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Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Nightingale Schwestern sind etwas Besonderes

Die Nightingale-Schwestern
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In den 30er Jahren ist es für junge Mädchen in London eine Auszeichnung am Nightingale Hospital zur Krankenschwester ausgebildet zu werden. Um überhaupt angenommen zu werden, muss die Bewerbung schon außergewöhnlich ...

In den 30er Jahren ist es für junge Mädchen in London eine Auszeichnung am Nightingale Hospital zur Krankenschwester ausgebildet zu werden. Um überhaupt angenommen zu werden, muss die Bewerbung schon außergewöhnlich sein. Oft bleibt diese Ausbildung nur den besser gestellten Mädchen vorbehalten. Junge Frauen aus dem armen Teil der Bevölkerung haben selten eine Chance. Und doch gelingt es Dora Doyle einen der begehrten Plätze zu ergattern. Für sie ist es die vielleicht einzige Möglichkeit um aus ihrem Leben etwas Besseres zu machen. Und sie kann so dem verhassten Stiefvater Alf entkommen, der sich bereits seit mehreren Jahren an ihr vergeht. Dora kommt im Schwesternwohnheim mit in das Zimmer zu Helen Tremayne. Sie ist bereits schon etwas länger im Wohnheim und kennt sich bereits im Krankenhaus aus. Das Problem von Helen ist, ihre Mutter ist die Vorsitzende des Verwaltungsrates der Klinik und setzt sie bereits mit dieser Position unter Druck. Sie muss ihrer Mutter peinlichst genau alles mitteilen, was im Krankenhaus geschieht. Für die anderen Schwestern wirkt sie dadurch wie eine Spionin in den eigenen Reihen und wird gemieden. Freunde hat sie gar nicht. Die dritte im Zimmer ist Millie. Millie ist die Tochter eines Adligen und soll durch eine standesgemäße Heirat den Familiensitz erhalten. Für Millie ist die Ausbildung die derzeit einzige Möglichkeit diesem Zwang zu entgehen. Umso schlimmer für sie ist, dass sie als einzige die Probezeit nicht ernst genug genommen hat und diese nun noch einmal wiederholen muss.
Und es gibt weitere angenehme und unangenehme Begleitpersonen in diesem Buch. Da sind die anderen Lehrschwestern, die sich für etwas Besseres halten und ihren Begleiterinnen durch Intrigen und Neid das Leben schwer machen. Und auch die Ausbildungsschwestern haben es in sich. Sie versuchen mit zum Teil übertriebener Strenge die Mädchen auf den rechten Weg zu bringen.
Diese drei Mädchen sind mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen. Ihr Leben und ihre Ausbildung war zu dieser Zeit eine echte Herausforderung und doch um einiges entbehrungsreicher als in der heutigen Zeit. Umso interessanter für mich zu erfahren, was man ihnen damals an Konvention und Strenge auferlegt bekam. Und trotzdem gelingt es den Protagonistinnen sich zu befreunden und gemeinsam diesen großen Anforderungen gerecht zu werden.
In einem wunderbar flüssig erzählten Stil erfahren wir hier viel vom Leben in den dreißiger Jahren und auch vom persönlichen Umfeld der Heldinnen. Und dieses Buch beinhaltet ja nur ein Jahr ihrer Ausbildung. Schon beim Lesen wird klar, hier muss es weitergehen, es ist noch nicht alles zu Ende erzählt. Umso erfreuter bin ich, dass bereits die nächsten Bände angekündigt sind. Hier die Leseempfehlung an alle und verdiente 5 Lesesterne.

Veröffentlicht am 09.08.2020

Einfach nur schön

Heute schon für morgen träumen
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Auch wenn der Titel fast ein wenig nichtssagend klingt, war das Buch von Lori Nelson Spielman im Nachhinein etwas ganz besonderes für mich. Ich kannte bereits ein Buch von ihr und war auf dieses Buch sehr ...

Auch wenn der Titel fast ein wenig nichtssagend klingt, war das Buch von Lori Nelson Spielman im Nachhinein etwas ganz besonderes für mich. Ich kannte bereits ein Buch von ihr und war auf dieses Buch sehr gespannt.

Poppy lädt ihre Nichte Emilia zu einer Reise nach Italien ein. Emilia, die als einzige selten aber wenigstens regelmäßig aus der Familie Kontakt zu Poppy hatte, kann sich nur schwer entschließen dieses Angebot anzunehmen. Die gesamte Familie ist angetreten und will ihr diese Reise ausreden. Ihre Großmutter droht ihr sogar. Und doch entschließt sich Emilia gegen den Widerstand der Familie zu dieser Reise. Zum Glück ist sie nicht allein, ihre Kusine Lucy begleitet sie. Beide wissen nicht, warum diese Reise stattfindet, warum sie Poppy begleiten sollen.

Das Zusammentreffen mit Poppy ist dann doch ganz anders als erwartet. Sie macht so einen herzerfrischenden Eindruck auf beide Mädchen. Sie verspricht ihnen mehr von ihrem Leben und dem Fluch der auf der Familie liegen würde zu erzählen.
Abwechselnd erfahren wir von Emilia, Lucy und Poppy in der Gegenwart und ihren Erlebnissen. Aber die rückblickenden Erzählungen von Poppy sind es, die einem beim Lesen berühren.

Für mich sind es diese "Begegnungen" die die Bücher von Lori Nelson Spielman so lesenswert machen. Ihre Art zu schreiben schafft eine Verbindung mit den Protagonisten und man kann gar nicht anders als weiterzulesen. Man hofft und leidet mit ihnen. Und es ist nicht klar, ob das Buch so ausgehen wird, wie man hofft.

Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Den Titel hätte ich anders gewählt

Bachelorette Party
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Der Junggesellinnenabschied von Anneliese soll unvergesslich werden – und ihre Freundinnen haben Großes geplant. Nach langer Zeit endlich wieder vereint, führt sie ihr Trip auf eine abgeschiedene Insel ...

Der Junggesellinnenabschied von Anneliese soll unvergesslich werden – und ihre Freundinnen haben Großes geplant. Nach langer Zeit endlich wieder vereint, führt sie ihr Trip auf eine abgeschiedene Insel in den Schären vor Stockholm. Ein brandneues, noch nicht eröffnetes Hotel, exklusiv nur für sie. Yoga am Strand, lange Abende voller Gespräche, ein bisschen Luxus, viel Wiedersehensfreude – alles klingt nach der perfekten Auszeit.

Nur Tessa spürt von Anfang an, dass etwas nicht stimmt. Eigentlich wollte sie gar nicht mitkommen. Als Journalistin mit einem erfolgreichen Cold-Case-Podcast kennt sie die Insel aus ihren Recherchen – auch wenn sie nie öffentlich darüber gesprochen hat. Ein ungutes Gefühl begleitet sie, während die anderen noch unbeschwert anstoßen.

Was zunächst leicht und beinahe idyllisch beginnt, kippt schleichend in eine beklemmende Atmosphäre. Aus Entspannung wird Anspannung, aus Vorfreude ein leiser Albtraum. Die Geschichte entwickelt einen düsteren Sog, bleibt dabei aber durchgehend unterhaltsam und überrascht mit Wendungen, die man so nicht kommen sieht. Die unterschiedlichen Charaktere – von den Freundinnen bis hin zur Besitzerin Irene und dem Koch – verleihen der Handlung zusätzliche Tiefe. Anfangs wirkt alles fast zu harmonisch, beinahe trügerisch ruhig. Erschreckend wird für alle die Ankommenszeremonie. Handys und Tablets werden eingesammelt, der Fokus liegt ganz auf dem Hier und Jetzt. Es gibt für niemanden WLAN, so können sich alle auf auf die gemeinsame Zeit konzentrieren, ohne Ablenkung. Doch genau diese Isolation wird bald zum Katalysator für das, was folgt.
Besonders gelungen sind die Rückblicke auf die vier ursprünglich Vermissten, die sich nach und nach in das Gesamtbild einfügen und die Spannung weiter verdichten. Der Schreibstil ist atmosphärisch stark – Orte und Figuren entstehen klar vor Augen, fast greifbar.

Das Finale hingegen kommt plötzlich, fast abrupt. Nach dem sorgfältig aufgebauten Spannungsbogen wirkt die Auflösung beinahe fast schon zu einfach und hinterlässt ein leicht beklemmendes Gefühl. Trotz allen, der Sog bleibt. Die Seiten fliegen dahin, und dieses unterschwellige Unbehagen hält sich bis zum Schluss. Ein Buch, das so fesselt, bleibt im Gedächtnis – und macht neugierig auf mehr von der Autorin.

Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung und verdiente vier Lesesterne.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Verbrannte Spuren und verborgene Geheimnisse

Rügenmord
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Der mittlerweile 15. Band der Romy-Beccare-Reihe beginnt mit einem dramatischen Ereignis: Nach dem Brand einer Scheune, die als Lagergebäude genutzt wurde, machen Einsatzkräfte eine grausige Entdeckung. ...

Der mittlerweile 15. Band der Romy-Beccare-Reihe beginnt mit einem dramatischen Ereignis: Nach dem Brand einer Scheune, die als Lagergebäude genutzt wurde, machen Einsatzkräfte eine grausige Entdeckung. In einem abgetrennten Abteil wird die verbrannte Leiche eines Mannes gefunden. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um Tom Kappler handelt – einen Mann, der erst vor Kurzem aus Berlin in seine Heimatstadt Greifswald zurückgekehrt war, angeblich um sich um seine Mutter zu kümmern. Doch bald wird klar, dass hinter seinem Leben weit mehr steckt.

Kappler arbeitete als Auftragsbuchhalter und Musikproduzent, liebte Partys und hatte zahlreiche Kontakte. Besonders auffällig sind seine häufigen Reisen nach Rügen. Dort hatte er eine Affäre mit dem verheirateten Robin Baumann, was ein mögliches Motiv liefert. Doch damit nicht genug. Auch beruflich scheint es Spannungen gegeben zu haben, denn Kappler hatte Streit mit einem Auftraggeber, für den er die Buchhaltung führte. Je tiefer die Ermittler in sein Leben eintauchen, desto mehr mögliche Motive und Verdächtige tauchen auf. Der Fall wird dadurch zunehmend komplex und zeigt, wie wenig die Menschen um Tom Kappler wirklich über ihn wußten.

Besonders interessant ist erneut die Zusammenarbeit der verschiedenen Ermittlungsbehörden – vom BKA über das LKA. Auch bekannte Figuren tauchen kurz auf und sorgen für schöne Verbindungen innerhalb der Reihe. Ein Highlight ist für mich außerdem der noch neue Kommissar Gregor Reymann. Seine direkte und manchmal ruppige Art mag nicht jedem gefallen, doch ich finde, dass er frischen Wind in die Ermittlungen bringt. Gerade wenn es darum geht, Zeugen aus der Reserve zu locken, ist er genau der Richtige. Ich bin sicher, er wird in dem Team seinen Platz finden.

Der Krimi lebt von vielen Wendungen und falschen Fährten. Wie so oft in dieser Reihe stellt sich schnell heraus, dass der erste Verdacht selten der richtige ist. Gleichzeitig entwickelt sich beim Lesen ein echter Sog – einmal angefangen, möchte man unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt. Die atmosphärische Sprache und die lebendigen Figuren sorgen dafür, dass man tief in die Geschichte eintaucht.
Allerdings hatte ich stellenweise das Gefühl, dass die Ermittlungen noch einmal neu aufgerollt werden mussten, ohne dass dabei immer viele neue Erkenntnisse hinzukamen. Das führte gelegentlich zu kleinen Wiederholungen und nahm etwas Tempo aus der Handlung. Trotzdem bleibt der Fall spannend und insgesamt sehr unterhaltsam.

Mein Fazit: Ein weiterer gelungener Krimi aus der Rügenreihe mit vielen überraschenden Entwicklungen, interessanten Figuren und einer fesselnden Atmosphäre. Kleine Längen können den positiven Gesamteindruck kaum trüben.

Bewertung: 4 von 5 Lesesternen. ⭐⭐⭐⭐

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Auris - Der letzte Teil

Auris. Puls der Angst
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In diesem, nunmehr sechsten Teil der Auris-Reihe, wird alles, was bisher war, auf den Kopf gestellt. Nichts ist mehr so, wie man es kannte. Jutta Ansorge, die demente Mutter von Jula, ist plötzlich wieder ...

In diesem, nunmehr sechsten Teil der Auris-Reihe, wird alles, was bisher war, auf den Kopf gestellt. Nichts ist mehr so, wie man es kannte. Jutta Ansorge, die demente Mutter von Jula, ist plötzlich wieder klar im Kopf und konfrontiert ihre Tochter mit den größten Geheimnissen ihrer Jugend. Alle – Hegel, Moritz, Paul und Jutta – scheinen Bescheid zu wissen.

Doch wie kam es dazu? Was hat die Ereignisse ins Rollen gebracht? Es begann mit dem Angriff auf Benno, den Vater von Jula, der jetzt so schwer verletzt im Krankenhaus liegt, dass um sein Leben gefürchtet wird.

Die Bedrohungen nehmen kein Ende, und das Leben aller Beteiligten ist in Gefahr.

Dies ist der letzte Teil der Auris-Reihe. Hier werden alle offenen Fragen aufgelöst, und es ist klar, dass es keine weiteren Teile geben wird. Im Nachhinein ist mir jedoch aufgefallen, dass man ohne die Kenntnis der vorherigen Bände Schwierigkeiten gehabt hätte, sich zurechtzufinden.

Das Buch lässt sich gut lesen. Durch die kurzen Kapitel und die wechselnden Perspektiven der Protagonisten entsteht Spannung und Dynamik in der Handlung. Dennoch muss ich sagen, dass ich am Ende nicht ganz zufrieden bin. Mir war das Ganze zu viel – zu viel Handlung, zu viel Spektakel um die Geheimnisse und letztlich um die Auflösung.

Trotzdem empfehle ich das Buch sehr gerne weiter. Ich möchte aber auch darauf hinweisen, dass das Verständnis deutlich leichter ist, wenn man die vorherigen Teile kennt.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung, allerdings nur vier verdiente Lesesterne.

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