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Veröffentlicht am 07.02.2020

Meerjungfrau am Haken

Die Ewigkeit in einem Glas
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Skurril, märchenhaft, fantastisch! Das ist "Die Ewigkeit in einem Glas"!
⭐⭐⭐⭐🌟
Im viktorianischen London arbeitet die 30-jährige, sich als Witwe ausgebende Bridie Devine als Privatermittlerin. Ihr neuester ...

Skurril, märchenhaft, fantastisch! Das ist "Die Ewigkeit in einem Glas"!
⭐⭐⭐⭐🌟
Im viktorianischen London arbeitet die 30-jährige, sich als Witwe ausgebende Bridie Devine als Privatermittlerin. Ihr neuester Fall: Die Entführung von Christabel, Tochter des Adeligen Sir Edmund.  Bei ihren Ermittlungen trifft sie neben einigen Leichen auf allerlei Gauner, Halunken und windige Gestalten aus sämtlichen Gesellschaftsschichten Londons.
⭐⭐⭐⭐🌟
Was ich am meisten an dem Buch liebe ist, dass es sich in keine Schublade stecken lässt. Jess Kidd hat ein bizarres London voll von Wundern, Monströsitäten und Aberglaube erschaffen. Nehmen wir nur mal unsere Protagonistin Bridie her, eine Pfeifen rauchende alleinstehende Frau, die auch mal gerne in Männerkleider schlüpft und deren bester Freund ein Geist ist. Besagter Geist, er heißt übrigens Rory, war zu Lebzeiten Boxer, hilft Bridie bei ihren Ermittlungen. Seinen Körper ziert die Tätowierung einer Meerjungfrau, die ein Eigenleben führt. Ein herrliches Duo. Jess Kidd' Charaktere sind alles, nur nicht 0-8-15. Man merkt einfach beim Lesen wie viel Fantasie die Autorin hat.

Den Schreibstil fand ich sehr passend. Er ist detailverliebt und kunstvoll ausgeschmückt. Dennoch liest sich das Buch total flüssig.

Die Geschichte selbst spielt in zwei Zeitebenen; der Gegenwart (1863) und 20 Jahre vorher in Bridies Kindheit. Dabei lernen wir nicht nur unsere Meisterdetektivin besser kennen, die Autorin lässt auch geschickt die Fäden zu einem stimmigen Gesamtbild und Ende zusammen laufen.
⭐⭐⭐⭐🌟
Fazit: Ich habe ein weiteres Highlight für mich gefunden. "Die Ewigkeit in einem Glas" ist ein fantastischer Krimi, angesiedelt in einem riesigen Kuriositätenkabinett.

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Veröffentlicht am 04.02.2020

Die Macht der Düfte

Shadowscent - Die Blume der Finsternis
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Wenn man ein 600-Seiten Buch innerhalb von 2 Tagen durchgelesen hat, ist es glaube ich eindeutig, wie die Bewertung ausfällt. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass "Shadowscent" zu meinen Jahreshighlights ...

Wenn man ein 600-Seiten Buch innerhalb von 2 Tagen durchgelesen hat, ist es glaube ich eindeutig, wie die Bewertung ausfällt. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass "Shadowscent" zu meinen Jahreshighlights zählen wird.
⭐⭐⭐⭐🌟
Durch eine Verkettung mehrerer unglücklicher Ereignisse wird die junge Rakel in den Dienst der obersten Dufthüterin gestellt. Gleichzeitig bricht Prinz Nisai trotz Unruhen im Land zu einer Reise auf. Ausgerechnet am Blütenmond passiert in den geheimen Gärten der Hüterin der Düfte die Katastrophe: Der Kronprinz, der gerade erst angereist war, liegt vergiftet am Boden, aber er lebt. Nun ist es an Rakel und Ash ein Heilmitteln zu finden und zu retten was noch möglich ist.
⭐⭐⭐⭐🌟
P. M. Freestone hat mit dem Kaiserreich Aramtesch eine unglaubliche Welt erschaffen. Die Beschreibungen sind exotisch und wahnsinnig detailliert. Ich konnte mir ein richtiges schönes Bild beim Lesen machen. Wie die Autorin das Hauptthema "Düfte" verarbeitet und in die Welt einfließen lässt ist großartig und hat mich wirklich positiv überrascht. So richtig konnte ich mir das zunächst nämlich nicht vorstellen. Die Liebe zum Detail spiegelt sich auch in den Charakteren wieder und das nicht nur bei den Protagonisten Rakel und Ash. Auch die Nebenfiguren - und davon gibt es zahlreiche - haben Gesichter und eine Seele bekommen.

Vom Aufbau her wird "Shadowscent" abwechselnd aus der Sicht der Dienerin Rakel und Ash, dem Leibgardisten des Prinzen, erzählt. Die wechselnden Perspektiven verleihen dem Buch eine tolle Dynamik.
Zu Beginn lernen wir die Protagonisten und ihre von Düften geprägte Welt kennen. Durch das schreckliche Ereignis, dass nicht all zu lange auf sich warten lässt, nimmt die Handlung dann ordentlich Fahrt auf. Und das Ende lässt mich schreiend zurück! Ich sag nur soviel: Ich brauche Teil 2! Dringend!
⭐⭐⭐⭐🌟
Fazit: "Shadowscent" ist ein Fantasyabenteuer mit einem Hauch Magie für die Sinne. Das Setting und die Charaktere haben mich sofort für sich eingenommen. Bitte mehr davon!

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Ein einzigartiges Buch voller Wunder und Magie

Water Moon
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Als ich das erste Mal von Water Moon gehört habe, wusste ich, dass ich das Buch lesen muss. Als leidenschaftlicher Ghibli-Fan wurde ich auch nicht enttäuscht. Mit Water Moon hat sich Samantha Sotto Yambao ...

Als ich das erste Mal von Water Moon gehört habe, wusste ich, dass ich das Buch lesen muss. Als leidenschaftlicher Ghibli-Fan wurde ich auch nicht enttäuscht. Mit Water Moon hat sich Samantha Sotto Yambao in mein Herz geschrieben.

Die Geschichte war für mich wie ein fantastischer Traum voller Wunder und Rätsel. Ich habe mich wie in einem Ghibli-Film gefühlt. Samantha Sotto Yambao hat einen wahnsinnig atmosphärischen Schreibstil, der mich in eine fabelhafte Anderswelt hat eintauchen lassen.

In Tokio führt Hana mit ihrem Vater ein ganz besonderes Pfandhaus. Es öffnet sich nur jenen, die ihre Lebensentscheidungen bedauern und Hilfe suchen. An ihrem ersten Tag als Nachfolgerin ihres Vaters findet Hana das Geschäft verwüstet vor und ihr Vater ist verschwunden. Dann stolpert Keishin durch die Tür und im Gegensatz zu den üblichen Kunden, die Hilfe suchen, bietet er Hilfe an.

Hana und Kei begeben sich auf eine gefährliche Reise. Sie folgen den Spuren und Hinweisen. Die Geschichte ist dabei ruhig erzählt; fantastisch und magisch.

Hana und Kei lernenauf der Reise auch viel über sich selbst und das Schicksal. Die Liebesgeschichte ist zart. Hana hütet ein Geheimnis, dessen Enthüllung mich ziemlich geschockt hat. Kei ist ein toller Charakter; Wissenschaftler durch und durch. Die Reise mit Hana ist für ihn die beste und größte Entscheidung seines Lebens. Ich habe sie geliebt und mit den beiden mitgefiebert und gezittert und gehofft, dass das Schicksal ihnen wohlgesonnen ist.

Fazit

Eine ganz besondere Liebesgeschichte, die Welten verbindet und in der das Schicksal eine ganz zentrale Rolle spielt. Ghibli-Vibes gibt’s als Kirsche on Top. Ein absolutes Herzensbuch!

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Geheimwaffe Sprache

Die Sprache der Drachen
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Mit ,A Language of Dragons‘ hat S.F Williamson einen Reihenauftakt geschrieben, den ich wirklich sehr gerne gelesen habe. Nicht nur, dass Drachen eine große Rolle spielen, auch das Thema Sprache in all ...

Mit ,A Language of Dragons‘ hat S.F Williamson einen Reihenauftakt geschrieben, den ich wirklich sehr gerne gelesen habe. Nicht nur, dass Drachen eine große Rolle spielen, auch das Thema Sprache in all ihren Ausprägungen und Dialekten trägt wesentlich zur Handlung bei. Für mich eine ungewöhnliche Mischung, die mich allerdings total fasziniert hat

Die Handlung spielt in einem fiktiven London des Jahres 1923. Die Menschen sind in verschiedene Klassen eingeteilt. Es ist ein ungerechtes Drei-Klassen-System, das angeblich den Frieden zwischen Menschen und Drachen wahren soll. Vivien Featherswallow und ihre Familie gehören zur zweiten Klasse. Vivien hat große Ziele im Leben. Sie ist bestrebt an der Akademie für Drachensprache zu studieren, auch um sicher zu stellen, dass sie und ihre Schwester nicht in die unterste Klasse abrutschen. Doch Viviens Träume enden jäh, als ihre Eltern der Rebellion bezichtigt und verhaftet werden. Auch Vivien wird in Gewahrsam genommen und ihr wird ein Ultimatum gestellt. In Bletchley Park soll Vivian gemeinsam mit anderen Jugendlichen den geheimen Drachencode knacken und die Sprache der Drachen entschlüsseln. Schafft sie es in der vorgegebenen Zeit, kann sie damit auch ihre Familie retten. Doch umso mehr Zeit Vivien in Bletchley Park verbringt, desto mehr beginnt sie am System und den ihr vorgegebenen „Wahrheiten“ zu zweifeln.

Zugeben, Vivien hat es mir nicht immer leicht gemacht sie zu mögen. Einige ihrer Handlung fand ich einfach nur unüberlegt, vorschnell, total eingennützig und dumm. Aber Vivien lässt sich auch von nichts und niemanden aufhalten. Ihr Wissensdurst und Bestreben ihre Familie zu retten, machen ihre Defizite nahezu weg. Vivien macht eine enorme Entwicklung durch und es war spannend sie auf diesem Weg zu begleiten.

Es gibt außerdem eine kleine Liebesgeschichte. Sehr sanft und sehr leise. Genauso wie Vivien muss sich diese auch noch entwickeln und entfalten. Mir hat das ruhige Tempo jedenfalls gefallen.

Dass die Autorin Bletchley Park als Handlungsort gewählt hat, finde ich ziemlich genial, bedenkt man den historischen Hintergrund. Einen passenderen Ort um den Drachencode zu knacken, gibt es glaube ich nicht.

Überhaupt fand ich das Thema Sprache – in diesem Fall Drachensprache – unglaublich spannend. Es geht nicht nur um Sprache an sich, sondern um die verschiedenen Ausprägungen, Dialekte innerhalb verschiedener Arten von Drachen. Aber auch um die Verständigung in Familien. Auch wenn man teilweise das Gefühl hat, die Handlung schreitet nicht voran, habe ich die Geschichte total fesselnd gefunden. Mich hat die Thematik einfach total fasziniert.

Ich hatte beim Lesen außerdem hin und wieder totale ‚Divine Rivals‘– und ‚Tribute von Panem‘-Vibes. Beides Reihen, die ich total geliebt habe. Ersteres liegt unter anderem am Setting bzw. dem Zeitalter. Das Klassensystem und die Ungerechtigkeiten dahinter, hat mich an Panem bzw. Dystopien im Allgemeinen erinnert.

So richtig viel passiert dann im letzten Drittel. Die Ereignisse überschlagen sich und plötzlich jagd gefühlt ein Plottwist den anderen. Das Ende hat mich total sprachlos zurück gelassen. Ich freue mich auf die Fortsetzung, die ganz dringend gelesen werden will.

Fazit
Ein faszinierendes Debüt, in dem nicht nur Drachen eine große Rolle spielen, sondern das sich auch mit dem Thema Sprache und der Macht, die hinter dieser steckt, beschäftigt. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 20.05.2025

Romance trifft in den italienischen Alpen auf Suspense

The First to Fall
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Nachdem mir ihre „Breaking Waves“-Reihe unglaublich gut gefallen hat, war klar, dass ich auch die neue Dilogie von Kristina Moninger lesen muss. Und es hat mir wieder richtig gut gefallen.

Mit ...

Nachdem mir ihre „Breaking Waves“-Reihe unglaublich gut gefallen hat, war klar, dass ich auch die neue Dilogie von Kristina Moninger lesen muss. Und es hat mir wieder richtig gut gefallen.

Mit „The First to Fall“ hat Kristina Moninger ein spannendes und mitreißendes Buch geschrieben. Wir haben auch hier wieder eine Romance mit Suspense-Anteilen, was ich ja total liebe. Ich bin jedenfalls an den Seiten geklebt und wollte unbedingt wissen, was sich in den italienischen Bergen beim Felsenhimmel zugetragen hat. Auch Aurora die ein Leben im Van führt, will Antworten, welche Umstände zum Tod ihrer Schwester Emilia geführt haben. Ihre Nachforschungen führen Aurora zum Ort des Geschehens. Als sie im Alpenchalet auf Jakob trifft, ahnt sie nicht, wer er wirklich ist. Und auch Jakob, der aufgrund der laufenden Ermittlungen wegen des Todesfalls das Land aktuell nicht verlassen darf, hat keine Ahnung, dass Aurora Emis Schwester ist.

Ich mochte sowohl Aurora, als auch Jakob total gerne. Vorallem die hitzigen Dialoge der beiden. „Grumpy vs. Sunshine“ lässt grüßen. Man spürt gleich, dass sie beiden eine Verbindung zueinander haben. Gefühle, die sich aufbauen und die sie auch zulassen müssen. Gefühle, die sich in der Sauna überschlagen. Mehr sag ich dazu jetzt nicht, außer, dass es ziemlich heiß, „3 Chili-Schoten-heiß“, wird.

Der Spannungsfaktor ist hoch. Es gibt viele Geheimnisse. Richtig gelungen fand ich die mysteriösen Srachnachrichten, welche Aurora von ihrer Schwester erhält. Man ist einfach angehalten, immer weiter zu lesen, weil man unbedingt wissen will, was passiert ist. Allerdings stellt die Autorin sehr viele Konflikte in den Raum. Themen, die abseits von der Haupthandlung und dem tragischen Todesfall, spielen. Hier wäre etwas weniger vielleicht mehr gewesen. Leider wird auch nicht alles aufgelöst.

Unglaublich gut haben mir dafür das cozy Setting rund um das Châlet in den Alpen und der schöne, unkomplizierte Schreibstil der Autorin gefallen.

Das Ende hat mich im Übrigen sprachlos zurück gelassen. Ich brauche dringend die Fortsetzung, die zwar rund um ein anderes Liebespaar spielt, meine aufgeworfenen Fragen aber hoffentlich beantwortet.

Definitiv eine Empfehlung für Fans von Romantic Suspense.

Fazit
Ein tödliches Unglück in den italienischen Bergen. Ein Alpenchâlet vor dem Ruin und eine junge Frau, die nach Antworten sucht. Neben einem hohen Spannungsgrad ist auch die Liebesgeschichte sehr lesens- und erlebenswert. Ein toller Dilogie-Auftakt!

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