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Veröffentlicht am 12.02.2020

Zuviel des Bösen

Die Fesseln des Bösen
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Paris- in einem Nachtclub werden die Leichen von zwei Tänzerinnen gefunden. Beide wurden auf grausamste Art entstellt und mit ihrer Unterwäsche gefesselt. Stephane Corso und sein Team ermitteln und finden ...

Paris- in einem Nachtclub werden die Leichen von zwei Tänzerinnen gefunden. Beide wurden auf grausamste Art entstellt und mit ihrer Unterwäsche gefesselt. Stephane Corso und sein Team ermitteln und finden schnell einen ersten Verdächtigen. Der Maler Sobiesky hatte mit beiden Frauen ein Verhältnis. Doch Sobiesky, der auch charakterlich als Täter in Frage kommen würde, hat für die Tatzeiten ein Alibi. Corso ermittelt weiter und das auf nicht immer nachvollziehbare Art und Weise.

Ich habe dieses Hörbuch zusammen mit meinem Partner gehört und wir zwei haben völlig unterschiedliche Meinungen dazu. Worüber wir uns aber einig sind ist, dass Martin Keßler als Sprecher absolut empfehlenswert ist. Er hat dieses Hörbuch sehr packend erzählt und uns beide begeistert.

Weniger begeistert war ich vom Inhalt des Hörbuches und insbesondere vom Ermittler Corso. Während ich am Anfang noch betonte, wie schön es ist, mal einen nicht perfekten Ermittler zu erleben, einen Ermittler, der nicht super sympathisch ist und der selbst mit Problemen zu kämpfen hat (Sorgerecht um den Sohn nach einer Trennung), wurde es mir im Laufe der Handlung einfach zu viel. Ich liebe Protagonisten mit Ecken und Kanten, aber sie sollten noch greifbar bleiben. Corsos Werdegang kann ich noch irgendwie nachvollziehen und er passt auch gut ins Buch, aber er benimmt sich wie die Axt im Walde und wird dabei stets von den Kollegen gedeckt. Verdächtige verprügeln, die Drogenpolizei begleiten und dabei mal schnell 2 Leute erschießen, für Corso kein Problem. Auch Alleingänge sind an der Tagesordnung. Man konnte ihn als Figur irgendwann kaum noch ernst nehmen, da einfach alles völlig übertrieben war. Corso hätte im Polizeidienst nichts verloren und in der realen Welt auch keine Chance, bei der Polizei Fuß zu fassen. Er ist einfach nur abartig. Auch die anderen Ermittler haben mich nicht wirklich von sich überzeugen können, was aber vorallem Corso zuzuschreiben ist, dessen Figur so überzogen war, dass andere daneben verblassten.

Die Handlung an sich ist durchzogen von Gewalt und Perversion. Wer mit Blut und hartem SM Probleme hat, der sollte Abstand von dem Buch nehmen. Und mit hart meine ich wirklich hart. Die SM Szenen in dem Buch haben keinen sexy shades of grey Filter. Sie sind einfach nur hart, überzogen und widerlich.Gerade zu Anfang häufen sich die Perversionen und es wird auch kaum etwas ausgelassen. Ich liebe normalerweise extreme Bücher, aber hier war es mir einfach too much. Zeitweise kam es mir vor als hätte Grange eine Liste der Perversionen abgearbeitet. Als er damit durch war, wurde das Buch aber auch besser. Etwa im letzten Drittel kam dann Ermittlungsarbeit, die diesen Namen auch verdient. Es wurde spannend und fesselnd und ich habe das Buch wieder gerne gehört. Allerdings war dies wirklich nur das Ende. Auch die Auflösung hat mir sehr gut gefallen.

Alles in allem ein Buch der Extreme. Vielleicht war ich ein wenig damit überfordert, weil ich Thriller normalerweise lese, aber ich hatte große Mühe damit, während mein Partner hellauf begeistert war.

Ein Buch voller Perversion und Unglaubwürdigkeit. Mir hat es nicht zugesagt.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Konnte mich leider nicht überzeugen

We Burn Daylight
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Ich weiß nicht, ob dieses Buch mich zur falschen Zeit getroffen hat oder es einfach kein Buch für mich ist, aber ich war unglaublich lang am lesen und hatte nie wirklich ein Bedürfnis, weiterzulesen,

Dieses ...

Ich weiß nicht, ob dieses Buch mich zur falschen Zeit getroffen hat oder es einfach kein Buch für mich ist, aber ich war unglaublich lang am lesen und hatte nie wirklich ein Bedürfnis, weiterzulesen,

Dieses Buch ist eine fiktive Geschichte rund um die Ereignisse in Waco, Texas, als in den 1990ern bei der Erstürmung einer Sekte nicht nur deren Anführer, sondern auch viele Mitglieder, darunter Frauen und Kinder, starben.

Der Anfang fiel mir noch leicht. Wir lesen die Geschichte aus zwei Blickwinkeln, Roy, Sohn des Sheriffs und Jaye, die mit ihrer Mutter zur Sekte kommt. Mir gefällt auch das Stilmittel der immer wieder eingeschobenen Podcastfolgen aus der Gegenwart, Interviews mit Figuren, die dabei waren. Aber die Geschichte, wenn auch wirklich gut geschrieben, zog sich etwas für mich. Die Liebesgeschichte, die ja eigentlich Hauptthema der Geschichte sein soll, geht mir emotional zu wenig in die Tiefe. Überhaupt wäre auf emotionaler Ebene viel mehr aus dem Buch rauszuholen gewesen. Es gab einige gute Ansätze, die mir aber zu wenig verfolgt wurden.

Ich wünsche diesem Buch die Leser, die es braucht. Ich gehöre leider nicht dazu.

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