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Veröffentlicht am 05.04.2020

Ein unglaublicher Coup

Artemis Fowl - Der Geheimcode (Ein Artemis-Fowl-Roman 3)
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Es sollte sein letzter großer Coup werden, bevor Artemis Fowl sich mit seinen dreizehn Jahren zur Ruhe setzen und seine Karriere als auch hochbegabter Meisterdieb und Verbrecher zur Bereicherung des Fowlschen ...

Es sollte sein letzter großer Coup werden, bevor Artemis Fowl sich mit seinen dreizehn Jahren zur Ruhe setzen und seine Karriere als auch hochbegabter Meisterdieb und Verbrecher zur Bereicherung des Fowlschen Familienvermögens an den Nagel hängen wollte.
Doch unvorhergesehen schlittert er dabei in das größte und gleichzeitig gefährlichste Abentereuer seines Lebens. Er hat aus den Überresten der hinterlassenen ZUP-Technologie (zentrale Untergrund Polizei) einen innovatives technisches Meisterwerk erschaffen: Cube, der durch Artemis Stimme alle technischen Grenzen überwinden kann und zur Spionage und vielen weiteren Tricks eingesetzt werden kann. Artemis Plan ist, Cube dem einflussreichsten Mann im Technikgebiet vorzustellen und eine horrende Geldsumme von ihm einzufordern, damit er die Entwicklung weiterer Cubes hinauszögert. Doch er hat das verbrecherische Potenzials dieses Mannes, der John Spiro heißt, unterschätzt. Und so tappt Artemis in eine Falle, in welcher ihm Cube entwendet und Butler tödlich verwundet wird. Zusätzlich besteht dadurch die Gefahr, dass John Spiro die Welt der Unterirdischen entdeckt und damit die Gefahr, dass er sie ausrauben oder unterwerfen will.
Artemis steht also vor einem Haufen unlösbar scheinender Probleme und Herausforderungen. Aber er wäre nicht Artemis Fowl, wenn er nicht einen Plan entwickeln könnte mit Hilfe der Unterirdischen wie Holly Short, Foaly und Mulch Diggums alle Probleme zu lösen.

Unglaublich spannend und faszinierend geschrieben. Die Artemis-Reihe habe ich bereits als Jugendliche gelesen, aber auch als Erwachsene finde ich sie absolut lesenswert - und das immer wieder!

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Veröffentlicht am 31.03.2020

Alle Menschen träumen vom Glück – doch welche Menschen haben das Glück und der Traum geht in Erfüllung?

Ein Traum vom Glück
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Der Roman spielt um 1951 in Essen. Katharina ist mit ihren beiden Töchtern, Inge und Bärbel, aus Berlin geflüchtet und hat bei ihrer Schwiegermutter Mine Unterschlupf gefunden. Die vier Frauen versuchen ...

Der Roman spielt um 1951 in Essen. Katharina ist mit ihren beiden Töchtern, Inge und Bärbel, aus Berlin geflüchtet und hat bei ihrer Schwiegermutter Mine Unterschlupf gefunden. Die vier Frauen versuchen so gut wie es geht sich einen neuen Alltag aufzubauen. Katharina fängt zunehmend an sich ihren Lebensunterhalt mit selbstgeschneiderten Kleidern der neuesten Mode zu verdienen. So kommen die Frauen durch die harten ersten Jahre nach dem zweiten Weltkrieg. Eines Tages taucht Johannes, Mines Enkel, auf. Er hat die letzten sechs Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft verbracht und ist nach seiner Entlassung zu seiner einzigen noch lebenden Verwandtschaft zurückgekehrt. Dabei bringt er zunächst die aufgebauten Alltagsstrukturen durcheinander, doch nach ein paar Wochen kann er sich mühelos in den Alltag integrieren. Als er wieder zu Kräften gekommen ist, fängt er an im Kohleabbau zu arbeiten und kann dadurch dazu beitragen das Einkommen der Familie zu sichern. Zusätzlich sorgt er dafür, dass im Haus Neuerungen wie eine warme Dusche und eine funktionsfähige Toilette eingebaut werden.

Immer Verlaufe des Buches werden mehr Hintergründe und biografische Erfahrungen der unterschiedlichen Protagonist*innen dargelegt. Dadurch werden auch die unterschiedlichen Träume der Personen sichtbar:

Katharinas Traum aus dem rußgeschwärzten Essen den Rücken zukehren zu können und ein Modeatelier zu eröffnen.
Mines Traum, dass ihr Sohn Karl, der Ehemann von Katharina, den Krieg überlebt, zurückkehrt und sie alle in ihrem Haus in Essen zusammen leben.
Johannes Traum mit Katharina zusammen zu sein und eine eigene Familie zu gründen.

Doch wer hat das Glück und der Traum geht in Erfüllung?

Eva Völler hat einen äußerst lebendigen Roman mit toll angelegten Charakteren geschrieben. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und durch den Dialekt des Ruhrpotts bekommt das Buch eine ehrliche und erfrischende Note Realität. Dazu hat sie mich auf eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen: die unterschiedlichen Entwicklungen, Hoffnungen, Sehnsüchte und zum Teil auch Verzweiflung, kam bei mir als Leserin an, sodass ich beim Lesen des Öfteren sowohl gelacht als auch geweint habe. Besonders durch diese Emotionalität ist dieses Buch für mich ein absolutes Lese-Highlight!
Ich freue mich jetzt schon ganz besonders auf den zweiten Teil!

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Veröffentlicht am 16.03.2020

Einer der besten Teile der Reihe

Hättest du geschwiegen
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In sehr kurzen Zeitabständen werden in Hannover zwei sehr bekannte Persönlichkeiten tot aufgefunden. Einer ist Hannes Piekenbrock, Inhaber unzähliger Bars und Clubs der Rotlichtszene in Hannover. Zusätzlich ...

In sehr kurzen Zeitabständen werden in Hannover zwei sehr bekannte Persönlichkeiten tot aufgefunden. Einer ist Hannes Piekenbrock, Inhaber unzähliger Bars und Clubs der Rotlichtszene in Hannover. Zusätzlich dazu werden ihm auch Kontakte bis in die Kreise der russischen Maffia nachgesagt. Deswegen sind alle sehr erleichtert als sich eine natürliche Todesursache nachweisen lässt.
Anders dagegen bei der zweiten Leiche: Der Bildreporter Boris Markstein, der dem Ermittlerteam von Bodo Völxen das Leben bei so manch einer Ermittlung Steine in den Weg legen wollte, ist durch zwei gezielte Schläge auf den Kopf mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen worden. Das Team nimmt seinen engeren Kontaktkreis und seine letzten Arbeiten in den Fokus. Dabei zeigt sich, dass es zwei mögliche Motive gibt: Entweder jemand aus der Mafia-Szene war über den Nachruf von Piekenbrock sehr verärgert und Markstein hat zu tief im Schlamm gegraben oder jemand aus seinem näheren Umfeld hat ein persönliches Motiv. Durch sein Verhalten hat Markstein eher wenige Freunde und viel mehr Leute, die er mehr als einmal unsanft vor den Kopf gestoßen hat.

Es ist aber schon fast Kult in den Büchern von Susanne Mischke, dass neben den Ermittlungen auch andere Themen Beachtung finden. In diesem Fall ist das gesund bzw. vegane Ernährung als Trend bisher diese Lebensform auch bekehrende und extremistische Züge annehmen kann und in Gewalt- und Zerstörungswut mündet. Nichtsdestotrotz wurde das Thema wieder mit sehr viel Humor dargestellt, sodass ich über "Operation Tofu" herzlich lachen musste!
Und ich freue mich auch darüber, dass die gesamte Entwicklung der Charaktere weiter dargestellt wird. Für mich insgesamt vom Thema und Schreibstil, vom Spannungsbogen, Humor und den Charatkeren sicherlich einer der stärksten Teile der Reihe!

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Veröffentlicht am 13.02.2020

Eine unerwartete Lese-Perle

Frau Einstein
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Als ich Anfang des Jahres in einer Buchhandlung gestöbert habe, ist mir dieses Buch zufällig in die Hand gefallen. Das Cover und der Klappentext haben mich sehr angesprochen, vor allem der Anspruch eine ...

Als ich Anfang des Jahres in einer Buchhandlung gestöbert habe, ist mir dieses Buch zufällig in die Hand gefallen. Das Cover und der Klappentext haben mich sehr angesprochen, vor allem der Anspruch eine Verknüpfung von Roman und Biografie zu schaffen, hat mich fasziniert, sodass ich mir das Buch gekauft haben. Und das Versprechen von Cover und Klappentext hat sich für mich bis zur letzten Seite des Buches vollkommen erfüllt. Für mich ist dieses Buch von Marie Benedict die erste Lese-Perle des Jahres 2020.

Inhalt: Mileva Maric, von Familie und Freunden genannt, Mitza, möchte als eine der ersten Frau im 19. Jahrhundert Physik studieren. Ihr Vater hat sie auf dem bisherigen Weg in allen ihren Zielen unterstützt und für Mitza gekämpft, dass sie eine höhere Schulbildung erreichen kann. Für eine Frau in dieser Zeit eine ganz besondere Seltenheit, da die Männer alle höheren Bereiche, vor allem die Lehre an den Universitäten dominieren und Frauen in der Regel eher das unscheinbare Leben als Hausfrau und Mutter führen. Dies gilt vor allem für das konservative Land Serbien, in welchem Mitza aufwächst. Doch aufgrund eines Hüftleidens, welches zu einem humpelden Bein führt, ist ihren Eltern von Anfang an klar, dass Mitza dieses "normale" Leben als Ehefrau verwehrt bleibt, da sie mit der Behinderung nicht dem Normbild einer schönen serbischen Ehefrau entspricht. So ebnet ihr der Vater in der Hoffnung seiner Tochter damit ein glückliches Leben zu ermöglichen den Weg an eine Hochschule als schon in der Grundschule Mitzas Wissendurst und vor allem ihr mathematisches Talent auffallen.
So beginnt sie als eine der ersten Frauen Physik am Polytechnikum in Zürich zu studieren, eine der wenigen Universitäten, die ausergewöhnlich begabte Frauen zulassen.
Diese Zeit des Studiums ist für Mitza wohl die glücklichste ihres Lebens: wissenbegierig studiert sie die verschiedenen Theorien der großen Mathematiker und Physiker, kann in dieser Zeit zum ersten Mal echte Freundschaften zu anderen studierenden jungen Frauen aufbauen und beginnt durch das Kennenlernen ihres Kommilitonen Albert Einstein von einer vollkommen unkonventionellen, wissenschaftlichen und partnerschaftlichen Ehe zu träumen.
Die ersten Jahre des Studiums verlaufen auch genauso wie erhofft, doch als sie sich Albert gegenüber öffnet, wird sie unehelich schwanger und damit beginnt eine lange Zeit der Entbehrung, Probleme und Aufgabe ihrer Zukunftspläne für Mitza. Zwei Jahre später heiraten Mitza und Albert zwar endlich, aber von da an steht die Ehe unter keinem guten Stern und Mitza wird immer mehr in die Ehe- und Hausfrauenrolle gedrängt und gibt nach und nach die Hoffnungen an eine wissenschaftliche Karriere auf. Dabei wird ersichtlich, dass gerade sie es war, die nach dem Tod ihres Lieserls, der unehelichen Tochter, die nur bei ihren Eltern gelebt hat, die den Grundstein für die bahnbrechende Relativitätstheorie gelegt hat.
Doch Albert, eventuell aus Eifersucht, tilgt ihren Namen aus den gemeinsam verfassten Veröffentlichungen, sodass nur er den ganzen Ruhm erntet. Zudem dergradiert er Mitza zur Rolle der Haus- und Ehefrau, wobei er sich gleichzeitig immer weiter von ihr distanziert, da ihm dieses spießige Bild einer Frau an seiner Seite gleichzeitig zuwider ist. Eine unauflösliche Spirale beginnt, in welcher Albert immer mehr nach wissenschaftlichen Entwicklungen und Anerkennung strebt, Mitza eigentlich nach einer gleichberechtigen Teilhabe, aber nichts weiter bekommt als die Aufgabe ihrer sehnlichsten Herzenswünsche. Nachdem Albert einige Affairen beginnt, fasst sie schlussendlich den Mut sich von ihm scheiden zu lassen. Doch den Weg in die Wissenschaft findet sie nicht zurück.

Ob Mileva wirklich die eigentliche Urheberin der Relativitätstheorie ist, bleibt weiterhin historisch unklar. Doch Marie Benedict bietet mit ihrem Roman eine Perspektive die unbekannten Lücken in ihrer Biografie mit Fiktion zu füllen. Dabei orientiert sie sich an vielen realen Zeitgeschichten von Frauen und verpackt diese in der Darstellung des Lebens von Frau Einstein. In dieser Darstellung bin ich regelrecht versunken und konnte mit der Protagonistin so sehr mitfühlen. Die charakterliche Konzeption in der Vereinigung vieler Frauenbiografien in dieser einen Person, ist Marie Benedict äußerst gut gelungen. Zwischendurch war ich so erbost über den dargestellten Charakter Albert Einsteins, der die überwiegende Mehrzahl der Männer dieser Zeit symbolisiert, dass ich das Buch zitternd vor Wur zeitweise aus der Hand legen musste. Wie er Mitza zunächst alle ihre Herzenswünsche verspricht und dann diese im Verlauf der Ehe mit so viel Egoismus und Bösartigkeit zerstört, hat mich sehr mitgenommen. Ich selbst verfasse wissenschaftliche Artikel und weiß, welcher enormer Aufwand dahinter steckt. Hinter dem Rücken um die Autorenschaft betrogen zu werden, ist ein schwerwiegendes, vertrauenzerstörendes Verhalten.
Insgesamt werden viele Stigmatisierungen der damaligen Gesellschaft sichtbar, nicht nur gegenüber den Frauen, sondern auch gegenüber von Albert Einstein selbst, der mit verschiedenen Ausprägungen von Antisemitismus konfrontiert wird.

Wenn man zwischen den Zeilen liest, dann ergibt sich für mich die Botschaft, dass wir jeden Menschen mit Respekt und ohne Vorurteile begegnen sollten, gesellschaftliche bedingte Normvorstellungen hinterfragen sollten und jeden Menschen versuchen sollten in der Erfüllung seiner Zukunftsperspektiven zu unterstützen. Dies gilt nicht nur für die Reflexion der Zeit des 19. Jahrhunderts, sondern insbesondere in der Gegenwart durch unterschiedliche Trends, Veränderungen, Herausforderungen und wiederkehrende menschliche Handlungen.

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Veröffentlicht am 13.02.2020

Lieber ein Pferd oder einen Romeo?

Die Wilden Hühner
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Die wilden Hühner machen gemeinsam Ferien. Was in erster Linie nur dazu gedacht war Sprotte zu unterstützen und nicht von ihrer Mutter alleine auf einen Ponyhof geschickt zu werden, damit diese mit ihrem ...

Die wilden Hühner machen gemeinsam Ferien. Was in erster Linie nur dazu gedacht war Sprotte zu unterstützen und nicht von ihrer Mutter alleine auf einen Ponyhof geschickt zu werden, damit diese mit ihrem Freund alleine in den Urlaub fahren kann, entpuppt sich dann für die fünf Hühner Melanie, Frieda, Wilma, Trude und Sprotte als wahres Paradies. Sie erleben wie wunderschön es sein kann den ganzen Tag an der frischen Luft zu verbringen und die Zeit auf dem Pferderücken zu genießen. Und Langeweile kommt eh nicht auf, weil die wilden Kücken versuchen als Bande den wilden Hühnern nachzueifern und es gelingt ihnen auch sehr gut im Streichespielen ihren "Vorbildern" in nichts nachzustehen.
Und dann tauchen plötzlich auch wieder die Pygmäen auf dem Ponyhof auf, da Willi seine Freundin Melanie zu sehr vermisst. Doch auch Sprotte geht der Chef der Pygmäen nicht mehr aus dem Kopf, sodass sie sich zwischendurch fragt, was schöner ist, Zeit mit einem Pferd oder tatsächlich mit einem Jungen zu verbringen? Als sich auch noch Frieda in Maik verliebt, den Sohn der Ponyhofbesitzerin scheint das Ferienglück perfekt zu sein. Gemeinsam spielen Hühner und Pygmäen dazu noch verschiedene Szenen aus Romeo und Julia, weil dieses Stück nach den Ferien in der Schulaula aufgeführt werden soll.

Dieses Buch war für mich früher ein ganz besonderes Buch der wilden Hühner, weil sie einen Schritt in Richtung Teenager-Alter machen. Und dabei schafft es Cornelia Funke die Probleme der Mädchen und Jungen sowie die Veränderungen der Pubertät so einfach zu beschreiben, obwohl sie doch eigentlich so kompliziert sind. Auch die Szenen aus Romeo und Julia finde ich gut mit in die Geschichte integriert, sodass junge Menschen, die eigentlich den Kopf voll anderer Dinge haben, gleichzeitig auf lustige Art und Weise mit klassischer Literatur konfrontiert werden.

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