dem Krieg) und das Leben in einer Kleinstadt zu erfahren. Man konnte sich dabei sehr gut die Atmosphäre vorstellen, die Ursula gespürt hat.


Fazit:
Diesen besonderen Roman kann ich wirklich sehr empfehlen. Ich fand ihn unterhaltsam, lustig, traurig, bewegend und auch zum Nachdenken anregend.

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Veröffentlicht am 20.01.2020

Bezaubernder Roman mit liebenswert schrägen Figuren

Das schräge Haus
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Ella verbringt ihre Zeit als Kind am liebsten bei ihrer Oma Mina in deren Ruhrpott-Schrebergarten-Welt, wo sie in einer phantastischen schrägen Welt aufwächst.
26 Jahre später arbeitet sie als Therapeutin ...

Ella verbringt ihre Zeit als Kind am liebsten bei ihrer Oma Mina in deren Ruhrpott-Schrebergarten-Welt, wo sie in einer phantastischen schrägen Welt aufwächst.
26 Jahre später arbeitet sie als Therapeutin und nicht nur Ella ist schräg, sondern auch ihre Patienten, die sich in ihrer Praxis die Klinke in die Hand gibt.


Meine Meinung:
Der Roman ist einfach wunderbar geschrieben. Die Erzählweise nicht nur flüssig und gut zu lesen, sondern ganz bezaubernd und zum Teil fast märchenhaft.
Von Anfang an hat mich der Roman an die zauberhaften Romane von Judith Pinnow erinnert, die ich sehr mag.
Ella und ihre Welt bei Mina werden total warmherzig beschrieben, so dass ich mich beim Lesen sehr wohlgefühlt habe.

Besonders gefallen hat mir Ella, die eine ganz besonders liebenswerte, aber eben auch schräge Person ist. Wo sie sich zum Teil selbst im Wege steht, ist Mina für sie da oder auch ihre tolle zupackende Freundin Yvonne. Und es ist schön zu sehen, wie sich Ella im Laufe des Romans weiter entwickelt.
Das Buch ist auch eine ganz spezielle Liebesgeschichte, die mich emotional sehr berührt hat. Nach einigen Umwegen findet Ella doch den für sie passenden – ebenfalls etwas schrägen – Partner, auch wenn sie es für sich erst nicht wahr haben will.

Darüber hinaus kommt am Rande auch der ganz besondere Ruhrgebiets-Charme rüber, über den ich an vielen Stellen immer wieder schmunzeln musste. Die Leute im Roman sind teilweise herrlich direkt und nehmen kein Blatt vor den Mund – typisch Ruhrgebiet eben!


Fazit:
Diesen ganz zauberhafte Roman kann ich allen sehr ans Herz legen, die besondere Liebesgeschichten und herrlich schräge Protagonisten mögen. Wer die Romane von Judith Pinnow mag, wird auch dieses Buch lieben!

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Veröffentlicht am 06.01.2020

Kleines, aber feines Buch über die Geschichte des Feminismus

We are Feminists!
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Das Buch „We are Feminists“ liefert anhand von Zeitleisten, Grafiken und kurzen Texten einen Überblick über die drei Wellen der internationalen Frauenbewegung aus den letzten etwa 150 Jahren.
Dabei werden ...

Das Buch „We are Feminists“ liefert anhand von Zeitleisten, Grafiken und kurzen Texten einen Überblick über die drei Wellen der internationalen Frauenbewegung aus den letzten etwa 150 Jahren.
Dabei werden auch Protagonistinnen mit Bildern und Zitaten vorgestellt.


Meine Meinung:
Das kleine Büchlein hat ein praktisches beinahe quadratisches Format und fällt gleich durch die hochwertige Aufmachung auf.
Viele Grafiken und Bilder sind bunt gehalten und das Buch lädt direkt zum Durchblättern und Stöbern ein.
Die Texte sind kurz und knackig und sehr übersichtlich und bringen viele bekannte, aber auch für mich neue Fakten, in einen gut verständlichen Zusammenhang.

Besonders gut gefallen haben mir einige der Zitate. Mein Lieblingszitat ist von Serena Williams: „Jede erfolgreiche Frau sollte als Inspiration für eine andere dienen. Wir sollten einander aufrichten.“


Fazit:
Ein schönes kompaktes Büchlein, das Spaß macht und informativ ist. Unbedingte Empfehlung!

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Veröffentlicht am 03.01.2020

Sehr schöne weihnachtliche Sams-Geschichte

Das Sams 9. Das Sams feiert Weihnachten
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Das Sams feiert zum ersten Mal Weihnachten mit Herrn Taschenbier. Alles ist neu für das Sams und so muss es natürlich alle möglichen Bräuche erst einmal hinterfragen.
Natürlich kommen auch wieder Vermieterin ...

Das Sams feiert zum ersten Mal Weihnachten mit Herrn Taschenbier. Alles ist neu für das Sams und so muss es natürlich alle möglichen Bräuche erst einmal hinterfragen.
Natürlich kommen auch wieder Vermieterin Frau Rotkohl und Taschenbiers Freund Herr Mon vor.


Meine Meinung:
Der Band spielt irgendwann zwischendurch, bevor Herr Taschenbier mit seiner Frau zusammenkommt. Dank eines sehr gelungenen Prologs ist das Buch für Sams-Kenner und für solche, die das Sams noch nicht kennen, geeignet.
Von Anfang an war ich aufgrund der locker-leichten Erzählweise und der schönen Gestaltung mit vielen Zeichnungen wieder mitten im Geschehen.
Das Sams macht Späße, Reime und lustige Sprüche, wie man es kennt – und wie es leibt und lebt.
Ich fand es sehr gelungen, wie es für uns gewohnte Bräuche hinterfragt. Das ist zum einen sehr lustig, zum anderen bringt es einen aber auch zum Nachdenken.

Natürlich hat das Buch auch wieder ein schönes Ende und man erfährt einige witzige Fun-Facts über die Sams-Welt und natürlich auch über Herrn Taschenbier.


Fazit:
Das Sams-Weihnachtsbuch ist eine wunderbare Lektüre für die Feiertage – zum Lesen und Vorlesen für die ganze Familie.

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Veröffentlicht am 02.01.2020

Wunderbar humorvolles und kurzweiliges, dabei doch tiefgründiges Hörbuch

Mama mag keine Spaghetti
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Julia will in Italien ihren italienischen Verlobten Lorenzo heiraten, was mit diversen Herausforderungen verbunden ist, weil sich ihre eigenen Eltern gerade getrennt haben und ihr Vater mit seiner neuen ...

Julia will in Italien ihren italienischen Verlobten Lorenzo heiraten, was mit diversen Herausforderungen verbunden ist, weil sich ihre eigenen Eltern gerade getrennt haben und ihr Vater mit seiner neuen 20 Jahre jüngeren Freundin anreist. Davon ist Julias Mutter nicht gerade begeistert. Auch im weiteren Verlauf kommt es zu verschiedenen Verwicklungen mit den beiden Familien und der Hochzeit an sich…


Meine Meinung:
Ich liebe die Geschichten von Tessa Hennig, weil sie so herrlich unterhaltsam und kurzweilig, aber gleichzeitig auch glaubwürdig und mit Tiefgang erzählt werden.
Die Sprecherin Ursula Berlinghof bringt durch ihre Leseweise den besonderen Humor von Tessa Hennigs Romanen immer besonders gut raus. Daher war ich sehr begeistert, dass auch dieses Hörbuch wieder von ihr gelesen wird.

Meine Erwartungen wurden auch dieses Mal nicht enttäuscht, denn die Geschichte hat mich sehr gut und verlässlich unterhalten. Zum einen fand ich es sehr gelungen, welches Italien-Flair sich beim Hören wieder einstellte, zum anderen sind auch die Personen und der Spannungsbogen wieder außergewöhnlich gelungen angelegt.
Die Protagonisten hatte ich gleich ins Herz geschlossen und ihre Entwicklung ist wieder sehr glaubwürdig dargestellt, was mir bei Geschichten immer besonders wichtig ist.

Ich habe es daher sehr genossen, Zeit mit Julia, ihren Eltern und Schwiegereltern in spe zu verbringen und in eine deutsch-italienisches Liebes- und Familiengeschichte einzutauchen. Über die Tiefe der Erzählung war ich wieder einmal überrascht, denn im Laufe des Romans kommen in der Tat noch verschiedene Aspekte ans Licht, warum Julias Mutter gewisse Vorbehalte hat und was eigentlich zum Aus der Ehe geführt hat…

Nicht zuletzt die wunderbare Leseweise der Sprecherin Ursula Benninghof haben das Hörerlebnis zu einem wunderbaren Vergnügen werden lassen. Das Hörbuch hat mir sehr schöne kurzweilige Stunden geschenkt und hebt sich für mich sehr positiv von anderen Hörbüchern ab, die ich in letzter Zeit gehört habe.


Fazit:
Diese wieder einmal kurzweilige und unterhaltsam vorgetragene Geschichte mit einem ganz tollen Humor kann ich sehr empfehlen.
Das Hörbuch hat mir manche lange Autofahrt auf die beste Weise verkürzt.

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