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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2020

Klasse Kinderbuch

Ben und Teo
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„...Wir haben uns auf der Straße geprügelt und Papa hat ein paar neue Strafen erfunden. Er legte die Hände auf die Schultern seiner Söhne […] und überlegte sich, was wir wohl in einer Woche ohne iPad alles ...

„...Wir haben uns auf der Straße geprügelt und Papa hat ein paar neue Strafen erfunden. Er legte die Hände auf die Schultern seiner Söhne […] und überlegte sich, was wir wohl in einer Woche ohne iPad alles schaffen könnten. Wir haben sofort umgeschaltet und sind brav nebeneinander her gegangen...“

Ben und Teo sind Zwillinge. Eigentlich mögen sie sich. Manchmal aber stört es sie, dass andere sie immer als Einheit sehen. Ben kann besser Klavier spielen. Dafür gibt es aber eine Menge Sachen, die Teo besser kann. Wie wäre es, wenn sie Einzelkinder wären? Eines Tages erhalten sie die Chance, das auszuprobieren.
Der Autor hat ein humorvolles Kinderbuch geschrieben. Die Geschichte wird im Wechsel von Ben und Teo erzählt. So erfahre ich das Geschehen aus zwei unterschiedlichen Sichten.
Der Schriftstil ist kindgemäß und humorvoll. Gekonnt zeigt der Autor dabei auch die kindliche Sicht auf das Leben der Erwachsenen und ihre Interessen:

„...Die Tagesschau war das Allerletzte, was ich sehen wollte. Es ist 8 Uhr, Sie hören schlechte Nachrichten! Abend für Abend sammeln sie das Schlimmste aus aller Welt und zeigen uns, womit die Nachbarländer versagen...“

Das Leben als Einzelkind hat seine Vorteile, aber schnell begreifen beide, was sie aneinander haben. Gemeinsam sind sie stark. Nun muss sich jeder allein durchsetzen. Glücklicherweise ist diese Spiel auf wenige Stunden begrenzt – glauben sie. Dann aber geschieht etwas, was ihre Welt ins Wanken bringt.
Gut herausgearbeitet sind die Gespräche zwischen den beiden Brüdern. Manche schaukeln sich schnell zu einem Streit hoch. Wenn sie ihre Erlebnisse als Einzelkinder erzählen, werden anfangs nur die positiven Seiten hervorgehoben. Bald aber geht es auch darum, was ihnen fehlt.
Gut gefällt mir, dass die Schriftart variiert. Ab und an werden Sätze fett oder kursiv gedruckt. Die fetten Sätze gleichen dabei fast einen Aufschrei, die kursiven enthalten unter anderen indirekte Rede.
Viele farbige und realistische Illustrationen veranschaulichen das Geschehen.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Viel Humor, eine Prise Fantasy und die kindgerechten Sichten auf das Leben machen das Lesen zum Vergnügen. Es bekommt von mir eine unbedingte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.02.2020

Spannende Fortsetzung

Der Ring des Lombarden
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„...Recht ist aber nicht, die beiden Mädchen ohne Not aus einer ordentlichen Familie herauszuholen, um sie raffgierigen Verwandten in die Arme zu treiben, denen nicht an ihrem Wohl gelegen zu sein scheint...“

Wir ...

„...Recht ist aber nicht, die beiden Mädchen ohne Not aus einer ordentlichen Familie herauszuholen, um sie raffgierigen Verwandten in die Arme zu treiben, denen nicht an ihrem Wohl gelegen zu sein scheint...“

Wir schreiben das Jahr 1423. Die junge Witwe Aleydis hat eine Menge Probleme. Die Tatsache, das gerade wieder ein Fuchs im Hühnerstall gewildert hat, ist ihre geringste Sorge. Zwar ist Aleydis reich und das Testament ihres Mannes spricht ihr die Fürsorgepflicht für die beiden minderjährigen Nichten zu, doch das interessiert die Verwandtschaft nur begrenzt. Als es in der Klause von Cathrein, die als Mörderin verurteilte Mutter der Mädchen, zu einem Brand kommt, muss sich Aleydis fragen, ob auch ein Anschlag auf sie geplant ist.
Die Autorin hat erneut einen spannenden historischen Roman geschrieben. Die Geschichte beginnt zeitnah nach dem Vorgängerband-
Der Schriftstil ist abwechslungsreich. So vermittelt er mir Kenntnisse über die Arbeit in einer Wechselstube. Gleichzeitig muss Aleydis ihren Hausstand führen und den Kindern eine angemessene Erziehung zuteil werden lassen. Und dann läuft ihr noch Matteo, der 16jährige Sohn ihres Schwagers, über den Weg. Seine Mutter hat ihn nach dem Tod des Vaters rausgeschmissen.
Zu den sprachlichen und inhaltlichen Höhepunkten gehören für mich die Begegnungen von Aleydis mit dem Gewaltrichter Vinzenz. Mal klingen die Gespräche fast sachlich, mal könnte man sie eher als Schlagabtausch bezeichnen.

„...Und keine Sorge, es handelt sich nicht um irgendwelche weibliche Flausen. Ich kann beweisen, dass es Brandstiftung war...“

Dabei haben beide alle Hände voll damit zu tun, sich nicht anmerken zu lassen, wie stark es zwischen ihnen knistert. Sehr amüsant finde ich Vinzenz` Eifersucht. Auf wen? Dazu sollte man das Buch lesen.
Übrigens stammt auch das Eingangszitat aus Vinzenz` Mund. Er weiß, dass die Mädchen nirgendwo so gut aufgehoben sind wie bei Aleydis. Weder die männliche Verwandtschaft von Cathrein noch die von Aleydis` Mann ist besonders positiv aufgefallen. Beide Seiten wissen um das reiche Erbteil der Nichten – und schielen darauf.
Das Vermächtnis ihres Mannes bringt Aleydis immer wieder in schwierige Situationen. Sie möchte am liebsten nichts mit seinen ehemaligen Schattengeschäften zu tun, genau das aber ist nicht möglich, denn dann macht sie ich angreifbar für Erpressung und Intrigen. Es wird Zeit brauchen, alle Unterlagen aufzuarbeiten und Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.
Die Suche nach dem Brandstifter erweist sich als kompliziert. Cathrein hat ihn nicht gesehen. Es könnte jeder gewesen sein, der damit nicht einverstanden war, dass auf das Todesurteil verzichtet wurde.
Ein Stadtplan von Köln, ein Personenverzeichnis und ein inhaltsreiches Nachwort ergänzen das Buch.
Die Geschichte hat mir ausgezeichnet gefallen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 08.02.2020

Amüsante Krimikömödie

Sonne, Mord und Sterne
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„...Marlene Silberstein war beim Publikum eingeschlagen wie eine Bombe; ihre Fanpost hatte Säcke gefüllt. […] Selbstverständlich hatte sie von Astrologie nicht mehr Ahnung gehabt als ein Deichschaf vom ...

„...Marlene Silberstein war beim Publikum eingeschlagen wie eine Bombe; ihre Fanpost hatte Säcke gefüllt. […] Selbstverständlich hatte sie von Astrologie nicht mehr Ahnung gehabt als ein Deichschaf vom Tangotanzen; schließlich las sie lediglich vor, was jemand anderes formuliert hatte...“

In Bochum findet ein Astrologiekongress statt. Star des Abends ist Marlene Silbermann. Sie bekommt die eigens dafür gestiftete Auszeichnung. Lange aber kann sie sich nicht daran erfreuen, denn genau mit dieser Trophäe wird sie erschlagen.
Auch Stella und ihre Großmutter Maria nehmen am Kongress teil. Widrige Umstände wollen es so, dass ausgerechnet Stella die tote Marlene in ihrem Hotelzimmer findet.
Die Autorin hat erneut eine spannende Krimikomödie geschrieben. Die Geschichte lässt sich flott lesen. Der Schriftstil ist leicht und locker.
Sehr genau und gekonnt amüsant werde ich über die einzelnen Vertreter, die sich in Bochum unter dem Stichwort Astrologie versammelt haben, informiert. Den Inhalt des entsprechenden Fernsehsenders fasst Maria so zusammen:

„..Dort rufen die Menschen im Minutentakt an, um Botschaften von Engeln zu bekommen oder mit lieben Verstorbenen im Jenseits Kontakt aufzunehmen. Das ist ein Riesengeschäft...“

Zu bedauern ist Kommissar Arno Tillikowski. Anstatt seine Fragen zu beantworten, wird unter anderen seine Aura analysiert. Kein Wunder, dass er sauer reagiert.

„...Der Nächste, der etwas von meiner Aura oder von Engeln faselt, wandert in den Knast, verstanden? Ich ertrage kein einziges Wort mehr von diesem Schwachsinn...“

Wer aber hatte ein Interesse daran, Marlene zu erschlagen. Gut, die Frau hat sich keine Freunde gemacht. Menschen waren für sie dazu da, ihre Karriere voranzutreiben. Und im Bett nahm sie, was kam, Hauptsache es brachte sie weiter. Zwei ihrer Mitbewerber für die Trophäe waren mehr als sauer. Und Holger von Aalen, der den Kongress organisiert und inszeniert, ist wie vom Erdboden verschwunden.
Natürlich streckt Stella ihre Fühler aus, um selbst nach den Mörder zu suchen. Der Journalist Ben und Ruby, eine junge Frau mit ausgezeichneten Fähigkeiten in der Informatik stehen ihr dabei hilfreich zur Seite.
Wie schon in dem Vorgängerbänden mag ich Maria. Sie strahlt Lebensweisheit aus, bleibt selbst in schwierigen Situationen ruhig und bringt durch ihren Beitrag auf den Kongress eine gewisse Seriosität in die Vorträge.

„...Etwas im Leben erreicht zu haben, heißt nicht automatisch, das man auch überheblich und eitel werden muss. Zu strahlen muss nicht bedeuten, dass man andere ohne Rücksicht auf Verluste überstrahlt. Da ist ständige Selbstreflexion gefragt, Demut, Bescheidenheit – und das kostet Kraft...“

Natürlich bleiben am Ende keine Fragen offen, jedenfalls was den Kriminalfall betrifft.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 07.02.2020

Eine besondere Liebesgeschichte

Kein schlechter Tausch
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„...Niemand kam schließlich nach Hope Springs, wenn ihn nicht ein Leiden plagte. Wenn eine Krankheit sie traf, waren Arme und Reiche gleichermaßen gestraft...“

Wir schreiben das Jahr 1890. Ruth Fulbright ...

„...Niemand kam schließlich nach Hope Springs, wenn ihn nicht ein Leiden plagte. Wenn eine Krankheit sie traf, waren Arme und Reiche gleichermaßen gestraft...“

Wir schreiben das Jahr 1890. Ruth Fulbright ist mit ihrer Tochter Naomi soeben mit der Postkutsche in Hope Springs angekommen. Da sie seit zwei Jahren Witwe ist, hat sie hier die Stelle einer Köchin im Cafè angenommen. Von Myrtle, der Besitzerin des Cafès, wird sie freundlich empfangen. Sie hat sofort einen guten Draht zu Naomi. Aber es gibt ein Problem. Hope Springs ist Kurort, Wohnraum damit knapp. Myrtle hat sich zwar um ein kleines Cottage am Stadtrand gekümmert, aber die Miete für den ersten Monat muss gleich bezahlt werden. Doch Ruth hat kein Geld. Der Verkauf ihres Eheringes hat gerade für die Reisekosten gereicht. Deshalb macht sie Bo Azlin ein ungewöhnliches Angebot.
Die Autorin hat eine besondere Liebesgeschichte geschrieben. Das beginnt schon bei der Kreierung der Protagonisten. Ruth hat ihren Stolz. Sie möchte nichts geschenkt. Sie will für ihre Tochter und sich durch eigene Hände Arbeit aufkommen.
Bo gehört der halbe Ort. Nachdem er selbst das Heilwasser probiert hat, hat er das Kurbad zu einer gefragten Adresse entwickelt. Bei all seinem Reichtum aber ist er einsam. Nach einer Verletzung in der Kindheit ist sein rechte Hand gelähmt. Den Anblick will er den Kurgästen nicht zumuten.
Naomi ist ein aufgeschlossenes Mädchen. Sie geht offen auf Menschen zu und findet schnell Freunde. Bei Myrtle führt sie sich so ein:

„...Der Mann beim Hotel hat gesagt, dass Sie Hühner haben. Ich bin eine wirklich gute Eiersammlerin...“

Der Schriftstil ist ausgewogen. Zum einen werden die Emotionen der Protagonisten gut wiedergegeben, zum zweiten gibt es gut ausgearbeitete Gespräche und nicht zuletzt erfahre ich das eine oder andere aus der Vergangenheit der Protagonisten.
Eine besondere Rolle spielt ein kleiner Kater. Der begegnet Naomi schon bei der Ankunft und begleitet sie während der ganzen Geschichte.
Ruths Verhalten hat Bo beeindruckt. Doch es muss noch eine Menge geschehen, bis er sich eingesteht, was er für die junge Frau empfindet.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin versteht es, eine spannende Geschichte zu erzählen und Glaubensinhalte dezent einzubeziehen.

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Veröffentlicht am 06.02.2020

Sehr empfehlenswertes Sachbuch für Kinder

Musikus
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„...Lektion zwei gelernt. Ihr habt aufeinander gehört und zusammen gespielt...“

Die Geschwister Philip, Katharina und Stefanie wollen Musik machen. Was dabei herauskommt, ist allerdings nur Krach. Plötzlich ...

„...Lektion zwei gelernt. Ihr habt aufeinander gehört und zusammen gespielt...“

Die Geschwister Philip, Katharina und Stefanie wollen Musik machen. Was dabei herauskommt, ist allerdings nur Krach. Plötzlich steht ein kleines Männlein zwischen ihnen. Es stellt sich alsMaestro Musikus vor und will ihnen beibringen, wie man richtig Musik macht.
Die Autorinnen haben ein schönes Sachbuch für Kinder geschrieben. Das Wissen wird gekonnt in eine Geschichte eingebettet. Die Kinder lernen, wie man sich selbst Instrumente baut, wie Töne entstehen und was die Notenschrift ist.
Der Schriftstil ist kindgemäß und verständlich. Gut gefällt mir, das der Musikus nicht nur redet, sondern auf die Fragen der Kinder eingeht und sie zum Ausprobieren animiert. Und er stellt selbst auch Fragen.
Das Besondere am Buch sind die wunderschönen bunten Zeichnungen. Der Musikus ist gekleidet wie zur Zeit Mozarts.
Auf den letzten Seiten wird das Wissen kompakt zusammengefasst und nochmals veranschaulicht. Die vielen Instrumente auf den inneren Umschlagseiten wecken Interesse.
Das Cover finde ich sehr schön gestaltet.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es ist meiner Meinung nach schon für ältere Kindergartenkinder geeignet.

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